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KI statt Redaktion

Metacritic löscht mutmaßlich gefälschtes Review zu Resident Evil Requiem

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Metacritic löscht mutmaßlich gefälschtes Review zu Resident Evil Requiem
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Der KI-Hype fordert immer mehr Tribut. Nachdem zunächst Lieferengpässe für drastisch gestiegene Hardwarepreise sorgten, Unternehmen, deren Geschäftsmodell vermeintlich durch KI ersetzt werden kann, an der Börse abgestraft wurden und mit Block die erste Branchengröße fast die Hälfte ihrer Belegschaft ersetzen wird, machen sich wenig überraschend entsprechend generierte Inhalte auch im Journalismus breit.

Nach Recherchen von Kotaku und gfinityesports hat die britische Gaming-Website Videogamer.com nach einer Übernahme durch das Glücksspiel-SEO-Unternehmen ClickOut offenbar ihre Redaktion mehrheitlich entlassen und durch KI-generierte Inhalte ersetzt. Dabei schaffte es (mindestens) ein mutmaßlich automatisch verfasstes Review zu Resident Evil Requiem bis auf Metacritic, wo es kurzzeitig den Gesamtscore des Spiels beeinflusste. Die Betreiber von Metacritic zogen ihre Konsequenzen und löschten die Rezension nach heftiger Kritik aus der Community und den berechtigten Zweifeln umgehend. 

Dabei war der Fehler kaum versteckt: Das eigentliche Review von Videogamer.com trägt noch immer den Namen eines angeblichen Kritikers, "Brian Merrygold" – doch eine kurze Suche ergibt: Die Person existiert wohl nicht. Kein Twitter-Profil, keine früheren Artikel, keine journalistische Vergangenheit. Vor allem ist das wohl ebenfalls automatisch generierte Profilbild im Dateinamen sogar als solches erkennbar – schlicht, weil niemand den automatisch generierten Namen und damit den Hinweis in der URL auf die Bildgenerierung durch ChatGPT umbenannt hatte.

Das angebliche Review lobte das Spiel mit neun von zehn Punkten, blieb jedoch generisch und ohne echte Spielbeobachtungen. Es beschränkte sich auf Anekdoten und Plattitüden – wenig überraschend, da ein KI-Modell das Spiel nie gespielt haben kann. 

Hintergrund des Vorgehens dürfte ein klassischer Medienausverkauf sein, denn Videogamer.com galt jahrelang als seriöses britisches Gaming-Portal. Nach der Übernahme durch ClickOut – ein Unternehmen, das primär Glücksspiel- und Wetteninhalte für Suchmaschinen produziert – wurden die menschlichen Mitarbeiter schrittweise abgebaut. Gleichzeitig wurden laut Berichten alle historischen Autorenprofile der vergangenen 15 Jahre gelöscht und durch erfundene ersetzt. Das Ziel: möglichst viel Traffic mit möglichst wenig Aufwand generieren.

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Metacritic reagierte schnell. Mitgründer Marc Doyle bestätigte die Löschung und stellte klar: "Unsere Position ist, niemals ein KI-generiertes Kritikerreview aufzunehmen. Wenn wir ein solches entdecken, entfernen wir es sofort und trennen die Verbindung zur Publikation auf unbestimmte Zeit."  Gleichzeitig räumte Doyle ein, dass die bisherigen Prüfmechanismen nicht auf eine Welt mit massenhafter KI-Inhaltsproduktion ausgelegt seien – ein ehrliches Eingeständnis, das zeigt, wie groß die Herausforderung ist. 

Resident Evil Requiem selbst kommt mit einem Metacritic-Score von derzeit 88 Punkten glimpflich davon.

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