Intel stellt Comet Lake-H mit bis zu acht Kernen und 5,3 GHz vor

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intelNur wenige Tage nachdem die ersten Tests der Ryzen-Mobile-Prozessoren der 4000-Serie veröffentlicht wurden, stellt Intel seine Comet-Lake-H-Prozessoren vor, die vor allem für Notebooks im Bereich Content Creation und Gaming interessant sind. Bis zu acht Kerne und ein Takt von bis zu 5,3 GHz sind die wichtigsten Merkmale von Comet Lake-H. Heute stellt Intel die technischen Daten der Prozessoren vor, erste Systeme sollen in den kommenden Wochen in den Handel kommen.

Intel bedient den Notebook-Markt mit der 10. Core-Generation aktuell mit den Ice-Lake- (U- und Y-Modelle) und den Comet-Lake-Prozessoren (ebenfalls U- und Y-Modelle). Während die CPUs auf Basis von Ice Lake schon die Sunny-Cove-Kerne verwenden und in 10 nm gefertigt werden, basieren die Comet-Lake-CPUs noch auf der Skylake-Architektur und werden in 14 nm gefertigt. Dennoch firmieren beide unter dem Label der 10. Core-Generation. Darin reihen sich nun auch die Comet-Lake-H-Prozessoren ein.

Mit Comet Lake-U bietet Intel bereits mobile Prozessoren mit bis zu sechs Kernen. Comet Lake-H erhöht die Anzahl auf nunmehr acht, sodass man hier wieder auf Niveau der Coffee-Lake-H-Serie wie beispielsweise dem Core i9-9980HK ist. Den maximalen Single-Turbo von 5,3 GHz haben wir bereits angesprochen. Mit Comet Lake-H sollen mehr als 60 % der Prozessoren einen Takt von 5 GHz und mehr erreichen können.

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Die hohen Frequenzen sollen vor allem für das Gaming von entscheidender Bedeutung sein. Hier kommen die Ryzen-Mobile-Prozessoren der 4000-Serie auf einen Single-Core-Takt von maximal 4,3 GHz. Allerdings stellt der Prozessor häufig nicht das limitierende Element in der Gaming-Leistung eines Notebooks dar, sondern vielmehr die GPU. Aber richtig ist, dass Intel sowohl auf dem Desktop, als auch bei den Notebook-Prozessoren einen höheren Takt bieten kann. Ob und wo dieser von Vorteil ist, steht auf einem anderen Blatt.

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In den von Intel präsentierten Benchmarks spielen die neuen Ryzen-Prozessoren dann auch keine Rolle. Intel hatte noch nicht die Möglichkeit, sich entsprechende Systeme anzuschaffen. Der Vergleich zu den drei Jahre alten Prozessoren wie dem Core i7-7820HK und dem Core i7-7700HQ fällt dann entsprechend eindeutig aus.

Hier wäre auch auf die GPU-Konfiguration zu achten, denn diese dürfte einen maßgeblichen Einfluss auf die Spieleleistung haben. Im Notebook mit dem Core i7-7820HK wurde eine GeForce GTX 1080 verwendet, zusammen mit Core i7-7700HQ eine GeForce GTX 1070. Dem Core i9-10980HK wurde eine GeForce RTX 2080 Super zur Seite gestellt, dem Core i7-10750H eine GeForce RTX 2070 Super. Interessanterweise lies Intel seine Comet-Lake-H-Prozessoren mit DDR4-2666 arbeiten und nicht dem schnellsten unterstützten Standard DDR4-2933.

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Mit Comet Lake-H nimmt Intel ein paar Veränderungen an der Produktpalette vor. Es gibt weiterhin eine Core-i9-Serie, die acht Kerne mit einem Turbo-Takt von 5,3 GHz bietet. Darunter platziert man die Core-i7-Serie, die nun ebenfalls Modelle mit acht Kernen zu bieten hat. Die Core-i5-Prozessoren kommen auf bis zu vier Kerne und einen Turbo-Takt von 4,5 GHz.

