PNY XLR8 CS3140 im Test: Refresh mit hoher Lese-Leistung

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pny 3140 teaser 100Mit der XLR8 CS3030 konnte Speicherspezialist PNY nicht nur in unserem Review seinerzeit in Sachen Leistung überzeugen, sondern das Modell auch nach wie vor als beliebte SSD in unserem Forum für preisbewusste Käufer platzieren. Mit der neuen CS3140 geht nun ein Refresh der XLR8-Serie an den Start, der dank PCIe4 und stattlichem Kühlkörper vor allem im HighEnd-Segment überzeugen soll. Wie gut das gelingt, klären wir wie gewohnt mit unserem Review.

Insgesamt vier Versionen stehen von der neuen PNY XLR8 CS3140 dem Interessenten zur Verfügung: Mit je einem oder zwei Terabyte an Kapazität und mit oder ohne Kühlkörper. Dieser soll verhindern, dass bei maximaler Beanspruchung eine temperaturbedingte Drosselung die Speicherbandbreite verringert. Interessenten sollten beim Kauf allerdings abwägen, welche Ausführung für sie letztlich sinnvoller ist. Schließlich sind viele aktuelle Mainboards bereits werkseitig mit NVMe-Kühlkörpern ausgestattet, zum anderen zeigt sich etwa im Preisvergleich der Modelle, dass nicht unbedingt die Version mit Kühler die günstigere ist. Doch der Themenkomplex der Preise für Hardware im Jahre 2021 ist sowieso eine heikle Angelegenheit. Zum Zeitpunkt des Reviews jedenfalls sind 221 Euro für unser heutiges Testsample zu bezahlen, wohingegen das Schwestermodell mit zwei Terabyte Kapazität stolze 473 Euro veranschlagt und damit deutlich über der UVP des Herstellers liegt. 

Schon vor Start des eigentlichen Reviews ist damit zumindest offensichtlich, dass die CS3140 nicht die beliebte Preis-Leistungs-Empfehlung des Vorgängers übernehmen wird, der sich auch in unserem Forum noch reger Beliebtheit erfreut. 

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Doch mit einem Blick auf die Spezifikationen scheint PNY auch die P/L-Krone mit der XLR8 CS3140 gar nicht erreichen zu wollen. Das Datenblatt gibt hierzu eine selbstbewusste Auskunft über die Leistungsfähigkeit, die klar als Ansage an die Platzhirsche von Samsung und Western Digital zu verstehen ist. Mit modernem Controller, DRAM und aktuellem NAND soll hier das Maximum von PCIe4 erreicht werden. Bemerkenswert auch in diesem Kontext: während die meisten Hersteller noch auf Modelle mit 500 GB oder gar weniger setzen, bietet PNY die XLR8 CS3140 lediglich mit einem oder zwei Terabyte Speicherplatz an. Ein Modell mit 4 TB oder gar mehr fehlt wie meist bei der Konkurrenz auch bei unserem Testsample. 

Herstellerangaben der PNY XLR8 CS3140
Modell PNY XLR8 CS3140 1 TB (mit Kühler)
Controller Phison PS5018-E18-41
Cache 1 GB SK Hynix DDR4 (pro TB Kapazität)
NAND Micron 96-Layer 3D TLC IA7BG64AIA
Verfügbare Kapazitäten 1 TB
2 TB
sequentielle Lese/Schreibrate 7500 MB/s
Features: 5650 MB/s
Total Bytes Written (TBW)Keine Angabe
MTBF 2 Millionen Stunden
Garantie 5 Jahre
PreisEtwa 221 Euro

Beim Lesen des Datenblattes fallen sicherlich zwei Dinge sofort auf. Zum einen ist die Kombination aus Controller, DRAM und NAND bereits in unserem Testsystem in Form einer Corsair ForceSeries MP600 Pro vorhanden gewesen, zum anderen fehlen Angaben nach einer maximalen Schreiblast als limitierender Faktor der Garantie. Auch im Beipack unseres Samples gibt es keine einschränkenden Angaben diesbezüglich, eine Anfrage an PNY steht bislang unbeantwortet aus. Gerade im Kontext einiger aktueller Berichte zur PNY XLR8 CS3030 ist das Fehlen einer TBW-Angabe mit einem faden Beigeschmack verbunden, wurde doch bei dieser zuletzt die TBW-Garantieeinschränkung deutlich nach unten korrigiert. 


