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Qualcomm hatte auf seiner Keynote der Computex wenig Hardware-Neuigkeiten mitgebracht. Bereits vor einer Woche vorgestellt wurde die Snapdragon-C-Plattform für günstige Notebooks, die später dieses Jahres mit allen Details enthüllt werden soll. Einige Wochen vor dem eigenen Investors Day wollte man aber dennoch etwas zu verkünden haben. Zumindest namentlich genannt wurde die kommende Serverplattform mit der eigenen AI200- und AI250-Hardware und wohl auch einem neuen Server-Prozessor aus eigenem Hause.
Einen Großteil der Keynote verbrachte Qualcomm-CEO Cristiano Amon hingegen damit, den Anwesenden zu erklären, wo KI-Hardware aktuell schon und zukünftig zum Einsatz kommen wird. Dabei kommt dann auch durchaus die eigene Hardware ins Spiel, denn Qualcomm-Chips befinden sich nicht nur in Smartphones. Von 2 mW für portable Geräte wie In-Ear-Kopfhörer bis zu 200 kW in den Serverracks reicht die Spannne.
Qualcomm geht davon aus, dass 2030 weltweit 4 Trillionen Tokens verarbeitet werden – über alle Geräte hinweg. Ein Großteil davon soll und muss lokal verarbeitet werden. Einerseits spart dies Kosten der Kunden gegenüber den KI-Serviceanbietern und zum anderen spielen auch Geschwindigkeit und Latenz eine Rolle.
Nun aber zu Dragonfly, der kommenden Serverplattform von Qualcomm. Das Unternehmen bleibt den Drachenwortspielen demnach treu: Die Mobilprozessoren heißen bekanntermaßen Snapdragon, die Embedded-Schiene läuft unter Dragonwing und nun eben Dragonfly für die Server.
Allerdings gibt es noch viele Fragezeichen hinter dem, was Qualcomm zeigen will. Bereits im Jahr 2019 präsentierte Qualcomm mit der Cloud AI 100 seinen ersten dedizierten KI-Beschleuniger. Die Hardware fand jedoch überwiegend im Edge-Umfeld Verwendung und blieb im Zuge des aktuellen KI-Booms weitgehend bedeutungslos. Mit einer neuen Generation von KI-Beschleunigern AI200 und AI250 verfolgt das Unternehmen nun deutlich ambitioniertere Ziele. Ob man diese wird auch erfüllen können, bleibt abzuwarten.
Zu den Serverprozessoren ist noch nichts bekannt. Aber auch hier kündigte man bereits vor einiger Zeit an, sich in diesem Segment wieder etablieren zu wollen.