Mainboard-Kaufberatung: Diese AMD-(E-)ATX-Platinen sind empfehlenswert

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asus rog crosshair vii hero 004 logoBei der Vielzahl an verschiedenen Mainboards kann gerade der Einsteiger ganz schnell die Übersicht verlieren und weiß nicht, welches Mainboard das Richtige für sein Vorhaben ist. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, entsprechende Empfehlungen aus bereits getesteten Platinen auszusprechen. In diesem Fall handelt es sich um die AMD-Plattformen AM4 und TR4.

Wie bereits weiter oben erwähnt, werden wir aus offensichtlichen Gründen ausschließlich Mainboards berücksichtigen, die wir auch selbst in der Redaktion hatten und sich im Parcours behaupten mussten. Derzeit sind die Sockel AM4 für den Mainstream- und TR4 für den Enthusiasten-Bereich geläufig. Zuvor haben wir bereits Empfehlungen zu Intel-Mainboards ausgesprochen.

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Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen den aktuellen AMD-Plattformen und den dazugehörigen Chipsätzen auf:

Die AMD-Plattformen und Chipsätze im Überblick
Key-Feature
TRX40
X570
X370/X470
B350/B450
A320
Plattform
HEDT
Mainstream
Fertigung 12 nm 14 nm
55 nm
CPU-Sockel (Typ)
sTRX4 (LGA)
AM4 (PGA)
max. CPU-Kerne/Threads
64/128
16/32
max. Arbeitsspeicher
256 GB DDR4 UDIMM
128 GB DDR4 UDIMM
RAM Channel/DIMMs pro Kanal 4/2 2/2 2/2 2/2 2/2
PCIe-4.0-Konfiguration (CPU) (*1) 2x16, 2x8 1x16 oder 2x8 - - -
PCIe-3.0-Konfiguration (CPU) 2x16, 2x8 1x16 oder 2x8 1x16
Max. PCIe-2.0-Lanes - - 8 6 4
Max. PCIe-4.0-Lanes 24 16 - - -
Max. USB-3.2-Gen1/2-Ports 0/8 0/8 6/2 2/2 2/1
Max. USB-2.0-Ports 4 4 6 6 6
Max. SATA-6GBit/s-Ports 12 12 8 6 6
Multi-GPU SLI / CrossFireX SLI / CrossFireX SLI / CrossFireX CrossFireX Nein
CPU- und RAM-Overclocking Ja Ja Ja / Ja Ja / Ja Nein
RAID (0, 1, 10) Ja Ja Ja / Ja Ja / Ja Ja
XFR Ja Ja Ja / Ja Ja / Ja Ja
XFR 2 (*2) (Enhanced) Ja Ja Ja (Nein) / Ja Ja (Nein) / Ja Ja (Nein)
Precision Boost Overdrive Ja Ja Nein / Ja Nein / Ja Nein
*1: Nur in Verbindung mit einem Ryzen-(Threadripper)-3000-Prozessor
*2: Nur in Verbindung mit einer Pinnacle-Ridge-, Matisse- und Castle-Peak-CPU (Ryzen (Threadripper) 2000/3000 Series)

An dieser Stelle möchten wir auch auf unser Mainboard-FAQ hinweisen, das gerade für Neueinsteiger eine gute Hilfe darstellt.


Für 117 Euro: Gigabyte B450 AORUS Pro

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Für etwas mehr als hundert Euro bietet Gigabyte mit dem B450 AORUS Pro eine attraktive Platine an, mit der auch der Prozessor und der Arbeitsspeicher übertaktet werden können. Das Board kann bis zu 64 GB RAM aufnehmen und bringt neben einem PCIe-3.0-x16-Slot außerdem zwei mechanische PCIe-2.0-x16-Slots und ein PCIe-2.0-x1-Anschluss mit. Die Zwischenräume wurden mit zwei M.2-M-Key-Schnittstellen inklusive Kühlkörper gefüllt. Davon abgesehen stehen aber auch insgesamt sechs SATA-6GBit/s-Ports bereit.

An USB-Ports bringt das Gigabyte B450 AORUS Pro zwei USB-3.2-Anschlüsse der zweiten Generation, sechs Stück der ersten Generation und viermal USB 2.0 mit. WLAN ist zwar nicht onboard verfügbar, jedoch kann optional eine WLAN-Zusatzkarte installiert werden. Aber natürlich ist ein Gigabit-LAN-Port (Intel) mit maximal 1 GBit/s an Bord und auch ein anständiger Audio-Codec (Realtek ALC1220).

