Windows 10 im Detail vorgestellt

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Windows 10 LogoMit Windows 10 bringt Microsoft die jüngste Inkarnation seines Betriebssystems auf Millionen Heimcomputer rund um die Welt. Windows 10 stellt gleichzeitig einen Umbruch dar, wie Microsoft seine Software handhabt und das Geschäftsmodell grundlegend ändert. Windows und auch Office werden eher als "Software as a Service" gesehen, welche im Falle von Office im Rahmen des Office-365-Abos monatlich kostet.

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Microsoft Windows 10

Geht der Nutzer dieses Geschäft ein, bekommt er die geballte Cloud-Power des neuen Microsofts zu spüren. Auch Windows 10 profitiert sehr stark von der Cloud und bietet mit Cortana einen proaktiven Service an, der dem Nutzer unter die Arme greifen kann – natürlich nur, wenn dem zugestimmt wurde. Windows 10 lässt sich aber weiterhin mit einem lokalen Konto und ohne Cloudanbindung nutzen. Auch Apps können mit einem Microsoft-Konto trotzdem im Store gekauft und heruntergeladen werden.

 

Desktop

 

Der Windows-Desktop ändert sich nur geringfügig zu Windows 7 oder Windows 8.1. In der Standardeinstellung sind der Start-Button, die Cortana-Leiste, der Button zum Aufrufen der virtuellen Desktops und Fenster sowie angeheftete Programme wie der Windows Explorer, Microsoft Edge und der Microsoft Store auf der Taskleiste vorhanden. Auf der rechten Seite der Taskleiste sind die gewohnten Icons für die Internetverbindung, den Akku, die Lautstärke etc. zu finden.

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Das Icon des Notification-Centers sticht aber besonders hervor, da es dieses in den vorherigen Windows-Versionen noch nicht gab. Auf dieses werden wir später noch einmal genauer eingehen. Ansonsten ist die Taskleiste wie bereits gewohnt immer noch so stark anpassbar wie unter Windows 7. Die Such/Cortana-Leiste lässt sich – wenn gewünscht – zu einem Icon minimieren oder aber auch ganz entfernen. Gleiches gilt für das Icon der Fenster/Desktopübersicht, über das man zwischen den virtuellen Desktops hin und her wechseln kann.

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Der Desktop unter Windows 10

Der eigentliche Desktop, also dort wo Verknüpfungen und Dateien ablegt werden, hat sich indes überhaupt nicht verändert. Die aus Windows 7 bekannten Widgets sind weiterhin nicht wiedergekehrt und werden es vermutlich auch nicht mehr. Das Papierkorb-Icon hat nach langer Diskussion und mehreren Redesigns nun ein endgültiges, eckigeres Design spendiert bekommen.

 

Virtuelle Desktops

 

Völlig neu bei Windows 10 sind die nun nativen virtuellen Desktops. Natürlich gab es früher ebenfalls Optionen in den Genuss selbiger zu gelangen, diese mussten aber mit Drittanbieterprogrammen nachgerüstet werden. Was beispielsweise in der Linux-Community beim Gnome-Desktop bereits seit Jahren zum Standard gehört, ist damit nun auch von Anfang an bei Windows vertreten.

Virtuelle Desktops können beispielsweise das Arbeiten besser fokussieren und effizienter gestalten. So können auf einen Desktop nur die Programme gelegt werden, die für das Arbeiten notwendig sind und somit Ablenkung von anderen, eher in der Freizeit genutzten Programmen ausgeschlossen werden. Ein ähnliches Konzept bietet ebenfalls der Firefox-Browser an, der mit den Tabgruppen ebenfalls Gruppierungen nach Themenbereichen etc. ermöglicht.

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Virtuelle Desktops unter Windows 10

Auch die Taskleiste verändert sich bei der Nutzung von verschiedenen Desktops. Es gibt einmal die Möglichkeit, nur die aktiven Programme im jeweiligen Desktop in der Taskleiste anzeigen zu lassen. Wer es anders haben möchte, der kann auch anwählen, dass alle offenen Programme immer in der Taskleiste zu sehen sind, unabhängig davon, welchen Desktop man gerade betrachtet. Angepinnte Programme sind von diesen Einstellungen allerdings nicht betroffen. Diese werden immer in der Taskleiste zu sehen sein.


