> > > > Test: Antec P280 - ein würdiger Thronfolger?

Test: Antec P280 - ein würdiger Thronfolger? - Fazit

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 7: Fazit

Wer sich gegenüber dem altbewährten P180 revolutionäre Neuerungen versprochen hat, wird vom P280 vielleicht enttäuscht werden. Das P280 bietet zwar einen neu gestalteten Innenraum und zahlreiche Anpassungen an aktuelle Entwicklungen, es erfindet das Rad aber keineswegs neu. Trotzdem ist es ein überzeugendes Gehäuse, das einen durchdachten und ausgereiften Eindruck macht - vielleicht gerade deshalb, weil Antec nicht versucht, alles anders zu machen. 

Das Grundgerüst des Gehäuses entspricht praktisch dem des Eleven Hundred und ist genauso zweckmäßig. So können trotz überschaubarer Gehäusehöhe selbst XL-ATX-Mainboards verbaut werden. Diverse Anpassungen sorgen aber dafür, dass das P280 besser für den Allround-Einsatz geeignet ist als das rücksichtslos auf Kühlleistung ausgelegte Gamer-Gehäuse. Das beginnt mit der anders gelösten Festplattenmontage, bei der weiche Silikonpuffer genauso wie bei den Standfüßen für eine hervorragende Entkopplung sorgen. Die Seitenteile sind durchgehend und als robuster Verbund aus SECC-Stahl und einer Kunststoffschicht ausgeführt. Auch die Fronttür mit integriertem Dämmmaterial dient der Geräuschdämmung. Schließlich hat Antec den 200-mm-Deckellüfter durch zwei 120-mm-Lüfter ersetzt und die drei verbauten Lüfter an eine zweistufige Lüftersteuerung angebunden, deren Minimal-Setting für einen angenehm ruhigen Lüfterbetrieb sorgt.

Trotz der Silent-Maßnahmen ist das Gehäuse sehr wohl dafür geeignet, auch hitzköpfigere High-End-Systeme aufzunehmen. Anders als das reine Silent-Gehäuse SOLO II ist es eben nicht nur auf Geräuschoptimierung ausgelegt, sondern ein echter Allrounder. Wir hätten uns allerdings eine stufenlose Lüftersteuerung gewünscht, um die Kühlleistung und Lautstärkeentwicklung noch präziser dosieren zu können. Generell ist die schwer erreichbare Lüftersteuerung mit ihren winzigen Schiebereglern nicht die optimale Lösung. Ein weiterer Kritikpunkt sind fehlende Frontlüfter, die gegebenenfalls noch nachgerüstet werden müssen. Allerdings machte sich der Verzicht auf diese Lüfter während unserer Temperatur-Tests nicht negativ bemerkbar. Schließlich kann sich die Fronttür unter Umständen als störend erweisen. Andere Modelle mit einer solchen Tür ermöglichen einen Umbau, damit die Tür in beide Richtungen geöffnet werden kann. Das ist beim P280 nicht möglich. Doch von diesen Punkten abgesehen, überzeugt das Antec-Gehäuse. Die Materialwahl ist gelungen, die Verarbeitung ist relativ hochwertig und die einzelnen Features wurden meist durchdacht umgesetzt. Sehr gefallen z.B. die beiden unkompliziert zu reinigenden Staubfilter oder das Kabelmanagement. Auch das I/O-Panel wurde gut erreichbar platziert und ist sinnvoll ausgestattet.

Es gibt nicht viele Gehäuse, die wie das P280 gleichzeitig für leistungsstarke Hardware gedacht sind und über Silent-Maßnahmen verfügen. Ein beliebtes Modell dieser Art ist sicherlich Fractals Define R3 (zu unserem Test). Im direkten Vergleich kann das Define R3 vor allem mit einem etwas niedrigeren Preis von rund 86 Euro und der stufenlosen Lüftersteuerung auftrumpfen. Insgesamt hat aus unserer Sicht aber doch das Antec-Modell die Nase vorn. Der etwas geräumigere Innenraum sorgt für größere Flexibilität (u.a. bei der Mainboardwahl) und vor allem konnten uns Materialqualität und Verarbeitung mehr überzeugen. Auch Detaillösungen wie die leicht entfernbaren Staubfilter und das Kabelmanagement wurden beim P280 besser gelöst.

Das P280 ist auf den ersten Blick ein eher unauffälliges Gehäuse - sowohl in Bezug auf sein Design als auch in Bezug auf die Ausstattungsmerkmale. Bei genauerem Hinsehen entpuppt es sich aber als sehr durchdachter, funktionaler und vielseitiger Tower, der zudem zu einem angemessenen Preis  verkauft wird. Aus unserer Sicht bietet er auch ein besseres Gesamtpaket als das gleich teure Eleven Hundred, das auf dem selben Grundgerüst basiert. Deshalb können wir dem Antec P280 unseren Excellent-Hardware-Award verleihen.

Positive Aspekte des Antec P280:

  • sehr gut verarbeitetes Gehäuse mit dezenter Optik und Aluminiumfront
  • geräumiger Innenraum, Platz für XL-ATX-Mainboards
  • Silent-Maßnahmen, darunter sehr gute HDD-Entkopplung
  • gutes Kabelmanagement

Negative Aspekte des Antec P280:

  • Lüftersteuerung auf der Rückseite, nur zwei Stufen, nur für drei Lüfter
  • kein Frontlüfter
  • Fronttür kann nur in eine Richtung geöffnet werden