Internetversorgung: Südkorea plant flächendeckend mit 1 GBit/s - bis zu 52 GBit/s möglich

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glasfaserEine Zusammenarbeit zwischen dem südkoreanischen Anbieter SK Broadband und Nokia soll eine flächendenkende Versorgung von Internetanschlüssen mittels Glasfaseranschluss von 10 GBit/s möglich machen. Die dazugehörigen Ausbaupläne liegen im dem asiatischen Land schon etwas länger in der Schublade und sollen in den kommenden Jahren ausgeführt werden. 2020 sollen beispielsweise alle Anschlüsse mindestens 1 GBit/s leisten können. Das Land gehört ohnehin schon zu den Ländern mit der besten durchschnittlichen Versorgung für Endkunden. 10 GBit/s sind weltweit vereinzelt bereits heute für Privathaushalte verfügbar – unter anderem in Estland, den USA oder in Singapur.

SK Broadband und Nokia kombinieren gleich mehrere Techniken, um eine solche Versorgung möglich zu machen. Als Hardware kommen dabei unter anderem sogenannte Multi-Dwelling Units (MDUs) zum Einsatz. Dabei handelt es sich vereinfacht gesprochen um Verteilerkästen, in denen die verschiedenen Techniken zur Versorgung der umliegenden Haushalte untergebracht sind. Als Basis agieren immer ein oder mehrere Passive Optical Network (PON) mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die sich kombinieren lassen. Dies wären unter anderem ein TWDM-PON mit 40 GBit/s, ein XGS-PON mit 10 Gbit/s und ein GPON mit 2,5 GBit/s. Kombiniert sind somit 52,5 GBit/s möglich, die in dieser Form aber nicht bis zum Endkunden geliefert werden. PON-Anschlüsse mit 1 GBit/s sind recht einfach zu realisieren, wenn die dahinterliegende Infrastruktur vorhanden ist. Vereinzelt sind inzwischen auch 10 GBit/s möglich. Dies flächendeckend zu erreichen, wird aber auch für SK Broadband eine Herausforderung sein und daher ist diese Ankündigung auch eher als Technologiedemonstration zu verstehen.

55 % aller Haushalte in Südkorea verfügen über einen FTTH-Anschluss (Fibre to the Home). Die bestehende passive Infrastruktur kann größtenteils durch Entwicklungen wie GPON, XGS-PON und TWDM-PON weiterverwendet werden und stellt damit eine kostengünstige Aktualisierung für die Anbieter dar. Dort, wo erst noch Glasfaser verlegt werden müssen, sind solche Ausbaupläne in der Kürze der Zeit natürlich nicht zu realisieren. Allerdings kann den deutschen Anbietern auch keine besondere Motivation in diesem Bereich nachgesagt werden.