Test: Samsung GALAXY Tab 10.1v - Generalprobe für das 10.1

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samsung_galaxy_101_teaserMit dem GALAXY Tab 10.1 bietet Samsung eines der bisher vielversprechendsten Android-Tablets an. Vor diesem Tablet hat Samsung mit dem GALAXY Tab 10.1v jedoch ein Tablet auf den Markt gebracht, das wie eine Generalprobe für das GALAXY Tab 10.1 wirkt. Bei ähnlicher Hardware-Ausstattung muss das 10.1v noch mit einem über 2 mm dickeren Gehäuse vorlieb nehmen. Dafür bietet es jedoch eine deutlich höher auflösende Rückseitenkamera. Ob das GALAXY Tab 10.1v trotz der raschen Ablösung durch das 10.1 ein überzeugendes Tablet ist, möchten wir in unserem Test klären.

Zuletzt waren die Samsung-Tablets vor allem deshalb Gesprächsthema, weil Apple den Vertrieb des Flaggschiffmodells GALAXY Tab 10.1 per einstweiliger Verfügung in Europa unterbunden hat (wir berichteten). Dieses Vorgehen ist Teil einer bereits länger andauernden juristischen Auseinandersetzung, die sich um Patentrechte dreht. Von der einstweiligen Verfügung ist das GALAXY Tab 10.1v bisher nicht betroffen. Relativ kurz vor dem Verkaufsstart des regulären 10.1 wurde dieses Tablet gemeinsam mit Vodafone auf den Markt gebracht.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen dem GALAXY Tab 10.1 und dem 10.1v lassen sich schnell aufzählen. Neben dem dickeren Gehäuse kann das Vodafone-Gerät auch einen Pluspunkt für sich verbuchen: Die rückseitige Kamera bietet mit 8 MP eine deutlich höhere Auflösung als die 3 MP-Kamera des 10.1. Einen bemerkenswerten Unterschied gibt es auch beim Betriebssystem: Das GALAXY Tab 10.1 nutzt bereits Honeycomb 3.1, beim  10.1v muss man hingegen noch mit Honeycomb 3.0 Vorlieb nehmen. Ob und wann Samsung dem 10.1v ein Update auf Honeycomb 3.1 spendiert, ist noch unbekannt. Generell ist das 10.1v mit Markteinführung des 10.1 eigentlich ein Auslaufmodell - doch aufgrund der aktuellen Auseinandersetzung zwischen Apple und Samsung könnte sich das GALAXY Tab 10.1v noch etwas länger am Markt behaupten.

Das Innenleben dieses Tablets ist mit einem 1 GHz schnellen Tegra 2-Dual-Core-Prozessor, 1 GB Arbeitsspeicher, 16 GB Flash-Speicher, WLAN und 3G jedenfalls genau so auf der Höhe der Zeit wie das hochauflösende Multi-Touch-Display.


Aktuelle Tablets haben einiges zu bieten. Um einen schnellen Überblick zu bekommen, wollen wir im Folgenden die Features des Samsung GALAXY Tab 10.1v einmal auflisten:

Hersteller und Bezeichnung Samsung GALAXY Tab 10.1v

Straßenpreis ab 549 Euro (aktuelle Preise auf preisvergleich.hardwareluxx.de)
Homepage Samsung
Technische Daten
Prozessor 1 GHz Dual-Core NVIDIA Tegra 2
Arbeitsspeicher (RAM) 1024 MB
Interner Speicher 16 GB
Speichererweiterung nein
Anschlüsse 3,5-mm-Klinke (Kopfhörer)
SIM-Kartenslot
Netzteil-Anschluss (gleichzeitig USB)
Maße (LxBxH) 246,2 x 170,4 x 10,99 mm
Gewicht (Herstellerangabe) 589 g
Display
Typ kapazitiver WXGA-Multitouchscreen
Diagonale 10,1-Zoll (25,7 cm)
Auflösung und Pixeldichte 1280 x 800 Pixel; 149,4 ppi
Akku
Typ Li-Polymer
Kapazität 6860 mAh
Laufzeit (Videowiedergabe) bis zu 10 Stunden
Standby (3G Modus)
1810 Stunden
Ausstattung
Betriebssystem Android Honeycomb 3.0.1
Mobile Datendienste mit UMTS
Bluetooth 2.1+EDR
WLAN 802.11 a/b/g/n, Dual-Antenne
GPS GPS
Kamera
vorne: 2 Megapixel 
hinten: 8 Megapixel (LED-Blitz)
Sensoren G-Sensor
Digitaler Kompass
Gyroskop
Näherungssensor

Besonderheiten hochauflösende Kamera, UMTS
Lieferumfang Samsung GALAXY Tab 10.1v
Netzteil
USB-Kabelkombination
Headset
Benutzerbroschüre

Die hier nicht aufgeführten Multimedia-Funktionen finden sich auf der "Multimedia"-Seite im Verlauf des weiteren Reviews. Nach dieser eher theoretischen Betrachtung folgt nun der ausführliche Testbericht. 


