Computex 2013: Im Gespräch mit NVIDIA

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nvidiaNVIDIA bot uns die Möglichkeit mit Jen-Hsun Huang, dem CEO von NVIDIA ein kurzes Gespräch zu führen bzw. Jen-Hsun nutzte die Gelegenheit einiger seiner zukünftigen und aktuellen Pläne etwas genauer zu beschreiben. Den wichtigsten aktuellen Themenbereich bei NVIDIA beschreibt er mit „Multi-Display-Devices“. Damit versucht NVIDIA die aktuelle Situation des Alltags zu beschreiben, denn wir haben nicht mehr nur einen Fernseher oder einen PC, sondern komplette Infotainment-Systeme, im Wohnzimmer, im Auto, im Taxi oder schlicht und ergreifend in der Hosentasche das eigene Smartphone. Doch bislang handelt es sich dabei um eigenständige Geräte, die zwar bestimmte Inhalte untereinander teilen können, deren Zusammenarbeit sich zukünftig aber noch verstärken soll.

NVIDIA GeForce System
Desktop-System mit GeForce GTX Titan streamt Spiele an Shield und den heimischen Fernseher

Multi-Display-Devices

Alles was man benötigt um ein solches System aus mehreren Geräten aufzubauen ist ein SoC mit ausreichender Performance (hier darf bei NVIDIA nicht die Tegra-Produktlinie unerwähnt bleiben), ein offenes Betriebssystem (z.B. Googles Android) und ein Cloud-Service. All das ist bereits heute vorhanden, im alltäglichen Einsatz, allerdings meist ohne direkte Verbindung zueinander.

NVIDIA versucht nicht nur in allen Bereichen mit entsprechender Hardware anwesend zu sein (Gaming-PC, Smartphone, Tablet, Fernseher und neuerdings auch mit der mobilen Spielekonsole Shield), sondern arbeitet auch an Technologien um ein Bindeglied dieser unterschiedlichen Welten zu werden. So ist es keine Neuigkeit, dass Shield die Möglichkeit bietet die auf dem PC befindlichen Spiele per Streaming auch auf dem Sofa oder an anderer Stelle zu genießen. Nun darf man sich die für viele offensichtliche Frage stellen, warum man ein Spiel anstatt am großen Bildschirm mit Maus und Tastatur auf Shield gespielt werden soll. Hier spielen sicherlich auch die persönlichen Vorlieben eine entscheidende Rolle. Weiter ausgebaut werden wird dies mit Hilfe der Smart-TVs bzw. solcher, die Android als Software einsetzen. Zukünftig wird es auch möglich sein auf diese Geräte die Spiele zu streamen, um das Spielevergnügen eben auch am großen Display genießen zu können. Als Demo setzte NVIDIA ein Tegra-3-Tablet sein, entsprechende TV-Hardware mit direkt eingebauter Tegra-Hardware wird allerdings in Kürze erscheinen bzw. ist bereits auf dem Markt.

Android auf dem Fernseher
Per angeschlossenem Tablet oder direkt eingebauter Hard- und Software können Spiele auch auf den heimischen Fernseher gebracht werden

Image-Processing für Prism und Direct Touch

Auf Seiten der Hardware sieht sich NVIDIA mit Tegra 4, Tegra 4i, Tegra 5 (Logan) und Tegra 6 (Parker) für die Zukunft gerüstet, nun gilt es sich etwas auf die Software zu konzentrieren. Eine aktuelle Entwicklung ist "Prism". Dabei handelt es sich um eine Technologie bzw. ein Image-Processing, bei der die Farbe eines jeden Pixels analysiert und die dahinterliegenden Helligkeit angepasst wird. Dies geschieht mit einer Aktualisierungsrate von 300 Bildern pro Sekunde. Hintergrund dieser Analyse ist Akkulaufzeiten zu verbessern, ohne das der Nutzer sich durch ein zu dunkles oder zu helles Displays gestört fühlt. Leider nannte Jen-Hsun keine konkreten Produkte oder Erscheinungstermine für Tablets, die diese Technologie einsetzen werden.

NVIDIA CEO Jen-Hsun Huang
NVIDIA CEO Jen-Hsun Huang demonstriert neue Image-Processing-Technologien

Ebenfalls angewendet wird das Image-Processing bei einer Technologie, für die NVIDIA Direct Touch von Intel weiter ausbaut. Aktuell ist es nicht möglich ohne einen aktiven Part im Stylus z.B. den Druck und damit die Stärke des Striches zu bestimmen. Dies dürfte sich in Kürze ändern und wieder wird spielt der Tegra-3-SoC eine wichtige Rolle. NVIDIA arbeitet an einer Technik, die mittels eines passiven Stylus unterschiedliche Strickstärken erkennen kann. Allerdings steht auch hier noch nicht fest, welcher Hersteller und wann wir eine technische Umsetzen sehen werden.

ARM vs. x86

Mit "Volta" auf dem Desktop und "Parker" als Tegra 6 der übernächsten Generation werden wir vermutlich 2015 endlich das sehen, was NVIDIA seit Jahren unter dem Projektnamen "Denver" entwickelt. Konkret geht es um die Entwicklung eigener ARM-Kerne, die gemeinsam mit GPU-Strukturen auf zukünftigen GPUs und SoCs eingesetzt werden. Sowohl der Desktop als auch der mobile Bereich sind also im Fokus. Auf die Frage hin, ob ARM-Architekturen oder dem x86-Prozessor die Zukunft gehören, konnte Jen-Hsun zunächst keine klare Antwort finden. So sei im professionellen Bereich die Software noch auf Jahre hin auf die x86-Architektur ausgelegt, während der mobile Sektor gerade von ARM dominiert wird. Der immer breiter werdende Support von Software für ARM (siehe Smartphone und Tablets mit Android und Windows 8 RT) könnte es in 10 Jahren aber möglich machen, dass ARM-Architekturen den kompletten Consumer-Bereich dominieren. "Volta" und "Parker" sind für NVIDIA daher auch eine Wette auf die Zukunft.