Performance-Check Reloaded: So schnell ist Windows 7

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windows_7_newWindows Vista hatte schon seit dem Start, am 30. Januar 2007, einen schweren Stand. Hohe Anforderungen an die Hardware, eine träge Reaktion und nicht zuletzt die Sache mit DirectX 10 zollten ihren Tribut und führten zu einem schlechten Ruf und mangelnder Akzeptanz. Mit Windows 7 möchte Microsoft nun alles besser machen und vor allem die Leistung steigern. Mit dem heutigen Tag steht die finale Version des neuen Microsoft-Betriebssystems nun endlich in den Regalen und ist ab sofort in drei verschiedenen Versionen erhältlich. Zeit für uns, das neue Betriebssystem einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Bereits im Vorfeld setzten die Redmonder alles daran, um den Vista-Nachfolger von Anfang an zu einem beliebten Kassenschlager zu machen. So stellte man interessierten Testern sowohl den Release Candidate, welcher noch bis Anfang Juni läuft, als auch eine Beta-Version zur Verfügung. Wie üblich war der Release Candidate die letzte, öffentliche Version und bot bereits alle Features. Das daraus gewonnene Feedback versuchte man dann in Windows 7 umzusetzen. Hinweise zu Bugs und Problemen sowie Verbesserungsvorschläge waren hierbei durchaus willkommen. Auch wenn die finale Version schon seit mehreren Wochen für MSDNAA- und Technet-Abonnenten sowie OEM-Partner erhältlich ist, steht das neue Betriebssystem seit heute endlich für jedermann offiziell in den Läden. Wir haben uns die nächste Generation zur Brust genommen und diese mit ihren Vorgängern verglichen. Auch Windows XP musste sich gegen Windows 7 beweisen.

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Zunächst aber schauen wir uns die Systemvoraussetzungen einmal genauer an:

Auf den folgenden Seiten gehen wir nicht nur auf die wichtigsten Neuerungen ein, sondern testen auch die Geschwindigkeit von Windows 7. Neben der Installationsdauer haben wir auch die Bootgeschwindigkeit und Spieletauglichkeit getestet.


Installation

Die ersten Neuerungen bekommt man schon bei der Installation des neuen Betriebssystems zu sehen. Erstrahlte das Installations-Menü von Windows XP noch in blauer Farbe, ist das Windows-7-Menü hingegen weitaus freundlicher aufgebaut und erlaubt die Eingabe mit der Maus. Doch auch die Setup-Routine selbst wurde angepasst und verlangt nun nach weniger Eingaben durch den Benutzer. Nach rund 20 Minuten ist Windows 7 startbereit.

Die Taskleiste

Nach dem ersten Start von Windows 7 fällt erst einmal die neue Taskleiste, welche nun einen deutlich aufgeräumteren Eindruck hinterlässt, ins Auge. Während man bislang in allen älteren Windows-Versionen einen Überblick über die geöffneten Programme mittels Reiter erhielt, zeigt die neue Taskleiste alle laufenden Programme als Symbol. Fährt der Anwender über ein solches, so wird ihm, wie in Windows Vista, ein Vorschaubild des Fensters gezeigt. Doch auch über den aktuellen Zustand des laufenden Programms erhält man Auskunft. Hierfür liefern die verschiedenen Symbole neben einer Fortschrittsanzeige auch Informationen über mögliche Fehler und Meldungen. Zudem lassen sich Schnellstart-Icons direkt auf der neuen Leiste ablegen, über die der Nutzer schnell und einfach das gewünschte Programm starten kann. Außerdem erhält man mittels rechter Maustauste Zugriff auf sogenannte Jumplists, also Most-Recent-Documents. Was in eben solchen allerdings gelistet wird, hängt vom Programmtyp ab. Während die Jumplists für den Internet Explorer 8 die zuletzt besichtigten Webseiten zeigen, stehen für Microsoft Word die bisher geöffneten Dokumente bereit. Beim Windows Media Player 12 erhält man gar einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionstasten - "Play", "Next", "Previous" und "Stop".

Ein Wechsel auf die bislang gewohnte Taskleiste ist eigentlich nicht gewollt. Jedoch kann man die Symbole so einstellen, dass diese wieder als Reiter gezeigt und erst dann gruppiert werden, wenn die Taskleiste voll ist. Anschließend muss man nur noch das "Windows-klassisch"-Design auswählen - eine Möglichkeit um zumindest ein bisschen Windows-2000-Flair genießen zu können.