Die Hardwarespezifikationen des Samsung GALAXY Tab 10.1v entsprechen denen eines typischen Android-3-Tablets. Es werden ein Dual-Core-Tegra-2 mit 1 GHz Taktfrequenz und 1 GB Arbeitsspeicher verbaut. Der zusätzliche Flash-Speicher ist mit 16 GB ausreichend groß, manche Konkurrenzmodelle bieten jedoch bereits 32 GB Festspeicher. Mangels Kartenslot kann hier auch nicht nachgerüstet werden. Die weitere Ausstattung mit UMTS, WLAN und Bluetooth sowie den verschiedensten Sensoren kann hingegen überzeugen.

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Während andere Hersteller wie Motorola beim XOOM oder natürlich auch Apple beim iPad auf Aluminium setzen, besteht das Gehäuse des Samsung GALAXY Tab 10.1v aus Kunststoff. Die Verarbeitung ist solide, die Verwindungssteifigkeit kann aber  nicht mit der eines Aluminiumgehäuses mithalten. Die Farbgebung ist mit Silber/Schwarz klassisch zu nennen und entspricht der vieler Konkurrenzprodukte. Die mittig positionierte 2-MP-Frontkamera ist so dezent integriert, dass sie sich unauffällig ins Gesamtbild einfügt.

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Für die Rückseite des GALAXY Tab 10.1v hat Samsung auf texturierten Kunststoff zurückgegriffen. In Kombination mit der leichten Wölbung sorgt die Materialwahl dafür, dass das Tablet gut in der Hand liegt. Abgesehen von dem mittig eingearbeiteten Samsung-Logo sticht auf dieser Seite vor allem die 8-MP-Kamera mit LED-Blitz hervor.

Der Ersteindruck fällt insgesamt positiv aus. Das Gehäuse des GALAXY Tab 10.1v besteht zwar aus Kunststoff, das Tablet liegt aber gut in der Hand, womit auch längeres Halten des Geräts nicht unangenehm wird. Die Hardware entspricht weitgehend dem aktuellem Standard.


Im folgenden Abschnitt wollen wir detailliert auf die Konnektivität und Akkulaufzeit des Tablets eingehen. So sind die verschiedenen Schnittstellen zur Außenwelt durch das uns ständig umgebende Internet deutlich erweitert worden. Auch das GALAXY Tab 10.1v muss sich in den verschiedensten Bereichen beweisen.

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Die Anschlussaustattung des Samsung-Tablets ist leider sehr spartanisch ausgefallen. Neben dem Netzteilanschluss, der auch für die Datenübertragung per USB genutzt wird, gibt es nur noch einen 3,5-Zoll-Klinkenanschluss. Weitere Anschlüsse fehlen - vor allem ein HDMI-Anschluss wird vermisst. Der Netzteilanschluss wurde an der unteren Kante platziert.

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Für das Netzteil und ein dazugehöriges Kabel greift Samsung auf eine praktische Lösung zurück. Das Netzteil selbst ist sehr kompakt und sitzt gleich auf dem Stecker auf. Als Netzteilkabel dient ein USB-Kabel, das auch zur Datenübertragung zwischen Tablet und Computer genutzt werden kann.

 

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Der Power-Schalter hat seinen Platz gut erreichbar an der linken Seite des Tablets gefunden. Mit einem kurzen Druck wird das Gerät in den Stand-By-Modus versetzt bzw. daraus aufgeweckt, mit einem langen Druck wird es richtig hoch- bzw. heruntergefahren. Die kleinen Lautsprecher wurden mittig in beide Seitenstreifen integriert. Die kompakten Dimensionen setzen der Soundqualität natürlich Grenzen, es empfiehlt sich die Nutzung eines Kopfhörers. Der 3,5-mm-Klinkenanschluss auf der linken Seite lässt die Nutzung von Kopfhörern und Headsets mit dem weitverbreiteten Standardanschluss zu.

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Dank SIM-Slot auf der rechten Seite kann UMTS genutzt werden, ein Slot für zusätzliche Speicherkarten fehlt allerdings. Damit müssen Käufer dauerhaft mit den integrierten 16 GB Flashspeicher auskommen. 

