Intel 'Kaby Lake': Die siebte Core-Generation im Detail vorgestellt

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intel 7th core genIm Zuge der kommenden "Kaby Lake"-Plattform, deren breite Verfügbarkeit für das erste Quartal 2017 erwartet wird, nutzt Intel heute die Gelegenheit, die siebte Core-Generation offiziell im Detail vorzustellen und bereits ein paar Prozessoren auf den Markt zu bringen. Wir konnten uns bereits vor 14 Tagen auf dem IDF umfassend zu diesem Thema informieren, aber im Vorfeld sind auch schon einige Informationen durchgesickert, deren Gültigkeit jedoch nicht nachgewiesen werden konnte. Seien es die ersten zehn Desktop-Prozessoren der 7000-Serie, die acht Xeon-E3-1200-v6-Prozessoren oder gar die Intel-200-Chipsätze, die für gänzlich neue Mainboards sorgen dürften.

Die heutige Vorstellung der mittlerweile siebten Core-Generation gebührt allerdings vorwiegend den mobilen Prozessor-Versionen der Y- und U-Serie – die anderen Prozessoren wird Intel gegen Jahresende vorstellen. Die in diesem Artikel erwähnten neuen Features werden jedoch auch von den Desktop-Modellen unterstützt. Die Kaby-Lake-Y-Modelle bilden die im Vergleich kleineren Prozessoren für extra dünne Geräte, die Kaby-Lake-U-Rechenwerke hingegen sind für performante Notebooks konzipiert.

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Die Logos der siebten Core-Generation

Aufgrund der Tatsache, dass Intel bei sämtlichen Kaby-Lake-CPUs weiterhin das 14-nm-Fertigungsverfahren einsetzt, hat man neben der Einführung neuer Funktionen hauptsächlich an der Effizienz geschraubt, welche vor allem im mobilen Sektor weiterhin eine große Rolle spielt. Demnach kann man von einer logischen Evolution sprechen. Schauen wir uns die Prozessoren einmal an – auf der nächsten Seite gehen wir auf die Neuigkeiten ein.  

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Die-Shot von "Kaby Lake" der Y- und U-Serie

Unter den ganzen Infos von Intel gab es auch einen Die-Shot der siebten Core-Generation für die Y- und U-Serie. So wurden im oberen Bereich nicht nur der Memory-Controller und das I/O-Controlling untergebracht, sondern auch die Kontrolleinheiten für den System Agent und für das Wireless-Display-Feature. Unterhalb davon sind die zwei physikalischen Kerne inklusive HyperThreading-Funktion und der zentrierte L3-Cache sichtbar. Letzteren teilen sich (wie gehabt) die beiden Kerne. Den größten Teil des Dies nimmt die Grafikeinheit mit ihren zahlreichen neuen Funktionen ein. Am rechten Rand befindet sich das Interface für den Speicher und für generelle I/O-Aufgaben.

Die Kaby-Lake-Y- und Kaby-Lake-U-CPUs im Überblick

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Die Kaby-Lake-Y-CPU

Hier ist die Kaby-Lake-Y-CPU von oben zu sehen. Dabei wurden der CPU- und Chipsatz-Die als SoC dicht nebeneinander auf das 20 x 16,5 mm kleine PCB eingelassen. Im Grunde ändert sich allerdings zur Vorgänger-Generation in diesem Punkt nichts.

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Die Kaby-Lake-Y-CPU in der Rückansicht

Intel setzt für Kaby-Lake-Y-Modelle unverändert auf den Sockel BGA1515.

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Die Kaby-Lake-Y-CPU hat eine sehr geringe Bauhöhe

Der große Vorteil der Y-Modelle zeigt sich anhand der sehr niedrigen Bauhöhe. Speziell konzipiert für sehr flache Geräte, wie Tablets, Detachables oder auch Compute-Sticks werden somit neue Core-M-Prozessoren erscheinen.

