Mac OS X 10.6 - Snow Leopard

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SL_logoViele werden sich bei einem ersten Blick auf Snow Leopard fragen, wo die Neuerungen zu finden sind und was das Update dem Anwender letztendlich bringt. Gaukelt Apple seinen Kunden eine neue Mac-OS-X-Generation vor oder ist der Versionssprung gerechtfertigt? Mac OS X 10.6 könnte seit 10.0 das wichtigste Update für Apple sein, nicht weil herausragende Features Einzug halten, sondern weil sich unter der Haube einiges getan hat, von dem der normale Anwender nur wenig mitbekommt. Der Fokus darf nicht auf den alten, neu geschriebenen Applikationen liegen, auch nicht auf den dutzenden Interface-Änderungen - Mac OS X 10.6 muss als Schnittstelle zwischen Soft- und Hardware betrachtet werden, die nun schneller agiert, für den Anwender zugänglicher ist, auf Software-Seite leichter zu handhaben ist und letztendlich weiter in den Hintergrund tritt.

Der Weg zu Snow Leopard ist folgender:

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Bei einem normalen "Update-Preis" von 29 Euro stellt sich der Anwender natürlich die Frage, ob er zu diesem Preis ein neues vollwertiges OS bekommt oder aber für ein größeres Update - der niedrige Betrag lässt genau genommen Letzteres vermuten. Diese und andere Fragen werden wir auf den kommenden Seiten klären.


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Hier im Bild ist die Retail-Verpackung von Snow Leopard. Apple bewirbt es als "Das fortschrittlichste Betriebssystem der Welt. Jetzt noch besser." Dies wird sich erst noch herausstellen müssen. Der Aufkleber in der rechten oberen Ecke weißt auf die Familienlizenz hin.

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Auf der Rückseite sind die wichtigsten Fakten zu Snow Leopard zusammengefasst, auf die wir auf den folgenden Seiten noch genauer eingehen werden.


Drei Mechanismen sollen dazu beitragen, dass Snow Leopard einen erheblichen Performance-Schub bekommt:

  1. GCD (Grand Central Dispatch)
  2. OpenCL
  3. Cocoa-API

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Software so zu programmieren, dass sie in parallelen Prozessen schneller wird, ist eine Herausforderung, vor der nicht nur Mac-OS-X-Entwickler stehen. Firmen wie Intel und NVIDIA fördern entsprechende Kurse an Universitäten. Apples Grand Central Dispatch soll einige Schwierigkeiten dieser Form der Programmierung vereinfachen.

Entwickler müssen ihre Software nicht im traditionellen Weg Multi-Thread fähig machen. Vielmehr wird es ihnen ermöglicht ihre Software in Blöcke aufzuteilen, die Grand Central Dispatch dann selbstständig verwaltet. Je mehr Prozessorkerne vorhanden sind, desto besser und schneller kann die Software dann ihre Daten verarbeiten. Der Anwender bekommt von diesem Prozess nichts mit, Mac OS X 10.6 verteilt die verfügbaren Threads selbstständig und ohne Zutun des Benutzers. Bisher unterstützten allerdings nur die nativen Applikationen von Mac OS X 10.6 Grand Central Dispatch.

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Mit OpenCL lässt sich die Rechenpower von Grafikkarten auch für andere Zwecke nutzen. Aus der Windows-Welt ist dies bereits bekannt. NVIDIA nennt seine Technologie CUDA, bei AMD/ATI wird sie Stream genannt. Apple will mit OpenCL gerade größere wissenschaftliche Berechnungen oder beispielsweise den Compile-Vorgang einer Software beschleunigen. Weitere Einsatzgebiete sind auch die Foto- und Videobearbeitung.

Alle Mac-Systeme ab einer NVIDIA GeForce 8600 sind in der Lage OpenCL zu nutzen. Über die Verwendung von ATI-Grafikkarten ist bisher nichts bekannt.

