Neue Testsysteme bei Hardwareluxx

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hardwareluxx news newAlle Jahre wieder muss auch die Redaktion aufrüsten oder komplett umkrempeln: Unsere Testsysteme müssen natürlich ständig auf einem aktuellen Stand sein, um aktuelle Produkte effektiv und solide testen zu können. So ist es jährlich notwendig, diverse Testsysteme und Komponenten zu ersetzen oder zu ergänzen. Ein Nachteil war jedoch immer, dass wir einen relativ großen Wildwuchs bei den Testsystemen hatten: Wir haben oft für jedes Testsystem andere Komponenten verwendet, was die Vergleichbarkeit untereinander natürlich einschränkt. Die einzigen Testsysteme, die hundertprozentig aufeinander abgestimmt waren, gehörten zur Grafikkarten-Redaktion, wo wir seit Jahren mit zwei absolut identischen Testsystemen unterwegs sind.

Um in der Zukunft auch einfacher hin- und hertesten zu können, haben wir uns dazu entschlossen, diverse Komponenten in einem Schlag zu ersetzen. Im Laufe des ersten Halbjahres werden wir die in diesem Artikel vorgestellten Komponenten in unsere Testsysteme einbauen und sie umstellen. Berücksichtigt haben wir dabei eine möglichst homogene Produkt- und Markenstruktur, um auch einmal quertesten zu können: Wie warm wird beispielsweise ein neuer CPU-Kühler in einem anderen Testsystem als unserem CPU-Kühler-Testsystem? Gibt es den erkannten Fehler vielleicht auch in einem anderen Setup? Weiterhin eröffnen sich dabei auch weitere Möglichkeiten zur Fehlererkennung und die Redakteure können sich gegenseitig überprüfen - oder assistieren, wenn einmal mehrere Produkte zeitkritisch gleichzeitig getestet werden müssen.

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Ein paar gestapelte Produkte für unsere Testsysteme

Als Unterbau für unsere Testsysteme verwenden wir folgende Produkte, die wir auf den nächsten Seiten kurz vorstellen werden:

Im Laufe des Jahres werden wir auch alle Systeme - außer die GPU-Testsysteme - auf einheitliche Grafikkarten und alle Systeme auf einheitliche Mainboards - außer die Mainboardtestsysteme - bringen. Zudem werden wir versuchen, möglichst einheitliche CPUs zu verwenden. Diese Update-Schritte machen aber erst Sinn, wenn die nächste Chipsatzgeneration verfügbar ist. Dann werden wir uns auch hier entsprechend einheitliche Lösungen suchen. Der Idealfall wäre, dass alle Redakteure mit derselben Grundlage testen und nur ihre entsprechenden Testprodukte sowie die zu testenden Kompatibilitätsprodukte (z.B. Speichermodul-Check bei Mainboardtests) auswechseln.

Zusätzliche Investitionen wird es natürlich auch geben, je nach Testplattform: Für den Mainboardbereich brauchen wir beispielsweise demnächst ein schnelles externes USB-3.1-Laufwerk, für die Grafikkartentestsysteme stehen hingegen andere Investitionen an. Insofern werden sich die Testsysteme dann doch unterscheiden. 


Fangen wir mit den SSDs an: Hier gibt es eine Reihe von Herstellern, die in Frage kommen. In unserem Härtetest haben wir bereits bewiesen, dass heutzutage eine SSD in keinem Rechner mehr fehlen darf und das Bedenken über einen Ausfall eigentlich von Gestern sind. Die heutigen SSDs stehen in der Haltbarkeit einer Festplatte nichts mehr nach - wenn nicht diese früher den Geist aufgibt, weil sie bewegliche Teile mitbringt. Da viele unserer aktuellen Testsysteme noch mit Festplatten liefen, sehnen sich die Redakteure schon nach den von ihren Notebooks gewohnten SSDs, denn selbst ein Reboot dauert mit einer SSD ein paar Sekunden weniger.

Da wir auf den meisten Testsystemen nur eine recht geringe Anzahl von Programmen unterbringen, reicht für uns ein 240-GB-Modell. In unserem Preisvergleich finden sich diverse Modelle mit SATA3-Interface, eine der günstigsten SSDs ist momentan die OCZ Arc 100. Ausgestattet mit einem Indilinx Barefoot 3 Controller und Toshiba 19nm Flash sowie einer dreijährigen Garantie kann uns eigentlich hier nichts passieren. Zudem hatten wir die OCZ-SSD bereits positiv getestet und auch unsere Leser hatten der SSD in einem Lesertest auf die Finger gefühlt: Auch hier war die Meinung überwiegend positiv.