 

Startmenü und Cortana

 

Das Startmenü ist wohl eine der größten Neuerungen in Windows 10. Gegenüber dem direkten Vorgänger Windows 8.1, ist das Startmenü wieder zentraler Bestandteil der Bedienung des eigenen Systems geworden.

Im Endeffekt ist das neue Startmenü eigentlich ein Windows-8.1-Startscreen auf die Größe eines Startmenüs herunterskaliert. Man kann Programme und Apps daran anpinnen und ordnen, so wie es einem am besten passt. Wer gar keine Programmverknüpfungen im Startmenü haben möchte, kann diese auch komplett entfernen.

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Startmenü

Ein besonderes Merkmal des Startmenüs sind wie unter Windows 8.1 auch die Live-Tiles der Applikationen. Was aber mit Windows 10 dazu kommt, ist die Tatsache, dass nun auch herkömmliche Programme, die die Win32-API nutzen, auf einen Teilbereich der WinRT-API zugreifen können. Das resultiert darin, dass auch normale Programme Live-Tiles generieren können.

Live-Tiles zeigen Informationen an, die der Nutzer dann auf den ersten Blick sieht. Allgemein im Startmenü links oben werden die meistverwendeten Programme aufgelistet, auf diese kann dann besonders schnell zugegriffen werden. Links unten zu sehen, sind eine Verlinkung auf den Windows Explorer, auf die Einstellungen sowie das Power-Menü. Darunter kann man sich seine komplette Programmliste anzeigen lassen, welche alphabetisch sortiert ist. Die Live-Tiles auf der rechten Seite lassen sich gruppieren und den Gruppen selbst kann man auch Namen geben.

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Zwangsweise zum Startmenü gehört auch die Suche bzw. im Umkehrschluss Cortana. Der Personal Assistant verbirgt sich hinter der globalen Suche, die im Auslieferungszustand in der Taskleiste zu finden ist. Wem die lange Suchleiste nicht gefällt, kann sie minimieren, sodass nur noch das Cortana-Symbol angezeigt wird. Cortana an sich ist die von Windows Phone bekannte Dame, die einem proaktiv bei diversen Tätigkeiten als Personal Assistant zur Seite steht. Wer überhaupt nichts mit der Software zutun haben möchte, kann sie in den Einstellungen komplett deaktivieren, sodass nur noch die von Windows 8.1 bekannte Suchfunktion zur Verfügung steht.

Öffnet man Cortana, so bekommt man als Startseite einen kleinen Überblick über den Tag mit den neuesten Schlagzeilen, seiner Watchlist aus MSN Finanzen, den Kalendereinträgen und vielen weiteren Informationen. Zudem hört die Software auch auf den Zuruf „Hey, Cortana!“, womit sofort die Spracheingabe gestartet wird (ein Mikrofon muss natürlich am Gerät angeschlossen sein). Wer nicht möchte, dass das System auf diesen spezifischen Zuruf lauscht, der kann dies in den Einstellungen deaktivieren. Dort lässt sich auch festlegen, dass Cortana nur auf die eigene Stimme reagiert. Dafür muss das System diese aber anlernen.

Die Assistentin ist darauf ausgelegt, Befehle und Anweisungen in natürlich gesprochener Sprache entgegenzunehmen. So kann man ihr beispielsweise einfach zurufen „Hey, Cortana! Erinnere mich nächsten Dienstag um 18:00 Uhr daran, den Mechaniker anzurufen.“ und sie wird es verstehen und als Erinnerung in ihr Notizbuch notieren.

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Startseite von Cortana

Ansonsten speichert die Software beispielsweise automatisch Flüge und sonstige Informationen im Notizbuch (wenn man es erlaubt) und erinnert einen ohne eigenes Zutun rechtzeitig daran sich zum Flughafen aufzumachen oder wenn der Flug Verspätung hat. Ist bei einem Termineintrag beispielsweise eine Adresse hinterlegt, erinnert sie einen ebenfalls auf Basis der aktuellen Verkehrslage daran, wann es am sinnvollsten wäre loszufahren, um pünktlich anzukommen.

Wenn einem gerade langweilig ist, kann man sich von Cortana auch ein paar Rätsel stellen lassen oder sie nach mehr oder weniger lustigen Witzen fragen. Auf Fragen wie „Wer ist dein Vater?“ oder „Willst du mich heiraten?“ hat sie jedenfalls eine humorvolle Antwort parat.

