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NZXT steht wegen unzureichender Reaktion auf defekten PCIe-Riser in der Kritik (2. Update)

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nzxt h1 logoDas NZXT H1 konnte in unserem Test mit einer platzsparenden Aufteilung, cleveren Montagelösungen, einem elegant-modernem Design mit Glasfront und in vielen weiteren Punkten überzeugen. Doch offenbar hat sich auch ein kleiner Fehler in einer der Komponenten, dem PCI-Express-Riser bzw. der dazugehörigen Platine, eingeschlichen. Dieser kann zu einem Feuerrisiko werden, was zumindest als beunruhigend zu bezeichnen ist. Der Einsatz des PCI-Express-Risers ist daher in aktueller Form nicht zu empfehlen.

Ende 2020 veröffentlichte NZXT ein Statement dazu und will auch schon eine Lösung für das Problem gefunden haben, doch weitere Recherchen von Gamers Nexus haben ergeben, dass es damit wohl nicht getan ist und man nur das Symptom behoben, nicht aber die eigentliche Ursache.

Doch worum geht es eigentlich? In weniger als zehn Fällen ist es durch einen Design-Fehler dazu gekommen, dass Nutzer des H1 von Funkenflug und einer potentiellen Feuergefahr ausgehen mussten. Genauer identifiziert wurde das Problem in einem möglichen Kurzschluss zwischen dem PCB des PCIe-Risers und dem Metallgehäuse, welcher durch eine Metallschraube verursacht wurde. Um das Problem zu beheben bietet NZXT ein Repair-Kit bestehend aus zwei Plastikschrauben an, die anstatt der zwei Metallschrauben verwendet werden sollen, um das PCB des PCIe-Risers am Gehäuse zu befestigen.

In den vergangenen Wochen hat das Thema aber noch einmal an Brisanz gewonnen, denn Gamers Nexus beschaffte sich ein H1 und hat genauer untersucht, wo der Fehler liegt und ob der Einsatz von Plastikschrauben diesen tatsächlich behebt. In einem ersten Video hat man dazu versucht nachzustellen, wie es zum Kurzschluss kommt.

Tatsächlich kann es unter Unterständen dazu kommen, dass zwischen den +12 V und der Masse am Gehäuse ein Kurzschluss entsteht. Dieser kann auch dazu führen, dass sich Komponenten des PCIe-Risers und andere Gehäuseteil erhitzen und entzünden, wie die Bilder eindrucksvoll zeigen. Gamers Nexus ist dem Problem aber weiter auf dem Grund gegangen und hat sich dabei die Frage gestellt, warum das Problem nicht bei jedem Nutzer auftritt bzw. wie schwerwiegend es wirklich ist.

Der Analyse zufolge hat NZXT im PCB des PCIe-Risers die 12V-Layer derart dicht an die Bohrung für die Verschraubung gelegt, dass das Gewinde der Schraube den Kurzschluss erzeugt. Der Einsatz einer Plastikschraube verhindert demnach den Kurzschluss, löst aber das eigentliche Design-Problem im PCB nicht. Problematisch ist dies vor allem, da aktuelle Käufer des H1 sich dem Problem zwar bewusst sind, man aber versehentlich auch wieder eine Metallschraube verwenden könnte. Vorstellbar ist auch, dass bei einem Weiterverkauf des Gehäuses der Käufer nichts von den Problemen weiß und einfach wieder eine Metallschraube verwendet.

Die bessere Lösung wäre demnach das PCB-Design des PCIe-Risers zu überdenken und Käufern eines H1 die PCIe-Riser-Erweiterung komplett zu ersetzen. Damit wäre das Risiko des Kurzschlusses ein für allemal beseitigt. Dazu müsste die spannungsführende 12V-Layer im PCB anders gelegt werden. Zudem sollten Bohrungen im PCB, die dazu vorgesehen sind dieses am Gehäuse zu befestigen, an Masse angeschlossen sein. Dazu sind die Bohrungen selbst und der Randbereich meist mit Kupfer beschichtet. So kennen das sicherlich viele von den Bohrungen im Mainboard, über die eine Befestigung im Gehäuse erfolgt. Diese Befestigungspunkte liegen immer auf Masse.

Die Kritik an NZXT begründet sich aber auch in der Kommunikation des Unternehmens mit Gamers Nexus. Nach einer ersten Anerkennung des Problems, wurden weitere Bedenken der Kollegen ignoriert. Erst nachdem man ein zweites Video zu dem Thema ankündigte, veröffentlichtes NZXT untenstehendes Statement – vermutlich um dem Video zuvor zu kommen.

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In welcher Form NZXT nun auf die Kritik reagieren wird, bleibt abzuwarten. Die bisher eingesetzten PCBs basierten auf der Revision 1.3. Ob NZXT diese ändert, um das Problem des H1 zukünftig zu beseitigen ist sicherlich ebenso offen wie die Frage, ob das Repair-Kit um ein neues Riser-Kit ergänzt wird oder es bei den Plastikschrauben bleibt.

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1. Update: NZXT ersetzt den PCIe-Riser

NZXT hat ein neues Statement veröffentlicht. In diesem entschuldigt man sich für die bislang unzureichende Reaktion auf den Fehler. Man habe zwar eine Lösung für das Problem gefunden, aber nicht die eigentliche Ursache beseitigt. Als Folge entfernt man das H1 bis auf weiteres aus seinem Online-Shop und dem NZXT BLD. Käufer des H1, die bereits ein Repair Kit mit den Plastikschrauben geordert haben, sollen zudem einen neuen PCIe-Riser bekommen, der überarbeitet wurde.

Außerdem will man das Qualitätsmanagement verbessern, so dass solche Design-Fehler in Zukunft nicht mehr auftreten. Bereits im November habe man mit dem Redesign des PCIe-Risers begonnen und wollte diesen als Verbesserung in das H1 einfließen lassen. Nun aber wird man das H1 so lange nicht mehr anbieten, bis der neue PCIe-Riser zur Verfügung steht. Dies soll Ende März der Fall sein. Dann sollen die neuen PCIe-Riser als zweites Repair-Kit versendet werden.

Zudem könnte es in den USA noch zu einer offiziellen Rückrufaktion kommen, so das alle betroffenen Gehäuse vom Markt genommen werden. Dies gilt natürlich nur für die USA. Alle weiteren Informationen und Kontaktformulare findet ihr im Statement von NZXT.

2. Update: Rückruf in den USA und Kanada

Für bestimmte Märkte hat NZXT nun einen Rückruf für das H1 gestartet. Die kanadischen und US-amerikanischen Behörden (US Consumer Products Safety Commission (CPSC)) haben dazu entsprechende Informationen veröffentlicht. Auf einer Übersichtsseite bei NZXT gibt es alle notwendigen Informationen zum Repair Kit.

Auf der deutschen Webseite ist die Produktseite zum H1 noch immer erreichbar, es lässt sich allerdings nicht mehr in den Warenkorb legen. Der Geishals-Preisvergleich nennt keinerlei Angebote mehr und spricht von einem Produktrückruf: 

"Die beiden Schrauben, mit denen die PCIe-Riser-Baugruppe am Gehäuse befestigt ist, können einen elektrischen Kurzschluss in der Leiterplatte verursachen, der zu einer Überhitzung und damit zu einer Brandgefahr führen kann."