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Bereits unter Mac OS X 10.5 wurden 64-Bit-Anwendungen unterstützt. Mit 10.6 ist aber auch der Kernel in 64 Bit geschrieben. Ebenso hat Apple fast alle Systemprogramme in 64-Bit-Code portiert. Die Vorteile von 64 Bit sind längst bekannt. So kann der jeweiligen Software mehr als 4 GB Speicher zugewiesen werden. Programme können somit theoretisch 16 Milliarden Gigabyte oder 16 Exabyte an Arbeitsspeicher nutzen. Hinzu kommen Optimierungen in den Registern, was letztendlich dazu führt, dass auf dem Papier die doppelte Anzahl an Anweisungen pro Taktzyklus verarbeitet werden können. Fast alle Systemprogramme, einschließlich Finder, Mail, Safari, iCal und iChat, haben jetzt 64-Bit-Code und sind somit teilweise deutlich schneller geworden.

Aber nicht jeder Mac ist in der Lage den Kernel in 64 Bit auszuführen. Greift der Benutzer nicht ein, startet Snow Leopard immer im 32-Bit-Mode. Einzig die Xserve-Server von Apple booten mit der Server-Version von Snow Leopard direkt in den 64-Bit-Mode. Drückt der Benutzer allerdings während des Bootens die Tasten 3+2 oder 6+4, kann so der jeweilige Modus festgelegt werden.

Aufgrund der Tatsache, dass Apple die Drucker-Treiber sozusagen On-Demand anbietet und der Programmcode bzw. die Universal Binaries aus PowerPC-Zeiten rausgeworfen wurden, ist die Installations-Größe von 10.6 gegenüber 10.5 von 16 auf 10 GB gesenkt worden. In Zeiten von 2 TB Desktop-Festplatten und 500 GB in 2,5 Zoll sicher kein großer Fakt, aber immerhin eine weitere Optimierung in die richtige Richtung. Insbesondere Anwender von SSDs können sich freuen.


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Eine größere Änderung gegenüber dem Vorgänger gibt es bei der Installation von Snow Leopard. Die DVD wird eingelegt und das Upgrade durchgeführt. Inkompatible Applikationen und Plugins wurden isoliert und in einen "Incompatible Software"-Order gelegt. Nach einem einzigen Neustart ist alles vorbei und das ohne das der Benutzer groß eingreifen musste.

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Positiver Nebeneffekt ist die Tatsache, dass nicht mehr aus Versehen Daten überschrieben werden können, dem Anwender wird die Option zu einer frischen Installation auf den ersten Blick gar nicht erst angeboten. Hierzu muss der Anwender auf den Utilities-Button klicken und der Installer startet nach einem Neustart erneut direkt von der DVD. Hier kann nun das Disk Utility verwendet werden, um die Festplatte vorher zu formatieren. Nach der Installation können dann über den Migrationsassistenten alte Daten wieder importiert werden.

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Die Installation dauert auf den von uns getesteten Geräten zwischen 45 Minuten und einer guten Stunde. Am schnellsten waren der iMac und Mac mini, etwas länger dauerte es beim MacBook Air.


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Wohl mit das wichtigste Werkzeug in Mac OS X ist der Finder. Er wurde komplett in Cocoa neu geschrieben, was sich besonders in der Geschwindigkeit bemerkbar macht. Auch Ordner mit mehreren hundert oder gar tausend Dateien sind schnell geöffnet und auch verfügbar. Das Scrollen, auch in Ordner mit großen Dateien, geht flüssiger von der Hand als zuvor.

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Die wohl wichtigsten Neuerungen sind hier aber einige Verbesserungen im User Interface. So ist es nun möglich nahezu jede Datei in einer Vorschau zu betrachten, ohne die entsprechende Applikation zu öffnen. Eine Audio-Datei kann angehört und Videos betrachtet werden. In Dokumenten kann bereits gestöbert werden, ähnlich wie dies schon unter 10.5 der Fall war, hier allerdings beschränkt auf PDF-Dateien. Natürlich besteht auch weiterhin die Möglichkeit über die Leertaste in eine größere Vorschau zu gelangen. Ob die Vorschau nun direkt im Finder-Fenster oder die Vorschau-Funktion über die Leertaste verwendet wird, bleibt jedem selbst überlassen. Über einen Slider lässt sich die Icon-Größe schnell und einfach manuell bestimmen. So kann die Vorschau der Dateien vereinfacht werden. Die maximale Größe beträgt dabei 512 Pixel, also die doppelte Größe, wie es bei 10.5 möglich war.


SL_Dock

Das Dock an sich hat keinerlei großartiger Änderungen erfahren. Neu ist hier auf den ersten Blick nur die farbliche Gestaltung der Kontext-Menüs.

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Wer bisher aber Gebrauch von Ordner und Stapeln gemacht hat, der wird besonders bei Letzterem eine Änderung feststellen. So ist es nun möglich innerhalb von Stacks zu scrollen. Ebenso kann nun in Unterordner hineinnavigiert werden. Unter Mac OS X 10.5 öffnete sich der Ordner in einem extra Finder-Fenster. Insgesamt ergeben sich durch die hier getroffenen Maßnahmen erhebliche Verbesserungen, die auf den ersten Blick eigentlich keinerlei Erwähnung bedürfen. In der alltäglichen Arbeit aber können sie recht schnell unverzichtbar werden.


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Seit dem ersten Mac-OS-X-Release mehr oder weniger unverzichtbar geworden ist das Exposé-Feature. Auch hier hat Apple mit 10.6 noch einige Verbesserungen vorgenommen. Diese betreffen besonders das neu eingeführte Dock-Exposé. Im Grunde hat Apple Exposé nur auf das Dock erweitert, was sich wie folgt darstellt: Wird die Maustaste auf einer Applikation länger gedrückt gehalten, öffnet sich Exposé mit allen Fenstern des entsprechenden Programms. Wird eine Datei auf ein Programm-Symbol gezogen, öffnen sich wiederum die entsprechenden Programm-Fenster und die Datei kann in das gewünschte Fenster geführt werden.

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Die wohl auffälligsten Änderungen sind in QuickTime X zu finden. Das neue dunkle Interface kommt komplett ohne Fenster aus. Zeitleiste und Kontrollmenü verschwinden einfach, wenn ein Video gestartet wird. Apple hat der bisherigen Aufteilung in Standard- und Pro-Version den Rücken gekehrt und so stehen jedem Benutzer die vollen QuickTime-Features zur Verfügung.

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Apple hat den QuickTime-Player ebenso komplett neu geschrieben, wie dies beim Finder der Fall ist. Verwendung finden nun auch Core Video, Core Animation und Core Audio. Bei der einfachen Wiedergabe einer Audio- oder Video-Datei mag das noch keine große Rolle spielen, für ambitionierte Anwender hat dies allerdings größere Konsequenzen.

Wohl mit die größte Neuerung ist die Möglichkeit den aktuellen Bildschirminhalt aufzunehmen. Auch eine eingebaute iSight-Kamera kann zur Aufnahme verwendet werden. Wem die Trim-Funktion des iPhone 3GS ein Begriff ist, der wird sich auch mit der Bearbeitung von Videos unter QuickTime X schnell zurecht finden.

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Wer bisher mit QuickTime 7 Pro gearbeitet hat und ein einfaches Upgrade macht, der wird nach der Installation von 10.6 einige Funktionen vermissen. Unter anderem fehlen die Einstellungen um ein Video auf einem anderen Monitor darzustellen. Ebenso verloren gegangen ist die Wahl eines Default-Fullscreen-Settings. Bei den Export-Funktionen beschränken sich die voreingestellten Profile auf iPhone, iPod, Apple TV, MobileMe und YouTube. Wer aber weiterhin QuickTime 7 Pro verwenden möchte, der kann dies bei der Installation auswählen.


Für Anwender die in ihrem Berufsleben auf Microsoft Exchange angewiesen sind die wohl wichtigste Neuerung ist die Unterstützung von Microsoft Exchange in Mail, dem Adressbuch und iCal. Das Einrichten ist dabei mehr als leicht. In Mail wird der Exchange-Account automatisch eingerichtet, wenn in den Mail-Einstellungen die entsprechende E-Mail-Adresse mit Passwort angegeben wird. Im Adressbuch und in iCal lässt sich Exchange unter dem Menüpunkt Account --> Accounttyp auf ähnliche Weise konfigurieren.

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Auch wenn immer wieder über Exchange gelästert und geschimpft wird, so hat es Microsoft dennoch geschafft eine gewisse Marktdurchdringung aufzubauen, um Apple dazu zu bewegen es in Snow Leopard einzubauen. Microsoft selbst tut sich mit Entourage sehr schwer, hat dies auch selbst erkannt und wird es nicht weiter entwickeln. Outlook wird mit der nächsten Office-Generation auf den Mac kommen, bis dahin aber wird die Integration in Snow Leopard mehr als ausreichen.


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Bereits seit einiger Zeit hat Apple den Safari 4 im Programm. Natürlich findet dieser auch in Snow Leopard Verwendung. Die größte Neuerung im Gegensatz zu 10.5 ist der 64-Bit-Support. Besonders die JavaScript-Performance soll deutlich verbessert worden sein. Auch die neue Plugin-Architektur kann sich sehen lassen. Denn jedes Plugin läuft nun in einer separaten Instanz. Sollte ein Plugin abstürzen, beispielsweise Flash, so stürzt nicht gleich die ganze Applikation ab, sondern nur das jeweilige Plugin.


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Eine der weiteren kleineren Features in Snow Leopard ist Geo Location. Ein Mac mit 10.6 weiß immer, wo er gerade ist und stellt die Uhrzeit, entsprechend der Zeitzone in der man sich befindet, um. Möglich ist dies aber nur wenn man sich in einem WLAN befindet, über das die aktuelle Position dann bestimmt werden kann. Die Einstellung hierzu findet sich unter Datum & Uhrzeit --> Zeitzone --> Zeitzone automatisch anhand des Aufenthaltsorts festlegen. Die Core Location getaufte Technologie kommt bereits auf dem iPhone und in zahlreichen anderen Anwendungsgebieten zum Einsatz.

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Auch an der Vorschau-Applikation hat Apple geschraubt. So ist es nun möglich mehrere einseitige PDFs zu öffnen. Diese werden dann in einer Leiste untereinander aufgelistet und können einzeln ausgewählt werden. Bisher war diese Funktion der Vorschau den Bild-Dateien vorbehalten. Des Weiteren lässt sich nun aus einem PDF, in dem der Text in Spalten angeordnet ist, aus einer solchen sehr leicht kopieren. Bekannt ist diese Erkennung der Textformatierung vom iPhone.

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Einen längt überfälligen Schritt hat Apple bei den Gesten gemacht. Auch das MacBook Air der ersten Generation sowie alle MacBook Pros seit Februar 2008 sind nun in der Lage von Haus aus auch mit Vier-Finger-Gesten zu arbeiten. Bisher war immer die Modifikation einer bestimmten Datei notwendig um dies für eben genannte Geräte zu aktiveren. Nach jedem Software-Update waren die Einstellungen allerdings verloren und mussten erneut durchgeführt werden.

Auch iChat wurde den aktuellen Gegebenheiten angepasst. So sind Video-Chats und iChat-Theater-Konferenzen nun mit einer Auflösung von bis zu 640 x 480 Pixeln möglich. Dies entspricht in etwa der vierfachen Auflösung gegenüber 10.5. So ist der Gegenüber nun nicht mehr nur deutlich besser aufgelöst, auch wenn man diesem eine PDF-Datei zeigen möchte, erlaubt die höhere Auflösung überhaupt erst, dass der Gesprächspartner den Inhalt erkennen kann.


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Wer kennt nicht das Problem, dass ein externes Laufwerk ausgeworfen werden soll, von einem Programm aber blockiert wird und so nicht ausgeworfen werden kann. Snow Leopard wurde auch in diesem Bereich optimiert. Soll ein Laufwerk ausgeworfen werden, schickt der Eject-Manager eine Anfrage an das eigene Subsystem und alle Programme, ob das Laufwerk benötigt wird. Ist dies der Fall, schickt der Eject-Manager eine Nachricht an den Benutzer, welches Programm das Laufwerk gerade blockiert. Dieses kann dann einfach beendet werden.

Bereits in den ersten Beta-Versionen von Snow Leopard hat Apple ein Feature hinzugefügt, welches aus der Server-Version von Mac OS X 10.5 bekannt ist: ein automatischer Malware-Schutz. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine Art Virenscanner, sondern Apple hat in einer System-Datei einfach entsprechende Informationen zu den beiden Trojanern OSX.RSPlug.A und OSX.Iservice hinterlegt. Unter /System/Library/CoreServices/CoreTypes.bundle/Contents/Resources/XProtect.plist ist diese zu finden. Apple wird vermutlich in der Lage sein über die Software-Aktualisierung diese Datei in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren, falls es nötig sein sollte.

Bereits seit einiger Zeit lassen sich Macs über das Ethernet aufwecken. Mit Snow Leopard ist die Wake-on-Demand-Funktionalität nun auch auf das WLAN ausgeweitet worden. Voraussetzung ist eine 802.11n-Basisstationen mit Firmware 7.4.2 und ein Mac der in den Netzwerkeinstellungen unter AirPort den Hinweis "Ruhezustand bei drahtlosem Zugriff beenden" besitzt.

Es sind diese vielen kleinen Verbesserungen die Snow Leopard nicht nach einem großen Versionssprung aussehen lassen, aber dennoch dafür sorgen, dass der Benutzer sie nicht mehr missen möchte. Kommen wir nun aber zu den Performance-Tests.


Folgende drei Testsystem verwendeten wir für einen Vergleich zwischen 10.5 und 10.6. Auf allen dreien wurde zuerst 10.5 neu installiert, auf gleicher Art und Weise sind wir mit 10.6 verfahren bevor wir jeweils die Benchmarks durchführten.

iMac

iMac:

Macmini

Mac mini:

MacBookAir

MacBook Air:


In den nun folgenden Benchmarks wollen wir einmal genauer untersuchen wo sich etwas in der Performance getan hat.

Bench_Startup

Beginnen wollen wir mit der Zeit die der Mac braucht, um vollständig hochzufahren. In den meisten Fällen wird der Mac jedoch nur schlafen gelegt, ein Neustart und die damit verbundene Wartezeit ist daher nicht von Nöten. Dennoch werfen wir einen Blick auf die Zeiten, die zeigen, dass Snow Leopard je nach System 2-3 Sekunden schneller startet. In Anbetracht der wenigen Reboots die meist durchgeführt sicher kein nennenswertes Ergebnis.

Bench_Shutdown

Ähnliches gilt auch für die Zeit die der Mac benötigt um herunterzufahren. Auch dies wird meist mit dem Ruhezustand umgangen. Dennoch konnte Apple die Zeiten hier halbieren.

Bench_TM

Als erster wichtiger Benchmark kann der Vergleich zwischen den Time Machine Backups herangezogen werden. Wir haben alle Systeme jeweils frisch aufgesetzt und dann ein vollständiges Backup auf eine Time Capsule machen lassen. Die Zeit ist hier in Minuten und Sekunden angegeben. Apple bewirbt nicht nur ein schnelleres Backup, sondern kann dies in der Praxis auch darlegen. Die langen Zeiten des MacBook Air sind in der Tatsache begründet, dass hier das WLAN zur Time Capsule eingesetzt wurde.


Bench_OpenCL

Welches Potenzial in OpenCL steckt, verdeutlicht dieser Benchmark. Er kompiliert in XCode / GCC einen C-Code, der dann auf der CPU und GPU ausgeführt wird. Schön zu sehen ist die Skalierung der Prozessoren, angefangen vom langsamen MacBook Air bis hin zum iMac. Da der Mac mini über die GeForce-9400M-GPU verfügt, kann hier OpenCL verwendet werden, was zu einem deutlichen Performance-Schub führt. Mit entsprechend schnelleren Grafikkarten, wie der GeForce 9600M GT in den MacBook Pros, dürfte sich der Vorteil von OpenCL noch deutlich besser zeigen.