Blicken wir zunächst unter den Kühler der SSD, um die verbauten Komponenten zu begutachten, fällt die Verwandtschaft zur Corsair MP600 Pro sofort auf. Kein Wunder, denn sowohl Corsair wie auch PNY sind selbst keine Hersteller von Controller und Speicherbausteinen, sondern kaufen diese lediglich zu und versehen sie mit einer eigenen Firmware. Das darf an dieser Stelle jedoch nicht negativ verstanden werden, denn mit dem aktuellen Phison E18 verfügt die CS3140 über einen aktuellen HighEnd-Speichercontroller und mit ausreichend DRAM und modernem NAND auch über anspruchsgerechte Speicherausstattung. 

Interessant ist dabei jedoch, dass Corsair seine MP600 Pro anders spezifiziert als PNY unser Testmuster. Mit 6.550 MB/s schreibend sollte erstere gut 900 MB/s schneller sein, lesend sind es mit 7.500 MB/s (PNY) gegen 7.000 MB/s (Corsair) 500 MB/s Differenz zugunsten unseres Samples. PNY scheint bei der XLR8 CS3140 also den Fokus ein wenig anders zu setzen, um den HighEnd-Ansprüchen gerecht zu werden. 

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Mit Blick auf das schwarze PCB unseres Testsamples wird auch sichtbar, warum PNY die XLR8 CS3140 lediglich in zwei Ausführungen mit einem oder zwei Terabyte Speicherplatz anbietet. So sind wie bei unserem Modell entweder nur die Vorderseite bestückt oder im Falle des Modell mit doppeltem Speicher eben beide Seiten. Platz für eine Version mit 4 TB ist daher einfach nicht vorhanden. 

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Da wir also die Kombination aus Controller und NAND bereits kennen, verwundert es wenig, dass auch das Cache-Verhalten der PNY XLR8 CS3140 ähnlich dem der Corsair MP600 Pro ist. So können wir zwar den Boost von mehr als 5 GB/s etwa 20 Sekunden messen, anschließend schreibt die SSD allerdings "nur" mit ziemlich genau 1 GB/s weiter. Ist die SSD bereits zu 80 % mit Daten gefüllt, ist die geschriebene Menge mit maximaler Geschwindigkeit ungleich kleiner. Wie schon bei der MP600 Pro reicht es hier nur noch zu einem kurzen Peak, wobei beachtet werden muss, dass dennoch gut 28 GB innerhalb von 8 Sekunden geschrieben wurden. Deutlich wird jedoch auch hier, dass die SSD im Anschluss an diese Leistungsspitze relativ lange braucht, die Daten aus dem (Pseudo-)SLC-Cache in den TLC-NAND zu schreiben, was letztlich einige Leistung kostet. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, pendelt sich die PNY wieder bei gut 1 GB/s konstanter Schreibrate ein. 

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Wie schon auf der vorherigen Seite zu sehen, ist natürlich der verbaute Kühlkörper der PNY XLR8 CS3140 ein echter Hingucker. Mit schwarz und anthrazit eloxiertem Aluminium soll so die SSD möglichst lange kühl gehalten werden, sodass es zu keinem temperaturbedingten Leistungseinbruch kommt. Die feinen Kühlerfinnen geben so die Wärme im Idealfall an einen leichten Luftzug im Gehäuse ab.

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Auch nach zehn Minuten Dauerfeuer mit höchster Transferrate konnten wir die PNY XLR8 CS3140 nicht zum Drosseln bringen. Zwar stieg die Temperatur über die gesamte Dauer leicht, doch bei immer noch unter 70°C am Ende des Tests haben wir keine Bedenken diesbezüglich. In der Vergangenheit gab es hier bereits andere Kandidaten. 

Erstaunlich ist dieses Ergebnis gerade im Vergleich der eigentlich identischen Corsair MP600 Pro, die wir zum Ende des Tests deutlich stärker erwärmen konnten. Allerdings hat diese im SSD Stresstest auch eine konstant höhere Übertragsungsgeschwindigkeit gezeigt. Durch die niedrigere Spezifikation der PNY ergeben sich hier natürlich thermische Vorteile für unser Sample. 


Nach den Unregelmäßigkeiten, die wir beim Test der Western Digital WD Blue 3D NAND in Bezug auf den X570-Chipsatz von AMD ermittelt haben, stand wie bereits angekündigt, ein Wechsel des Mainboards an. Grundlage für unsere Tests bildet daher fortan das ASUS ROG Strix B550-E Gaming, das in unserem Test auch in Bezug auf die Storage-Anbindung vollkommen überzeugen konnte.

