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Creative Roar SR20 im Test - Kompakter Bluetooth-Alleskönner

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creative roar teaserDer neue Bluetooth-Lautsprecher Roar wurde keineswegs nach dem aktuellen Song von Katy Perry benannt, soll aber trotzdem brüllen wie ein Löwe, dabei aber doch flexibel zu Werke gehen und gleichzeitig mit einer überzeugenden Ausstattung aufwarten. Ob der Creative Roar wirklich ein Brüller ist, klärt unser Test.

Creative, diesen Namen werden die meisten Leser sicherlich mit dem Ur-Soundblastern und den späteren X-Fi-Modellen assoziieren. Neben Soundkarten waren aber auch Boxensysteme schon immer eine Expertise des Anbieters. All dieses Knowhow soll nun in dem neuen kompakten sowie mobilen Lautsprecher Roar gebündelt worden sein, der auf diesem Wege auf kleinstem Raum eine maximale Performance bieten soll, und nicht nur mit einem satten Bass, sondern auch ansprechenden Höhen punkten soll. Damit nicht genug, bietet Creative auch ein vergleichsweise großes Ausstattungspaket, denn der Roar kann auch mit dem PC verbunden werden oder als Freisprecheinrichtung für das Smartphone genutzt werden. Der Preis fällt mit rund 150 Euro nicht allzu gering aus - aber ob er auch gerechtfertigt ist?

 

Gehäuse-Design und Ausstattung

Geht es um das Design, ist der Name nicht unbedingt Programm, denn Creative hat den Roar ein unauffälliges, aber formschönes Gehäuse ausgestattet, das in diesem Jahr auch mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet wurde. Creative setzt dabei auf einen Kunststoff in Anthrazit, der mit einer abgerundeten Formensprache und großflächigen, gelochten Alu-Elementen kombiniert wurde. Die Design-Sprache erinnert dabei ganz klar an die klassischen Braun-Geräte, die aktuell immer wieder gern als Inspiration genommen werden - so beispielsweise von Apple oder Sonos.

Weiterhin fällt auf, dass die Roar vergleichsweise klein sind. Mit Abmessungen von 202 x 115 x 57 mm und einem Gewicht von 1,1 kg ist der Lautsprecher auf jeden Fall so groß, dass es problemlos überall mit hin genommen werden kann. Wie aus diesem kleinen Volumen allerdings ein stattlicher Bass resultieren soll, ist aktuell schwer vorstellbar.

Auf der Oberseite des Roar integriert Creative die wichtigsten Bedienelemente in Form von Hauptschalter und Lautstärke-Justierung sowie weiteren Schnellzugriffen. Das cleane und sehr angenehme Design wird auf der Rückseite des Lautsprechers deutlich aufgebrochen, denn dort hat Creative die übrigen Bedienelemente und die Anschlüsse untergebracht. An dieser Stelle werden nicht nur Elemente zur Mediensteuerung bereitgestellt, was sie recht schwer zugänglich werden lässt, sondern auch ein microSD-Kartenslot. Ebenso wurde dort ein USB-Anschluss untergebracht, über den das Roar mit dem PC verbunden werden kann. Darüber hinaus erfüllt der Port praktischerweise eine zweite Funktion, denn im mobilen Betrieb kann über ihn das Smartphone geladen werden. Die Strom wird dann vom internen Akku abgezwackt, der ein Fassungsvermögen von 6000 mAh besitzt und für eine mobile Laufzeit von maximal acht Stunden sorgen soll. Auf der Oberseite wurde zudem ein Mikrofon integriert, das dazu dient, den Roar auch als Freisprecheinrichtung zu nutzen.

Noch wichtiger sind aber die drahtlosen Fähigkeiten des Roar. Creative setzt auf eine Bluetooth-Verbindung, über die zwei Geräte gleichzeitig mit dem Lautsprecher kommunizieren können. Für eine besonders einfache Kopplung hat Creative zusätzlich ein NFC-Modul integriert.

Der akustische Aufbau

Creative möchte im Roar all seine Erfahrung in der Konzeption von Audio-Hardware in die Waagschale werfen. In der Praxis setzt man auf fünf Treiber, von denen drei aktiv angetrieben werden. Um die Höhen kümmern sich zwei 1,5 Zoll-Hochtöner, die auf der flachen Seite, also der Front sitzen. In der Höhe hat Creative einen 2,5 Zoll großen Tief-Mitteltöner integriert. Unterstützt werden diese drei Lautsprecher von zwei passiven Membranen, die an den beiden Seite sitzen und von der kinetischen Energie (einfach gesagt der durch die Auslenkung der Treiber entstehenden Luft) angetrieben werden. Creative verspricht sich davon ein runderes Bassfundament und eine bessere Räumlichkeit.

Der Kompaktlautsprecher wird von zwei Endstufen mit einer Leistung von je 7,5 Watt angetrieben. Das mag zunächst einmal nach nicht allzu viel Performance klingen, gemessen an der Größe des Lautsprechers erscheint die von Creative gewählte Verstärkereinheit aber ordentlich dimensioniert.