Die OCZ ARC 100 punktet mit Langzeitperformance

Also fiel unsere erste Wahl auf ein aktuell besonders preisgünstiges Modell: OCZs Arc 100 ist mit guter Performance ausgestattet, hat hochwertige Komponenten verbaut, die problemlos arbeiten sollten - und selbst wenn es Probleme geben sollte, kann man durch die einfache Garantieabwicklung schnell einen Ersatz bekommen. Für uns hat die OCZ-SSD also perfekte Eckdaten und ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
OCZ ARC 100 240 GB
Straßenpreis ab 92,00 Euro
Homepage www.ocz.com
Technische Daten  
Formfaktor 2,5 Zoll (7 mm Bauhöhe)
Kapazität (lt. Hersteller) 240 GB
Kapazität (formatiert) 224 GiB
Verfügbare Kapazitäten 120, 240, 480 GB
Cache 512 MB (DDR3-1600)
Controller Barefoot 3 M10
Chipart MLC (Toshiba 19 nm / 2. Gen.)
Lesen (lt. Hersteller) 480 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) 430 MB/s
 
Herstellergarantie Drei Jahre
Lieferumfang -

Eine Festplatte benötigen wir in den meisten Systemen nicht mehr: Da wir eine begrenzte Softwareauswahl aufspielen, reichen die gebotenen 240 GB aus. Gespeicherte Testdaten werden extern gesichert. Insofern ist die ARC 100 unsere Systemplatte und gleichzeitig Datenträger, bis wir das System neu aufspielen.


Unter Übertaktungsfans hat sich in den letzten Jahre eine Marke hervorgetan: G.Skill. Da wir auch äußerst viel mit Übertaktungen in unseren Tests arbeiten, benötigen wir natürlich auch entsprechende Modelle, die uns - zumindest bei CPU- und Mainboardtests - entsprechend viel Flexibilität beim Übertakten geben. G.Skill ist hier Ansprechpartner Nr. 1, da wir hier sowohl im DDR3- wie auch im DDR4-Bereich diverse Module zur Auswahl haben und auch schon diverse G.Skill-Module einsetzen. Für andere Systeme, wie beispielsweise ein Testsystem für Grafikkarten oder SSDs, mag der Speicher eine nicht ganz so große Auswirkung haben. Hier ist im Falle der Grafikkarten vielleicht eher eine höhere Kapazität wichtig.

Insgesamt ist die Auswahl bei uns auf folgende Kits gefallen:

G.Skill F3-14900CL9Q-16GBZL (3 Kits)

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Die F3-14900CL9Q-16GBZL sind DDR3-1866-Module mit einer Kapazität von 16 GB. Wir verwenden die Kits für unsere Grafikkarten-Testsysteme, wo wir diese Kapazität benötigen. Zudem sind die DDR3-Module etwas schneller als die Spezifikation der eingesetzten Intel-CPU, sodass auch noch etwas Luft zum Übertakten bleibt. Wir setzen (noch) auf Intels X79-Platform, somit muss es DDR3 sein. Die Kits sind in unserem Preisvergleich zu einem Preis von 140 Euro pro Kit erhältlich. Damit stimmt - gemessen mit der Performance und der Kapazität - auch das Preis-Leistungsverhältnis.

F3-17000CL11D-8GBXL (3 Kits)

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Natürlich haben wir auch diverse Testsysteme, die schnellen Speicher brauchen, aber keine große Kapazität. Beispielsweise gehört für unsere Mainboard-Tests zum Standard-Testrepertoire der Overclocking-Test im Speicherbereich. Ein DDR3-Kit mit möglichst hoher Frequenz hilft hierbei. Zusätzlich setzen wir diese Speichermodule auch in unseren anderen Systemen ein, bei denen wir etwas mehr Speicherperformance brauchen könnten. G.Skills DDR3-2133-Module sind hierfür sehr gut geeignet, lassen sich natürlich auch noch ein wenig übertakten. Mit 1,5 bis 1,6V Spannung sind sie auch recht variabel einsetzbar. In unserem Preisvergleich sind die Module für die genannte Geschwindigkeit ab günstigen 66 Euro zu finden.

