Apple startet Austauschprogramm für USB-Typ-C-Ladekabel des MacBook

Veröffentlicht am: von

Nach dem wohl hinsichtlich seiner Stückzahlen größten Rückruf seitens Apple für Netzteile von MacBooks und iOS-Geräten folgte nun eine weitere Ankündigung für ein Austausch-Programm. Dieses Mal geht es um das Typ-C-Ladekabel für das ultrakompakte MacBook aus dem vergangenen Jahr. Es handelt sich dabei aber nicht um einen direkten Rückruf, da keine Gefahren vom Ladekabel ausgehen. Der Fehler äußert sich durch ein nicht funktionierendes oder nur sporadisches Laden des MacBook.

Die jeweils betroffenen Kabel sind durch eine fehlende Seriennummer in der Beschriftung zu erkennen. Das neue Kabel zeigt nach dem Schriftzug "Designed by Apple in California Assambled in China" die Seriennummer. Betroffen sind alle MacBooks seit Juni 2015. Seit wann Apple das neue Kabel mitliefert, ist nicht bekannt. Das Austauschprogramm wird durch die Eingabe der Seriennummer des MacBooks autorisiert und die neuen Kabel sollen gegen Ende des Monats den Nutzer erreichen.

Betroffenes Typ-C-Kabel (oben) und neues mit Seriennummer (unten)
Betroffenes Typ-C-Kabel (oben) und neues mit Seriennummer (unten)

Auch wenn Apple einen Typ-C-Stecker verwendet, darf man sich nicht täuschen lassen. Apple nutzt USB 2.0 als Basis und sieht nur eine zusätzliche Stromversorgung vor. Das MacBook zieht sich während des Ladevorgangs gerade einmal 29 W durch das Kabel, so dass keine große Belastung des Kabels zu erwarten ist. Da Apple den Austausch auch nicht als sicherheitsrelevant bezeichnet, könnte es sich vielmehr um ein Problem mit der im Kabel bzw. im Stecker verbauten Elektronik handeln. Solche Kabel sind längst keine einfache, mehrfache Kupferverbindung mehr, sondern verfügen über zahlreiche Controller und kleine Chips, die sich beispielsweise um die Identifikation der USB-Hosts kümmern oder Informationen für die Ladeelektronik weitergeben. Apple nennt den genauen Grund für den Austausch aber nicht.

MacBook – USB Typ-C

Der Fokus bei den Anschlüssen am neuen MacBook liegt sicherlich beim USB-Anschluss. Der Typ-C hat zunächst einmal nichts mit der USB-Generation, also ob nun USB 2.0 oder 3.0 zu tun. Der neue Typ-C-Anschluss zeichnet sich in erster Linie durch seine kompakten Maße sowie die Tatsache aus, dass es nun egal ist, in welcher Orientierung er eingesteckt wird.

Die Öffnung für den Typ-C-Anschluss beträgt laut Datenblatt nur 8,4 x 2,6 mm. Für die Gerätehersteller aber ebenso wichtig ist, dass die dazugehörige Buchse sehr kompakt gestaltet ist. So können die beidseitig verwendeten Kontakte auch von beiden Seiten der Buchse abgegriffen werden. Noch flacheren Smartphones und Tablets steht also nichts mehr im Wege – wenngleich hier der übliche 3,5-mm-Klinke inzwischen ebenfalls zum Stolperstein für ein möglichst dünnes Design geworden ist. Bei der Entwicklung ebenfalls eine Rolle gespielt hat der mechanische Halt in der Buchse. Der mechanische Widerstand soll ausreichend sein, um den Stecker sicher in der Buchse zu halten. Auch nach 10.000 Ansteckvorgängen soll der neue Typ-C-Anschluss noch funktionieren und einen ausreichenden Halt bieten.

MacBook mit Typ-C-SteckerMacBook mit Typ-C-Stecker

MacBook mit Typ-C-Stecker

Der Typ-C-Anschluss unterstützt eine Datenübertragungsrate von bis zu 10 GBit pro Sekunde, je nachdem welche USB-Generation dem Zugrunde legt. Apple spezifiziert den Anschluss als USB 3.1 der ersten Generation mit bis zu 5 GBit pro Sekunde. Zusätzlich zur schnelleren Datenübertragung wird die durch USB-PD spezifizierte höhere Leistungsübertragung unterstützt. Theoretisch ist der Typ-C-Anschluss also in der Lage, bis zu 100 W über die Leitungen zu übertragen. Dies wird im Falle des neuen MacBook auch genutzt. Der USB-Anschluss soll den für den Betrieb notwendigen Strom liefern, aber eben auch Geräte per USB anbinden und die eventuell benötigten Display-Ausgänge bieten.