Mining-Boom: Investoren verklagen NVIDIA

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nvidiaWie jetzt bekannt wurde haben mehrere Investoren das kalifornische Unternehmen NVIDIA verklagt. Die Investorengruppe beschuldigt NVIDIA Falschaussagen bezüglich des Einflusses der Krypto-Miner auf den Umsatz des Unternehmens getätigt zu haben. Laut Aussagen der Investoren habe NVIDIA auf diversen Analystenkonferenzen die Auswirkungen des Mining-Booms heruntergespielt. Wie sich der Anklageschrift entnehmen lässt, sollen im Zeitraum vom 10. Mai 2017 bis 14. November 2018 knapp 60 % der verkauften NVIDIA-Karten an Miner gegangen sein. Da es sich bei Mining-Farmen in der Regel aber eher um ein kurzlebiges Geschäftsmodell handelt, versuchten die NVIDIA-Manager dies zu verschleiern. 

Stattdessen habe man den Investoren als Ursache für die gestiegenen Verkaufszahlen und den damit generierten Umsatz von rund einer Milliarde US-Dollar das Wachstum auf dem PC-Spielemarkt verkauft. Lediglich die speziellen Miningkarten des Unternehmens wurden ab Sommer 2017 unter dem Punkt "OEM und IP" geführt. Laut Angaben von NVIDIA sollten aber unter der genannten Kategorie sämtliche Einnahmen, die von Mining-Farmen stammen, verzeichnet werden. Dies hatte zur Folge, dass sich der Aktienkurs aufgrund der falschen Zahlen des Unternehmens mehr als verdoppelte und von rund 100 Euro auf über 240 Euro anstieg.

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Laut den klagenden Investoren stellte sich jetzt anhand von E-Mails und Videos von Meetings heraus, dass NVIDIA ganz genau Bescheid wusste, ob eine Karte zum Mining oder zum Gaming verwendet wurde. Hierfür wurden Daten der GeForce-Experience-Software ausgewertet und auf gängige Marktanalysen zurückgegriffen. 

Dies erklärt auch die Geschehnisse im Jahr 2018. Das Unternehmen stellte eine Vielzahl von GeForce-GTX-1060-Grafikkarten her und füllte seine Lager. Besagte Karte war zur damaligen Zeit besonders beliebt bei Betreibern von Mining-Farmen. Allerdings brachen die Preise für Kryptowährungen wie Bitcoins oder Ethereum ein und dies wirkte sich ebenfalls auf die Nachfrage nach neuen Karten aus. Was zur Folge hatte, dass der Umsatz des Unternehmens ebenfalls stark schrumpfte.