Neu für Comet Lake-H ist der Einsatz der Turbo Boost Max Technology 3.0 (TBMT). Eingeführt wurde die TBMT 3.0 in 2016 mit den Broadwell-E-Prozessoren. Mit der Skylake-Architektur ermöglichte Intel der Technik zwei anstatt nur einem Kerne noch einmal deutlich höher zu takten. Mit den Cascade-Lake-X-Prozessoren brachte Intel die Turbo Boost Max Technology auf eine neue Stufe. Vier anstatt zwei Kerne werden als "superior cores" ausgewählt und arbeiten mit den höchsten Boost-Taktraten. Für Comet Lake-H spricht der TBMT 3.0 zwei Kerne an.

Der Thermal Velocity Boost macht einen zusätzlichen Boost möglich, der für zwei Kerne angelegt wird. Liegt die Temperatur des Prozessors unterhalb von 65 °C, liegen zusätzliche +200 MHz an. Zwischen 65 und 85 °C sind es +100 MHz. Leider konnte uns Intel keine detaillierte Tabelle mit den Boost-Taktraten zukommen lassen, welche diese unter Verwendung einer bestimmten Anzahl an Kernen aufschlüsselt.

Wie alle Comet-Lake-Prozessoren unterstützen auch die H-Modelle DDR4-2933. Damit hinkt man hier weiterhin den aktuellen Ryzen-Prozessoren hinterher, die DDR4-3200 unterstützen. Die maximale Speicherkapazität bleibt mit 128 GB unverändert. Einige Notebook-Hersteller werden allerdings auch Notebooks mit DDR4-3200-Speicher anbieten. Dies ist natürlich nur bei den Unlocked-Modellen Core i9-10980HK und Core i7-10850H möglich. Von der Plattform ebenfalls unterstützt werden Wi-Fi 6, Thunderbolt 3, Intel Optane Memory und das Adaptix Dynamic Tuning sowie das Extreme Tuning Utility, um die Leistung bzw. den Takt automatisch und manuell noch weiter steigern zu können.

Chipätze und PCI-Express-Konfiguration mit vielen Fragezeichen

Die Comet-Lake-H-Prozessoren bieten 16 PCI-Express-3.0-Lanes die allesamt für die Anbindung der dedizierten Grafikkarte genutzt werden. Die Anbindung zwischen Prozessor und Chipsatz findet mittels DMI 3.0 statt. Der Chipsatz stellt dann weitere PCI-Express-Lanes bereit, die unter anderem dazu genutzt werden, um eine SSD anzubinden.

Es wird unterschiedliche Chipsätze geben. Der HM470 wird beispielsweise 16 PCI-Express-Lanes anbieten, der QM480 bis zu 20 und der WM490 kommt auf bis zu 24. Allesamt haben diese eine Leistungsaufnahme von 3 W. Gefertigt werden die Chipsätze in 14 nm. Weitere Informationen zu den einzelnen Funktionen führt Intel zum aktuellen Zeitpunkt nicht an.

Intel Comet Lake-H
ModellKerne / Threads Basistakt BoosttaktTDPCache
Core i9-10980HK8 / 16 2,4 GHz 5,3 GHz45 W16 MB
Core i7-10875H8 / 16 2,3 GHz 5,1 GHz45 W16 MB
Core i7-10850H6 / 12 2,7 GHz 5,1 GHz45 W12 MB
Core i7-10750H6 / 12 2,6 GHz 5,0 GHz45 W12 MB
Core i5-10400H4 / 8 2,6 GHz 4,6 GHz45 W8 MB
Core i5-10300H4 / 8 2,5 GHz 4,5 GHz45 W8 MB