Geneigte Hörer werden es bereits bei der Smartphoneversion herausgehört haben: Die Stimme leiht ihr leider nicht die Synchronsprecherin aus dem Halo-Universum wie bei der englischen Version.


 

Benachrichtigungscenter

 

Eine weitere große Neuerung der jüngsten Inkarnation von Microsoft Windows stellt das Benachrichtigungscenter mit seinen Quick-Options dar. Dort werden zentral alle Benachrichtigungen gesammelt, welche das System registriert. Seien es die E-Mails aus Microsoft Outlook 2013 oder aber die Nachrichten aus der bald eingestellten Skype-App. Auch Kalendereinträge und sonstige Notifikationen finden ihren Weg in das Benachrichtigungscenter - ähnliches kennt man auch von MacOS.

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Das neue Benachrichtigungscenter

Der interessanteste Part sind aber die Quick-Options, bei denen man mit einem Klick wie vom Smartphone gewohnt, beispielsweise in den Flugmodus wechseln kann oder aber auch einfach nur in den Tablet- oder Stromsparmodus gehen kann. Im Endeffekt bietet dieses Menü sämtliche Einstellungsmöglichkeiten, die viele Tastaturen heute bereits über die „Fn“-Taste bieten.

Dem Desktopnutzer ohne Multimedia-Tasten erspart dies aber den häufigen Gang in die Systemeinstellungen, zu denen wir jetzt kommen.

 

Die neue Systemsteuerung im Detail

 

Zwar ist die bewährte Systemsteuerung, welche noch von Windows 7 sowie Windows 8.1 bekannt ist, noch vorhanden, doch sie ist nun viel schwerer im System zu finden. Man muss denselben Weg gehen, wie bei Windows 8.1: Rechtsklick auf das Windows-Zeichen und Systemsteuerung auswählen. Dieser Umweg hat einen guten Grund, denn Microsoft hat die Einstellungen gründlich aufpoliert und mit einer Menge Funktionen erweitert. Der normale Nutzer wird daher nur noch sehr selten in die klassische Systemsteuerung abtauchen müssen.

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Einstellungen

Die Einstellungen sind in neun Oberkategorien unterteilt, die dem Nutzer die Navigation etwas erleichtern sollen, indem gewünschte Funktionen schneller auffindbar sind. Wählt man eine dieser Kategorien an, bekommt man ein Menü, welches an die Einstellungen des Apple iPad erinnert. Links in der Liste kann die gewünschte Kategorie ausgewählt werden und rechts im Fenster können anschließend die Einstellungen vorgenommen werden. Dieses Konzept erstreckt sich durch das gesamte Programm.

Funktionen, die aus der klassischen Systemsteuerung verschwunden sind, sind nun hier zu finden. Als Beispiel wären die neue Updatefunktion oder aber auch die Nutzerkontensteuerung zu nennen. Manche Redundanzen befinden sich dennoch im System, damit beispielsweise bei Netzwerken tiefergehende Einstellungen getätigt werden können. Auch „Geräte und Drucker“ befinden sich redundant einmal in der klassischen Systemsteuerung und einmal in den neuen Einstellungen.

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Einstellungen

Die Einstellungen werden genauso auch auf Tablets und Smartphones mit Windows 10 bzw. Windows 10 Mobile zu finden sein; es ist also eine Universal-App mit demselben Kern auf allen Systemen.


 

Universal-Apps

 

Apropos Universal-Apps: Universal-Apps sind Programme, die ausschließlich über den Microsoft Store vertrieben werden und sowohl auf Desktop-Rechnern, als auch auf Tablets und Smartphones laufen. Im Laufe des Jahres kommen mit Windows Holographic und der Xbox One weitere Systeme hinzu, auf denen solche Programme ohne größere Anpassungen durch den Entwickler laufen sollen. Die Programme greifen dabei anders als herkömmliche, klassische Programme unter Windows auf die mit Windows 8 eingeführte und mit Windows 10 stark erweiterte WinRT-API zurück. Universal-Apps laufen im .NET-Framework, können aber auch nativ mit C++ oder C geschrieben werden. Die Codebasis ist bei jeder Version dieselbe, lediglich das Aussehen wird teils automatisch von Visual Studio an das jeweilige Endgerät angepasst. Vergleichbar ist dies mit einem Responsive Design, wie man es aus der Webentwicklung her kennt. Erst kürzlich haben wir unsere Webseite auf ein Responsive Design aktualisiert, damit man auch bequem vom Smartphone aus auf Hardwareluxx zugreifen kann.