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Die Kaby-Lake-U-CPU in der Draufsicht

Mit einer Fläche von 42 x 24 mm nehmen die U-Versionen schon ein gutes Stück mehr Platz in Anspruch. Bei diesem SoC, ebenfalls bestehend aus CPU und Chipsatz, wurden die beiden Dies getrennt voneinander auf dem PCB untergebracht. Dabei sind auf diesem Bild die feinen Leiterbahnen sehr gut zu erkennen.

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Die Kaby-Lake-U-CPU in der Rückansicht

Sockeltechnisch ändert sich zu den Skylake-U-Pendants nichts. Demnach basieren die Kaby-Lake-U-Prozessoren auf dem Sockel BGA1365.

Die neuen Kaby-Lake-Y- und Kaby-Lake-U-CPUs in der Übersicht
ModellKerne
Threads
Grundtakt
Turbotakt (1C)
L3
Cache
GPUGPU-TaktRAMTDP/cTDP
m3-7Y30 2 / 4 1.0 GHz
2.6 GHz
4 MB HD 620 bis 900 MHz DDR3L-1600
LPDDR3-1866
4.5 / 7 / 3.5 W
i5-7Y54 2 / 4 1.2 GHz
3.2 GHz
4 MB HD 620 bis 900 MHz DDR3L-1600
LPDDR3-1866
4.5 / 7 / 3.5 W
i7-7Y75 2 / 4 1.3 GHz
3.6 GHz
4 MB HD 620 bis 1.050 MHz DDR3L-1600
LPDDR3-1866
4.5 / 7 / 3.5 W
i3-7100U 2 / 4 2.4 GHz
-
3 MB HD 620 bis 1.000 MHz DDR4-2133
DDR3L-1600
LPDDR3-1866
15 / 7.5 W
i5-7200U 2 / 4 2.5 GHz
3.1 GHz
3 MB HD 620 bis 1.000 MHz DDR4-2133
DDR3L-1600
LPDDR3-1866
15 / 7.5 W
i7-7500U 2 / 4 2.7 GHz
3.5 GHz
4 MB HD 620 bis 1.050 MHz DDR4-2133
DDR3L-1600
LPDDR3-1866
15 / 7.5 W

Intel hat vor, zunächst jeweils drei Kaby-Lake-Y- und Kaby-Lake-U-Prozessoren auf den Markt zu bringen. Bei den Y-Modellen gibt es eine Neuerung, denn Intel setzt nur beim kleinsten Modell ein "m" davor und nutzt bei den beiden schnelleren ein "i5" beziehungsweise ein "i7" davor. Demnach wurde der kleine Core m3-7Y30 mit einem Grundtakt von 1 GHz und einem Turbotakt auf einem Kern von 2,6 GHz spezifiziert. Der Core i5-7Y54 besitzt dagegen einen Grundtakt von 1,2 GHz und einen Turbotakt von 3,2 GHz. Der schnellste Core i7-7Y75 arbeitet von Grund auf mit zusätzlichen 100 MHz und bringt es jedoch in leistungsintensiven Anwendungen auf 3,6 Ghz auf einem Kern. Als Arbeitsspeicher setzt man weiterhin entweder auf DDR3L-1600 oder LPDDR3-1866. Die Default-TDP beträgt 4,5 W, lässt sich allerdings auch auf 7 W höher oder auf 3,5 W niedriger konfigurieren (cTDP). Der L3-Cache wurde bei allen Modellen mit 4 MB bemessen.

Bei den Kaby-Lake-U-CPUs macht der Core i3-7100U mit einem Baseclock von 2,4 GHz den Anfang, unterstützt allerdings nicht das Turbo-Boost-2.0-Feature. In der Mitte platziert sich hingegen der Core i5-7200U mit 2,5 GHz Grundtaktfrequenz und einem Turbo-Modus bis 3,1 GHz. Mit dem Core i7-7500U bietet Intel das schnellste Modell aus der U-Serie an. Die beiden Kerne arbeiten zusammen mit höchstens 2,7 GHz. Auf einem Kern werden jedoch bis zu 3,5 GHz angelegt. Während der Core i3-7100U und der Core i5-7200U einen L3-Cache von 3 MB erhalten haben, liegt er beim schnelleren Core i7-7500U bei 4 MB, wie bei den Kaby-Lake-U-Modellen. Als Ergänzung können die Kaby-Lake-U-CPUs alternativ zu DDR3L-1600 und LPDDR3-1866 mit DDR4-2133-SO-DIMMs angesprochen werden.