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Die Oberseite des Tablets hat die Lautstärkewippe aufgenommen, außerdem hat hier das integrierte Mikrofon seinen Platz gefunden.

Synchronisierung:

Android-üblich lässt sich das Tablet problemlos mit einem Google Account synchronisieren. Kontakte, Kalender und E-Mails sind dann synchron auf allen Plattformen vertreten. Andere kabellose Möglichkeiten bieten sich z.B. durch den Einsatz eines Exchange-Accounts an. Mit MS Exchange Active Sync vorinstalliert und per USB an den Computer angeschlossen, meldet sich das Tablet als Massenspeicher, der einfach über den Explorer befüllt werden kann.

Internet & Nachrichtendienste:

Der Internetzugang ist über WLAN oder UMTS möglich. Anders als viele Konkurrenzprodukte wird das GALAXY Tab 10.1v auch gar nicht erst in einer reinen WLAN-Variante angeboten.  Die UMTS-Verbindung hat in unserem Test auf Anhieb funktioniert - unterwegs surfen ist somit absolut kein Problem mehr. Aber auch per WLAN kamen wir direkt ins Netz. Wie bei den Konkurrenzprodukten kann der Android-Browser mit Tabbed-Browsing und Quick-Controls überzeugen. Trotz verbauter SIM-Karte ist Telefonieren bzw. SMS-Schreiben nicht vorgesehen - wie bei Android 3.0-Geräten generell.

 

Akkulaufzeit:

Die Akkulaufzeit eines Tablets ist zumeist zwar höher als die eines Smartphones, kann für viele jedoch nicht hoch genug sein. Das ist sicherlich verständlich, doch keines der aktuellen Tablets kommt deutlich über die 10-Stunden-Marke. So gibt auch Samsung für das GALAXY Tab 10.1v eine typische Laufzeit von 10 Stunden an. Die Laufzeit konnten wir durchaus bestätigen


Video:

Ein Tablet bietet sich nicht nur zum entspannten Couch-Surfen an, sondern kann ebenso als Mediaplayer genutzt werden. Unterwegs möchte man damit eventuell auch den einen oder anderen Film gucken. Dank der hohen 16:10-Auflösung lassen sich auch aktuelle Blockbuster in guter Qualität ansehen. Doch wie sieht es mit verschiedenen Formaten aus? Samsung verspricht Full-HD-Wiedergabe - das wollen wir natürlich überprüfen.

Die Videowiedergabe mit dem Standard-Mediaplayer (etwas versteckt zu erreichen unter Galerie) ist gut, dieser unterstützt jedoch nur recht wenige Formate. Dank vieler Alternativen im Android Market sollte dies jedoch kein Problem darstellen. Der performante Tegra-2-Chip sollte theoretisch Videos mit einer Auflösung von bis zu 1080p wiedergeben können. Unter Android 3.0 scheint es jedoch aufgrund der mangelhaft umgesetzten Hardwarebeschleunigung noch einige Probleme zu geben, sodass maximal 720p-Filme ruckelfrei wiedergegeben werden können - und diese auch nur bis zu einer gewissen Datenrate bzw. einem speziellen Profil. US-Geräte zeigen: Unter Honeycomb 3.1 ist dies besser umgesetzt - aber immer noch nicht perfekt.

Videos können einfach per USB-Kabel vom Rechner übertragen werden. Sie müssen im Movies-Ordner abgelegt werden. Ähnlich ist mit Musikdateien zu verfahren - diese finden ihren Platz im Music-Ordner.

Die Stereo-Lautsprecher haben ihren Platz auf beiden Seiten des Geräts gefunden. Gegenüber manchem Konkurrenzprodukt bietet das den Vorteil, dass die Lautsprecher nicht verdeckt werden, wenn das Gerät abgelegt wird. Allerdings bleibt im schmalen Rahmen auch nur wenig Platz für die Lautsprecher.

Unterstützte Formate:
Audio MP3, AAC, AAC+, eAAC+, OGG, MIDI, AMR-NB/WB
Foto
Video MPEG4, H.263, H.264

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Der Nutzen einer Fotokamera in einem Tablet beschränkt sich natürlich auf Gelegenheitsbilder. Die rückseitig verbaute 8-MP-Kamera kann für eine Tablet-Kamera jedoch sogar relativ überzeugende Bilder einfangen und setzt sich damit durchaus etwas von Konkurrenzlösungen ab. Zwei Beispielbilder demonstrieren das:

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Nicht nur die Außenaufnahme mit Sonnenlicht, sondern auch die ohne Blitz gemachte Innenaufnahme bei schwachem Kunstlicht ist durchaus akzeptabel. Natürlich ersetzt die Tablet-Kamera keine vollwertige Digitalkamera, aber für die eine oder andere Gelegenheitsaufnahme ist sie brauchbar.

