Acer Predator Thronos ausprobiert: Hoher Gaming-Spaß mit vielen Hürden

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predator thronosDer Thron der Spielerkönige kommt nach Deutschland! Zu welchen Konditionen, zu welchen Lieferbedingungen und zu welchem Zeitpunkt, das ließ Acer jedoch auch im Rahmen seiner jüngsten Presseveranstaltung in München offen, während der man am Mittwochabend den anwesenden Journalisten den Predator Thronos noch einmal ausführlich präsentierte. Eines ist sicher: So sehr das Gesamtpaket Spaß macht: Die Hürden sind immens. 

Groß, schwer und sperrig

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Das erste große Hindernis ist der Preis. Alleine die drei 27-Zoll-Monitore mit ihren gebogenen Displays kosten mit UHD-Auflösung, G-Sync, HDR und schnellen 144 Hz fast 4.500 Euro. Hinzu kommt die Hardware, welche mit Intel Core i9, SLI oder CrossFire und natürlich mit flotten PCI-Express-SSDs sowie massig Speicher für die Spielesammlung schnell genug sein sollte, um die zahlreichen Pixel ansteuern zu können. Sie schlägt locker mit weiteren 4.000 bis 6.000 Euro zu Buche. Da sind Tastatur, Maus, Gamepad und Headset fast schon ein Schnäppchen. Insgesamt muss man für den Gesamtaufbau des Acer Predator Thronos damit locker einen fünfstelligen Euro-Betrag hinblättern, was selbst für den ambitioniertesten Hobby-Spieler alles andere als günstig sein dürfte.

Spielt der Preis jedoch keine Rolle, dann sind Platz und eine stabile Decken- und Bodenkonstruktion gefragt. Denn fährt der Acer Predator Thronos seine Displaywand auf Knopfdruck automatisch nach oben und lädt den Spieler zum Spielen ein, ist eine Deckenhöhe von mindestens 2 m Pflicht, weswegen man darauf achten sollte, keine Deckenleuchten, Rauchmelder oder gar Ventilatoren in der Nähe zu haben. Am sichersten fährt man bei Altbauten, die meist mit Deckenhöhen von über 3 m aufwarten können, in Wohnungen aus der Gründerzeit sogar mit über 4 m. Altbauten haben jedoch das Problem der Traglast, denn mit einem Gesamtgewicht von rund 220 kg ist der Thronos alles andere als ein Fliegengewicht. Holzbalken-Konstruktionen kommen hier schnell an ihre Grenzen, zumindest aber über die Tragfähigkeit des Bodenbelags sollte man sich vor dem Kauf Gedanken machen, denn im Parkett oder PVC dürfte der Thronos seine Spuren hinterlassen. 

Dritte und letzte, wohl aber auch einfachste Hürde ist die Logistik. Zwar ist das Konzept noch nicht final durchgeplant, doch will Acer allen Käufern ein Komplettpaket anbieten. Geliefert werden soll der Spielerthron auf zwei Euro-Paletten per Spedition und einem Team von Technikern, das den Aufbau komplett in Eigenregie übernimmt. Acer ist zuversichtlich, alle Schwierigkeiten meistern zu können. Funfact am Rande: Bei Acer läuft der Gaming-Chair tatsächlich unter der Kategorie "Gadgets".

Immersives Spielevergnügen ganz bequem

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Sind alle Hürden und Schwierigkeiten genommen, macht der Acer Predator Thronos sehr viel Spaß. Wie in der Business- oder First-Class im Flugzeug wird der Stuhl über ein Bedienfeld in der Armlehne auf Knopfdruck in Position gebracht. Hier gibt es nicht nur vorgefertigte Profile wie beispielsweise eine bequeme Rücklage, auch nahezu jedes Bauteil lässt sich motorgetrieben in die gewünschte Position rücken. Der gepolsterte Sitz lässt sich um 140 ° verstellen, die Overhead-Halterung mit ihren Displays fährt automatisch vor den Kopf des Spielers und ermöglicht ihm so einen guten Rundumüberblick, was vor allem bei Renn- und Aufbauspielen von Vorteil ist – die eigentliche Umwelt kann einfach ausgeblendet werden, das Spielerlebnis wird intensiver. 