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Aero Glass, Aero Peek, Aero Shake und Aero Snap

Auf den ersten Blick ergeben diese vier Begriffe kaum einen Sinn. Unter näherer Betrachtung haben diese aber durchaus ihre Daseinsberechtigung. So löste sich Microsoft bereits bei Windows Vista von der altbekannten Luna-Oberfläche und rief Aero Glass ins Leben. Zwar können die zahlreichen optischen Effekte als unnütze Spielereien gesehen werden, welche nur Rechenleistung fressen, doch erfüllen einige inzwischen durchaus ihren Zweck.

Eine davon ist Aero Peek. Wie der Name Peek schon vermuten lässt, ermöglicht dieses Feature einen Blick hinter die geöffneten Fenster. Häufig dient der Desktop als Zwischenlager beim produktiven Arbeiten. Während man dank Multitasking bislang zwischen den geöffneten Fenstern schnell hin und her schalten konnte, war der Wechsel auf den Desktop immer etwas zeitaufwendiger. Genau hier soll Aero Peek ansetzen. Musste man in den Vorgängerversionen von Windows 7 noch auf das Desktop-Zeigen-Feature, eine simple Verknüpfung in der Schnellstartleiste, ausweichen, wurde diese Funktion nun weiterentwickelt. So befindet sich im Vista-Nachfolger rechts neben der Systemuhr ein Maus-Over-Button. Führt man den Mauszeiger über diesen, werden alle offenen Fenster ausgeblendet. Ein Klick auf den Button ersetzt dann die bereits bekannte Option und ermöglicht den schnellen Zugriff auf den Desktop.

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Auch die Vorschau-Funktion der Taskleiste ist ein wichtiger Bestandteil von Aero Peek. Wie bereits erwähnt, mussten die breiten Taskleisten-Reiter, welche geöffnete Programme zeigten, nun Symbolen weichen. Sind mehrere Fenster oder auch Tabs geöffnet, so werden sie innerhalb des Icons gruppiert. Fährt man nun mit der Maus über ein solches Symbol, so öffnen sich ein oder mehrere Vorschaubilder. Wem diese nicht ausreichen, der bewegt seinen Mauszeiger auf das gewünschte Vorschaubild und erhält dieses im Vollbild. Mit einem Klick, ist das Fenster aktiv.

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Mit Aero Shake hält ein weiteres Gadget in Windows 7 Einzug und versucht das alltägliche Arbeiten mit dem neuen Betriebssystem weiter zu verbessern. So lassen sich alle geöffneten Fenster minimieren, indem man ein nicht maximiertes Fester mit gehaltenem Klick schüttelt. Im Vergleich zum Maus-Over-Button von Aero Peek, werden die Fenster hierbei allerdings nicht ausgeblendet, sondern wirklich minimiert. Ein Wiederholen des Vorgangs bringt alle Fenster wieder zurück an ihre ursprüngliche Position.

Auch bei Aero Snap handelt es sich um eine Spielerei mit Fenstern, die mit Sicherheit aber mehr Anklang finden wird. So lässt sich ein laufendes Programm nicht nur mittels Doppelklick am Titel maximieren, sondern auch durch Verschieben an den oberen Bildschirmrand. Oftmals braucht man aber auch zwei Fenster direkt nebeneinander. Hier sorgt Aero Snap für eine deutliche Arbeitserleichterung. Schiebt man ein Fenster an den rechten oder linken Bildschirmrand, so wird dieses auf 50 Prozent des sichtbaren Bereiches vergrößert und vertikal maximiert. Damit lassen sich Fenster exakt auf 50 Prozent des Monitors einteilen. Alternativ ist diese Funktion auch über eine simple Tastenkombination (Windows + Pfeiltaste) zu erreichen. Natürlich verfügt jedes Fenster aber auch über die bekannten Funktionen des Schließens, Maximierens oder Minimierens an der rechten oberen Ecke.