Das neue Topmodell ist der Core i9-10980HK. Er bietet einen Boost-Takt von bis zu 5,3 GHz und hat laut Intel einen All-Core-Boost von 4,4 GHz, wenn es die Kühlung denn zulässt. Die TDP liegt bei 45 W und das PL2 wird üblicherweise auf 65 W konfiguriert. Die Notebookhersteller können den Boost-Takt aber in der Form anpassen, dass das PL2 auf bis zu 135 W konfiguriert werden kann und auch das Tau, also der Faktor wie lange der PL2 anliegt, ist wählbar - im Falle des Core i9-10980HK auf bis zu 65 s. Bei den kleineren Modellen ist Tau normalerweise auf 28 s eingestellt. Als K-Modell ist der Core i9-10980HK der einzige der mobilen Prozessoren mit einem frei wählbaren Multiplikator.

Der Core i7-10875H bietet ebenfalls acht Kerne und 16 Threads, der Turbo-Takt liegt aber bei nur 5,1 GHz. Der ebenfalls aus der Core-i7-Serie stammende Core i7-10850H bietet sechs Kerne, mit 2,7 GHz dafür aber einen wesentlich höheren Basistakt. Der Boost-Takt ist mit 5,1 GHz auf Niveau des Core i7-10875H. Als zweites Modell der Serie bietet der Core i7-10850H zumindest einen teilweisen Unlock und kann um vier Multiplikatorstufen übertaktet werden. Auch ein Core i7-9850H bot dies in dieser Form. Mit etwas weniger Takt muss sich der Core i7-10750H begnügen.

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Die Quadcore-Modelle Core i5-10400H und Core i5-10300H bedienen sozusagen den Mainstream innerhalb der Comet-Lake-H-Prozessoren. Sie boosten auch nicht mehr auf 5,0 GHz oder mehr.

Wie aus der Tabelle zu entnehmen ist, haben alle Comet-Lake-H-Prozessoren eine TDP von 45 W. Abhängig von der Kühlung und der Konfiguration des Boost-Mechanismus kann die TDP aber auch auf nur 35 W konfiguriert werden. Ebenfalls für alle Modelle gleich ist die Unterstützung von DDR4-2933.

Im Vergleich zu den Coffee-Lake-H-Prozessoren ändert sich häufig nur der Boosttakt. Der Basistakt bleibt unverändert oder wird um 100 MHz erhöht. Ein Performanceplus ist also allenfalls durch das Erreichen eines hohen Boosttaktes zu erwarten. Eine untergeordnete Rolle wird die integrierte Grafikeinheit spielen, denn die Comet-Lake-H-Prozessoren werden immer mit einer dedizierten Grafikkarte kombiniert werden.

PL2 und Tau zum Core i9-10980HK

Zum Core i9-10980HK gibt Intel ein paar weitere Details heraus. So liegt das PL2 bei 65 W und kann für 56 s (Tau) angewendet werden. Das Basislevel für das PL2 kann beim Core i9-10980HK auf 107 W angehoben werden, maximal sind sogar 135 W möglich.

Für die übrigen Modelle sind es ebenfalls 65 W, allerdings für nur 28 s. Die Notebook-Hersteller können das PL2 und den Wert für Tau anpassen, allerdings nur bis zu den Maximalvorgaben von Intel.

Insgesamt aber zeigt sich Intel bei vielen technischen Details recht zugeknöpft. Dabei werden diese Details spätestens dann bekannt, wenn die Notebooks in den Handel gelangen und ausgelesen werden. Etwas unverständlich ist die schweigsame Position des Chipriesen daher schon.

Intel sieht in den kommenden 2-3 Wochen die ersten Systeme mit Comet Lake-H am Markt. Im Verlaufe des Jahres sollen mehr als 100 Notebook-Modelle mit diesen Prozessoren ausgestattet werden. Das Angebot reicht von den typischen Gaming-Notebooks bis hin zu kompakteren Content-Creation-Modellen.