Medien sprechen von finanziellen Problemen bei Pebble

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pebbleWie erfolgreich eine Crowdfunding-Kampagne verlaufen kann, zeigt kaum ein Beispiel so gut wie die der Pebble-Smartwatch. Innerhalb weniger Wochen konnten mehr als 10 Millionen US-Dollar eingesammelt werden. Schnell wuchs die Fan-Gemeinde, bis heute zählt die Uhr zu den erfolgreichsten.

Doch nun, nur zwei Monate nach dem bislang letzten Crowdfunding, das netto etwa 18 Millionen US-Dollar einbrachte, soll das junge Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sein. Dies zumindest behauptet TechCrunch und beruft sich dabei auf Quellen, die Pebble nahestehen sollen. Die Rede ist vom gescheiterten Versuch, neues Venture-Kapital zu beschaffen und dem darauf folgenden Besuch bei einer Bank.

Diese soll insgesamt 10 Millionen US-Dollar in Form eines Kredits und einer Anleihe bereitgestellt haben. Benötigt wird das Geld dem Bericht zufolge für die Beibehaltung des Wachstumskurses, ins Detail wird nicht gegangen. Einen Beleg für die Behauptung, die durchaus Konsequenzen für Pebble haben könnte, liefert TechCrunch nicht. Statt dessen werden unzufriedene und zufriedene Mitarbeiter zitiert, die von unbeliebten Bewerbungsmethoden und der an sich hohen Zufriedenheit mit ihrem Job sprechen.

Was dies mit finanziellen Problemen zutun haben soll, bleibt nebulös. Nicht auszuschließen ist, dass ein unglücklicher Angestellter lediglich Frust abbauen wollte. Dafür spricht, dass Pebble-Gründer Eric Migicovsky bereits vor mehr als drei Jahren erklärte, die Finanzierung von Hardware via Venture-Kapital sei schwerer als bei Software.

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Die Pebble Time (Steel) war ein voller Crowdfunding-Erfolg

Aber auch andere, durchaus bekannte Faktoren sprechen gegen die ursprüngliche These. Denn ab einem gewissen Punkt wird ein Unternehmen für Venture-Kapitalgeber immer uninteressanter: Je mehr Investoren bereits vorhanden sind, desto geringer fällt üblicherweise der Anteil und Einfluss eines neuen aus, zudem sind Anteile nach einiger Zeit durch den gestiegenen Unternehmenswert teurer. Was in den Gründungstagen noch ein Schnäppchen ist, kann nach drei Jahren schon ein kleines Vermögen kosten. Zu guter Letzt bleibt die Bewilligung der Bank übrig. Ohne ausreichende Sicherheiten wäre ein Kredit vermutlich nicht vergeben worden, seit der Finanzkrise sind die Auflagen für solche Geschäfte deutlich verschärft worden.