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Statt Social Media-Verbot

Innenminister sieht Verantwortung bei den Eltern

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Innenminister sieht Verantwortung bei den Eltern
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Die Diskussion über Altersgrenzen für soziale Netzwerke nimmt auch in Deutschland weiter Fahrt auf. Vorreiter in diesem Bereich ist derzeit Australien, wo Plattformen wie TikTok oder Instagram Nutzern den Zugang erst ab 16 Jahren gestatten dürfen. Während Teile der Politik ähnliche Regeln fordern, lehnt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt staatliche Verbote jedoch bislang ab und setzt stattdessen auf die Verantwortung der Eltern.

Der CSU-Politiker sieht zwar Risiken durch soziale Medien für Kinder und Jugendliche, hält pauschale Sperren jedoch für wenig praktikabel. Gegenüber der Funke-Mediengruppe erklärte Dobrindt, dass Familien selbst entscheiden müssten, wann Kinder ein Smartphone erhalten und welche Anwendungen darauf genutzt werden dürfen. Der Staat könne diese Verantwortung nicht übernehmen.

Nach Ansicht des Innenministers existieren zudem bereits technische Möglichkeiten, mit denen Eltern den Zugang zu bestimmten Apps kontrollieren oder einschränken können. Altersgrenzen allein würden die Probleme kaum lösen, da soziale Netzwerke längst tief im Alltag und im Informationsverhalten vieler Menschen verankert seien.

Innerhalb der Union sorgt diese Haltung allerdings für Spannungen. Die CDU hatte sich auf ihrem Parteitag im Februar für eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren ausgesprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz warnte damals vor negativen Folgen für das Sozialverhalten junger Menschen, wenn große Teile der Sozialisation überwiegend digital stattfinden.

Auch die SPD fordert strengere Regeln und spricht sich für einen kontrollierten Einstieg in soziale Netzwerke ab 14 Jahren aus. Diskutiert wird dabei unter anderem eine verpflichtende Altersverifikation. Gleichzeitig lehnt auch CSU-Chef Markus Söder pauschale Verbote für Minderjährige ab und bezeichnete entsprechende Forderungen als überzogen.

Die deutsche Debatte dürfte zunächst weitergehen. Bis Ende Juni will die eingesetzte Expertenkommission ihre endgültigen Empfehlungen vorlegen. Dabei soll es unter anderem um die Frage gehen, wie sich Jugendschutz, digitale Teilhabe und technische Regulierung miteinander vereinbaren lassen.

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