Watchever gibt Ende 2016 auf

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watcheverAb dem 1. Januar 2017 haben Netflix, Amazon Prime Video und andere Anbieter von Video-Streaming einen Konkurrenten weniger. Denn am Tag zuvor wird Watchever zum letzten Mal Filme und Serien anbieten. Nach fast genau vier Jahren beendet Vivendi damit sein Experiment in Deutschland, absehbar war das Aus bereits seit Monaten.

So meldete die französische Zeitung Les Échos bereits im Sommer, dass die Einstellung des Dienstes zum Jahresende hin geplant sei - selbst die Mitarbeiter hätte man bereits informiert. Während dies nun bestätigt wurde, kann über die Gründe weiterhin nur spekuliert werden. Als sicher gilt, dass Watchever seit dem Start im Januar 2013 Verluste im dreistelligen Millionenbereich angehäuft hat und nie einen nennenswerten Marktanteil erreichen konnte. Im vergangenen Jahr soll der bei knapp 11 % gelegen haben, weit abgeschlagen hinter Amazon mit rund 47 und Netflix mit knapp 37 %; selbst iTunes soll mit annähernd 15 % mehr Nutzer gehabt haben.

Versuche, das Unternehmen an die Konkurrenz zu verkaufen und damit zumindest Teile zu retten, sollen mehrfach gescheitert sein, unter anderem ist die Rede von Gesprächen mit ProSiebenSat.1, Sky und Netflix. Selbst die Übernahme durch das Management im Zusammenspiel mit einem externen Investor gelang nicht.

Nutzer von Watchever müssen nach Angaben des Dienstes nicht aktiv werden. In diesem Monat soll die letzte Abbuchung der monatlichen Gebühr erfolgen, bis zum 31. Dezember kann das Film- und Serien-Angebot unverändert genutzt werden. Anschließend sollen alle Daten, die Watchever nicht aus rechtlichen Gründen aufbewahren muss, vollständig gelöscht werden, eine Kündigung ist nicht notwendig.

Mit Watchever wollte der französische Medienkonzern Vivendi seine Präsenz in Deutschland weiter ausbauen und gleichzeitig vom Boom der Streaming-Dienste profitieren. Dass höhere Nutzerzahlen nicht zustande kamen, wird vor allem auf fehlende Inhalte zurückgeführt. Der Dienst selbst wurde mehrfach als einer der besten ausgezeichnet, unter anderem aufgrund der im Vergleich zu Netflix geringeren monatlichen Gebühren sowie der Offline-Funktionalität.