Die von Intel festgelegte Standard-TDP lautet 15 W. Per cTDP-Feature kann die TDP wahlweise auf 7,5 W gesenkt werden. Alle sechs Kaby-Lake-Prozessoren bringen die neue Intel-HD-620-Grafikeinheit mit, die wir auf der dritten Seite näher beschreiben. Die GPU-Taktfrequenzen liegen je nach Modell zwischen 900 und 1.050 MHz.

Die erwarteten Kaby-Lake-H-SKUs werden hingegen voraussichtlich auf dem Sockel BGA1440 untergebracht, mit höchstens vier Kernen und teilweise mit HyperThreading-Feature.


Mit lediglich 4,5 W TDP sollen die Kaby-Lake-Y-Prozessoren (Core M) an den Start gehen. Etwas höher werden die Kaby-Lake-U-CPUs mit 15 W spezifiziert, doch im Gegenzug bieten diese Modelle einen höheren Takt und demnach mehr Leistung. Intel hat die siebte Core-Generation mit der ersten verglichen und bescheinigt gerade für die Kaby-Lake-U-Modelle eine Effizienzsteigerung um den Faktor 10. Doch selbst im Vergleich zu Skylake hat Intel der 14-nm-Fertigung noch etwas Beine gemacht und diese weiter optimiert.

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Intel hat bei den Transistoren Hand angelegt

Im Detail haben die Ingenieure die Transistoren robuster und belastbarer gemacht und generell die Anordnung optimiert. Und zwar soweit, dass laut Intel eine Performance-Verbesserung von bis zu 12 % erreicht wurde. Intel tauft das Ganze nun "Architecture + 14nm+". Der Name ist begründet auf Intels neuer Fertigungstechnik "14+", die wir bereits im Rahmen des IDFs in einer Architektur-Session mit Mark Bohr angesprochen hatten. 

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Der Core i7-6500U (Skylake-U) und Core i7-7500U (Kaby-Lake-U) im Vergleich

Um einen ersten Eindruck von der Performancesteigerung zu vermitteln, hat Intel den Core i7-6500U aus der sechsten Core-Generation (Skylake-U) gegen den Core i7-7500U aus der kommenden siebten Core-Generation (Kaby Lake-U) antreten lassen. Beide Prozessoren bieten zwei physikalische Kerne und unterstützen das HyperThreading-Feature, sodass beide maximal vier Threads abarbeiten können. Anhand des Benchmarkprogramms SYSmark 2014 lag die verbesserte Produktivität bei 12 %. 19 % Vorsprung hatte der Core i7-7500U in Sachen Web-Performance. Gemessen wurde die Differenz mit WebXPRT 2015.

Festhalten muss man auf der anderen Seite jedoch, dass die Leistungssteigerung nicht Architekturoptimierungen geschuldet ist, sondern größtenteils aufgrund des Unterschieds der effektiven Turbo-Taktfrequenz. Denn der Core i7-6500U arbeitet bis höchstens 3,1 GHz, während der Core i7-7500U bis 3,5 GHz ans Werk geht.

