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Die gamescom 2026 ist internationaler denn je zu Ende gegangen. Nach Angaben der Koelnmesse kamen 368.000 Besucher aus 131 Ländern nach Köln. Gleichzeitig war die Messe für PC-Hardware deutlich weniger interessant, denn die meisten Produkte waren bereits auf der Computex 2026 im Juni zu sehen. Außerdem trübten gestohlene Laptops und Handhelds sowie Probleme bei Sicherheit und Besuchersteuerung die Rekordbilanz.
Laut der Veranstalter kamen in der letzten Woche und am Wochenende 1.743 Aussteller aus 66 Ländern – 11 % mehr als 2025. Die rund 233.000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche war erstmals vollständig ausverkauft, 72 % der Unternehmen und Spieleentwickler kamen aus dem Ausland. Mehr als 36.000 Fachbesucher wurden gezählt, etwa die Hälfte davon aus dem Ausland. Auch digital blieb die gamescom groß: Bis Samstagabend wurden mehr als 624 Millionen Aufrufe registriert, davon entfielen 78 Millionen auf die Opening Night Live.
Für die Hardwarebranche war die Relevanz dagegen deutlich geringer: Wirkliche Neuankündigungen gab es nicht zu bestaunen, der Großteil war bereits von der Computex 2026 bekannt, die vorrangig neue GeForce‑RTX‑50‑Karten, Notebooks, Gaming-Handhelds und Monitore hervorbrachte. In Köln standen deshalb vorwiegend Hands-on-Eindrücke, Showcases, Gaming-PCs, Monitore und Peripherie im Mittelpunkt. Einzelne neue Geräte und Produktdetails gab es zwar, die großen Plattform- und Portfolio-Neuheiten waren zu diesem Zeitpunkt aber bereits in Taipei gesetzt.
Für negative Schlagzeilen sorgten mehrere Hardware-Diebstähle. Der Entwickler Ryan Laley meldete, dass über Nacht Ausrüstung von seinem Stand verschwunden sei. Tessera Studios berichtete von einem aufgebrochenen Schrank und zwei gestohlenen Laptops sowie einem Steam Deck. Am Stand von iam8bit sollen ebenfalls zwei Laptops aus dem Business-Bereich entwendet worden sein. Auf den Geräten lagen unter anderem noch nicht fertige Versionen von Petal Runner und Escape Academy 2. Gerade für kleinere Indie-Entwickler ist das ein großes Ärgernis.
Die gamescom bestätigte die Fälle und erklärte, dass alle Meldungen bereits an die Polizei weitergegeben worden seien und die Ermittlungen liefen. Der Veranstalter verwies zugleich auf uniformierte Sicherheitskräfte für das Messegelände, zusätzlich buchbare Standwachen und die Versicherungspflicht der Aussteller. Auch bei der Besuchersteuerung lief nicht alles glatt. Zeitweise kam es zu abgesperrten Zu- und Ausgängen, heruntergelassenen Rolltoren sowie Einbahnstraßen und Umleitungen über das Außengelände. Das beschreibt inzwischen eines der grundsätzlichen Probleme der Veranstaltung: Die gamescom zieht neben Spielefans große Creator- und Influencer-Mengen an, deren Auftritte die Wege und Sicherheitsabläufe zusätzlich belasten können. Die Veranstalter haben darauf reagiert. Creator-Auftritte in öffentlichen Hallen müssen früh angemeldet und genehmigt werden. Für Autogrammstunden gibt es eine separate Signing Area, einen Creator-Co-Working-Bereich sowie eine räumlich getrennte Social Stage in Halle 1. Die Bilanz der gamescom 2026 fällt damit zweigeteilt aus.
Die nächste gamescom ist vom 23. bis 29. August 2027 geplant, die Publikumstage beginnen am 26. August.