NEWS

Klarere Kennzeichnung

YouTube will KI-Videos besser markieren

Portrait des Authors


YouTube will KI-Videos besser markieren
13

Werbung

YouTube verschärft den Umgang mit KI-generierten Videos und will synthetische Inhalte künftig deutlich sichtbarer kennzeichnen. Hintergrund ist die rapide Zunahme fotorealistischer KI-Clips, die auf der Plattform verbreitet werden und sich oft nur schwer von echten Aufnahmen unterscheiden lassen.

Bislang befanden sich entsprechende Hinweise meist unauffällig in der Videobeschreibung. Künftig werden die Kennzeichnungen deutlich prominenter platziert. Bei klassischen Videos erscheint der Hinweis künftig direkt unter dem Player, während bei Shorts ein sichtbares Overlay unmittelbar im Bild eingeblendet werden soll. Nutzer sollen dadurch schneller erkennen können, ob Inhalte vollständig oder teilweise künstlich erzeugt wurden.

Die neuen Hinweise betreffen vorwiegend fotorealistische KI-Inhalte. Bei offensichtlich stilisierten Videos, Animationen oder einfachen Bildbearbeitungen verbleibt die Kennzeichnung weiterhin im Beschreibungstext. Laut YouTube haben die Labels keinen Einfluss auf Reichweite oder Monetarisierung der Videos.

Gleichzeitig führt die Plattform ein automatisiertes Erkennungssystem ein. YouTube verlässt sich damit nicht mehr ausschließlich auf freiwillige Angaben der Creator. Uploads werden künftig automatisiert analysiert und bei erkannten KI-Eingriffen entsprechend markiert. Falls ein Video fälschlicherweise gekennzeichnet wird, können Kanalbetreiber den Status über das YouTube Studio anpassen.

Die verschärfte Gangart von YouTube ist Folge des europäischen AI Acts, der ab August 2026 strengere Regeln für synthetische Medien vorsieht. Große Plattformen müssen dann maschinenlesbare Kennzeichnungen für KI-generierte Inhalte bereitstellen. Die EU will damit insbesondere gegen Deepfakes und manipulierte Inhalte vorgehen, die sich innerhalb kurzer Zeit millionenfach verbreiten können.

Für Plattformbetreiber wird die Moderation solcher Inhalte zunehmend komplexer. Moderne Generatoren erzeugen inzwischen Videos und Bilder, die sich optisch kaum noch von echten Aufnahmen unterscheiden. Entsprechend müssen auch die Erkennungssysteme kontinuierlich weiterentwickelt und trainiert werden.

Back to top