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Nachdem Apple das MacBook Neo Anfang März als neues Einstiegsmodell ab 699 Euro vorgestellt hatte, verdichten sich nun die Hinweise auf einen deutlich stärkeren Marktstart als zunächst erwartet. Nach Informationen des taiwanesischen Kolumnisten Tim Culpan soll Apple mit Zulieferern darüber sprechen, ob die Produktion des günstigen Mac-Laptops noch einmal ausgeweitet werden könnte. Gleichzeitig soll im Hintergrund bereits ein Nachfolger vorbereitet werden, der im kommenden Jahr auf den A19 Pro wechseln könnte.
Kern der Geschichte ist allerdings keine Absatzprognose. Das Apple MacBook Neo nutzt keinen M-Chip, sondern eine Variante des A18-Smartphone-Chips aus dem iPhone 16 Pro. Nach Culpans Darstellung setzt Apple dabei auf gebinnte Chips, bei denen ein GPU-Kern deaktiviert wurde. Genau das dürfte ein wesentlicher Baustein sein, um den Einstiegspreis von 699 Euro überhaupt realisieren zu können. Doch die Bestände solcher Chips seien laut Culpan knapp. Ursprünglich sei man in Cupertino von rund fünf bis sechs Millionen Einheiten ausgegangen. Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass die Nachfrage darüber liegen könnte. Schon kurz nach dem eigentlichen Marktstart verschoben sich die Lieferzeiten um zwei bis drei Wochen. Offizielle Verkaufszahlen hat Apple bisher jedoch nicht genannt.
Für Apple ist das vorwiegend deshalb relevant, weil eine Nachproduktion des A18 Pro die bisherige Kalkulation spürbar verändern würde. Das MacBook Neo profitiert davon, dass Apple bereits vorhandene und für andere Produkte nicht optimal nutzbare Chips in einem neuen Gerät verwertet. Wenn der Konzern zusätzliche Kapazitäten bei TSMC buchen müsste, würde genau dieser Kostenvorteil schrumpfen. Hinzu kommen laut Culpan steigende Preise für DRAM, NAND und Aluminium. Im Ergebnis blieben Apple nur wenig Optionen: den A18 Pro noch einmal fertigen lassen, die eigene Marge drücken, den Preis des Neo anheben oder das aktuelle Modell früher als gedacht durch einen Nachfolger ersetzen.
Und genau dort setzt das zweite Gerücht an: Ebenfalls auf Basis von Culpans Angaben berichtet unter anderem MacRumors , dass Apple bereits eine zweite Generation des MacBook Neo mit A19 Pro plane. Der Chip soll aus der iPhone-17-Pro-Familie stammen, erneut wohl in einer gebinnten Variante mit 5-Core-GPU. Die wichtigere Nachricht wäre dabei jedoch der Arbeitsspeicher. Sollte Apple tatsächlich auf den A19 Pro wechseln, dürfte das nächste Modell auf 12 GB Unified Memory kommen. Das aktuelle MacBook Neo startet bei 8 GB RAM.
Interessant ist das Thema vorwiegend auf Produktebene. Apple hätte mit dem Neo dann nicht nur ein günstiges Sondermodell aus Restbeständen geschaffen, sondern eine neue Einstiegsklasse, die sich vergleichsweise flexibel fortschreiben lässt. Das Prinzip wäre immer dasselbe: Smartphone-SoCs aus der Pro-Klasse, die in anderer Form ohnehin vorhanden sind, in ein günstiges Notebook überführen und so eine Lücke unterhalb des MacBook Air besetzen.
Sollte sich das bestätigen, wäre das MacBook Neo für Apple weit mehr als ein günstiger Lückenfüller. Dann hätte der Konzern in kurzer Zeit gezeigt, dass ein aggressiv bepreistes MacBook mit iPhone-Technik nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern ein echtes Volumenprodukt werden kann. Ob Apple den Engpass noch mit zusätzlichen A18-Pro-Geräten überbrückt oder den Übergang zum A19-Pro-Nachfolger beschleunigt, dürften die kommenden Monate zeigen. Die nächsten Quartalszahlen stehen am 30. April an. Vielleicht erfährt man dann Offizielles.






