Ampere Computing will eigene ARM-ISA-Kerne entwickeln

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ampereAmpere Computing hat heute ein Strategie- und Roadmap-Update verkündet. Die bestehende Produktpalette mit 80 Kerne in einem Power-Budget von 250 W wird in diesem Jahr von den Altra-Max-Prozessoren mit bis zu 128 Kernen ergänzt. Siryn, der Nachfolger der aktuellen Serie, ist bereits fertig entwickelt und die ersten Testchips haben das Tape-Out bereits hinter sich gebracht. Diese Prozessoren sollen 2022 auf den Markt kommen und in 5 nm gefertigt werden.

Eben auf diesen Aspekt ging Ampere nun genauer ein, denn überraschenderweise wird Ampere für die Prozessoren in der Zukunft nicht mehr auf das Neoverse-Referenzdesign von ARM setzen, sondern will eine eigene Microarchitektur entwickeln bzw. hat dies schon getan. Dies kommt durchaus überraschend, denn Ampere war einer der heißen Kandidaten für Lösungen, die auf ein Referenzdesign setzen – so wie bei den aktuellen Altra- und Altra-Max-Prozessoren.

Gegenüber Anandtech bestätige Ampere Computing, dass dieser Schritt schon lange geplant gewesen sei. In Anbetracht der Tatsache, dass das Siryn-Design bereits das Tape-Out geschafft haben soll, ist dies auch nicht anders zu erwarten. Laut Ampere ist das Design seit mehr als drei Jahren in der Entwicklung.

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Die Gründe für eine eigene Microarchitektur sollen im General-Purpose-Design der Neoverse-Prozessoren liegen. Stattdessen will Ampere sein Design verstärkter auf das Datacenter auslegen und daher in Sachen Leistung und Effizienz spezifischer ausrichten. 

So ganz kehrt man ARM allerdings wiederum nicht den Rücken, denn die eigene Microarchitektur soll zur Instruction Set Architecture (ISA) von ARM kompatibel sein. Dies dürfte dann auch Armv9 als Erweiterung des AArch64 Instruction Sets mit einschließen. Diese sind auch Basis des Neoverse-N2-Designs, welches Ende des Jahres in den ersten Chips zum Einsatz kommen soll.

Altra Max kommt etwas später

Ein paar weitere Neuigkeiten betreffen die aktuellen Produkte. So sollten die Altra-Max-Prozessoren mit bis zu 128 Kernen eigentlich schon ausgeliefert werden. Ampere beginnt nun aber erst mit dem Sampling und will die Kunden ab der zweiten Jahreshälfte 2021 beliefern. Neben dieser kleinen Verschiebung gibt es aber auch neue Leistungsdaten – allesamt noch gegen die Vorgänger-Generationen von AMD und Intel, sprich EPYC 7002 alias Rome und 2. Xeon-Generation alias Cascade Lake.

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Zudem verkündet Ampere einige weitere Partnerschaften. Cloudflare war neben Oracle einer der ersten Kunden. Hinzu kommen nun Unternehmen wie ByteDance, Equinix, Tencent Cloud, Microsoft, Scaleway und weitere Hyperscaler aus China.

Altra Max wird also in den kommenden Wochen oder Monaten noch einmal etwas konkretisiert werden. Noch interessanter sind jedoch die Details rund um das Custom-Design für die Prozessoren ab 2022. Gute Nachrichten gibt es aus dem Bereich der Partnerschaften, denn es wird einige Zeit dauern, bis ARM-Server-Prozessoren auch nur annähernd das Volumen erreichen, welches im Vergleich zu Intel als signifikant zu bezeichnen ist.

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