Zum Hardwareluxx-Test: Gigabyte B450 AORUS Pro

Preise und Verfügbarkeit
Gigabyte B450 AORUS Pro
95,00 Euro 109,90 Euro Ab 95,00 EUR


Für 136 Euro: MSI B450 Gaming Pro Carbon AC

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Für wenige Euro mehr gibt es von MSI das B450 Gaming Pro Carbon AC, das erkennbar anhand der Modellbezeichnung bereits WLAN-ac bis 1,73 GBit/s mit im Gepäck hat. Genau wie das Gigabyte B450 AORUS Pro, stellt auch das MSI B450 Gaming Pro Carbon AC vier DDR4-DIMM-Speicherbänke für einen maximalen Arbeitsspeicherausbau bis 64 GB zur Verfügung. An Erweiterungssteckplätzen befinden sich in diesem Fall ein PCIe 3.0 x16, ein mechanischer PCIe-2.0-x16-Slot und dreimal PCIe 2.0 x1.

Bereitgestellt werden ebenfalls zwei M.2-M-Key-Schnittstellen, wobei nur die Obere über einen Kühler verfügt. Hinzu kommen für den Storage-Bereich sechs SATA-6GBit/s-Buchsen. Für USB-Geräte gibt es zwei schnelle und native USB-3.2-Gen2-, vier USB-3.2-Gen1- und sechs USB-2.0-Buchsen. Wem eine WLAN-Verbindung weniger zusagt, kann stattdessen den Gigabit-LAN-Port (Intel) verwenden. Als Audio-Codec kommt ebenfalls Realteks ALC1220 zum Einsatz.

Zum Hardwareluxx-Test: MSI B450 Gaming Pro Carbon AC

Preise und Verfügbarkeit
MSI B450 Gaming Pro Carbon AC
Nicht verfügbar 175,36 Euro Ab 129,00 EUR


Für 195/241 Euro: ASRock X470 Taichi (Ultimate)

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Für die Oberklasse bzw. High-End-Klasse können wir ganz klar das ASRock X470 Taichi hervorheben, das neben dem X470-Chipsatz eine generell bessere Ausstattung offenbart. Einerseits wurde der VRM-Bereich sehr großzügig bestückt, was dem Overclocking zugute kommt. Andererseits ist mit den beiden mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätzen optional auch eine Multi-GPU-Konfiguration möglich. Doch des Weiteren sind auch zwei PCIe-2.0-x1-Slots und ein mechanischer PCIe-2.0-x16-Anschluss vertreten.

Gleich achtmal SATA 6GBit/s und zweimal M.2 (M-Key) stehen für Storage-Geräte bereit und mit dreimal USB 3.2 Gen2, zehnmal USB 3.2 Gen1 und fünfmal USB 2.0 lassen sich auch jede Menge USB-Devices anklemmen. Neben einem Gigabit-LAN-Port (Intel) wurde auch ein WLAN-ac- und Bluetooth-4.2-Modul verbaut, reicht allerdings lediglich bis maximal 433 MBit/s. Und natürlich wurde auch in diesem Fall Realteks ALC1220 Audio-Codec verlötet.

Wer sich gleich für die Ultimate-Version entscheidet, bekommt nicht nur mehr Onboard-Komfort wie einen Power- und Reset-Button spendiert, sondern bekommt auch gleich einen 10-GBit/s-LAN-Anschluss obendrauf.

Zum Hardwareluxx-Test: ASRock X470 Taichi (Ultimate)

Alternativen:

Wer stattdessen lieber zu einem Modell von ASUS greifen möchte, dem können wir das ASUS ROG Crosshair VII Hero empfehlen, das es wahlweise auch in der Wi-Fi-Version mit WLAN zu kaufen gibt.

Preise und Verfügbarkeit
ASRock X470 Taichi
242,71 Euro Nicht verfügbar Ab 242,71 EUR


Für 358 Euro: MSI MEG X570 Ace

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Wer in den Genuss von PCI-Express 4.0 kommen möchte und/oder für die Zukunft besser gerüstet sein möchte, kommt derzeit nicht um ein Mainboard mit AMDs X570-Chipsatz inklusive Ryzen-3000-Prozessor herum. Von den bisher getesteten X570-Platinen hat sich trotz der PCH-Lüfter-Thematik MSIs MEG X570 Ace als absolute Empfehlung herausgestellt. Für einen annehmbaren Preis von 370 Euro bietet MSI eine Oberklasse-Platine mit entsprechender Ausstattung an.

Auf dem ATX-PCB halten sich unter anderem vier DDR4-DIMM-Speicherbänke für einen Arbeitsspeicherausbau bis 128 GB RAM und dazu drei mechanische PCIe-4.0-x16- und zwei PCIe-4.0-x1-Steckplätze bereit. Vier native SATA-6GBit/s-Ports und gleich drei M.2-M-Key-Schnittstellen ermöglichen den Storage-Ausbau. Insgesamt 17 USB-Anschlüsse werden mit dem MSI MEG X570 Ace bereitgestellt, wobei es vom installierten Prozessor abhängig ist, ob es drei oder fünf USB-3.2-Gen2-Anschlüsse sind.