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Die siebte Core-Generation (Kaby Lake) im Vergleich zu einem fünf Jahre alten PC.
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Die siebte Core-Generation (Kaby Lake) im Vergleich zu einem fünf Jahre alten PC

Wer fürs nächste Jahr ein PC-Upgrade geplant hat, erhält einen groben Überblick, mit welchem Leistungszuwachs der Interessent im Vergleich zu einem fünf Jahre alten PC erhält. Intel nimmt zum Vergleich einen Core i5-7200U (Kaby Lake) und einen Core i5-2467M (Sandy Bridge). Der Chipriese hält fest, dass in der Summe eine um 70 % höhere, mobile Produktivität erfolgt. Im Detail geht das Unternehmen dann in die Bereiche Arbeit mit einer 1,7-fach besseren Performance. In Sachen 4K-Medien erfolgt das Erstellen, Bearbeiten und Teilen von 4K-Videos und 360-Grad-Videos um den Faktor 8,6 schneller und vor allem nahtlos. Aber auch Spiele – wie in diesem Beispiel Overwatch von Blizzard – sollen mit den Kaby-Lake-Prozessoren dank der schnellen Grafikeinheit dreimal besser laufen.

Um ein 4K-Video mit einer Länge von einer Stunde zu konvertieren, sollen lediglich zwölf Minuten vergehen. Laut Intel benötigt das Sandy-Bridge-Modell 6,8-fach mehr Zeit, um das Video fertig zu bearbeiten.

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Trotz erhöhter 4K-Performance sollen längere Betriebszeiten erreicht werden

Geht es nach dieser Intel-Folie, so sollen die kommenden Kaby-Lake-Prozessoren dermaßen von der erhöhten 4K-Performance profitieren, dass die Akkus der mobilen Geräte je nach Kapazität bedeutsam länger durchhalten sollen. Ausgehend vom "Premium Content" über den HEVC-10-Bit-Codec soll die Batterielaufzeit beim neuen Modell 9,5 Stunden betragen. Dazu nimmt Intel als Vergleich den Core i7-7500U und den Core i7-6500U mit einem 66 Wh-Akku bei einem 4K-Panel. Warum dies so ist, klären wir auf der nächsten Seite, denn Intel hat die GPU diesbezüglich aufgepeppt und optimiert. 

Eine Spur interessanter sieht es schon eher bei 4K- und 4K-360-Grad-Videos bei YouTube über den VP9-Codec aus. Während der 66-Wh-Akku mit dem Core i7-6500U etwa vier Stunden durchgehalten haben soll, soll das Gerät mit dem Core i7-7500U inklusive 64 Wh-Akku um 75 % länger und damit rund sieben Stunden aushalten. Auch für diese bessere Energieeffizienz sind die Optimierungen in der Grafikeinheit zuständig.


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Die aufgemotzte Gen9-Grafikeinheit für "Kaby Lake"

In den meisten Skylake-Prozessoren werkelt eine Gen9-Grafikeinheit, die schon für eine iGPU eine gute Leistung zu bieten hat. Für "Kaby Lake" hat Intel die Gen9-GPU mit 24 Execution-Units als Basis genommen und diese um zwei Hardware-Features ergänzt. Intel hat einerseits den Multi-Format-Codec (MFX) und die Video-Quality-Engine (kurz: VQE) mit integriert, sodass die Grafikeinheit insgesamt eine bessere Effizienz aufweist und andererseits mithilfe der parallelen Engines den Performance-Output für 4K-Medien steigern kann.

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MFX und VQE im Detail

Der Multi-Format-Codec (MFX) beinhaltet eine 10-Bit HEVC und 8/10-BitVP9-Dekodierung und eine 10-Bit HEVC inklusive 8-Bit-VP9-Kodierung, welche die Hauptverantwortlichen für eine deutlich bessere 4K-Video-Dekodierung und Kodierung sind. Bei der Video-Quality-Engine (VQE) wurde die High-Dynamic-Range to Standard-Dynamic-Range-Tone Mapping-Unterstützung implementiert sowie der Wide-Color-Gamut-Support.

