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GIGABYTE B343-C40-AAJ3 und B353-C60-LAS1

Die Abwägung in der Compute-Dichte

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Die Abwägung in der Compute-Dichte
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Ein Trend der Computex im Bereich der Serverhardware lässt sich bei GIGABYTE und deren Datacenter-Stand gut erkennen. So findet man hier direkt nebeneinander das B343-C40-AAJ3 und B353-C60-LAS1 - beides 3U-Server für 10 bzw. 20 CPU-Nodes auf Basis des Sockel AM5 von AMD und damit für die Epyc-4005- und Ryzen-9000-Prozessoren vorgesehen. Zusammen mit dem genutzten Speicherstandard führt das zu niedrigen Anschaffungskosten.

Mit den Epyc-4005- und Ryzen-9000-Prozessoren adressiert AMD vor allem kostensensible Server- und Edge-Systeme, bei denen nicht die maximale Kernanzahl, sondern ein ausgewogenes Verhältnis aus Leistung, Effizienz und Anschaffungskosten im Vordergrund steht. Die auf der Zen-5-Architektur basierenden CPUs bieten eine hohe Single-Thread- und Multi-Thread-Leistung, wodurch sie sich für klassische Unternehmensanwendungen, Virtualisierung, Web-Hosting oder kleinere Datenbankserver eignen. Gleichzeitig profitieren Betreiber von modernen Plattformfunktionen wie DDR5-Speicher, PCIe 5.0 und einer hohen Energieeffizienz. Damit stellen die Prozessoren insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen eine attraktive Alternative zu deutlich teureren High-End-Serverplattformen dar.

Bei einem luftgekühlten System wie dem B343-C40-AAJ3 muss die gesamte Verlustleistung der Prozessoren über Kühlkörper und einen hohen Luftstrom abgeführt werden. Das funktioniert gut, solange genügend Platz zwischen den Nodes vorhanden ist und die Leistungsaufnahme pro Server moderat bleibt. Mit steigender Rechendichte steigt jedoch auch die Wärmedichte. Die Lüfter müssen schneller drehen, der Energiebedarf der Kühlung nimmt zu und es wird zunehmend schwieriger, die Abwärme effizient aus dem Rack und letztlich aus dem Rechenzentrum zu transportieren. Die praktische Obergrenze wird dabei oft nicht von der Rechenleistung, sondern von der Kühlleistung bestimmt.

Eine Flüssigkeitskühlung, wie sie beim GIGABYTE B353-C60-LAS1 genutzt wird, kann Wärme deutlich effizienter aufnehmen und transportieren als Luft. Dadurch können die Nodes dichter gepackt werden, ohne dass die Prozessoren thermisch limitiert werden. Die höhere Compute-Dichte des B353-C60-LAS1 ist deshalb überhaupt erst durch die Wasserkühlung möglich.

Als Closed-Loop-Kühlung befindet sich der Wasserkühlungskreislauf komplett im Server. Die Abwärme wird auf der Rückseite über einen Wärmetauscher an die Umgebung abgegeben. Eine Anbindung an einen Kreislauf außerhalb des Racks ist nicht notwendig.

Für Betreiber bedeutet das mehr Rechenleistung pro Rack, weniger benötigte Stellfläche und häufig eine bessere Energieeffizienz (niedrigerer PUE-Wert). Zudem kann die Kühlflüssigkeit mit höheren Temperaturen betrieben werden als sie klassische Kaltluftsysteme erlauben, was die Kühlung des gesamten Rechenzentrums vereinfacht.

Interessant ist dabei, dass die Flüssigkeitskühlung die Luftkühlung nicht vollständig ersetzt. Auch ein DLC-System benötigt meist noch einen gewissen Luftstrom für Speicher, Netzwerkcontroller, Spannungswandler und andere Komponenten, die nicht direkt an den Wasserkreislauf angeschlossen sind. Der Luftanteil fällt jedoch deutlich geringer aus als bei einem rein luftgekühlten Server. Dadurch lassen sich sowohl die Lüfterleistung als auch die Geräuschentwicklung reduzieren.

Für Gigabytes B353-C60-LAS1 bedeutet dies konkret: Die Wasserkühlung ist nicht nur eine alternative Kühlmethode, sondern die technologische Voraussetzung dafür, 20 Server-Nodes in einem 3U-Gehäuse unterzubringen und diese dauerhaft mit hoher Leistung betreiben zu können. Immerhin sprechen wir hier von doppelt so vielen CPU-Knoten wie beim B343-C40-AAJ3. Ohne Flüssigkeitskühlung wäre eine derart hohe Rechendichte entweder gar nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen bei Takt, Leistungsaufnahme und Effizienz realisierbar.

Auch in der weiteren Ausstattung zeigen sich deutliche Unterschiede. Der GIGABYTE B343-C40-AAJ3 bietet pro Node zwei 2,5-Zoll-Laufwerksschächte für Gen5-NVMe- oder SATA-SSDs, einen PCIe-Gen5-x16-Erweiterungsslot sowie zusätzliche OCP-NIC-Steckplätze und eignet sich damit für flexibel konfigurierbare Edge-, Cloud- oder Virtualisierungsumgebungen. 

Der GIGABYTE B353-C60-LAS1 verzichtet dagegen zugunsten der höheren Packungsdichte auf umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten und setzt stattdessen auf zwei M.2-SSDs mit PCIe Gen5 x4 pro Node. Zudem fällt die Stromversorgung mit vier redundanten 3.200-W-Netzteilen deutlich leistungsfähiger aus als beim B343-C40-AAJ3 mit 2+2 redundanten 2.000-W-Netzteilen.

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