Britischer Geheimdienst wertet Facebook und YouTube in Echtzeit aus

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gchqDie Meldung, dass NSA und GCHQ von Smartphone-Applikationen gesammelte Daten abfangen und analysieren, ist gerade einmal wenige Stunden alt. Doch mit einer neuen Meldung verdeutlicht NBC News, zu welchen Maßnahmen die Geheimdienste technisch in der Lage sind.

Denn diese werten nicht nur bereits von anderen gesammelte - und somit praktisch alte - Daten aus und überwachen Standorte von Personen anhand ihrer Mobilfunkgeräte in Echtzeit, sondern nutzen auch soziale Netzwerke und Portale wie YouTube für ihre Zwecke. Dabei geht es dem Bericht zufolge aber nicht um Informationen, die vor Minuten oder gar Stunden angefallen sind, sondern die Analyse in Echtzeit. So soll der GCHQ dazu in der Lage sein, „Gefällt mir“-Klicks in Facebook unmittelbar nach dem Registrieren des entsprechenden Servers zu erkennen, ebenso könnte ohne Zeitverzögerung erkannt werden, welche YouTube-Videos gerade genutzt werden. Ebenfalls betroffen sein soll Googles blogger.com. Ähnlich wie wie dem Ausspähen von App-Daten sollen auch hier die betroffenen Unternehmen nicht involviert sein, diese hätten auch keine Kenntnis über die Maßnahmen.

Den Angaben zufolge handele es sich bei dem Programm, das unter der Bezeichnung „Squeaky Dolphin“ (quietschender Delphin) betrieben wird, um eine gezielte Entwicklung. Denn nach dem Ausbruch des sogenannten Arabischen Frühlings im Dezember 2010 mussten sich die westlichen Geheimdienste den Vorwurf gefallen lassen, dass es im Vorfeld keinerlei Hinweise auf die Demonstrationen und die weitere Entwicklung gegeben hatte. Erste Erfolge mit „Squeaky Dolphin“ konnte man rund zwei Jahre später feiern. Denn schon im Vorfeld konnte man die Proteste in Bahrein im Februar 2012 präzise vorhersagen - aufgrund von Zugriffen auf YouTube-Videos.

Auf Nachfrage erklärte der GCHQ erneut, dass man sich in allen Fällen an geltendes Recht halten würde, die Existens von „Squeaky Dolphin“ wollte man weder bestätigen noch verneinen. Ob die Daten wie behauptet auch an NSA weitergeleitet werden oder wurden, blieb ebenfalls unbeantwortet. Der US-Geheimdienst betonte aber, dass die Sammlung von Daten aus sozialen Netzwerken, die von US-Bürgern produziert würden, nicht im Fokus der Arbeit stehen würden. Man würde lediglich entsprechend dem gesetzlichen Rahmen ausländische Personen beobachten, wenn diese „auslandsgeheimdienstliche Ziele“ wären.