F4-2666C16Q-16GRB (1 Kit)

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DDR4 setzen wir bislang nur bei zwei Systemen ein: Zum einen natürlich für die CPU-Tests, zum anderen für die Mainboard-Tests. Für diese beiden Systeme setzen wir auf unterschiedliche Module aus der Ripjaws-Serie von G.Skill. Die CPU-Tests kommen mit etwas weniger Taktfrequenz zurecht, da wir hier mit den von Intel spezifizierten Taktfrequenzen arbeiten. Für etwas moderates Overclocking muss dennoch Raum sein, deshalb setzen wir auf die Ripjaws4 mit 2666 MHz Frequenz. Das 16-GB-Kit besitzt Timings von 16-16-16-36 und 1,2 V Spannung. In unserem Preisvergleich ist das Quad-Kit mit 4x4 GB für 218 Euro erhätlich - DDR4 ist halt noch etwas teurer.

F4-3000C15Q-16GRK (1 Kit)

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Die G.Skill-Module für unser Mainboard-Testsystem kommen nicht aus dem Handel - die F4-3000-C15Q-16GRK sind noch nicht verfügbar, G.Skill sendete sie uns aufgrund der Bitte, dass wir möglichst schnelle DDR4-Module für optimale Mainboardtests benötigen. Die fast baugleichen F4-3000-C15Q-16GRR sind in unserem Preisvergleich für immerhin 280 Euro erhältlich. Luxuriöse Module also, aber wir brauchen für die Mainboard-Tests und unsere Overclocking-Versuche natürlich das Optimum. Entsprechend sind diese 3000 MHz schnellen und mit 1,35V recht flexiblen Module mit ihren CL15-15-15-35 sehr gut dafür geeignet, jedes Board ans Limit zu treiben.


Netzteile wären bei einem Testsystem-Aufbau sicherlich zu vernachlässigen, wenn sie als Mindestanforderung ein stabiles Systemverhalten mitbringen. Ob es jetzt Bronze, Silber, Gold oder Platinum-Modelle sind, spielt in sofern keine Rolle, dass wir beim Vergleichen des Stromverbrauchs auf eine identische Basis setzen und somit höchstens die Effizienz einen kleinen Ausschlag über die Höhe des Verbrauchs spielt. Letztendlich bleibt ein Energiesünder aber ein Energiesünder und eine sparsame Komponente sparsam.

In unserer Hersteller-des-Jahres-Umfrage 2014 wählten unsere Leser wieder einmal die Top-Netzteilhersteller: be quiet! und Seasonic sind hier seit Jahren unter den Top3. Wir entschieden uns letztendlich für einen der beiden: Seasonic. Auch hier hatten wir bereits in der Vergangenheit verschiedene Seasonic-Netzteile mit 80Plus Platinum im Einsatz, sodass wir nicht alle Netzteile ersetzen mussten.

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Das Seasonic Platinum 1200W

Neu hinzu kommen nur zwei verschiedene Modelle, je nach benötigter Performance: Für ein normales System reichen mit einer einzelnen Grafikkarte und einem normalen Prozessor in jedem Falle 660W aus. Also setzten wir für diese Systeme auf die SS-660XP2-Modelle (660W und 80Plus Platinum). Für Grafikkarten-Tests und im Overclocking-Bereich brauchen wir aber etwas mehr Power, da auch oftmals zwei oder mehr Grafikkarten eingesetzt werden sollen. Hier setzen wir dann auf die SS-1200XP3 mit 1200W (ebenso 80Plus Platinum). Hier haben wir unter anderem zehn PCIe-8/6-Pin-Anschlüsse zur Verfügung, um sämtliche Grafikkarten ordentlich zu versorgen. Die 1200W-Modelle sind in unserem Preisvergleich ab 270 Euro zu finden, die kleineren 660W-Modelle liegen bei 125 Euro.

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Das Seasonic Platinum 860W

Getestet haben wir bislang das 1200W-Modell sowie das 1050W-Modell von Seasonic und auch das etwas größere 860W-Modell aus der XP2-Serie. Insofern haben sich die Modelle bereits mehrfach bei uns bewiesen. Insofern lag die Wahl nahe, für unsere Testsysteme auf diese Produkte zu setzen.