Mit der Kamera lassen sich auch Full-HD-Videos aufzeichnen, deren Qualität ebenfalls (für eine Tablet-Kamera) ordentlich ist. Die Videos werden im Ordner ?DCIM/Camera hinterlegt und liegen dort im MP4-Format vor. Sie können problemlos mit gängigen Playern wie z.B. Microsofts Windows Media Player wiedergegeben werden.

 

Ein Video der Rückkamera des Samsung GALAXY Tab 10.1v. Die Qualität wird im eingebetteten Player verschlechtert, da er keine HD-Wiedergabe zulässt. Dafür bitte auf hardwareclips.com gehen und das Video dort mit aktivierter HD-Wiedergabe abspielen (oder alternativ unten von unserem Server laden).

Natürlich möchten wir nicht, dass die Qualität der Beispielbilder- und Videos durch die Galerie oder den Videoupload verfälscht wird, daher haben wir die Originaldaten direkt vom Mobiltelefonspeicher auf unsere Server hochgeladen:
SunSpider JavaScript Benchmark

Im JavaScript Benchmark "SunSpider", der über das WLAN durchgeführt wurde, kann man - wie der Testname schon aussagt - die JavaScript-Performance eines Gerätes messen. Es fällt auf, dass Samsungs GALAXY Tab 10.1v gleichauf mit Motorolas XOOM liegt. Beide Geräte verfügen über die gleiche Hardware und über das gleiche Betriebssystem - Android 3.0. Der Android 3.1-Konkurrent von ASUS, das Eee Pad Transformer, kann sich hingegen leicht absetzen.

Rightware Browsermark

Der Browsermark-Test wurde ebenfalls per WLAN durchgeführt. Auch in diesem Benchmark erreichen die beiden Android 3.0-Modelle eine sehr ähnliche Punktzahl.


Über Honeycomb wurde schon viel geschrieben - besonders, weil die Version 3.0 von Googles Mobil-OS Android speziell für Tablets angepasst wurde. So haben wir uns auch in der aktuellen Ausgabe der Hardwareluxx [printed] 04/2011 eingehend mit diesem Betriebssystem auseinandergesetzt und darüber hinaus noch einen Ausblick auf die nächste Android-Version Ice Cream Sandwich gegeben (S. 58-61).

Eine neue Notification-Bar, die immer sichtbar ist, ist am unteren Rand des Screens angeordnet. So fallen im Gegensatz zu früheren Android-Versionen die Hardware-Buttons für Funktionen wie "Zurück", "Home" oder den "App Switcher" weg - diese finden sich als drei Icons in der linken Ecke. Die rechte Ecke ist mit einer Uhr, WLAN-Signalanzeige sowie dem Akkustand ausgestattet. Ein kurzer Tipp darauf bietet weitere Informationen wie das aktuelle Datum oder die Akkustärke in Prozent und den Namen des WLANs. Klickt man auf das Einstellungsicon, so werden einige Schnellzugriffsfunktionen angeboten - u.a. die Regulierung der Bildschirmhelligkeit, Einstellungen der Funkverbindungen sowie ein Link in die Einstellungen des Tablets. Links neben der Uhr werden ggf. Icons von laufenden Applikationen oder sogenannte Notifications angezeigt. Bekommt man eine neue E-Mail, sieht man dies direkt und kann darauf reagieren. Insgesamt gefällt uns die Notification-Bar sehr gut, wenngleich sie auch ein Stück des zur Verfügung stehenden Platzes einnimmt. In puncto Anpassungen hält sich Samsung zurück und liefert das Honeycomb-Tablet in der Standardausführung aus - Design und Apps sind so, wie von Google vorgesehen. Wie z.B. schon bei Motorolas Xoom gibt es keine zusätzliche Software oder Ähnliches.

Um einen detaillierten Eindruck von Android 3.0 zu vermitteln, verweisen wir an dieser Stelle auf unser Testvideo vom Motorola Xoom. Die auf das Betriebssystem bezogenen Eindrücke lassen sich 1:1 auf Samsungs GALAXY Tab 10.1v übertragen.

