NVIDIA: Bild soll Titan-Grafikkarte auf Volta-Basis zeigen

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Erst vor wenigen Wochen sprach NVIDIA erstmals über die Volta-Architektur und den ersten GPU-Beschleuniger auf Basis der GV100-GPU namens Tesla V100. Nun ist ein Foto aufgetaucht, welches eine Titan-Grafikkarte von NVIDIA auf Basis der neuen Volta-Architektur zeigen soll. Auch wenn das Foto offenbar von einem NVIDIA-Mitarbeiter stammt, gibt es große Zweifel an der tatsächlichen Existenz einer solcher Karte – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

Doch vielleicht zunächst einmal zu dem, was auf dem Foto zu sehen ist: Abgebildet ist eine Grafikkarte mit Backplate. Die Backplate kennen wir in dieser Form von den letzten High-End-Modellen von NVIDIA. Der Kühler kommt ebenfalls in der Formgebung den aktuellen Modellen sehr nahe, allerdings stimmen Farbe und Schriftzug nicht. NVIDIA verwendete mit den letzten Karten den zu den GeForce-Modellen identischen Kühler – inklusive des grünen GeForce-Logos. Das nun aufgetauchte Bild zeigt allerdings einen Titan-Schriftzug. Nun wäre es sicherlich denkbar, dass NVIDIA die Titan-Karten auch auf der Seite mit der korrekten Namensgebung benennt.

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Ein weiteres Merkmal, welches gegen eine Titan-Karte spricht, sind die vorhandenen NVLink-Anschlüsse an der Stirnseite der Karte. Die Consumerkarten sind allesamt weiterhin mit SLI-Anschlüssen ausgestattet, denn NVLink gibt es derzeit nur bei den Tesla-Karte im PCI-Express-Format mit Pascal-Architektur. Eine erstes Modell ist die Quadro P100 und auch die Tesla V100 und zukünftige wohl ebenfalls denkbare Quadro V100 verfügen über die NVLink-Anscklüsse.

Es bleibt also ein großes Fragezeichen bei dem, was auf dem Foto zu sehen ist. Denkbar wäre die angesprochene Quadro V100 mit PCI-Express-Interface, dann aber hätte NVIDIA die Position der zusätzlichen Stromanschlüsse geändert, denn diese werden bei den Quadro-Karten normalerweise nach hinten geführt. Die wohl einfachste und auch unspektakulärste Erklärung ist eine simple Kühlermodifikation einer bestehenden Grafikkarte aus dem Hause NVIDIA.

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Vieles spricht aktuell gegen eine Consumer-Titan-Karte mit Volta-Architektur

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Neben den rein optischen Wiedersprüchen gibt es aber auch noch andere Gründe, die gegen eine Titan-Grafikkarte auf Basis der Volta-Architektur sprechen. Im vergangenen Jahr präsentierte NVIDIA zunächst die GP100-GPU für den professionellen Markt, inklusive HBM2. Der Consumer-Start aber erfolgt mit der deutlich weniger komplexen GP104-GPU und erst in diesem Jahr wurde der größere Ausbau in Form der GP102-GPU als GeForce GTX 1080 Ti und Titan Xp veröffentlicht.

Ein ähnliches Vorgehen ist nun auch mit Volta zu erwarten, denn die GV100-GPU der Tesla V100 verfügt über Funktionseinheiten – die sogenannten Tensor Cores – die auf einer Consumerkarte keinen Sinn machen. Die 815 mm² große GPU wäre mitsamt 16 GB HBM2 auch schlichtweg zu teuer, um sie im Consumermarkt anbieten zu können. Sicherlich gäbe es Kunden, die bereit wären einen höheren vierstelligen Betrag zu bezahlen, ob dies aber auch ein Grund wäre ein solches Produkt auf den Markt zu bringen, steht auf einem anderen Blatt.

Derzeit offen ist zudem die Frage, ob NVIDIA überhaupt eine derartige Grafikkarte auf den Markt bringen muss. Die Radeon RX Vega steht zwar vor der Tür, soll dem aktuellen Stand der Meldungen nach aber auf Niveau der GeForce GTX 1080 Ti sein und somit hätte NVIDIA bereits den passenden Gegenspieler.