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Ergebnis: Deutlich erhöhte und erweiterte 4K-Performance

Die zuvor genannten Verbesserungen resultieren in der generell gesteigerten 4k-Leistung. Unterstützt werden eine bis zu acht 4K-Multistream-Wiedergabe mit 30 Frames pro Sekunde für beispielsweise Monitor-Walls oder Überwachungsanlagen. Zudem ist es möglich, HEVC-Material in 4K mit 60 Frames pro Sekunde in Echtzeit mit bis zu 120 MBit/s zu übertragen. Eine AVC-zu-AVC-De-/Kodierung kann mit Kaby-Lake-Y bis zu zweimal und mit Kaby-Lake-U dreimal in Echtzeit erfolgen. Dagegen ist eine De-/Kodierung von AVC-zu-HEVC mit Kaby-Lake-Y einmal und mit Kaby-Lake-U zweimal drin – ebenfalls in Echtzeit.

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De-/Kodierungsunterschiede zwischen Skylake und Kaby Lake

Diese Folie zeigt die offensichtlichen Kodierungs- und Dekodierungsunterschiede zwischen "Skylake" und "Kaby Lake" auf. Beide Core-Generationen unterstützen die 1080p-HEVC-Kodierung beziehungsweise Dekodierung. Jedoch unterstützt erst "Kaby Lake" das Kodieren und Dekodieren von 4K(2160p)-HEVC-10-Bit-Daten. Ebenfalls gehört bei der siebten Core-Generation die VP9-Dekodierung zur Featureliste. Eine Kodierung vom VP9-Format sieht Intel für "Kaby Lake" hingegen nicht vor und wird daher hardwareseitig nicht beschleunigt.

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Das Dekodieren vom VP9-Format spielt eine immer wichtigere Rolle.

Der Trend zu höher auflösenden 4K-Medien nimmt nicht ab; eher zu. Google hat die YouTube-Plattform daher schon weitestgehend auf das VP9-Format für die HTML-5-Wiedergabe umgestellt, das im Vergleich zu anderen Codecs eine sehr starke Komprimierung aufweist, sodass die Hälfte der eigentlich benötigten Internet-Bandbreite für den Transfer zum eigenen PC ausreicht. Dadurch fallen kürzere Bufferzeiten an und der Nutzer kann das (U)HD-Video ohne Puffer-Unterbrechungen genießen. Eine entsprechende Internet-Anbindung natürlich vorausgesetzt.

Letztes Jahr im April wurde im YouTube-Tech-Blog verkündet, dass bereits bis zurück ins Jahr 2014 satte 25 Milliarden Stunden Videos von den Nutzern in HD mithilfe des VP9-Codecs geschaut wurden. Ohne dem VP9-Codec wäre dies nicht möglich gewesen, hieß es.


Geradezu beeindruckend fallen die dargestellten Vergleiche der CPU-Auslastung und die Leistungsaufnahme zwischen dem Core i7-6500U (Skylake) und dem Core i7-7500U (Kaby Lake) während der Wiedergabe von 4K-Material aus:

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Unterschied der CPU-Auslastung und Leistungsaufnahme während einer lokalen 4K-Wiedergabe

Im ersten Vergleich geht es um die Wiedergabe einer 4K-Datei mit dem HEVC-10-Bit-Codec. Bei der CPU-Auslastung wird deutlich, dass der Skylake-Prozessor im Durchschnitt zu 50 bis 70 % ausgelastet ist, um das 4K-Material zu dekodieren. Die Kaby-Lake-CPU kann diese Werte mit gerade einmal durchschnittlichen fünf Prozent deutlich unterbieten. Durch die Auslastungs-Unterschiede sind natürlich auch Differenzen bei der Leistungsaufnahme deutlich sichtbar. Intel hat mehrere 30-Sekunden-Wiedergaben mit beiden Prozessoren absolviert, die zu einem Mittelwert zusammengefasst werden können.

Während der Skylake-Prozessor große Ausreißer nach oben und unten von unter 5 bis fast 25 W veranschlagt und somit zu einem Mittelwert von 10,2 W kommt, reiht sich das Kaby-Lake-Modell insgesamt unterhalb der Skylake-Ausreißer ein. In Zahlen ausgedrückt sind es wohl nicht mal 1 W gewesen. Der Durchschnitt beträgt hier sehr geringe 0,5 W.

