Kinox.to: Staatsanwaltschaft Dresden weitet Ermittlungen aus (Update)

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rechtsstreitAm vergangenen Wochenende stürmten Polizisten in einer groß angelegten Razzia in vier Bundesländern insgesamt sechs Wohnhäuser und Geschäftsräume mit dem Ziel, die Betreiber der illegalen Videostreaming-Plattform Kinox.to ausfindig zu machen. Den beiden Hauptbeschuldigten, zwei Brüder im Alter von 25 und 21 Jahren, die noch bei ihren Eltern leben, wird vorgeworfen, nicht nur gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung begangen zu haben, sondern auch Steuerhinterziehung und räuberische Erpressung sowie Brandstiftung. Zudem sollen verschiedene Filehoster und andere Portale von ihnen betrieben werden. Insgesamt sollen mehr als eine Million Euro Steuern hinterzogen worden sein. In Neuss und Düsseldorf sollen zwei weitere führende Köpfe der Plattform festgenommen worden sein.

Wie das Nachrichtenmagazin Die Welt berichtet, soll die Staatsanwaltschaft Dresden nun den Druck auf die mutmaßlichen Betreiber erhöhen wollen. Demnach soll das Landeskriminalamt Sachsen am heutigen Donnerstag eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet haben, was nur bei besonders schwerwiegenden Fällen üblich ist. Hierfür sollen Aufrufe zur Mithilfe an die Bevölkerung gestartet werden. Üblicherweise werden Steckbriefe im Fernsehen und Tageszeitungen gezeigt und die Bevölkerung im Radio um Mithilfe gebeten. Die Ermittler versuchen damit den Druck auf die Flüchtigen Brüder Kastriot und Kreshnik S. zu erhöhen. Die beiden Hauptbeschuldigten sollen Deutschland schon im August verlassen haben und sich derzeit noch auf der Flucht befinden. Die beiden Täter gelten als sehr gewaltbereit.

Das Portal ist derzeit allerdings noch erreichbar, Hinweise an die Nutzer, dass gegen die Betreiber ermittelt wird, finden sich auf den Seiten derzeit nicht. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins sollen der Generalstaatsanwaltschaft die entsprechenden Zugangsdaten fehlen, um die Webseite abschalten zu können. Die nötigen Passwörter sollen nur die beiden Brüder kennen.

Im Juni 2011 gelang es in einem internationalen Polizeieinsatz die Internetseite Kino.to, auf der lange Zeit Filme, Serien und Dokumentationen kostenlos gestreamt werden konnten und die zu Spitzenzeiten mehr als vier Millionen Nutzer täglich hatte, abzuschalten.

Update: Wie angekündigt hat die Polizei Sachsen die Fahndung nach Kreshnik und Kastriot Selimi öffentlich ausgeschrieben. Hinweise auf den Aufenthaltsort der beiden Brüder nimmt das Landeskriminalamt Sachsen (Neuländer Straße 68, 01129 Dresden, Telefon: +49 (0)351 855-100) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen - auch vertraulich. Wer hat die beiden Brüder seit dem 1. Juli 2014 gesehen?

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Die Polizei Sachsen hat die Fahndung nach den beiden mutmaßlichen Kinox.to-Betreibern öffentlich ausgeschrieben.