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Netflix als App realisiert

Ein gutes Beispiel von Universal-Apps ist das mit Windows 10 erscheinende neue mobile Office, welches gleichermaßen auf PCs, Tablets und Smartphones laufen wird. Auch hier kommt eine Codebasis zum Einsatz, die dann auf die verschiedenen Displaytypen angepasst wird. Namenhafte Drittentwickler wie Rudy Huyn oder Thomas Nigro haben bereits angekündigt, ihre Applikationen (6tag und VLC für Windows) auf eine universale Codebasis umzustellen. Damit kommt auch erstmals auf Tablets und PCs mit Windows eine gut funktionierende, featurereiche Instagram-Applikation.

Auch Mozilla kündigte bereits einen eigenen Entwicklungszweig seines Firefox-Browsers für Windows 10 an. Ob damit auch eine mobile Version gemeint war, wird sich zeigen müssen. Da Universal-Apps ausschließlich im Store erhältlich sein werden, kümmern wir uns nun um diesen.

 

Der neue Store

 

Der Store ist die zentrale Anlaufstelle in Windows 10, wenn es um Apps geht. Natürlich werden sich Programme immer noch am Store vorbei mit den üblichen Setup-Dateien .exe und .msi installieren lassen. Installiert man Programme allerdings über den Store, hat man Vorteile wie eine zentrale Updateverteilung und eine Suchfunktion, um das gewünschte Programm schnell zu finden. Zudem werden nach und nach viele Applikationen in Universal-Apps konvertiert werden, sodass diese auch am Smartphone abrufbar sind.

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Der neue Store

Wer von Windows 8.1 kommt, dem wird sich der Store in einem neuen Glanz zeigen: Er wurde komplett neu designt und auf die ModernUI 2.0 getrimmt. Ganz oben links sind die Kategorien Apps, Games, Musik und Video sowie rechts der eigene Microsoft-Account und die Suchfunktion zu finden. Darunter werden prominent Applikationen präsentiert, die besonders gut oder einfach nur beliebt sind. Darunter kann nun wieder aus verschiedenen Oberkategorien ausgewählt werden, was einem das Finden einer bestimmten Kategorie noch einfacher gestaltet.

Die Apps werden auf der Startseite wie bei Netflix dargestellt. Es gibt eine horizontale Anordnung, durch die man dann durchscrollen kann. Insgesamt birgt der Store eine Menge Potential und sollte er bei den Nutzern sowie Entwicklern gut ankommen, könnte er die Art wie man unter Windows mit Software umgeht nachhaltig ändern. Wie gut solch ein Store funktionieren kann, sieht man bei Mac OS X.

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App im Store

Gesicht statt Passwort

Mit Windows 10 will Microsoft seine Nutzer nicht mehr länger mit lästigen Passworteingaben auf die Nerven gehen. Schon seit einigen Windows-Generationen können sich Nutzer bequem per Fingerabdruck in das Betriebssystem einloggen. Das setzt allerdings passende Hardware voraus und die war bislang nur in ausgewählten Notebooks vorhanden, meist in Business-Geräten. Für die neue Gesichtserkennung oder den Scan der Iris von Windows 10 wird zwar ebenfalls eigene Hardware notwendig, die soll sich laut Intel jedoch bald in zahlreichen Geräten wiederfinden. Über die Intel-eigene Realsense-Kamera wird das Gesicht in 3D aufgezeichnet und mit zahlreichen markanten Informationsdaten versehen.

Mit Windows Hello – so der Name des Features – soll man sich später auch auf zahlreichen Webseiten einloggen können, ohne jedes mal sein Passwort eingeben zu müssen. Microsoft wird hierfür eine eigene Programmierschnittstelle anbieten. Microsoft verspricht für Windows Hello ein hohes Sicherheitslevel, sodass auch Unternehmen das neue Feature nutzen sollen können.


 

Microsoft Edge

 

Mit Microsoft Edge präsentiert Microsoft einen komplett neuen Browser der sich bewusst vom alten Internet Explorer abgrenzt. Zwar wird dieser zu Legacy-Zwecken für Unternehmen noch integriert sein, allerdings versteckt im System.