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Windows Explorer

Schon bei Windows Vista führten die Redmonder Bibliotheken, in denen beispielsweise Bilder oder auch Downloads abgelegt werden konnten, ein. In solchen Bibliotheken kann der Anwender zusammengehörige Dateien gruppieren und sammeln. Obwohl sich die Daten an einem anderen Ort befinden, müssen sie nicht im Filesystem verschoben werden. Dies sorgt in den ersten Wochen sicherlich für etwas Verwirrung, denn nichtsdestotrotz tragen natürlich auch Ordner und Verzeichnisse zum Alltag unter Windows 7 bei. Großen Wert legte Microsoft auch auf die Organisation von Bild- und Videomaterial. So ist innerhalb der Bibliotheken eine Gruppierung nach Monat oder Jahr möglich. Zudem verbesserte man die Vorschaufunktion. Doch auch das Aussehen des Windows Explorers hat sich geändert. So soll dieser nun deutlich übersichtlicher sein und den Anwender nicht mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten erschlagen. Im Großen und Ganzen findet sich aber jeder alteingesessene Windows-Anwender zurecht.

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Netzwerk

Bereits auf der CeBIT 2009 demonstrierte Microsoft die neuen Netzwerkfunktionen und versicherte, dass jeder Anwender – auch wenn er noch nie in einem Netzwerk gearbeitet hat - ein solches in Windows 7 erstellen kann. Hierfür führte man Home Group, ein Feature, welches die Vernetzung von Computern und Druckern vereinfachen soll, ein. Mittels eines Benutzerinterfaces führt man den Anwender durch den Netzwerk-Jungle. Neben den Dateien, welche später freigegeben werden sollen, kann der Anwender auch Computer zur Home Group hinzufügen. Zur Sicherheit wird jede Home Group automatisch mit einem Passwort geschützt. Doch auch der Zugriff auf Drahtlos-Netzwerke wurde überarbeitet. So ist dieser nun über das ViewAvailableNetworks-Feature (VAN) möglich. Zudem verspricht man, dass die Netzwerkverbindung nach dem StandBy-Betrieb binnen einer Sekunde wiederhergestellt ist. Auch Wake-on-LAN ist nun über Wireless möglich.

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Sicherheit

Aufgrund der weiten Verbreitung sind Windows-Systeme noch immer ein beliebtes Angriffsziel für Hacker und Viren. So hat sich Microsoft auch bei Windows 7 diesem Thema angenommen. Der Softwareriese führte zusammen mit Windows Vista die Benutzerkontensteuerung oder auch UAC (User Account Control) ein. Diese meldet sich immer dann zu Wort, wenn Administrator-Rechte, wie zur Installation eines neuen Treibers oder dem Verändern von wichtigen Systemeinstellungen, benötigt werden. Unter Vista hatte diese Funktion einen schweren Stand und wurde daraufhin von zahlreichen Usern deaktiviert. Microsoft hat sich der Kritik nun angenommen und die UAC stark verbessert. So soll sich diese in Windows 7 deutlich weniger zu Wort melden und den Anwender entscheiden lassen, wie stark er über sein System die Kontrolle haben möchte. Standardmäßig ist die zweithöchste Stufe aktiviert.

Auch das Sicherheits-Center sowie der Windows Defender kommen in der neuesten Generation wieder zum Einsatz. Letzterer kümmert sich dabei hauptsächlich um den Schutz vor Spyware. Das Sicherheits-Center hört unter Windows 7 nun auf den Namen Action Center und erlaubt neben der Steuerung der bereits bekannten Sicherheitslevel auch die Verwaltung weiterer Wartungsaufgaben. Dabei wird der Anwender allerdings nicht mehr von nervigen Balloon-Tipps auf Trab gehalten, sondern kann nun selbst entscheiden, wann er eingreifen möchte. Weiterhin zeigt das Action Center mögliche Problemberichte und erlaubt Einstellungen an der UAC, dem Windows Defender, der Network Access Protection sowie den Windows Updates vorzunehmen. Zu guter Letzt ist natürlich auch wieder eine Firewall-Lösung mit an Board.

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Überarbeitetes Zubehör

Auch Windows 7 kommt mit so manch einem Extra daher. So schickte man den Windows MediaPlayer in Version 12 mit auf die Reise. Laut Microsoft soll dieser nicht nur schneller und stabiler arbeiten, sondern vor allem auch mit einer hohen Kompatibilität aufwarten können. So spielt er von Haus aus AAC-Audio-Dateien ab. Aber auch MPEG-4-, H.264- und XviD/DivX-Dateien können nun ab Werk abgespielt werden. Weiterhin verschafft sich die neue Version dank Home Group spielend über das Netzwerk Zugriff auf weitere Medien.

Auch Windows Media Center zählt sich in Windows 7 wieder zu den Boardmitteln. Bereits seit der Media-Center-Edition von Windows XP besteht die Multimedia-Zentrale. Diese sammelt alle auf dem Computer gespeicherten Multimedia-Dateien in einer eigenen Bibliothek und erlaubt den Zugriff auf das aktuelle Fernsehprogramm über Kabel, Satellit oder ein terrestrisches Signal – natürlich ist hierfür aber eine passende Steckkarte vonnöten. Auch internetbasierender Inhalt ist nun in Windows Media Center mit eingebunden. Im Vergleich zu Windows Vista schraubten die Redmonder vor allem am Benutzerinterface und gestalteten dieses nun deutlich übersichtlicher.

Der Internet Explorer 8 soll hingegen einen Großteil der Marktanteile zurückerobern. Vor allem was Geschwindigkeit anbelangt konnte hier die neuste Version ordentlich zulegen. So startet der Browser nicht nur schneller, sondern ermöglicht auch einen fixeren Seitenaufbau. Wie schon bei der Konkurrenz durchforstet die neue Version des Microsoft-Browsers schon bei der Eingabe der ersten Buchstaben die History und schlägt häufig besuchte Seiten vor. Auch Tabbed-Browsing wurde verbessert. So werden die Tabs im IE8 mit gleicher URL farblich gruppiert und sortiert. In Sachen Sicherheit versucht man nicht nur ein gleiches Sicherheitslevel zu bieten, sondern implementierte gleich auch weitere Features. So läuft jeder Tab ab sofort als eigener Prozess. Stürzt ein solcher ab, muss nicht das gesamte Programm geschlossen werden. Bereits mit dem Internet Explorer 7 führte man einen geschützten Modus ein. Hierfür werden die einzelnen Tabs im "Protected Mode" einer niedrigen Integritätsstufe - vergleichbar mit Vertraulichkeitsstufen - zugewiesen, womit die Daten des Benutzers schwieriger zu manipulieren seien.

Doch auch die kleinen, unscheinbaren Programme hat Microsoft einem Facelifting unterzogen. So erstrahlen beispielsweise Paint oder WordPad in neuer Oberfläche. Das Bedienkonzept namens Ribbon führte man schon in Office 2007 ein. Vor allem auf Tablet-PCs ist die Steuerung damit einfacher geworden.

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Windows XP Mode (XPM)

Ab Windows 7 Professional erlaubt die neue Betriebssystem-Generation auch einen Windows XP Mode (XPM). Damit sollen hauptsächlich Unternehmen ältere Anwendungen, welche nicht mit Windows 7 zusammenarbeiten, betreiben können. Der Modus - basierend auf Virtual PC 7 - simuliert dabei die XP-Umgebung und erlaubt es Programme zu installieren und auszuführen. Auch inkompatible Treiber werden dabei unterstützt. Da die XP-Umgebung als gesonderte Maschine läuft, sollte diese natürlich auch gepflegt und regelmäßig gewartet werden. Ein Antivirus- und Antispyware-Programm sowie eine Firewall-Lösung sollten hierbei bedacht werden. Ebenso sollten die regelmäßigen Updates eingespielt werden. Für Spieler ist dieser Modus aufgrund der simulierten Grafiklösung allerdings eher uninteressant. Eine zusätzliche Lizenz für Windows XP muss jedoch nicht erworben werden.

Weitere Neuerungen

Da sich Tablet-PCs in den letzten Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuten, ist der Vista-Nachfolger Multi-Touch fähig. Hiermit lässt sich das System nicht nur mit Tastatur und Maus bedienen, sondern auch – Touchscreen vorausgesetzt – mit dem Finger. Dank Multi-Touch ist Windows 7 aber auch in der Lage die Eingabe mehrerer Finger oder komplexerer Gesten zu interpretieren. Ein einfaches Vergrößern oder Drehen von Bildern ist somit möglich – ähnlich wie bei Apples iPhone.

Zu guter Letzt sollen neben einer besseren Kompatibilität – Windows 7 erkannte bei unserem Testsystem sogar den WLAN-Stick – auch wieder altbekannte Features, wie Bitlocker, Bitlocker to Go, ReadyDrive, ReadyBoost und Superfetch Einzug halten. Auch die Multi-Core-Unterstützung wurde weiter verbessert.

Die Key-Features zeigen wir im folgendem Video:

 

DirectX 11

Direct Compute

Auch wenn NVIDIA mit der hauseigenen CUDA-Technologie bereits einen großen Schritt in Richtung GPGPU (General Purpose Graphics Processing Unit) tätigte und Hauptkonkurrent AMD es mit ATI Stream versuchte, kommt mit DirectX 11 nun endlich ein herstellerübergreifender Standard. Dank Open CL und Direct Compute kann die Leistung aktueller Grafikchips auch anderweitig genutzt werden. Dabei werden bestimmte Arbeiten, welche eigentlich für den Prozessor bestimmt sind, ohne Umwege über die API auf den Grafikchip ausgelagert. Sofern die Entwickler kleinere Einschränkungen in Kauf nehmen, ist Direct Compute auch zu DirectX-10- und -10.1-Hardware abwärtskompatibel und somit auch mit einer Grafikkarte ab der ATI-Radeon-HD-2000- bzw. NVIDIA-GeForce-8000-Reihe lauffähig.

Tesselation

Doch nicht nur im Direct-Computing-Bereich sorgt DirectX 11 für Neuheiten. Auch im 3D-Segment will man mit neuen Features aufwarten. Dank Tesselation kann nun die Anzahl der Polygone weiter gesteigert werden. So werden diese bei der Tesselierung ohne viel Programmier- und Rechenaufwand in primitive Flächen, wie Drei- oder Vierecke, zerlegt.

Multithreading

Auch an der Lastaufteilung wurde gefeilt. So soll DirectX 11 die Aufgaben auf Multi-GPU-Systeme besser verteilen können.


Bei jedem Umstieg auf ein neues Betriebssystem stellt sich natürlich die Frage, ob eine günstigere Upgrade-Version infrage kommen würde. Diese sind immer etwas günstiger, setzen allerdings eine Installation einer Vorgängerversion voraus. Ob Sie ein Upgrade auf Windows 7 in Erwägung ziehen können, oder aber eine Neuinstallation hinnehmen müssen, erfahren Sie in der folgenden Tabelle. Zu beachten ist hierbei auch, dass die Upgrade-DVD bei einem 64-Bit-Vista auch das 64-Bit-Material enthalten sollte. Gleiches gilt für 32 Bit. Ein Upgrade von Windows XP ist leider nicht möglich.

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Auch wenn wir schon häufiger in diesem Artikel über Windows 7 Ultimate, Windows 7 Professional und Windows 7 Home Premium gesprochen haben, wollen wir an dieser Stelle nun näher auf deren Unterschiede eingehen. Wie gewohnt ist die Ultimate-Edition die Version, welche den vollen Funktionsumfang beinhaltet. Die nächstkleinere Variante verzichtet hingegen auf die Laufwerksverschlüsselung "Bitlocker". Die wohl für den Endanwender interessanteste Variante muss hier hingegen schon deutlich mehr Abstriche hinnehmen. Demnach ist unter Windows 7 Home Premium neben dem Verzicht auf "Bitlocker" auch der bereits erwähnte XP-Modus nicht einsetzbar. Weiterhin fehlt die Unterstützung für Remote-Desktop.

An dieser Stelle sei noch die Starter- bzw. Home-Basic-Edition erwähnt. Diese werden allerdings nur OEM-Distributoren zur Verfügung gestellt und sind für Einsteiger-PCs oder Netbooks gedacht. Letztere ist für die neuen Wachstumsmärkte der Welt angedacht. Die Enterprise-Variante gleicht in ihrem Funktionsumfang der Ultimate, ist jedoch nur über Volumenlizenzen erhältlich. Die wohl wichtigsten Unterschiede zeigt die unten stehende Tabelle:

win7_home_premium

win7_professional

win7_ultimate

Home Premium Professional Ultimate
Aero Glass X X X
Action Center X X X
Home Group X X X
Media Center X X X
Multi Touch X X X
Erweiterte Netzwerkfunktionen X X X
Jugendschutz X X X
Remote Desktop X X
Laufwerksverschlüsselung EFS X X
Windows XP Modus X X
BitLocker X
BitLocker to Go X
AppLocker X
DirectAccess X
Mehrsprachige Benutzeroberfläche (Sprachpakete) X
Maximaler Arbeitsspeicher (nur 64-Bit-Version) 16 GB 192 GB 192 GB

Doch nicht nur innerhalb der drei großen Pakete gibt es Unterschiede. Auch stellt Microsoft mehrere Verkaufsversionen zur Verfügung. Während die Retailbox, welche es auch als bloßes Upgrade geben wird, neben dem Datenträger ein umfangreiches Handbuch beinhaltet, verzichten die SB/OEM-Versionen auf eben solches. Zudem entfällt der Telefon-Support, welchen man Besitzern einer Retailbox zuspricht. Weiterhin muss man sich schon beim Kauf für eine 32- oder 64-Bit-Version entscheiden, während die Boxen beide Datenträger enthalten. Erstmals in der Windows-Geschichte verkauft Microsoft seine neuste Generation auch in sogenannten Family-Packs. Diese umfassen drei Upgrade-Lizenzen von Windows 7 Home Premium und kosten rund 150 Euro.

