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NVIDIA erweitert den Vertrieb seiner KI-Beschleuniger um ein neues Finanzierungs- und Nutzungsmodell, um seine Dominanz in der Branche nachhaltig zu verfestigen. Im Mittelpunkt stehen kleinere Cloud-Anbieter, die unter dem Begriff Neoclouds auftreten und Rechenleistung auf Basis aktueller NVIDIA-Hardware an Start-ups oder andere Kunden vermieten.
Der neue Ansatz sieht dabei vor, dass NVIDIA den Betreibern einen Teil des wirtschaftlichen Risikos abnimmt: Finden diese nicht ausreichend Abnehmer für ihre Rechenkapazitäten, will NVIDIA ungenutzte Leistung selbst zurückmieten. Im Gegenzug erhält der GPU-Spezialist eine Beteiligung an den Umsätzen der Anbieter. Ob die Hardware zusätzlich zu vergünstigten Konditionen verkauft wird, ist bislang nicht eindeutig geklärt.
Für Neocloud-Betreiber könnte das Modell den Zugang zu teurer KI-Infrastruktur jedoch erleichtern. Der Aufbau entsprechender Rechenzentren erfordert hohe Anfangsinvestitionen, während die Auslastung gerade bei neuen Anbietern unsicher ist. Durch die Zusage NVIDIAs sinkt zumindest ein Teil des Risikos, auf ungenutzter Kapazität sitzenzubleiben.
Zu den ersten Teilnehmern gehören die australischen Unternehmen Sharon AI und Firmus Technologies. Sharon AI plant nach eigenen Angaben ein Rechenzentrum mit einer möglichen Leistung von bis zu 72 Megawatt und bis zu 40.000 GB300-Boards auf Basis von Grace Blackwell. Firmus Technologies arbeitet an einem Standort in Indonesien, der perspektivisch auf bis zu 360 Megawatt und 170.000 NVIDIA-GPUs ausgelegt werden soll.
Für NVIDIA ist das Modell dabei nicht nur wegen der Umsatzbeteiligung interessant. Denn die Rechenzentren innerhalb des Programms entstehen sogar nach den Vorgaben des Unternehmens. Dadurch verkauft NVIDIA nicht allein KI-Beschleuniger, sondern auch weitere Bestandteile der Infrastruktur, darunter Prozessoren, Netzwerktechnik, Switches und ergänzende Komponenten.
Finanzchefin Colette Kress beschreibt das Programm dabei als Möglichkeit, wiederkehrende und nutzungsabhängige Einnahmen zu erzielen. NVIDIA selbst schafft sich damit neben dem klassischen Verkauf von Chips eine weitere Erlösquelle, die stärker an die tatsächliche Nutzung der Rechenzentren gekoppelt ist.