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Microsoft Edge Browser

Der Microsoft Edge Browser, in früheren Vorschauversionen noch als 'Project Spartan' in Anlehnung an Halo betitelt, bricht Microsoft bewusst mit Bekanntem. Neben dem neuen, sehr flachen Design findet auch Cortana ihren Weg in den Browser. So kann sie beispielsweise Informationen wie Anschrift, Routenplanung und Öffnungszeiten einblenden, wenn man auf der Webseite eines Restaurants oder Cafes ist.

Technisch gesehen setzt Microsoft Edge auf die neueste Version der Trident-Engine. Zudem ist es möglich, direkt auf der Webseite Notizen zu erstellen, was vor allem bei Tablets mit Stylus wie dem Surface Pro 3 praktisch sein kann. Insgesamt zeigt der Edge-Browser eine komplett neue Philosophie hinter Microsofts Programmen, die sich durch viele Apps über alle Plattformen hinweg zieht.

 

Mail und Kalender

 

Bei den beiden Apps "Mail" und "Kalender" hat sich das Unternehmen aus Redmond besonders viel Mühe gegeben. Begonnen hat das Umdenken in Redmond mit der Übernahme des kalifornischen Start-Up-Unternehmen Acompli, welches sich auf eine produktive Mail- und Kalender-App unter iOS sowie Android spezialisierte. Kurz darauf übernahm das Unternehmen ein weiteres Start-Up, welches das kleine Helferlein "Sunrise Calendar" auf das iPhone bringt. Durch diese Übernahmen und der daraus folgenden Codebasis konnte Microsoft adäquate App-Versionen der eigenen Mail-Suite Outlook für Android sowie iOS bereitstellen.

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Mail

Mit Windows 10 kommen diese Applikationen und Übernahmen nun auch den Windows-Nutzern zugute. Diese erhalten nämlich zwei sehr intuitive, wohl durchdachte Programme zur rudimentären Mail- und Kalenderverwaltung. Die Applikationen beherrschen es, verschiedene Mailkonten via EAS, IMAP oder POP3 zu verwalten und somit den Ottonormalverbraucher zufriedenzustellen. Wer mehr Funktionalität wünscht oder braucht kann aus Microsofts Sicht immer noch zum "richtigen" Outlook aus den bekannten Office-Paketen greifen.

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Kalender

 

Groove Music

 

Groove Music ist genau genommen alter Wein in neuen Schläuchen. Vor zwei bis drei Wochen nämlich gab Microsoft bekannt, den bisherigen Streamingdienst Xbox Music in Groove Music umzubennen. Grund dafür ist, dass viele Nutzer wohl davon ausgingen, dass dieser Dienst nur in Verbindung mit dem Besitz der Microsoft Konsole nutzbar ist. Um dem entgegenzuwirken wurde die Umbennenung schlussendlich vollzogen.

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Groove Music

Mit Groove Music ist es wie bei den üblichen Verdächtigen möglich Musik über das Internet zu streamen. Zudem können mit dem Programm auch lokale Musikdateien verwaltet werden. Zudem verfügt Groove Music über das Feature, auf dem eigenen OneDrive abgelegte Musik kostenfrei zu streamen. Wer also seine komplette Musiksammlung ohne monatliches Abo über die Cloud verfügbar haben möchte, braucht diese lediglich in das eigene OneDrive hochzuladen und von Groove Music indizieren zu lassen.


 

Das Light- und das Dark-Theme

 

Wer bereits ein Windows Phone sein Eigen nennt, kennt es: Das Light- bzw. Dark-Theme. Dieses bestimmt, wie bestimmte Applikationen auf dem System dargestellt werden. Das Light-Theme bewirkt, dass beispielsweise die Taskbar, Hintergründe etc. im Zweifelsfall hell dargestellt werden. Davon ist auch das Notificationcenter betroffen. Im Umkehrschluss bewerkstelligt das Dark-Theme das genaue Gegenteil: Taskbar, Benachrichtigungscenter etc. werden dunkel dargestellt. Das ist vor allem bei Smartphones recht praktisch, da AMOLED-Displays über eine höhere Leistungsaufnahme verfügen, wenn etwas hell dargestellt wird.

 

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Designauswahl im Microsoft Edge

 

 

Icons

 

Mit der Modern UI 2.0 hält auch ein neuer Iconstil Einzug in Microsofts Systeme. Dieses basiert auf viel klareren und feineren Linien. So sollen später alle Systeme, sei es die Xbox One, das Lumia oder aber auch die HoloLens sein, auf einem einheitlichen Design basieren. Doch auch die „normalen“ Icons aus dem Windowsalltag wie beispielsweise das Explorer-Icon oder aber auch die Festplattenicons sind nun deutlich flacher und angepasster gestaltet. 