Dafür sorgen außerdem die integrierten Deep-Impact-Vibrations-Motoren, die anspringen, wenn der Spieler beispielsweise in Project Cars 2 einen Konkurrenten rammt oder über den Seitenstreifen in den Grünstreifen brettert. Das hohe Gewicht des Acer Predator Thronos rührt daher, dass man auf eine massive Stahlkonstruktion setzt. Das Stahlskelett ist komplett in Schwarz gehalten, eine Beleuchtung darf jedoch nicht fehlen. Der Innenraum wird über weiße LEDs beleuchtet, an den Streben und Seiten gibt es zahlreiche weitere LEDs und Logos, die im Betrieb im Predator-Blau aufleuchten. 

Da wirkt die RGB-Beleuchtung des Acer Predator Orion 9000 fast schon ein wenig unspektakulär, schade ist, dass Acer die eigentliche Hardware nicht direkt im Thronos verbaut, sondern der PC abgetrennt neben dem eigentlichen Thron aufgestellt wird. Sound auf den Ohren gibt es nur über ein Headset, eine Soundanlage ist nicht integriert.

Schnelle Hardware-Power

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Befeuert wurden die Anspielstationen in München von einem Acer Predator Orion 9000, einem wahren Monster unter den Komplettsystemen. Im Inneren stecken Intels schnellste Core-i9-Prozessoren und natürlich High-End-Grafikkarten bis hin zur NVIDIA GeForce RTX 2080 oder AMD Radeon RX Vega 64, die teilweise sogar im Doppel- oder gar Vierergespann kombiniert werden können und so für 8K- und VR-Gaming bestens gerüstet sind. 

Dazu gibt es bis zu 128 GB Arbeitsspeicher, eine Übertaktung auf Knopfdruck, schnelle PCI-Express-SSDs und eine Flüssigkeitskühlung in Verbindung mit Acers eigenem IceTunnel-2.0-Kühlsystem, wobei nur die Abwärme des bis zu 18 Kerne starken Prozessors per Flüssigkeit abgeführt wird. Anschlussseitig bietet das futuristisch gestaltete RGB-Gehäuse mit seinen eigenen Tragegriffen und Rollen für den Transport alle modernen Schnittstellen bis hin zu USB Typ-C.

Neue Gaming-Notebooks

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Ebenfalls futuristisch ist das Acer Predator Triton 900, welches man im Zuge der Präsentation des Predator Thronos ebenfalls mit aufgebaut hatte. Dabei handelt es sich um ein leistungsstarkes Gaming-Notebook, dessen Bildschirm sich wie bei einem Convertible drehen und neigen lässt. Dank der CNC-gefrästen Umrahmung lässt sich der 17-Zöller drehen, kippen und neigen, womit Spieler zwischen vier verschiedenen Nutzungsmodi wechseln können – dank des kapazitiven Touch-Displays lässt sich das Gerät sogar zum Tablet umfunktionieren oder als Konsole bequem auf dem Sofa einsetzen. 

Den Trend hin zur flachen Bauweise verfolgt das Vollmetallgehäuse des Predator Triton 900 ebenfalls, das es auf schlanke 23,74 mm bringt. Unter der Haube gibt es einen Core-i7-Prozessor der achten Core-Generation, eine flotte Turing-Grafikkarte bis hin zur NVIDIA GeForce RTX 2080 mit 8 GB GDDR6-Videospeicher und natürlich verschiedene Speicherkombinationen bis hin zu einem RAID-0-Verbund zweier NVMe-SSDs. Das Display löst mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten auf und bietet G-Sync-Support.

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Ebenfalls sehr kompakt, jedoch mit traditionellem Aufbau versehen ist das Acer Predator Triton 500, welches seit wenigen Tagen im Handel verfügbar ist. Seine Bauhöhe beläuft sich trotz der potenten Spieler-Hardware auf unter 18 mm, das Gesamtgewicht liegt bei nur rund 1,9 kg. Technisch gibt es einen Intel Core i7-8750H, der mit einer GeForce RTX 2080 Max-Q oder den kleineren Schwestermodellen bestückt werden kann. Preislich muss man dafür aber tief in die Tasche greifen: Für die Maximalausstattung will Acer 2.499 Euro haben, weitere Modellvarianten zu Preisen ab 1.699 Euro sollen im Laufe des Monats folgen. 

Ein Testmuster des Acer Predator Triton 500 ist bereits organisiert und sollte uns gegen Ende der nächsten Woche erreichen. Ob es auch einen umfangreichen Testbericht zum Predator Thronos der Hardwareluxx-Redaktion geben wird, bleibt abzuwarten. Außerdem muss Acer den Spielerthron erst einmal zur Verfügung stellen wollen.