Praxistest

Gemessen an der kompakten Bauform fällt bereits ab den ersten Tönen auf, dass sich das Roar gut in Szene setzen kann. Insbesondere die Bässe überraschen mit Blick auf das Gehäuse. Nun sollte zwar niemand bei einem solchen kompakten Lautsprecher mit waschechter Tiefton-Performance rechnen, dank eines ordentlich dimensionierten Oberbasses kann das Roar unseren Testsongs, beispielsweise „Ain't it fun" von Paramore einen runden Auftritt entlocken, ohne dass es auf den ersten Blick so scheint, als würden wichtige Klangteile fehlen. Unterstützt wird dieser Auftritt von den ordentlichen Hochtönern, die eine passable Performance an den Tag legen, denen aus audiophiler Sicht aber die Luftigkeit und das Selbstverständnis fehlen.

Ebenso zeigt sich recht deutlich, dass sich Creative ab Werk für eine „klassische" Badewannenabstimmung des Frequenzganges entschlossen hat. In Verbindung mit dem Tera-Bass-Feature wird der Bass noch einmal deutlich aufgedickt. Bei Musik passt das nicht wirklich, wer mit dem Roar viel zocken möchte, könnte sich über das Feature aber freuen. Warum Creative die Aktivierung des Features aber mit einer akustischen Ansage unterstreichen muss, erschließt sich uns nicht wirklich.

Damit eignet sich der Creative Roar erstklassig für Hintergrundbeschallung jeglicher Art und noch deutlich mehr, denn auch wenn es in Anbetracht der Größe schwer zu glauben ist, mit dem Roar kann angenehm Musik genossen werden und noch dazu auch ein mittelgroßer Raum angemessen beschallt werden. Der Roar erreicht dabei eine beachtliche Lautstärke und neigt erst sehr spät zu störendem Clipping - hier ist es beachtlich, was Creative zu leisten im Stande ist.

Zusätzlich kann der Roar per USB mit dem PC verbunden werden. Dann zeigt sich Creatives Kompaktlautsprecher noch einmal von einer anderen Seite, denn mit der passenden Software (die erst heruntergeladen werden muss), stehen deutlich mehr Einstellmöglichkeiten bereit. So können nicht nur verschiedene Profile gewählt werden, sondern auch der von Creative bekannte Crystalizer zugeschaltet werden. Letzterer soll dafür sorgen, dass digital komprimierte Songs wieder besser klingen - was einmal zu den Anfangszeiten von MP3 begonnen hat, kann beim aktuellen Streaming-Trend auf einmal wieder durchaus sinnvoll sein. Abgerundet wird die Software von einem Equalizer, mit dem Creatives Roar auf die eigenen Vorlieben angepasst werden kann.

Die Möglichkeit das Roar auch als Freisprecheinrichtung zu nutzen klappte in unseren Tests problemlos.

Fazit

Voluminöser Klang aus kleinstem Volumen - so in etwa kann das Kompaktlautsprecher-System Roar von Creative beschrieben werden. Dem Traditionsanbieter gelingt es dabei überzeugend, ein formschönes und hochwertiges Gehäuse mit einer durchdachten Ausstattung zu kombinieren, denn der Kompaktlautsprecher kann sowohl stationär als auch unterwegs genutzt werden, kann Telefonate annehmen und von zahlreichen Quellen gespeist werden.

Klanglich kann Creative mit seinem Roar je nach Anwendung überzeugen, denn trotz kleiner Abmaße kann unser Testkandidat auch mittlere Räume beschallen, ohne dabei allzu unterdimensioniert zu wirken. Um das zu erreichen, müssen allerdings gewisse Abstriche im Klang akzeptiert werden, denn einen echten Tiefbass gibt es nicht. Der satte Bassbereich wird mit einem deutlich überpräsenten Oberbass erzeugt. Die Höhen liefern eine passable Leistung ab, klingen aber etwas belegt. Im Gegenzug kommen sie aber auch mit hohen Lautstärken zurecht, ohne dass es zum Clipping kommt. Audiophile Nutzer wird das abschrecken, wer aber auf einen „spaßigen" Klangcharakter Wert legt, ist bei Creative genau richtig.

Störend ist die Tatsache, dass immer das Netzteil eingesteckt werden muss, denn das Roar geht auch dann in den Standby, wenn nur das USB-Kabel eingesteckt wird. Zu einem gewissen Schmunzeln führt die Terabass-Ansage.

Alles in allem ist das Creative Roar damit ein guter Allrounder für alle Nutzer ohne audiophile Ansprüche.

 

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Kommentare (1)

#1
Registriert seit: 20.02.2010

Oberbootsmann
Beiträge: 942
Der JBL Charge 2 klingt besser, ist kleiner hat eine längere Akkulaufzeit und kostet weniger. Der Creative soll im Vergleich eher wie n Küchenradio klingen..
Einfach mal bei YouTube nach Vergleichsvideo suchen.
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