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Neben der jährlichen gamescom in Köln gibt es über das Jahr verteilt auch viele kleinere Events zum Thema Gaming. Eines davon ist das A MAZE. / Berlin. Das Festival konzentriert sich auf Independent-Spiele und spielerische Medien. In diesem Jahr fand das Event schon zum 15. Mal statt. Ziel ist es, jedes Jahr neue Entwickler, Künstler und Spieler aus aller Welt zusammenzubringen. Die Chance dazu gab es vom 13. bis zum 16. Mai 2026 an insgesamt fünf Locations in Berlin. Wir waren am Eröffnungstag im silent green dabei und haben uns das ungewöhnliche Konzept, das Kunst und Gaming miteinander kombiniert, näher angeschaut.
Das silent green, seines Zeichens Kulturquartier des Stadtteils Wedding, war früher das örtliche Krematorium. 1909 als erste Anlage ihrer Art in Berlin erbaut, wurde sie 2002 geschlossen und wird seit 2014 für Veranstaltungen genutzt. Vorgestellt wurden ausgewählte Spiele mit experimentellen und innovativen Ansätzen. Bei einigen Exponaten handelte es sich auch eher um interaktive Kunst. Zum dreitägigen Programm zählten auch Vorträge, Workshops, Ausstellungen und gesellschaftliche Veranstaltungen. Am Eröffnungstag konnten wir einer Spielepräsentation der anderen Art im silent green beiwohnen.
Zu sehen gab es hier quantcept. Die partizipative Performance wurde von dem französischen Entwickler alpha_rats entwickelt. Bei der Show führt ein Callcenter-Mitarbeiter mittels der “esoterischen Kunst der Marktforschung” Interviews mit dem Publikum. Als Zuschauer erhielten wir mehrere Nummern-Karten. Wurde eine Nummer auf dem großen Screen “angerufen”, konnte der Besitzer an einem freien PC an der Umfrage teilnehmen. Im Verlauf der Show klinkten sich immer wieder verschiedene Charaktere in die Gespräche ein, die vom Spieler, also dem Kandidaten aus dem Publikum, über Dialog-Auswahl gesteuert werden konnten. So entwickelte sich eine Multiplayer-Runde, bei der der Künstler als Callcenter-Agent mit wechselnden Zuschauern eine Art Visual Novel durchspielte.
Während sich an den bereitgestellten Anspielstationen überwiegend wirklich unbekannte Indie-Spiele fanden, gab es auch No, I’m Not a Human zu testen. Das Horror-Abenteuer aus dem Jahr 2025 ist etwas bekannter, da es von einigen großen deutschen Streamern wie Gnu, Pandorya und Papaplatte gespielt wurde. Im Spiel gilt es, während der Apokalypse in einem Versteck auszuharren. Jede Nacht erscheinen Hilfesuchende an der Tür. Einige können dem Spieler helfen, bei anderen handelt es sich um die sogenannten Besucher, die den Spieler töten, wenn er sie nicht zuerst ausschaltet. Das Spiel kann auch zum Preis von 14,79 Euro auf Steam erstanden werden.
Mit Mine Mind mischt der japanische Entwickler Shoto Hayakawa Videoinstallation mit Brettspiel. Wer Platz nimmt, wird zu einer Figur auf dem Bildschirm und Teil einer Spielrunde um ein mysteriöses Brettspiel. In Echtzeit erkunden Spieler mit drei aufgezeichneten Charakteren ein Höhlensystem. Der Verlauf des Videos wird von der Wahl der Spieler beeinflusst. Sie müssen sich immer wieder für eine von vier Zahlenkarten entscheiden und dadurch die Handlung vorantreiben. Mit Kopfhörern können Spieler die inneren Stimmen der anderen Figuren hören. Der Blick in die Gedankenwelt der anderen erlaubt es, mehr über ihre Intentionen zu erfahren.
Ebenfalls für großen Andrang sorgte die chinesische Installation InSync. Hier wurde ein VR-Erlebnis mit einer großen animatronischen Kreatur gekoppelt. Die Teilnehmer betreten eine virtuelle Höhle und begegnen dort Omu, einem Fabelwesen, das sich in ihrem Zentrum befindet. Im physischen Raum ist Omu eine pelzige animatronische Kreatur, deren Herzschlag, Atem und Bewegungen mit ihrer VR-Form synchronisiert sind. Sensoren unter ihrer Haut erfassen die Berührungen der Teilnehmer und passen den Zustand sowohl des virtuellen als auch des physischen Omu in Echtzeit an. Wer Gaming einmal in einem etwas anderen Kontext erleben will und sich generell für Kunst interessiert, kann auch im nächsten Jahr vor Ort bei der A MAZE ./ einen anderen Blick auf Computerspiele erleben.