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Netflix plant den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Jahr 2026 deutlich auszuweiten. Das Unternehmen bestätigte im Rahmen seines Geschäftsberichts zum vierten Quartal 2025, dass KI künftig eine größere Rolle bei der Untertitel-Lokalisierung, der Erstellung von Werbeinhalten und bei internen Produktions- und Vermarktungsprozessen spielen soll.
Konkret setzt Netflix auf automatisierte und KI-gestützte Workflows, um Untertitel schneller und effizienter in verschiedene Sprachen zu übertragen. Ziel ist es, Inhalte zeitnaher und konsistenter für ein internationales Publikum verfügbar zu machen. Dabei kommen fortgeschrittene Sprachmodelle zum Einsatz, die Übersetzungen beschleunigen und die Abstimmung zwischen Übersetzung, Timing und Darstellung vereinfachen sollen. Diese Form der KI-Unterstützung betrifft potenziell alle Abonnementstufen, da Untertitel ein grundlegender Bestandteil des Streaming-Angebots sind.
Parallel baut Netflix den Einsatz von KI im Werbebereich aus. Bereits 2025 testete das Unternehmen Werkzeuge, mit denen Werbekunden individuelle Anzeigen auf Basis von Netflix-eigenen Marken und Inhalten erstellen können. Diese Systeme sollen automatisiert Werbekonzepte generieren, Kampagnen planen und kreative Prozesse verkürzen. Der Fokus liegt dabei auf Nutzern des werbefinanzierten Abonnements, das derzeit hierzulande 4,99 Euro pro Monat kostet. Für Abonnenten der Standard- und Premium-Tarife ohne Werbung soll sich dieser Bereich hingegen kaum auswirken.
Auch im Bereich Merchandising will Netflix verstärkt auf KI setzen. Entsprechende Systeme sollen dabei helfen, Inhalte gezielter zu empfehlen und Zuschauer mit Titeln zu verbinden, die ihrem Nutzungsverhalten entsprechen. Technisch basiert dieser Ansatz auf der Auswertung großer Datenmengen und der automatisierten Ableitung von Vorschlägen für Vermarktung und Platzierung.
Der Ausbau der KI-Infrastruktur erfolgt vor dem Hintergrund eines weiter wachsenden Nutzerstamms. Netflix gewann im Jahr 2025 rund 23 Millionen neue Abonnenten hinzu und kommt damit auf insgesamt etwa 325 Millionen zahlende Nutzer weltweit. Für das Unternehmen ist der verstärkte Einsatz automatisierter Systeme dabei ein willkommenes Mittel, um bei steigender Skalierung Inhalte, Werbung und Lokalisierung technisch beherrschbar zu halten.