Neben einmal Gigabit-LAN hat MSI außerdem einen 2,5-GBit/s-LAN-Port und auch ein modernes WLAN-ax- und Bluetooth-5.0-Modul verbaut. Realteks ALC1220 kümmert sich hingegen um den Sound. Positiv bewerten wir die gute PCH-Lüfter-Positionierung und die gute Implementierung der drei Semi-Passiv-Modi.

Zum Hardwareluxx-Test: MSI MEG X570 Ace

Preise und Verfügbarkeit
MSI MEG X570 Ace
315,90 Euro 349,90 Euro Ab 315,90 EUR



Ab 479 Euro: ASRock TRX40 Taichi

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AMDs aktuelle Enthusiasten-Plattform mit dem Sockel sTRX4 und den Ryzen-Threadripper-Prozessoren der dritten Generation liefern CPUs mit bis zu 64 Kernen und 128 Threads. Eine gute Basis gab in unseren Tests das ASRock TRX40 Taichi ab, das gerade für Overclocking-Einsätze gut geeignet ist. Plattformbedingt kommen acht DDR4-DIMM-Speicherbänke im Quad-Channel-Interface für einen maximalen RAM-Ausbau bis 256 GB zum Einsatz.

Bei 60 freien PCIe-4.0-Lanes des sTRX4-Prozessors fällt die Verteilung natürlich sehr umfangreich aus. So wurden auf dem ASRock TRX40 Taichi drei mechanische PCIe-4.0-x16-Steckplätze (x16/x16/x8) und ein PCIe-4.0-x1-Slot verbaut. Weitere acht Lanes gehen an die beiden M.2-M-Key-Schnittstellen mit jeweils PCIe 4.0 x4. Zusätzlich hat ASRock achtmal SATA 6GBit/s untergebracht.

Für den Netzwerk-Bereich steht neben einem WLAN-ax- und Bluetooth-5.0-Modul (max. 2,4 GBit/s) außerdem ein Gigabit-LAN-Ports (Intel) und eine 2,5-GBit/s-LAN-Buchse (Realtek) zur Wahl. Dreimal USB 3.2 Gen2, achtmal USB 3.2 Gen1 und zweimal USB 2.0 sind es hingegen auf Seiten der USB-Ports. Als Bonus ist aber auch ein USB-3.2-Gen2x2-Typ-C-Anschluss an Bord. Bleibt noch der Realtek ALC1220 übrig.

Zum Hardwareluxx-Test: ASRock TRX40 Taichi

Preise und Verfügbarkeit
ASRock TRX40 Taichi
479,45 Euro 555,53 Euro Ab 479,45 EUR


Ab 747 Euro: ASUS ROG Zenith II Extreme

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Wenn es hingegen gern etwas mehr an Ausstattung sein darf, kann einen Blick auf das ASUS ROG Zenith II Extreme geworfen werden. Das Flaggschiff-Modell ist äußerst luxuriös ausgetattet. Bis zu 256 GB RAM lassen sich auch in diesem Fall verstauen. Für Erweiterungskarten halten sich vier mechanische PCIe-4.0-x16-Slots und bereit, die ihre Lanes vom sTRX4-Prozessor erhalten.

Unter der Abdeckung verbergen sich zwei M.2-M-Key-Schnittstellen, eine weitere Schnittstelle befindet sich auf der PCB-Rückseite. Wem das nicht ausreichen sollte, kann das DIMM.2-Modul für zwei weitere SSDs einsetzen. Weitere HDDs und/oder SSDs lassen sich an insgesamt acht SATA-6GBit/s-Ports anklemmen. Generell bietet das ASUS ROG Zenith II Extreme eine hohe Anzahl an Onboard-Komfort. Neben den üblichen Power- und Reset-Buttons hat ASUS zahlreiche weitere Tasten berücksichtigt, mit denen die Overclocking-Session komfortabel wird.

Insgesamt wurden ebenfalls acht USB-3.2-Gen1-, drei USB-2.0- und neun USB-3.2-Gen2-Anschlüsse integriert. Selbstverständlich ist auch beim ASUS ROG Zenith II Extreme eine USB-3.2-Gen2x2-Typ-C-Schnittstelle mit enthalten. Großes Aufgebot herrscht im Netzwerk-Segment mit einer Gigabit-LAN-Buchse (Intel) und einem 10-GBit/s-LAN-Konnektor. Alternativ bietet sich die kabellose Netzwerkverbindung mit WLAN-ax bis 2,4 GBit/s an. Ohne Wenn und Aber trifft der Käufer auf den Realtek ALC1220 als Audio-Codec.

Zum Hardwareluxx-Test: ASUS ROG Zenith II Extreme

Preise und Verfügbarkeit
ASUS ROG Zenith II Extreme
Nicht verfügbar 755,81 Euro Ab 701,00 EUR