Bench_Wakeup

Apple propagierte im Vorfeld von Snow Leopard besonders die kurze Zeit die das OS benötigt um betriebsbereit zu sein, wenn es aus dem Ruhezustand kommt. Wir konnten hier nur eine minimale Verbesserung feststellen, die kaum erwähnenswert ist.

Bench_Java

Für uns besonders interessant ist der SunSpider JavaScript Benchmark, der von Safari 4 und der Tatsache profitiert, dass dieser in 64 Bit arbeitet.

Bench_iTunes

Auch bei der Konvertierung mehrerer MP3-Dateien in das ACC-Format konnten wir einen Performance-Gewinn feststellen.


Bench_Geek_Overall

Die Gesamtpunktzahl deutet etwas an, was wir im Einzelnen noch genauer betrachten wollen. Offenbar aber kann Snow Leopard in einigen Bereich einen Performance-Gewinn verbuchen.

Bench_Geek_Integer

Bench_Geek_Floating

Besonders in den beiden Prozessor-Benchmarks zeigt sich ein relativ deutlicher Performance-Gewinn für Snow Leopard.

Bench_Geek_Speicher

Bei der Speicherperformance ist zu wenig Potenzial vorhanden um dieses weiter ausbauen zu können und so liegen alle drei Systeme innerhalb ihren 10.5-10.6-Vergleichs sehr durch zusammen.


Bench_Quartz

Mithilfe des XBench testeten wir die Quartz-Composer-Performance unter Mac OS X 10.5 und 10.6. An dieser Stelle können wir festhalten, dass zumindest unter Verwendung dieses Benchmarks die Performance in diesem Bereich nicht verbessert werden konnte.

Bench_Cine_1CPU

Eine nur leichte Verbesserung können wir beim Cinebench R10 Benchmark unter Verwendung nur eines Prozessor-Kerns festhalten.

Bench_Cine_xCPU

Auch wenn alle beide Kerne aller drei Testsysteme verwendet werden, sind die Abstände nur sehr gering.

Bench_Cine_OpenGL

Auch der letzte Test des Cinebench-Benchmarks zeigt keine größeren Unterschiede zwischen den beiden Mac-OS-X-Versionen.


Wir haben uns jetzt auf mehreren Seiten Screenshots und Benchmarks angeschaut, doch letztendlich läuft alles in einem Fakt zusammen: 29 Euro! Es gibt keinen Grund warum ein Leopard-Benutzer nicht auf 10.6 wechseln sollte. Einzige Ausnahme bilden hier Systeme, die auf einen hundertprozentig funktionsfähigen Workflow angewiesen sind oder aber mit Modifikationen des InputManagers funktionieren.

SL_Pakage

Es wird sicher einige Zeit dauern bis eine gewissen Anzahl an Drittanbieter-Software auf 10.6 umgeschwenkt ist. So lange muss man unter Umständen ohne Growl, iStat oder sonstige kleine Tools auskommen. Ein großer Pluspunkt von Snow Leopard ist der Performance-Gewinn durch die Portierung der Software auf die neuen Technologien. Hinzu kommen die vielen kleinen Änderungen im User-Interface, welche teilweise fließend in den täglichen Arbeitsablauf übergehen und die man bereits nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.

Allerdings bedarf es nicht nur bei den kleineren Tools und Plugins noch einiger Zeit, bis sie auf Snow Leopard angepasst wurden. Auf größere Software-Pakete die von Grand Central Dispatch und OpenCL Gebrauch machen wird man auch noch einige Zeit warten müssen. Dies zeigten besonders die Benchmarks von Time Machine oder der Konvertierung in iTunes. Sie liefen in 10.6 deutlich schneller ab. Bei den teilweise schon in die Jahre gekommenen Benchmarks dagegen sind die Unterschiede deutlich geringer.

Positive Aspekte von Snow Leopard:

Negative Aspekte von Snow Leopard:

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