T-Mobile drosselt bei "Binge On!" jeglichen Video-Traffic

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T Mobile US LogoMit Binge On! führte der US-amerikanische Ableger der Deutschen Telekom vor einigen Monaten einen Service ein, der vielerorts für zwiegespaltene Meinungen sorgte. Auf der einen Seite ist dieser Opt-out-Dienst für die Kunden von Vorteil, da so Videostreaming nicht mehr an das teure Datenvolumen angerechnet wird. Kritiker hingegen sehen mit der Ausnahme von Traffic aus dem Datenvolumen eher einen Angriff auf die Netzneutralität, die in den USA anders als in der EU per Gesetz verpflichtend ist.

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Nun hat sich Google zu Wort gemeldet und beschwert sich, dass auch Youtube gedrosselt werde, obwohl es nicht Teil des Binge-On!-Programms sei. Anders als Google haben sich große Streamingdienste wie Netflix oder Hulu für die Teilnahme bereiterklärt. Technisch gesehen werden die Bilddaten auf DVD-Qualität herunterkomprimiert und der Videotraffic auf 1,5 Mbit/s gedrosselt. Ist Binge On! aktiviert, wird jeglicher Videotraffic dieser Prozedur unterzogen, auch wenn der Videoanbieter nicht am Programm teilnimmt und der Traffic vom Datenvolumen abgezogen wird.

CEO John Legere sieht in dieser Praktik allerdings keine Verletzung der Netzneutralität, da der Kunde ja ganz einfach mit einem Anruf bei der Hotline Binge On! deaktivieren kann. Auch ist es den Contentanbietern kostenlos möglich, den eigenen Traffic mit einer Signatur zu versehen, damit T-Mobile diesen erkennt und nicht auf das Datenvolumen anrechnet.

 John Legere

Insgesamt tut sich T-Mobile mit solchen Aktionen hervor. Eine ähnliche Aktion namens Music Freedom wurde ebenfalls von John Legere initiiert, bei der der Datentraffic von verschiedenen Musikstreaminganbietern nicht mehr auf das im Tarif inkludierte Datenvolumen angerechnet wird. Insgesamt ist T-Mobile der am schnellsten wachsende Mobilfunkanbieter in den USA. Nahezu alle Neukunden in der Mobilfunkbranche konnte Legere für sich verbuchen.