Somit soll Intel eine Generation-zu-Generation-Verbesserung bei der lokalen 4K-Wiedergabe von einer bis zu 20-fachen CPU- und iGPU-, einer bis zu 6-fachen SoC-Performance und eine um den Faktor 2,6 verlängerte Akku-Laufzeit ermöglicht haben.

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Unterschied der CPU-Auslastung und Leistungsaufnahme während einer 4K-Wiedergabe über das Internet

Die Effizienz von 4K-Videos mit dem VP9-Codec über Googles YouTube-Plattform mit dem hauseigenen Chrome-Browser wurde durch Intel ebenfalls festgehalten. Bei beiden Prozessor-Generationen wurde laut der Grafik eine höhere CPU-Auslastung festgestellt. Der Core i7-6500U wurde im Grunde zwischen 70 und 80 % belastet. Intels Neuankömmling hingegen strengte sich lediglich und durchschnittlich bis 15 % an, um dieselbe Leistung zu erzeugen.

Einen sichtbaren Unterschied gibt es auch in diesem Fall in Sachen Leistungsaufnahme. Mit dem Core i7-6500U konnten laut der Folie Ausreißer nach oben und nach unten zwischen einem bis fast 18 W ausfindig gemacht werden. Hier lag der Durchschnitt bei 5,8 W. Über diese Werte kann der Core i7-7500U erneut nur schmunzeln. Die kleinen Ausreißer ragen von null Prozent bis an die 2-W-Grenze heran. Ein ebenfalls sehr guter Mittelwert von 0,8 W ist das Ergebnis.

In dieser Disziplin sieht Intel zwischen der sechsten und siebten Core-Generation eine bis zu 7-fache CPU- und iGPU-, eine bis zu 3-fache SoC-Leistung eine um 75 % höhere Batterielaufzeit, die bereits erwähnt wurden.

Intels Turbo-Boost-2.0-Technologie wurde mit der Speed-Shift-Technik verfeinert

Unsere Leser werden mit Sicherheit von der Speed-Shift-Technik gehört haben. Bereits im Skylake-Prozessor ist diese enthalten, wir hatten in unserem Test des Core i7-6700K allerdings nur spärlich darüber berichten können, da Intel nicht allzu viele Informationen gab. Dieses Feature arbeitet mit der Turbo-Boost-2.0-Funktion eng zusammen und beschleunigt die Erhöhung des (Turbo-)Takts und die Rückkehr in die Idle-States nach den Last-Zuständen.

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Die Speed-Shift-Technik beeinflusst die Turbo-Boost-2.0-Reaktionszeiten

Zum Vergleich wurden auch hier wieder der Core i7-6500U und der Core i7-7500U herangezogen. Intel hat das Skylake-Modell einmal mit aktivierter und einmal deaktivierter Speed-Shift-Funktion getestet. Ohne diese Technik hat der Core i7-6500U für das Erreichen der maximalen Turbo-Taktfrequenz von 3,1 GHz fast 100 ms benötigt. Das klingt nicht nach viel, aber der Unterschied mit aktiviertem Speed-Shift-Feature zeigt einen deutlichen Unterschied. Hier waren es bei derselben CPU etwas über 30 ms.

Intels Core i7-7500U muss mit maximal 3,5 GHz nicht nur einen höheren Turbotakt erreichen, sondern schafft dies anhand der Folie bereits nach 15 ms, sodass hier die Optimierung sichtbar gemacht wurde.


