Werbung
Etwa sechs Jahre nach dem Start von Apple Silicon könnte Intel wieder eine Rolle in Apples Hardware-Strategie spielen. Dieses Mal geht es allerdings nicht um eine Rückkehr klassischer Intel-CPUs in Apple-eigene Geräte wie dem MacBook, iMac oder den Mac mini. Einem Bericht von Bloomberg zufolge soll Apple erste Gespräche mit Intel über die Fertigung eigener Chips geführt haben. Auch Samsung Electronics sei im Gespräch. Konkrete Aufträge gibt es bislang jedoch nicht.
Für Apple wäre das ein strategischer Schritt, der weniger mit einem Bruch mit TSMC als mit zusätzlicher Absicherung zu tun hat. Der Konzern entwickelt seine SoCs für iPhone, iPad und Mac seit Jahren selbst, lässt sie allerdings weitestgehend bei TSMC fertigen. Gerade bei den neusten Prozessen hat sich der taiwanesische Auftragsfertiger als wichtigster Partner etabliert. Die aktuelle Mac- und iPhone-Generation setzt je nach Modell auf Chips aus der 3-nm-Fertigung. Genau diese enge Bindung ist inzwischen ein Risiko. Apple benötigt große Stückzahlen, frühen Zugang zu neuen Fertigungsprozessen und eine Lieferkette, die nicht an einem einzelnen Standort hängt. Die zunehmenden Engpässe, die unter anderem durch den Boom bei KI-Rechenzentren verursacht werden, könnten hier für eine zusätzliche Verschärfung sorgen. Ex-Apple-Chef Tim Cook hatte zuletzt eingeräumt, dass fehlende Chips das Wachstum bremsen würden.
Für Intel wäre ein Apple-Auftrag gerade in diesen Zeiten ein wertvoller Kunde. Der Konzern versucht seit Jahren, sein Foundry-Geschäft neben TSMC und Samsung als ernsthafte Alternative aufzubauen. Wenn ausgerechnet Apple als einer der anspruchsvollsten Chipkunden wieder bei Intel anklopft, wäre das ein Signal an den gesamten Markt. Zugleich zeigt die frühe Phase der Gespräche, wie groß die Hürde bleibt. Weder Intel noch Samsung gelten derzeit als Anbieter, die TSMC bei modernster Fertigung in Breite, Ausbeute und Skalierung kurzfristig ersetzen könnten.
Samsung spielt in Apples Überlegungen offenbar ebenfalls eine Rolle. Bloomberg berichtet von Besuchen an einem Samsung-Werk in Texas, das für fortschrittliche Chipfertigung aufgebaut wird. Parallel entsteht mit TSMC in Arizona bereits zusätzliche US-Kapazität, die ab 2026 größere Mengen liefern soll. Für Apples Gesamtbedarf dürfte das aber nur ein Teil der Lösung sein.