Jon Peddie Research: 700.000 Grafikkarten gingen an Miner

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miningWo sind bloß die ganzen Grafikkarten? Diese Frage stellten sich schon viele Gamer in der Vergangenheit. Aber auch für die Zukunft sieht es alles andere als rosig aus. Bislang machten die Hersteller in erster Linie die Halbleiterkrise für die geringen Stückzahlen verantwortlich. Allerdings könnten Miner zur aktuellen GPU-Knappheit einen größeren Teil beigetragen haben, als dies zunächst angenommen wurde. 

Jon Peddie Research hat jetzt geschätzte Zahlen veröffentlicht. Laut den US-amerikanischen Analysten haben sich die Kryptofarmen satte 700.000 Exemplare von High-End- sowie Mittelklasse-Grafikkarten unter den Nagel gerissen. Dies entspricht einem Gesamtwert von satten 500 Millionen US-Dollar. Im Durchschnitt lag eine Grafikkarte somit bei einem Verkaufspreis von rund 714 US-Dollar.

Auch wenn die Hersteller keine konkreten Zahlen veröffentlichten, gab NVIDIA bereits bekannt, dass der Bedarf an Ampere-Karten im Vergleich zu Turing-Generation zum Start doppelt so hoch war. Es ist natürlich nun rein spekulativ für die Verdoppelung der Nachfrage allein die Miner verantwortlich zu machen. Auch die Anzahl der Gamer ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Laut dem Verband der deutschen Games-Branche game ist jeder zweite Deutsche ein Gamer. Was allerdings keinesfalls heißen muss, dass 50 % der deutschen Bevölkerung auch eine neue Grafikkarte benötigt. Jedoch dürfte auch dies für ein verstärktes Interesse gesorgt haben.

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Letztendlich kommen diverse ungünstige Umstände zusammen. Ein Schuldiger lässt sich hier sicherlich nicht ausmachen. Auch wenn die genannten 700.000 Exemplare nicht an Miner gegangen wären, ist nicht davon auszugehen, dass sich die derzeitige Situation signifikant anders darstellen würde. Durch die weltweiten Lock- und Shutdowns stehen die Hersteller einer noch nie dagewesenen Nachfrage gegenüber, die mittlerweile völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Die Nachwirkungen durch die Verknappung der benötigten Rohstoffe wird sich in der Lieferkette noch einige Zeit bemerkbar machen. Dass das Kaufinteresse von heute auf morgen plötzlich gegen Null tendiert, ist unwahrscheinlich. Somit hilft letztendlich nur das Warten auf bessere Zeiten, bzw. auf eine bessere Verfügbarkeit.