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Neues, flaches Icondesign

 

Windows 10 Versionen

 

Unter Windows 10 wird es die selben Versionsabstufungen geben wie unter Windows 8.1. Dabei werden die Versionen in Windows 10 sowie Windows 10 Pro unterteilt, wobei Windows 10 Pro mehr Features enthalten wird. Für den normalen Nutzer wird sich dies kaum auswirken, da dieser vermutlich seltener Funktionen wie die Bitlocker-Verschlüsselung nutzen oder aber von den erweiterten Netzwerkfähigkeiten und Einstellungen profitieren wird. Allerdings wird es vor allem beim Update von Windows 7 aus wichtig, welche Version man bekommt. Ist man im Besitz einer Windows 7 Ultimate- oder Professional-Lizenz, so steht einem das kostenlose Update auf Windows 10 Pro zur Verfügung. Gleiches gilt übrigens auch für eine Windows 8(.1)-Pro-Lizenz. Wer eine Lizenz für Windows 7 Home Basic, Home Premium oder Starter besitzt, der bekommt ein kostenloses Update auf Windows 10.

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Windows Update

Zusätzlich zu den für Consumer gedachten Versionen verteilt Microsoft noch eine dritte, ausschließlich für große Unternehmen gedachte Version: Windows 10 Enterprise. Diese basiert auf dem Featureset von Windows 10 Pro und erweitert diese um umfangreichere Funktionen für beispielsweise das Gerätemanagement. Zudem spielt die Version auch bei der Updateverteilung seitens Microsoft eine große Rolle. Während die normale Version von Windows 10 alle Updates automatisch installieren wird, kann ein Nutzer der Pro-Version zumindest entscheiden, wann und ob ein Update installiert werden soll.

Kunden mit der Enterprise-Version können gar auf einen ganz anderen Update-Zweig wechseln, auf dem nur Sicherheitsupdates verteilt werden und von dem neue Features ausgenommen sind.

 

Preise

 

Was die Preise angeht, hat Microsoft vor allem bei Windows 10 Pro die Preisempfehlung drastisch angezogen. Während es kurz nach dem Windows-8-Launch eine Pro-Version bereits ab 14 Euro gab, werden mit Windows 10 ein Preis von 279 Euro für Windows 10 Pro sowie 135 Euro für Windows 10 aufgerufen. Zudem wird es diesmal zusätzlich zum Download und der DVD auch Speichersticks mit USB-Schnittstelle als Retail-Medium im Handel zu kaufen geben. Dies zollt dem Trend zu immer dünneren und kleineren Geräten ohne eigenes, optisches Laufwerk Gebühr. Zudem profitiert man natürlich von einer erheblich schnelleren Installationszeit.


 

Aktuelle Einschätzung

 

Insgesamt macht Windows 10 im RTM-Status einen sehr soliden Eindruck und darf dank Features wie den virtuellen Desktops oder Cortana weiterempfohlen werden. Von der Performance her ist es mit Windows 8.1 vergleichbar, was wir in einem späteren Benchmark-Test noch ausführlicher aufzeigen werden. Treibermäßig funktionieren die meisten Lösungen, die auch unter Windows 8.1 funktioniert haben. Die beiden großen Hersteller von dedizierten Grafikkarten haben bereits Treiber extra für Windows 10 veröffentlicht. Bis die ersten Games mit DirectX 12 auf den Markt kommen werden, dürfte es hingegen noch etwas dauern.

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Mit Konzepten wie den Universal-Apps sowie dem einheitlichen Store versucht Microsoft wieder verlorengegangene Marktanteile im mobilen Sektor wett zu machen. Die nahtlose Integration von den Office-Diensten und auch Cortana tun ihr übriges. Ebenso hat Microsoft seine integrierten Apps weiter gepflegt und mit Edge den lange überfälligen neuen Browser im Angebot.

Besonders mit Hinblick auf das kostenlose Update für Windows 7 und 8.1 Nutzer ist es jedem empfohlen, dem neuen System zumindest mal eine Chance zu geben. Viele Features, die eine Onlineanbindung erfordern können deaktiviert werden, sodass auch Menschen, die sehr auf ihre eigenen Daten und ihre Privatsphäre bedacht sind, auf ihre Kosten kommen.