Videoreview des Motorola XOOM - HTML5-Version auf YouTube

Wie im Video zu sehen ist, läuft Honeycomb 3.0 an manchen Stellen noch nicht ganz rund. Das berühmte Android-Ruckeln fällt gerade beim Wechsel der Homescreens auf und vermittelt einen doch etwas unfertigen Eindruck. Probleme mit abstürzenden Applikationen oder nicht funktionierenden Widgets sollte es mit dem 3.1-Update nicht mehr geben. Zudem wird Google die App-Switcher-Leiste erweitern, sodass deutlich mehr Applikationen als bislang angewählt werden können. Weitere wichtige Features sind ein USB-Host-Modus sowie ein genereller Performance-Schub in Sachen HD-Wiedergabe und die Beseitigung der angesprochenen Ruckler. Im Fall des GALAXY Tab 10.1v ist momentan allerdings noch nicht klar, ob Samsung dieses Update überhaupt bereitstellen wird oder sich vollständig auf das neuere GALAXY Tab 10.1 konzentriert.

Weniger gefallen hat uns der Market, der keine klare Trennung zwischen Tablet und Smartphone kennt (zumindest außerhalb der USA). Spezielle Tablet-Applikationen findet man nicht, bislang ist man auf Listen von Nutzern angewiesen, wie sie in einschlägigen Foren zu finden sind. Hier sollte Google dringend nachbessern - aber auch die Entwickler sind gefragt, denn bislang finden sich nur wenige Tablet-Applikationen im Market. Insgesamt ist Honeycomb noch am Anfang - dafür ist das System schon sehr weit. Trotzdem braucht es noch einige Optimierungen um in Sachen Smoothness an Systeme wie iOS heranzukommen.

Samsung bietet mit dem GALAXY Tab 10.1v ein solides Android-Tablet an, das eine Reihe von Stärken vorweisen kann. Dazu gehört die verbaute Hardware, die dem aktuellen Standard entspricht. Ansonsten sticht Hardware-seitig vor allem die verbaute Kamera hervor, die relativ annehmbare Bilder und Videos produziert. Das Kunststoffgehäuse wirkt nicht ganz so hochwertig wie die Aluminiumgehäuse mancher Konkurrenzprodukte, liegt aber angenehm in der Hand. Weniger überzeugend ist die begrenzte Anschlussausstattung. So wird beispielsweise ein HDMI-Ausgang vermisst (das von Samsung für das Galaxy Tab 10.1 angebotene HDTV-Adapterkabel EPL-3PHP ist laut verschiedenen Nutzererfahrungen nicht für das 10.1v geeignet). Auch die Abwesenheit eines microSD-Slots ist bedauerlich, der vorhandene Speicher kann so nicht ergänzt werden.

Das Samsung GALAXY Tab 10.1v hat einen großen Schwachpunkt - mit der Markteinführung des schlankeren GALAXY Tab 10.1 ist es eigentlich schon ein Auslaufmodell. Das macht sich besonders bei der Produktpflege bemerkbar. Samsung hat das längst überfällige Update auf Android 3.1 noch nicht bereitgestellt. Momentan ist unklar, ob das GALAXY Tab 10.1v überhaupt noch geupdatet wird. Kaufinteressenten sollten sich bewusst sein, dass sie eventuell ein Produkt erwerben, das nicht weiter gepflegt wird. Android ist als Tablet-OS jung, es sind in absehbarer Zeit noch große Entwicklungssprünge zu erwarten. Um daran teilhaben zu können, ist eine verlässliche Produktpflege seitens der Hersteller natürlich unerlässlich. Alternativ gibt es die Option, selbst Hand anzulegen. In einschlägigen Foren finden sich Anleitungen, wie Android 3.1 auf dem Tablet installiert werden kann. Diese Bastellösungen sind allerdings umständlich und dürften damit nur für wenige Nutzer eine wirkliche Alternative zu einem herstellerseitigen Update darstellen.

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Zum momentanen Zeitpunkt können wir deshalb keine klare Kaufempfehlung für das GALAXY Tab 10.1v aussprechen. Dieses Tablet würde dann interessant werden, wenn Samsung es mit neuen Android-Versionen versorgt und vielleicht im Rahmen des Abverkaufs der Preis noch etwas sinkt.

Positive Aspekte des Samsung GALAXY Tab 10.1v:

  • Maße und Gewicht, Verarbeitung, Akkulaufzeit
  • verbaute Kameras
  • UMTS-Anbindung

Negative Aspekte des Samsung GALAXY Tab 10.1v:

  • bisher nur Android 3.0
  • unzureichende Anschlussausstattung
  • kein microSD-Slot, damit keine Speicherweiterung möglich

Weiterführende Links: