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Auf der Computex hatten wir die Gelegenheit mit David McAfee, dem Corporate VP und General Manager der Client-Sparte bei AMD, zu sprechen. Thema waren natürlich die Ankündigungen des Ryzen 7 5800X3D und Ryzen 7 7700X3D, die beide den Gaming-Markt bei den Ryzen-Prozessoren wiederbeleben sollen. Vor allen Dingen der Ryzen 7 5800X3D für die noch sehr weit verbreitete AM4-Plattform.
Zunächst einmal entschied sich AMD im November des vergangenen Jahres, den Ryzen 7 5800X3D zurückzubringen. Die gestiegenen Preise für DDR5 waren der Haupttreiber des Comebacks und weniger das 10-jähige Jubiläum der CPU. Dass der Ryzen 7 5800X3D etwas teurer als der Ryzen 7 7700X3D ist (349 vs. 329 US-Dollar), wird seitens AMD damit begründet, dass der Ryzen 7 7700X3D günstiger angeboten werden sollte, um die Investition in die teurere Plattform zu rechtfertigen.
Das Comeback des Ryzen 7 5800X3D war aus technischer Sicht aber alles andere als einfach. Die Fertigung der Zen-3-CCDs mit dem zusätzlichen Cache darauf wurde eingestellt, die Fertigungslinien liefen nicht mehr. Die Fertigung des CCDs und des Cache-Chiplets ist identisch und auch die Umsetzung der 3D-V-Cache-Technologie der ersten Generation (Cache-Chiplet auf dem CCD). Das Packaging selbst wird ebenfalls in einem ähnlichen Verfahren durchgeführt, das Bonding unterscheidet sich aber dergleichen, dass AMD den gesamten Prozess neu qualifizieren musste.
FSR 4 vermutlich nicht für RDNA 3.5
Mitte Mai überraschte AMD mit der Meldung, dass FSR 4 in Form von FSR 4.1 nun doch für RDNA-3- (Radeon-RX-7000-Serie) und RDNA-2-Karten (Radeon-RX-6000-Serie) kommen wird. Doch offenbar gilt dies nicht für die APUs bzw. Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit auf Basis von RDNA 3.5. Davon betroffen wären die GPUs namens Radeon 890M, 880M, 860M und 840M, die in den Ryzen-AI-300-Series-Prozessoren stecken.
Laut McAfee stand FSR 4 für RDNA 3 und RDNA 2 längerfristig auf der Roadmap. Da die Karten auf Basis der RDNA-4-Architektur aber deutlich schneller als diese mit RDNA 3 und darunter sind, wollte man zunächst sicherstellen, dass FSR 4 mit Ausführung in INT8 auch mit der Umsetzung in FP8 mithalten kann.
Die Sicherstellung von Funktionsweise und Bildqualität sorgte letztlich dafür, dass es erst jetzt im Juli 2026 so weit sein wird. Für RDNA 2 soll es ja ohnehin erst Anfang 2027 so weit sein.
Für RDNA 3.5 ist FSR 4.1 laut McAfee zunächst einmal nicht geplant. Auch hier müsse man abwägen, welche Vor- und Nachteile eine Umsetzung hätte. Aktuell scheint die Entscheidung eher in Richtung eines "Nein" auszufallen.
FSR 4 nutzt neuronale Netze und setzt auf die AI-Beschleuniger (WMMA-Einheiten) der RDNA-4-Architektur. Eine iGPU verfügt zwar über dieselbe Architekturgrundlage, verfügt jedoch über deutlich weniger Recheneinheiten und vor allem ein viel kleineres Leistungsbudget. Die für das Upscaling benötigten Ressourcen könnten einen relevanten Teil der verfügbaren GPU-Leistung beanspruchen, sodass der Zugewinn durch die höhere Bildqualität teilweise wieder verloren geht.
Der größte Flaschenhals vieler APUs ist die Speicheranbindung. Während eine Radeon RX 9070 XT auf über 600 GB/s Speicherbandbreite zugreifen kann, müssen sich Strix Point oder Krackan Point den DDR5- oder LPDDR5X-Speicher mit den CPU-Kernen teilen. KI-gestützte Upscaler benötigen zusätzliche Speicherzugriffe für Bewegungsvektoren, Historienpuffer und das neuronale Netzwerk. Dadurch könnte der Bandbreitenbedarf unverhältnismäßig stark ansteigen.
Nutzer einer Radeon 890M oder 880M spielen oft bereits mit aggressiven Qualitätseinstellungen oder niedrigen Auflösungen. Der visuelle Vorteil eines aufwendigeren KI-Modells fällt dort möglicherweise geringer aus als auf einer High-End-Grafikkarte, die in 1440p oder 4K betrieben wird. Auch dies könnte ein Grund sein, warum sich AMD am Ende dagegen entschieden.
In Stein gemeißelt ist aber auch hier noch nichts und so könnte noch Hoffnung bestehen, dass FSR 4.1 noch für RDNA-3.5-GPUs erscheinen wird. Für Besitzer eines PC-Handhelds sind dies aber zunächst einmal keine gute Nachrichten.
1. Update:
Frank Azor, Leiter für Client and Graphics Marketing bei AMD, reagierte in der Nacht auf unsere Berichterstattung.
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Laut Azor ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Man sei aber bislang nicht bereit, über potenzielle zukünftige Pläne zu sprechen.
Für viele beinhaltete die Ankündigung, FSR 4.1 auf RDNA 3 zu bringen, aber sicherlich, dass alle integrierten Grafikeinheiten auf Basis von RDNA 3.5 dies dann ebenfalls unterstützen werden. Dem ist aber nicht so. Aber damit sollte auch klar sein, dass FSR 4.1 auf RDNA 3.5 nicht im Juli mit den weiteren RDNA-3-Karten der Radeon-RX-7000-Serie starten wird.
An dieser Stelle möchten wir einige Dinge klarstellen: Während unseres Gesprächs haben wir das Thema FSR 4.1 auf RDNA 3 angesprochen, und in diesem Zusammenhang wurde erwähnt, dass derzeit keine Pläne bestehen, es auf RDNA 3.5 zu implementieren. Das hat auch uns überrascht, also habe ich nachgefragt, denn gerade die vielen PC-Handhelds würden davon profitieren. Daraufhin wurden technische Aspekte erläutert, wie etwa die geringere Rechenleistung der integrierten Lösungen und die Speicherbandbreite, was Auswirkungen auf FSR 4.1 hat.
Die Tatsache, dass FSR 4.1 für RDNA 3.5 aktuell seitens AMD nicht vorgesehen ist, und eben dies ist aus dem Gespräch hervorgegangen, haben wir uns nicht einfach ausgedacht.
2. Update:
Tom’s Guide ist noch einmal an AMD herangetreten und hat um Aufklärung gebeten. Die Antwort von David McAfee unterstreicht mit einem "Ich habe nicht gesagt, dass es kommt." aber eher den Eindruck, den wir nach dem Gespräch mit ihm auf der Computex hatten.
Man will auch hier sicherstellen, dass die Qualität stimmt.
Bestätigt ist die Unterstützung vom FSR 4.1 somit weiterhin nur für die Radeon-RX-9000-Serie ab Juli dieses Jahres und die Radeon-RX-6000-Serie ab Anfang 2027. Ryzen Z2 Extreme, Ryzen AI 300 und Ryzen AI Max könnten damit leer ausgehen, was vor allem im Falle von Strix Halo mit bis zu 40 CUs sicherlich eine echte Enttäuschung wäre.