Conrad Electronic bekundet Interesse an GetGoods

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getgoodsDie bereits Mitte November angedeuteten Gespräche zwischen dem Insolvenzverwalter der GetGoods.de AG und einem „größeren Konzern" scheinen aktuellen Medienberichten zufolge positiv zu verlaufen.

Dabei handelt es sich um den bekannten Elektronikhändler Conrad Electronic zu handeln, der neben 25 Filialen in Deutschland auch zahlreiche Geschäfte im Ausland sowie einen eigenen Online-Shop betreibt. Dem Bundeskartellamt zufolge habe Conrad Electronic aus Zeitgründen - die Prüfung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen - die Übernahme bereits wie gesetzlich vorgeschrieben angemeldet, spruchreif soll die Übernahme aber noch nicht sein. Derzeit ist lediglich von „weit fortgeschritten" im Zusammenhang mit den Verhandlungen die Rede. Offen ist, welche Bestandteile Conrad Electronic übernehmen will.

Gleichzeitig verdichtet sich der Verdacht, dass ein zu schnelles Wachstum Auslöser der Insolvenz gewesen sein könnte. Nur wenige Wochen vor dem entsprechenden Antrag wurde die Übernahme mehrerer Unternehmen vollzogen, die wirtschaftliche Schieflage hätte zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits bekannt sein müssen. Zudem steht nach wie vor der Vorwurf der Unterschlagung im Raum. Dabei soll es um Handys im Wert von 50 Millionen Euro gehen, die GetGoods auf eigene Rechnung verkauft hätte, ohne die entsprechenden Eigentumsrechte zu besitzen. Aber auch der Verdacht des Insider-Handels ist noch nicht ausgeräumt, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte unmittelbar nach dem Beantragen der Insolvenz Ermittlungen angekündigt. Grund hierfür waren verdächtige Kursbewegungen weniger Tage zuvor.