Die aktuellen Preisvergleichs-Preise entehmen Sie aus der unten stehenden Tabelle:

win7_home_premium

win7_professional

win7_ultimate

Vollversion ca. 99 Euro ca. 255 Euro ca. 265 Euro
Upgrade ca. 95 Euro ca. 240 Euro ca. 250 Euro
SystemBuilder ca. 75 Euro ca. 110 Euro ca. 150 Euro
Family Pack ca. 150 Euro - -

Testsystem:
Als Testsystem wählten wir das schon von so manch einem Grafikkartentest bekannte System. Sowohl der Intel Core2 Quad QX9770, welcher für diesen Test mit seinen standardmäßigen 3,2 GHz rechnete, als auch die ASUS Radeon HD 4890 Formula, sollten mehr als genug Power für die neueste Betriebssystem-Generation von Microsoft besitzen. Auch der 3D-Beschleuniger arbeitete dabei mit seinen Referenztaktraten. Auf die Leistung einer schnellen SSD verzichteten wir zunächst. Stattdessen kam ein herkömmlicher Magnetspeicher mit einer Kapazität von 250 GB zum Einsatz.

Testprobanden:

Auch wenn heute schon einige Spiele unter DirectX 10 und damit unter Windows Vista deutlich schneller über den Bildschirm laufen, haben wir auch Windows XP in unserem Leistungsvergleich mit aufgenommen. Da die 64-Bit-Version des betagten Betriebssystems von Anno 2001 allerdings kaum zum Einsatz kommt, haben wir uns für die weitverbreitete 32-Bit-Variante entschieden und es zumindest mit Windows 7 x86 verglichen. Far Cry 2 und Crysis Warhead liefern zudem noch DirectX-9-Modi.


Zunächst stand natürlich die Installationsdauer auf dem Testprogramm. Während die Installation von Windows 7 Beta mit Abstand am längsten Zeit einnahm, lagen Windows Vista und Windows XP nahezu gleich auf. Nach rund 20 Minuten waren die Daten vollständig auf die Festplatte geschaufelt. Deutlich an die Spitze unseres ersten Durchgangs konnte sich jedoch die 32-Bit-Version von Windows 7 setzen. Nach knapp 17 Minuten war die Installation erfolgreich abgeschlossen. Die 64-Bit-Variante lag hingegen auf dem Niveau ihrer Vorgänger. Beachtet man allerdings, dass die neuen Generationen nach der Installation jeweils einen Leistungs-Check durchführen, ist die Steigerung gegenüber Windows XP mehr als beachtlich.

installation

Wie zu erwarten, war Windows XP am schnellsten einsatzbereit und benötigte für den Bootvergang fast zehn Sekunden weniger, als das restliche Testfeld.

bootdauer

Bei den Shutdown-Zeiten kristallisierte sich hingegen kein wirklicher Gewinner heraus, denn mit rund acht Sekunden lassen sich alle fünf Testkandidaten ungefähr genauso viel Zeit.

shutdown


Das Benchmarktool Cinebench R10 basiert auf der beliebten Profi-3D-Software Cinema-4D-R10 und nimmt hauptsächlich die Leistung der Prozessoren ins Visier. Die Ergebnisse im Vergleich:

cinebench

Das Open-Source-Programm 7-Zip ist ein sehr gutes Datenkompressionsprogramm, das alle gängigen Packformate beherrscht. Außerdem bringt das Tool einen Benchmark mit. Die Ergebnisse im Vergleich:

7zip

Auch SuperPI testet hauptsächlich die Leistung der CPU und wird meist für Weltrekord-Versuche von prädestinierten Overclockern eingesetzt. Wir testen, ob Windows 7 das betagte Windows XP als Bench-Betriebssystem ablösen kann:

superpi


Futuremarks 3DMark Vantage ist der erste Vertreter der beliebten Benchmark-Serie, der auf Microsofts DirectX-10-Schnittstelle aufsetzt. Eindrucksvoll präsentiert das Benchmark-Tool, welche Möglichkeiten in der neuen Grafikschnittstelle stecken. 3DMark Vantage misst hauptsächlich die Grafikleistung des Systems. Um die Grafikpracht ohne Einschränkungen genießen zu können, muss ein aktuelles High-End-System herhalten.

