Monsanto nutzt künstliche Intelligenz und Deep Learning für Ernteschutz

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Das Unternehmen Monsanto stellt sich in Selbstpräsentationen oft geradezu altruistisch dar. Etwa heißt es in einer Selbstbeschreibung: „Monsanto hat sich verpflichtet eine große Bandbreite an Lösungen zu finden, um unsere wachsende Welt zu ernähren.“ Kritiker des amerikanischen Konzerns vergleichen das Unternehmen hingegen in Internetforen regelmäßig mit dem fiktiven Unternehmen Umbrella aus den Spielen der Reihe „Resident Evil“.

So vertreibt Monsanto gentechnisch verändertes Saatgut und setzte sich vielfach für das umstrittene und in Deutschland streng regulierte Herbizid Glyphostat ein. Auch kontroverse Verträge Monsantos in Entwicklungsländern brachten dem Unternehmen negative Presse ein. Unumstritten ist zumindest, dass Monsanto mit fortschrittlichster Technik nach Methoden forscht, um sein patentiertes Saatgut noch widerstandsfähiger zu machen und zu schützen.

Wie Monsanto nun in einer Pressemitteilung bestätigt hat, setzt man zum Ernteschutz mittlerweile sogar künstliche Intelligenz und Deep Learning ein. Dafür hat man mit Atomwise kooperiert. Letztere entwickeln Systeme mit künstlicher Intelligenz, die gezielt nach bestimmten Molekülen suchen. AtomNet nennt sich die Technik, die mit Deep-Learning-Algorithmen arbeitet. Supercomputer analysieren Millionen von Molekülen, um nach den richtigen Merkmalen für neue Produkte zu suchen, die Monsanto für den Ernteschutz entwickeln könnte.

Dr. Abraham Heifets von Atomwise erklärt: „Die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, ist eine dringe Priorität, um global die Gesundheit zu gewährleisten. Und dafür muss man jede zur Verfügung stehende Technologie einsetzen.“ Traditionelle Prozesse arbeiten mit Trial-and-Error-Verfahren, um zehntausende Moleküle zu analysieren. Die AtomNet-Technik vereinfacht die Suche allerdings, indem vor allem Interaktionen zwischen Molekülen im Fokus stehen. Mit der Hilfe von Deep Learning sagt man Reaktionen voraus, um die Moleküle zu entdecken, welche dabei unterstützen könnten, die Ernte zum Beispiel vor Schädlingen zu schützen. Dabei erkennt die künstliche Intelligenz Muster und lernt dazu, um die Suche ständig effizienter zu gestalten.

Es ist durchaus spannend, wie künstliche Intelligenz somit in immer mehr Forschungsgebieten an Bedeutung gewinnt und in diesem Fall aktiv die Produktentwicklung beschleunigt. Sicherlich wird man in diesem Bezug bald noch deutlich mehr hören – nicht nur von Konzernen wie Monsanto.