HEDT-Comeback? Intel plant für Q2 2022 mit Sapphire Rapids

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intel-sapphire-rapidsMit dem Start der Ryzen-Threadripper-Prozessoren verabschiedete sich Intel aus dem Markt für High-End-Desktops. Zwar bot man weiterhin die Prozessoren mit bis zu 28 Kernen auf Basis von Skylake und Cascade Lake an, gegen die Ryzen-Threadripper-Prozessoren mit bis zu 64 Kernen, vier Speicherkanälen und 64 PCI-Express-4.0-Lanes sahen diese aber kein Land – sowohl hinsichtlich der Rechenleistung, als auch über das I/O-Angebot der Plattform.

Der vorläufige Sargnagel waren die Ryzen-Threadripper-Pro-Prozessoren, die dann auch das Speicherinterface auf acht Kanäle und das PCIe-Angebot auf 128 Lanes ausweiteten. In Form des Ryzen Threadripper Pro 3995WX haben wir uns die Pro-Plattform angeschaut. Diese basiert noch auf der Zen-2-Architektur, aktuell gibt es noch keine Anzeichen dafür, ob und wann AMD die Ryzen-Threadripper-Prozessoren auf die aktuelle Zen-3-Schiene überführt. Aber Zen 2 plus das Plattform-Angebot reichen aus, um Intel in Schach zu halten.

Videocardz hat offenbar eine interne Roadmap enthalten, die Intels Pläne für das HEDT-Segment aufzeigt. Demnach wird es im zweiten Quartal 2022 den Nachfolger für die Glacier-Falls-Plattform mit die Cascade-Lake-Prozessoren geben. Zum Einsatz kommen sollen die Sapphire-Rapids-Prozessoren, die Intel erst kürzlich offiziell um Modelle mit HBM erweiterte, nur um einen Tag später die Verfügbarkeit auf das erste Halbjahr 2022 zu verschieben – geplant war zuletzt noch ein Start in diesem Jahr. Die Xeon-Prozessoren der nächsten Generation werden in 10 nm Enhanced Superfin (einer verbesserten Fertigung in 10 nm) gefertigt und sollen ein bis vier Chiplets mit 15 Rechenkernen pro Chiplet verwenden.

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Bis auf den Termin spät im zweiten Quartal 2022 enthält die Roadmap wenig weitere Informationen. Offenbar paart Intel die nächste Generation seiner HEDT-Chips mit dem W790-Chipsatz. Bislang verwendete Intel hier immer den X-Namenszusatz. Aber der HEDT lässt sich wohl auch eher als Workstation-Markt bezeichnen, denn den High-End-Desktop können AMD und Intel (ab Alder Lake) bereits mit 16 Kernen gut abdecken.

Ein Neustart für das Workstation-Segment bei Intel mit Sapphire Rapids ist also wieder wahrscheinlich. Dies bedeutet aber auch, dass es noch einige Monate dauern wird, bis AMD wieder Konkurrenz bekommt. Sollte man sich hier entscheiden die 5000-Serie auch für die Ryzen-Threadripper-Prozessoren umzusetzen, dürfte der Abstand zwischen Intel und AMD zwischenzeitlich sogar noch etwas größer werden, bevor Intel dann kontern kann.

Die Roadmap zeigt auch den Start von Alder Lake-S später im dritten Quartal 2021. Genannt werden bis zu 16 Kerne, eine TDP von bis zu 125 W, den Sockel LGA1700 und 20 PCI-Express-Lanes. Soweit sind diese Daten aber bereits früher durchgesickert.