Zum kostenlosen Download von Futuremarks 3DMark Vantage gelangt man über diesen Link.

vantage


Futuremarks 3DMark 06 gilt trotz seines gehobenen Alters in der Gamer- und Benchmark-Szene als der Leistungsvergleich schlechthin. Neben zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten - um unterschiedlichste Leistungsbereiche der Grafikkarten zu bewerten - bietet der Grafikkarten-Benchmark imposante und detailreiche Grafik-Sequenzen. Um die Grafikpracht auch auf dem Bildschirm umzusetzen bedienten sich die Entwickler zum Beispiel an hochauflösenden Texturen, dem Einsatz von High Dynamic Range Rendering und der aktuellen Shader-3.0-Technik. Wir nutzen 3DMark 06 in verschiedenen Einstellungen und Auflösungen, um den Leser praxisnahe Ergebnisse zu präsentieren.

Zum kostenlosen Download von Futuremarks 3DMark 06 gelangt man über diesen Link.

3dmark2006


Bei Far Cry 2 handelt es sich um einen First-Person-Shooter aus dem Hause Ubisoft. Der Nachfolger des legendären Spieleklassikers basiert auf der eigens entwickelten Dunia Engine, wodurch beispielweise dynamisches Wetter, Tag- und Nachtzyklen und eine dynamische Vegetation realisierst werden. Das Spiel nutzt Mehrkernprozessoren, unterstützt sowohl DirectX-9 als auch -10 und besitzt eine integrierte Benchmark-Funktion, mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Zur Vollversion von Far Cry 2 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

farcry2_dx9

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Nachdem der First-Person-Shooter Crysis mittlerweile bereits ein Jahr auf dem Buckel hat, nichtsdestotrotz jedoch immer noch das bestaussehendste Spiel ist, schicken die in Frankfurt ansässigen Hersteller Crytek nun mit Crysis Warhead ein Addon in die Händlerregale, dass die grafische Qualität gar noch ein wenig weiter nach oben dreht. So sehen die Texturen etwas besser aus, ebenso die Explosionen. Vor allem bei der Darstellung der Gesichter hat man sich viel Mühe gegeben, die jetzt durch noch mehr Falten, Hautpigmenten und diversen weiteren Kleinigkeiten realistischer aussehen als jemals in einem anderen PC-Spiel zuvor. Die Direct3D-10-Unterstützung ist in Crysis Warhead unverändert geblieben, ebenso die restliche Technologie. Diese wurde in dem Addon primär auf eine bessere Performance getrimmt. Wir Testen das Spiel mittels einer 60 Sekunden langen Szene, die wir jedes mal exakt nachstellen. Genauere Details zur Testmethode findet man in unserem Spielbericht zu Crysis Warhead.

Zur Vollversion von Crysis in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Auch wenn Microsoft mit Windows Vista ein völlig neues Speichermanagment einführte und die Ergebnisse somit nur bedingt zu vergleichen sind, haben wir uns jeweils nach dem System-Start die Arbeitsspeicherauslastung näher angesehen. Zusätzlich ist zu beachten, dass die 32-Bit-Betriebssysteme maximal 3,2 GB adressieren können. Bei x64-Systemen stehen zusammen mit 4096-MB-Arbeitsspeicher also 800 MB mehr zur Verfügung. Wie nicht anders erwartet, krallte sich Windows XP mit knapp 220 MB die geringste Menge. Windows Vista genehmigte sich mit 980 MB nicht nur über 750 MB mehr, sondern reservierte damit auch die größte Menge im Testfeld. Wie bereits erwähnt, erneuerte man bereits unter Windows Vista das Speichermanagment. Während unter XP häufig auf die langsamere Festplatte ausgelagert wurde – und das, obwohl noch freier Speicher zur Verfügung stand -, lädt Windows Vista und dessen Nachfolger hingegen schon zu Beginn häufig verwendete Programme in den Arbeitsspeicher, was das Öffnen dieser Anwendungen verschnellern sollte. In der Tat reagiert Windows 7 kaum langsamer als noch Windows XP.

