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Elon Musk will mit Grokipedia eine Online-Enzyklopädie schaffen, die mithilfe künstlicher Intelligenz rein "der Wahrheit" verpflichtet ist. Die Plattform, die auf dem KI-System Grok basiert, versteht sich dabei als Alternative zu klassischen Wissensdatenbanken wie Wikipedia. Eine Untersuchung des NDRs wirft jedoch erhebliche Fragen zur Qualität und Zuverlässigkeit der Inhalte auf.
Bei einer Analyse verschiedener Artikel stießen die Journalisten auf zahlreiche fehlerhafte oder fragwürdige Angaben. In einem Beitrag über die vierte englische Fußballliga wurde beispielsweise behauptet, es gebe Entscheidungsspiele zwischen bestimmten Mannschaften, obwohl solche Play-offs nie existierten. Auch falsche Angaben zu Wahlen in den USA sowie erfundene Baseballspiele wurden gefunden.
Besonders problematisch erscheint laut dem NDR die fehlende Einordnung sensibler Themen. So wurde die sogenannte "Flache-Erde-Theorie" teilweise wie eine reale wissenschaftliche Position dargestellt, ohne klar darauf hinzuweisen, dass diese widerlegt ist. Auch beim Thema Klimawandel fanden sich Formulierungen, die einen grundlegenden wissenschaftlichen Streit suggerierten, obwohl innerhalb der Forschung weitgehend Einigkeit über den menschengemachten Ursprung der aktuellen Erwärmung besteht.
Für die Untersuchung wertete das Team außerdem 500 Artikel mit Deutschlandbezug aus und analysierte die verwendeten Quellen. Häufig verlinkte Grokipedia auf etablierte Medien und wissenschaftliche Einrichtungen, darunter Cambridge oder die Deutsche Welle. Gleichzeitig fanden sich aber auch Quellen aus sozialen Netzwerken, Foren und problematischen Webseiten. Andere Untersuchungen entdeckten sogar Verweise auf rechtsextreme Plattformen und bekannte Verschwörungsseiten.
Nutzer können Fehler allerdings über eine Korrekturfunktion melden. Laut NDR wurden eindeutig erfundene Inhalte zudem teilweise auch schnell korrigiert. Schwieriger wurde es jedoch bei Ergänzungen oder Einordnungen zu politisch oder wissenschaftlich sensiblen Themen. Dort lehnte Grok zahlreiche Verbesserungsvorschläge ab und bezeichnete etablierte Medien als "Mainstream".
Mehrere internationale Untersuchungen kommen inzwischen zu ähnlichen Ergebnissen. Studien von Universitäten in Dublin analysierten tausende Grokipedia-Artikel und stellten fest, dass viele Inhalte starke Ähnlichkeiten mit Wikipedia aufweisen. Gleichzeitig identifizierten die Forschenden bei politischen, historischen oder religiösen Themen teilweise deutliche ideologische Tendenzen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält Grokipedia auch deshalb, weil Inhalte der Plattform inzwischen regelmäßig in KI-Chatbots auftauchen. Laut einer Analyse, auf die sich der NDR bezieht, wurde Grokipedia in Hunderttausenden Antworten von ChatGPT erwähnt. Auch Systeme wie Gemini oder Microsoft Copilot griffen bereits auf Inhalte der Plattform zurück. Damit könnten sich fehlerhafte oder manipulierte Informationen indirekt weiter verbreiten, selbst wenn Nutzer Grokipedia nie direkt besuchen. Unfreiwillig erschafft Elon Musk so ein zweites Halupedia.