Der Fall Huawei: USA erhöhen Druck auf Großbritannien

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huaweiWie der Webseite der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph zu entnehmen ist, soll neues Geheimdienstmaterial existieren, das den chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei belastet. Besagte Dokumente wurden jetzt von einer US-Delegation bestehend aus dem stellvertretenden nationalen Sicherheitsberater Matthew Pottinger, dem stellvertretenden Außenminister Christopher Ford sowie dem Sonderbeauftragten für internationale Telekommunikationspolitik, Robert Blair, der britischen Regierung vorgelegt. 

Laut Aussagen von Huawei sei man ein Privatunternehmen, das seit 15 Jahren 3G-, 4G- und Breitbandausrüstung an die britischen Telekommunikationsunternehmen liefert. Britische Experten wären sich zudem darüber im Klaren, dass Huawei-Technologie kein Sicherheitsrisiko darstelle.

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Auch Regierungschef Boris Johnson meldete sich in einem Interview mit der Rundfunkanstalt BBC zu Wort. Laut Johnson hat es die britische Öffentlichkeit verdient, Zugang zur bestmöglichen Technologie zu haben. Johnson möchte Gigabit-Breitband allen bereitstellen. Allerdings fordert Johnson auch die Personen, die für einen Ausschluss von Huawei sind, dazu auf entsprechende Alternativen zu nennen. Sir Andrew Parker, der Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes, sieht aktuell keinen Anlass dafür, dass die Verwendung von Huawei-Technologie den Austausch von Informationen zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika gefährde. 

Somit scheint man in Großbritannien vorerst von einem Ausschluss von Huawei abzusehen, jedoch dürfte der Druck durch die Vereinigten Staaten weiterhin steigen. Ob sich das Vereinigte Königreich in naher Zukunft von den Amerikanern überzeugen lassen wird, bleibt abzuwarten. Ebenfalls ist unklar, welche Informationen über Huawei die US-Delegation der britischen Regierung vorgelegt hat.