Ein Jahr an der Börse: Facebook-Aktie im Auf und Ab

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facebookHätte es Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor einem Jahr doch lieber anders gemacht und das traditionelle Glockenläuten am ersten Handelstag direkt vom Parkett der New Yorker Börse aus und nicht symbolisch per Fernbedienung aus der eigenen Firmenzentrale in Kalifornien gestartet. Vielleicht wären dann die Vorzeichen für die Facebook-Aktie anders gestanden. Vielleicht aber auch nicht, denn die Talfahrt der Aktie und die Enttäuschung der Anleger gewannen schon sehr früh an Fahrt und waren hausgemacht.

Nur wenige Tage nach dem Börsengang von Facebook sackte der Wert des Papiers um fast 13 Prozent ein, kratzte zeitweise sogar an der magischen 30-US-Doller-Marke, welche ebenfalls nicht lange gehalten werden konnte. Vom Ausgabepreis von 38 US-Dollar war man schon wenige Stunden später weit entfernt. Kurz vor dem Börsengang wurden in letzter Minute die Anzahl der ausgegebenen Aktien und der Ausgabepreis noch einmal erhöht. Wie sich herausstellte ein fataler Fehler – der Internetkonzern wurde völlig überbewertet und legte den schlechtesten Börsenstart seit 2007 hin. Der Aktienkurs stand in keinem Verhältnis zum erwarteten Gewinn. Verglichen mit Google lag der Ausgabepreis um ein Vierfaches höher als der der ersten Google-Aktien, wohingegen die Umsätze des Suchmaschinengiganten eine Null vor dem Komma mehr aufweisen konnten.

Von insgesamt 23 Neulingen an der Börse beendeten in den letzten fünf Jahren sieben dieser Debütanten ihren dritten Handelstag mit roten Zahlen. Mit einem Minus von knapp 13 Prozent steht Facebook ganz oben auf der Negativ-Liste. Der einstig hoch gelobte Partner des sozialen Netzwerkes, Zynga, gesellt sich ebenfalls in dieses Ranking, wenngleich man mit einem Minus von acht Prozent nicht ganz so schlecht da stand. Insgesamt hatten Anleger in den ersten drei Tagen bis zu 20 Prozent verloren.

Facebook ein Jahr an der Börse: Der Verlauf des Aktienwertes
Von seinen Negativ-Rekorden an der Börse hat sich Facebook inzwischen erholt - dennoch liegt der Kurs noch immer weit unter dem Ausgabe-Niveau

Auf den heutigen Tag genau liegt der Börsengang Facebooks ein ganzes Jahr zurück. Inzwischen hat sich die Aktie von ihren Tiefphasen erholt, notierte zum Start des Wochenendes mit zuletzt 26,13 US-Dollar aber noch immer weit unter ihrem Ausgabekurs von vor zwölf Monaten. Zwischenzeitlich stand der Kurs sogar bei nur knapp über 17 US-Dollar und hatte sich somit mehr als halbiert.

Mit dem letzten Quartals-Ergebnis hat Zuckerberg bewiesen, dass sein soziales Netzwerk auch nach einem verpatzten Börsengang glänzende Zahlen aufweisen kann. So geschehen im ersten Quartal dieses Jahres. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Facebook seine Umsätze um satte 38 Prozent steigern und fast 1,5 Milliarden US-Dollar umsetzen. Auch der Gewinn kletterte auf insgesamt 219 Millionen US-Dollar. Doch während Analysten davon ausgehen, dass das Wachstum bald vorbei sein könnte und rückläufige Zahlen bei den Nutzerstatistiken zu erwarten seien, zeigt sich Facebook noch immer positiv gestimmt und verkündete stolz über 1,1 Milliarden Nutzer, wovon immerhin die Hälfte mindestens einmal im Monat vorbei schauen würde.