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Multiplayer nicht lukrativ genug

Spiel verliert Server-Infrastruktur an KI-Training

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Spiel verliert Server-Infrastruktur an KI-Training
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Der Boom rund um künstliche Intelligenz färbt zunehmend auf die Spielebranche ab und trifft inzwischen nicht mehr nur Hardware, sondern auch die technische Infrastruktur moderner Titel. Vor allem die Server von Multiplayer-Titeln geraten dabei ins Visier von Investoren. Ein aktueller Fall ist das Echtzeit-Strategiespiel Stormgate, dessen Multiplayer-Modus nun abgeschaltet wird. Hintergrund ist die Übernahme des bisherigen Server-Anbieters Hathora durch das KI-Unternehmen Fireworks AI.

Mit der Übernahme verschiebt sich der Einsatzzweck der bisher für Gaming genutzten Infrastruktur grundlegend. Die Serverkapazitäten sollen künftig für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle genutzt werden. Das Beispiel verdeutlicht dabei die Abhängigkeit moderner Spiele von externen Cloud-Anbietern. Klassische Multiplayer-Titel konkurrieren so direkt mit dem Betrieb von KI-Systemen, welcher derzeit schlicht wirtschaftlich attraktiver ist.

Für die Entwickler von Stormgate hat dies unmittelbare Konsequenzen. Ohne dedizierte Server können zentrale Funktionen wie Matchmaking, Synchronisation von Spielzuständen und persistente Online-Welten nicht mehr betrieben werden. Das Studio arbeitet daher an einer Anpassung, die das Spiel vorerst auf Offline-Inhalte beschränkt. Einzelspieler-Modi und Kampagnen bleiben so zumindest erhalten.

Ein möglicher Wechsel zu alternativen Anbietern wie Nitrado steht bereits im Raum, ist jedoch mit erheblichen Kosten und technischem Aufwand verbunden. Der Umzug einer bestehenden Infrastruktur umfasst nicht nur die Migration von Serverinstanzen, sondern auch Anpassungen an Netzwerkarchitektur, Datenbanken und Backend-Systeme. Gerade kleinere Studios verfügen oft nicht über die Ressourcen, um solche Umstellungen kurzfristig umzusetzen.

Insgesamt zeigt der Fall, dass sich die technische Infrastruktur der Spielebranche derzeit in einem Spannungsfeld zwischen klassischem Gaming und neuen KI-Anwendungen befindet. Während KI-Systeme enorme Ressourcen binden, geraten bestehende Online-Dienste unter Druck. Ob und wie sich diese Entwicklung auf weitere Multiplayer-Titel auswirken wird, hängt dabei maßgeblich von der zukünftigen Verteilung von Rechenleistung und Cloud-Kapazitäten ab.

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