NVIDIA stellt Tegra 3 offiziell vor

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tegra3Am 20. September präsentierte NVIDIA alle technischen Details zu Tegra 3, ein entsprechendes Produkt lässt allerdings bis heute auf sich warten. Daran wird sich auch mit dem heutigen offiziellen Start von Tegra 3 nichts ändern. Zwar stellt ASUS heute als erstes Tablet mit Tegra-3-Prozessor, das Eee Pad Transformer Prime offiziell vor, zur Verfügbarkeit fehlen allerdings noch sämtliche Angaben. Sicher ist aber, dass NVIDIA uns auf der Computex Anfang Juni diesen Jahres bereits ein Developer-Kit eines Tegra-3-Tablets zeigte, die Hardware ist also fertig.

So bleibt uns mit dem heutigen Tage nichts anders übrig, als wieder einmal die Theorie etwas zu durchleuchten und in einigen Beispielen die Tegra-3-Plattform näher vorzustellen. Zumindest nennt NVIDIA nun auch Taktraten von Kal-El alias Tegra 3.

Noch einmal möchten wir auf den Artikel zu den technischen Details der Tegra-3-Plattform hinweisen, wo wir die Funktionen und Vorteile des Companion-Cores des mobilen "Fünfkernes" schon genau unter die Lupe genommen haben.

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NVIDIA spricht nicht gerne über Chipgröße und Anzahl an Transistoren. Auch bei Tegra 3 macht man keine Ausnahme. Zumindest aber präsentiert man einen Die-Shot, auf dem mittig die vier Kerne zu sehen sind. Darüber platziert zu sehen ist der Companion-Core. Ebenso wurde die Fertigung in 40 nm durch NVIDIA bestätigt.


Anhand einiger Anwendungsbeispiele wollen wir die Möglichkeiten, die sich mit dem Companion-Core auftun aber nochmals darstellen.

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Bei aufwendigen 3D-Spielen arbeiten die vier Kerne von Kal-El gemeinsam mit vollem Takt von bis zu 1,3 GHz. Der auf niedrige Leistungsaufnahme hin optimierte Companion-Core ist derweil inaktiv.

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Beim Browsen auf aufwendigen Internetseiten mit Flash können beispielsweise zwei Kerne arbeiten, während die übrigen beiden und der Companion-Core sich im Idle-Zustand befinden. Bei zwei Kernen sind bis zu 1,3 GHz möglich.

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Einfacherer Webinhalte werden auf einem Kern ausgeführt. Hier kann der Takt dann auf bis zu 1,4 GHz gesteigert werden.

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Weniger aufwendige Anwendungen wie das Abspielen von Musik und Videos sowie auch der Standby-Betrieb werden hingegen auf dem Companion-Core ausgeführt. Er kann mit bis zu 500 MHz arbeiten und soll für den besonders niedrigen Stromverbrauch von Tegra 3 verantwortlich sein.

Letztendlich sorgt die Zusammenarbeit der vier Kerne mit dem Companion-Core für eine niedrigere Leistungsaufnahme im Vergleich zu Tegra 2.

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Doch nicht nur die Batterielaufzeit soll optimiert worden sein, sondern auch die Performance, was nicht nur den vier Kernen geschuldet ist. Die neue 12-Core GPU soll eine 3-fach höhere Grafikperformance im Vergleich zum Tegra 2 haben. Dabei kommt die Ultra Low Power (ULP) GeForce GPU wieder mit Support für OpenGL ES 2.0, programmierbare Pixel-Shader und programmierbare Vertex- und Lightning-Shader daher.

NVIDIA und die Programmierer sollen die höhere Performance auch in bestehenden Spielen umsetzen. Folgende Beispiele verdeutlichen dies:

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Mehr Effekte, mehr Details - kurz und knapp lassen sich die Unterschiede zusammenfassen.


NVIDIA Tegra 3: Glowball

NVIDIA Tegra 3: Fifth Companion Core

NVIDIA Tegra 3: Side by Side Comparisons


Es wird Zeit für Hardware - so lässt sich die aktuelle Situation um Tegra 3 zusammenfassen. Bereits Mitte Februar kündigte NVIDIA Tegra 3 offiziell an, zeigte Anfang Juni bereits erste funktionale Hardware und stellte am 20. September alle technischen Informationen bereit. Mit dem heutigen Tage stellt ASUS das Eee Pad Transformer Prime vor. Damit ist die erste Hardware technisch umrissen, mehr allerdings auch nicht. Wann das Transformer Prime verfügbar sein soll, ist nicht bekannt.

Zumindest eines haben NVIDIA und ASUS gemeinsam geschafft. Der Preis des Transformer Prime ist mit 499 US-Dollar für 32 GB und 599 US-Dollar für 64 GB sehr ambitioniert.

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Wann auch andere Hersteller ihre Tablets mit Tegra 3 vorstellen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Vor Kurzem sind erste Informationen zum HTC Edge aufgetaucht, einem der ersten Smartphones mit Tegra-3-Prozessor. Erscheinen soll es im ersten Quartal 2012.

NVIDIA versucht Tegra 3 nicht nur schneller zu machen, sondern gleichzeitig auch die Leistungsaufnahme zu reduzieren. Dazu greift man auf den sogenannten Companion-Core bzw. das Variable Symmetric Multiprocessing zurück. Die Übergabe der Anwendungen vom Companion-Core an einen oder mehrere Main-Cores erfolgt ohne, dass der Benutzer etwas davon mitbekommt. Der gemeinsame L2-Cache übergibt die Daten an beide Cores gleich schnell, für kurze Zeit muss der Takt des Companion-Core und des Main-Cores allerdings identisch sein. Nachdem die Übergabe erfolgt ist, können die Main-Cores ihre maximale Taktfrequenz ansteuern und machen solche Echtzeitberechnungen wie wir sie zuletzt auf der Computex gesehen haben möglich.

Erste praxisnahe Erfahrungen erwarten wir in den kommenden Wochen. Dann wird sich auch die Frage klären lassen, welchen Einfluss Tegra 3 auf den Markt haben kann.

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NVIDIA hat weiterhin große Pläne mit der Tegra-Plattform. Bereits in der Einleitung erwähnt, haben wir die Einführung von Kal-El+. Er soll Systemen mit Windows 8 auf die Sprünge helfen, das zukünftig neben der x86-Architektur auch auf ARM-Prozessoren laufen wird. Welches Tablet in den kommenden Wochen das erste mit Kal-El-Prozessor sein wird, ist nicht bekannt. Bereits seit geraumer Zeit ist der Transformer 2 von ASUS im Gespräch.

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