Corsairs H110i GT als Kühlung? Hätte es nicht eigentlich auch jeder beliebige Standardkühler sein können? Das ist wohl richtig - aber wir haben auch ein paar Anforderungen an eine gute Kühlung und da wir auch einheitliche Produkte setzen wollen, kommt selbst für das SSD-Testystem nun eine solche High-End-Kühlung zum Einsatz. Zum einen soll die Kühlung für die Schonung der Nerven des Redakteurs möglichst leise arbeiten, zum anderen muss die Kühlung auch in der Lage sein, einen übertakteten High-End-Prozessor auf Temperaturen zu halten. Somit muss es schon etwas leistungsfähiges sein.

Da wir auf Fractal Designs R5 Define als Gehäuse setzen, haben wir ausreichend Platz im Gehäuse für eine Wasserkühlung. Hier können wir die Lüfter entsprechend niedrig laufen lassen, wenn wir einen Dual-Radiator einsetzen. Da im All-in-One-Bereich Corsair sehr beliebt ist, schauten wir uns in deren Portfolio um und wählten die brandneue H110i GT. Mit einem 280-mm-Dual-Radiator, zwei leistungsfähigen (und regelbaren) 2100rpm-Lüftern und einer leistungsfähigen Pumpe hat die Wasserkühlung potente Voraussetzungen für eine gute Kühlleistung. Ein Test von unserer Seite ist noch in Arbeit.

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Wichtig von unserer Seite ist auch eine einfache Montage, beispielsweise beim Mainboard- und CPU-Testsystem. Zudem könnte man auch noch die Corsair LINK-Funktionalität in Zukunft nutzen, wobei wir sehen müssen, in welchen Testbereichen dies Sinn macht. Auf Testsystemen, die nicht so viel Leistung brauchen, kann sie auf niedrigster Einstellung arbeiten und somit sehr leise das System kühlen. Benötigen wir die Leistung, lassen sich die beiden Lüfter hochdrehen und somit können auch übertaktete Systeme ohne Probleme auf guter Temperatur gehalten werden. Die Wasserkühlung ist in unserem Preisvergleich für 130 Euro verfügbar.


Fractal Design gehört seit ein paar Jahren zu den erfolgreichsten neuen Brands am Markt. Bei einem so diversifizierten Markt wie dem Gehäuse-Markt einen Beliebtheitsgrad von über 24% in unserer Leserwahl zu bekommen, ist schon eine sehr gute Leistung. Ein Produkt aus den letzten Monaten hat uns aber ebenso überzeugt, das Fractal Design Define R5, das wir auch bereits schon im Test hatten. Im Handel ist die von uns gewählte schwarze Variante ohne Fenster für 99 Euro erhältlich.

Bei unseren Tests sind drei Dinge bei einem Gehäuse besonders wichtig:

Zum einen muss das Belüftungskonzept stimmen. Wird eine Grafikkarte oder ein Prozessor getestet, so sollte er nicht zu throttlen anfangen, nur weil unser Gehäuse eine zu schlechte Belüftung aufweist. Auf der anderen Seite muss ein Gehäuse auch variable Möglichkeiten mitbringen, um herauszufinden, ob die Leistung durch eine schlechtere Belüfung vielleicht abfällt. Mit dem Define R5 haben wir aufgrund der diversen Belüftungsmöglichkeiten freie Auswahl bei der Konfiguration und zudem auch nette Gimmicks wie Staubfilter.

Weiterhin muss man variabel in der Bestückung mit Komponenten sein. Wenn wir ein Gehäuse für alle Testsysteme verwenden wollen, müssen hier genauso mehrere Grafikkarten eingesetzt werden können wie diverse SSDs, große Netzteile und große CPU-Kühler. Außer E-ATX-Mainboards lassen sich alle Komponenten im Define R5 unterbringen - und Mainboards testen wir sowieso aufgrund des umständlichen Ein- und Ausbaus auf einer Teststation.

Zuletzt ist es auch praktisch, wenn ein Gehäuse im Aufbau dem Standard entspricht und sein Verbreitungsgrad möglichst hoch ist. Setzen wir beispielsweise auf riesige Gehäuse, wird uns nie auffallen, wenn eine Grafikkarte überhitzt. Wenn wir in kleinen mATX-Gehäusen testen, ist unser Arbeitsplatz eventuell etwas aufgeräumter, aber das Gros der Leser wird immer noch auf normalgroße Gehäuse setzen. Insofern entspricht das Define R5 auch den Vorstellungen unserer Leser.

 

In den nächsten Wochen werden wir die genannten Komponenten - plus weitere, wie neue Mainboards, Grafikkarten und CPUs - in ihren Alltagsdienst stellen. Sollten sich dabei Auffälligkeiten ergeben, werden wir natürlich berichten.