speicherauslastung

Da auch die Festplatte unter Windows 7 kaum zur Ruhe kommt, prüften wir deren Leserate. Hier ergaben sich aber kaum Unterschiede:

hdd


Auf dieser Seite wollen wir ein paar unserer Praxis-Eindrücke im Windows-7-Alltag vermitteln. Wie bereits erwähnt gefiel uns vor allem die Tatsache, dass wir für unseren WLAN-USB-Stick aus dem Hause D-Link keinen 64-Bit-Treiber suchen mussten, denn direkt nach der Installation konnten wir uns mittels Eingabe des Sicherheitsschlüssel direkt mit unserem Netzwerk verbinden und ins Internet gehen. Auch Aero Glass war bereits aktiv - um jedoch eine vernünftige Vergleichsbasis zu schaffen, installierten wir dennoch alle aktuellen Treiber für Grafikkarte, Chipsatz und Soundkarte.

Doch Windows 7 verbesserte nicht nur die Kompatibilität, sondern vor allem auch die Arbeitsgeschwindigkeit im Alltag. Auch wenn die neue Taskleiste mit ihren Symbolen erst einmal viel Unmut erzeugte, erfüllt diese dennoch ihren Zweck. Hier muss der Anwender einfach offen für Neues sein und sich ein bisschen umstellen. Da sich allerdings auch Programme an die Taskleiste heften lassen, stellt sich schnell ein gewisser Workflow ein. Hierfür legt man einfach die häufig verwendeten Programme ab. Dank der Vorschaubilder, welche auch bei offenen Tabs gezeigt werden, ist die Überarbeitung der Taskleiste ebenfalls ein willkommenes Feature. Auch das Startmenü selbst konnte uns vor allem mit seiner verbesserten Suchfunktion überzeugen. Für Tastaturmenschen reicht es die Windows-Taste zu drücken und den Namen des gewünschten Programms einzugeben. Ein ordentlich strukturiertes Startmenü aus Windows-2000-Zeiten entfällt somit.

Während man vielleicht die neuen Gadgets von Aero Shake und Aero Snap als Zusatzgag abstempelte, erwischt man sich doch häufig bei deren Anwendung. Vor allem Aero Snap, kam während unserer Testzeit meist unbewusst zum Einsatz und erleichterte das alltägliche Arbeiten mit dem neusten Microsoft-Betriebssystem. Weiterhin gehören jetzt auch nervige Ballontips und Meldungen der Vergangenheit an. Sowohl das Action Center, als auch die Benutzerkontensteuerung UAC (User Account Controll) melden sich nun weniger zu Wort und stören somit den Betrieb nicht weiter.


Bereits im Vorfeld setzte Microsoft alles daran, um den schlechten Ruf von Windows Vista bei Windows 7 nicht zu wiederholen. So sammelte man dank der Beta-Version und des Release Candidates fleißig Rückmeldungen und versuchte das daraus gewonnene Feedback umzusetzen. In der Tat haben die Redmonder einiges besser gemacht. So meldet sich die Benutzerkontensteuerung deutlich weniger zu Wort, als noch beim Vorgänger. Das gleiche gilt für das Sicherheitscenter alias Action Center. Auch die Netzwerkumgebung wurde weiter vereinfacht. Doch auch die Leistung konnte überzeugen. Zwar bootete Windows 7 noch immer deutlich langsamer als Windows XP, doch konnte Microsoft hier ein paar Sekunden gegenüber Vista gut machen und auch die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit verbessern.

Doch was bringt ein schnelles, gut aussehendes Betriebssystem, wenn es nicht kompatibel ist und stabil läuft? Auch hier kann man sagen, dass der Softwareriese einen weiteren, großen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat, denn nach der Installation der neuen Generation mussten wir für unser Wireless-Netzwerk lediglich noch den Code eingeben. Auch Aero Glass war dank Treiberunterstützung schon aktiv. Weiterhin leistete sich das System während der Testphase, welche für uns im Übrigen schon mit dem RC begann, keinen einzigen Ausrutscher.

Sollte Windows 7 auch auf leistungsschwächeren Systemen einwandfrei laufen, so steht dem neuen Betriebssystem wohl keine große Hürde mehr im Weg - doch dies testen wir in einem späteren Artikel....

windows7_versionen

 

Positive Aspekte von Windows 7:

  • Ansprechendes Design
  • Gut durchdachte Gadgets (Aero Shake/Snap/Peek)
  • DirectX-11-Unterstützung

Negative Aspekte von Windows 7:

  • Upgrade nicht immer möglich
  • In Benchmarks kaum schneller als seine Vorgänger

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