Es war von vornherein klar, dass die Kaby-Lake-Prozessoren keinen neuen Durchbruch im CPU-Segment bedeuten, sondern dass diese eine Produktpflege und als Evolution anzusehen sind. Wie bei jeder neuen Core-Generation, hat Intel neben der generellen eher geringfügigen IPC-Steigerung (Instructions per Cycle) großen Wert auf die integrierte und verbesserte Gen9-Grafikeinheit gelegt, die der Fokus und das Highlight bei den Kaby-Lake-Modellen ist. Mithilfe der neuen, hardwareseitigen Integration des Multi-Format-Codecs (MFX) und der Video-Quality-Engine (kurz: VQE) sowie der dadurch erfolgten HEVC-8/10-Bit- und VP9-Unterstützung lag Intel die gesteigerte 4K-Performance beim Kodieren und Dekodieren von 4K-Material mit dem HEVC-10-Bit-Codec und vor allem der sehr flinken Dekodierung des VP9-Codecs (YouTube) sehr am Herzen.

Im gleichen Atemzug wurde laut den Informationen die Leistungsaufnahme und die CPU-Auslastung während der 4K-Dekodierung dank der hardwareseitigen Unterstützung auf ein Minimum gesenkt, die sich gerade bei der mobilen Kaby-Lake-Y- und Kaby-Lake-U-Plattform als Vorteil erweisen dürften. Doch hat Intel gleichzeitig am Turbo-Boost-2.0-Feature geschraubt und mit der Speed-Shift-Technik verfeinert, sodass die Reaktionszeiten beim Umschalten vom Idle-Zustand bis zum höchsten Turbotakt unter Last und andersherum mit deutlich kürzeren Intervallen erfolgt. Insgesamt macht das Produkt im Notebook-Segment also Sinn – im Desktop-Bereich werden die Optimierungen aber wohl eher für Overclocker interessant sein. Denn man hört, dass durch den "14+"-Fertigungsprozess höhere Taktfrequenzen beim Übertakten möglich werden. 

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Viele Interessenten werden enttäuscht sein, dass erneut lediglich bis zu vier physikalische Kerne in den Dies verbaut werden. Demnach bildet auf der Intel-Seite ausschließlich die Enthusiasten-Plattform auf Basis des Sockel LGA2011-3 und dem X99-Chipsatz – der technisch mit erweitertem SATA-Bereich einem Z97-Chipsatz entspricht – die Möglichkeit, mehr als vier Kerne zu nutzen. Aktuell bietet Intel für diese Plattform mit dem Core i7-6800K, dem Core i7-6850K, dem Core i7-6900K und dem Core i7-6950X vier CPUs mit sechs bis zehn physikalischen Kernen inklusive HyperThreading an, die auf der Broadwell-Architektur in der 14nm-Fertigung basieren. Das Update dieser Plattform auf Kaby Lake wird man wohl am spätesten sehen, noch nach den 4-Kern-Desktopmodellen zum Jahreswechsel. 

Insgesamt erreicht Intel wohl wieder ca. 10 bis 15% Performancesteigerung mit Kaby Lake – wie bei jedem neuen CPU-Update, das wir in den letzten Jahren gesehen haben. 

AMD hingegen konzentriert sich derzeit momentan sehr stark auf die für Anfang 2017 erwarteten Zen-Prozessoren. Diese arbeiten mit dem neuen Sockel AM4 und dem aktuellen DDR4-Speicher zusammen. In einem ersten Test konnte AMDs Zen-Achtkerner inklusive SMT (Simultaneous Multithreading) bei gleichem Takt mit dem Core i7-6900K (Broadwell-E) mithalten, welcher ebenfalls mit acht Kernen ausgestattet ist und auf die von Intel getaufte HyperThreading-SMT-Funktion zurückgreift und somit auch auf seine 16 Threads kommt. Dies könnte also Druck auf Intel ausüben, sodass der Chipriese dazu gedrängt werden könnte, auch im Midrange-Segment etwas mehr Gas zu geben, als jährlich 10 bis 15% Performance draufzulegen.

Insgesamt wird es im nächsten halben Jahr im Prozessormarkt also sehr spannend. Tests der ersten Kaby-Lake-Notebooks mit den in diesem Test vorgestellten Modellen werden wir in Kürze bringen.