Befeuert wird das ASUS weiterhin von einem AMD Ryzen 5 3600, der mit sechs Kernen und doppelt so vielen Threads genug Rechenpower bietet.

Einen unfreiwilligen Wechsel ergibt sich für die verwendete GPU: nach Jahren des treuen Dienstes wollte die Zotac AMP! Nvidia GTX 1070 leider kein Bild mehr ausgeben. Kurzfristig ist daher eine alte Nvidia Quadro CX eingesprungen. In Bezug auf das Leistungsverhalten der SSD sollte das jedoch keinen Einfluss haben. 

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Die verwendete Software im Einzelnen:

Die genutzte Hardware im Einzelnen:


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD1)

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Iometer

4K schreiben (QD1)

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Iometer

4K lesen (QD3)

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Iometer

4K schreiben (QD3)

MB/s
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Iometer

4K lesen (QD32)

MB/s
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Iometer

4K schreiben (QD32)

MB/s
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Iometer

Sequenziell lesen

MB/s
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Iometer

Sequenziell schreiben

MB/s
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Auch wenn wir bedingt durch die Hardware eine Verwandtschaft zur Corsair MP600 Pro ausmachen können, zeigt sich die PNY XLR8 CS3140 deutlich verschieden zu dieser. Das wahlfreie Schreiben beherrscht unser Testsample exzellent, hier kann die PNY mit den HighEnd-Modellen der Konkurrenz mithalten, bzw. diese übertrumpfen. Umgekehrt sieht es jedoch lesend aus, wo unser Sample offenbar stark einbricht. 

Mit höherer Anfragetiefe wie QD32 fährt die PNY sowohl lesend wie schreibend sehr gute Ergebnisse ein und muss sich nur jeweils der Western Digital Black SN850 und der TeamGroup Cardea Ceramic geschlagen geben. Beide Male werden die Corsair MP600 Pro, aber auch die Samsung 980 PRO geschlagen. 

Unerklärlich schwach zeigt sich die XLR8 CS3140 hingegen sequenziell. Lesend wie schreibend ist der Abstand zur Spitze beachtlich. Die Corsair MP600 Pro ist hier gut 100 % bzw. 50 % schneller. 


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt. Folgerichtig stehen hier letzte Plätze zu Buche. Erst wieder bei den sequenziellen Tests erreichen wir wiederum Werte, die wir von einer SATA-SSD erwarten.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD1)

MB/s
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AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD1)

MB/s
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AS SSD Benchmark

4K lesen (QD64)

MB/s
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AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD64)

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AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD1)

MB/s
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AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD1)

MB/s
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Verkehrte Welt verglichen mit dem Iometer zeigt der AS SSD Benchmark. Zum einen kann das neue PNY-Modell nun schreibend wie lesend in den QD1-Tests einen Spitzenplatz einfahren, dafür sind nun viele parallele Zugriffe der Schwachpunkt der SSD. In beiden Szenarien ist unser Testsample hier unerwartet schwach. 

Besser sieht es nun sequenziell aus. Hier gehört die PNY XLR8 CS3140 zu den schnellsten Vertretern, die wir bislang testen konnten. Fast 5.600 MB/s lesend und mehr als 5.000 MB/s schreibend lassen so manches Spitzenmodell klar hinter sich. 

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Mit dem CrystalDiskMark können wir die Herstellerangaben von PNY mit 7.104 MB/s lesend und 5.620 MB/s schreibend nicht bestätigen. Während wir das schreibend um rund 30 MB/s Differenz verschmerzen können, fehlen jedoch lesend gut 400 MB/s, also doch ein gutes Stück. 


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - ISO

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AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

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AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel

MB/s
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Ungewöhnliches, aber grundsätzlich positives zeigt die PNY XLR8 CS3140 in unserem Kopier-Benchmark. Kennen wir das Verhalten der NVMe-Massenspeicher eher so, dass sequenzielle Kopiervorgänge wie bei einer ISO-Datei möglichst schnell vonstatten gehen, im Gegenzug kleinere Dateien zum Stolperstein werden, verhält es sich bei unserem Testmuster eher umgekehrt. Beim ISO-Profil wird so die PNY zur bislang schwächsten PCIe4-SSD, hingegen setzt sie sich sowohl im Programm- wie auch Spiele-Profil an die Spitze unseres ausgewählten Vergleichsfeldes. 


Synthetische Benchmarks geben jeweils nur extreme Anwendungsfälle wieder. Bei der alltäglichen Nutzung eines Systems fallen sehr viele unterschiedliche Zugriffsmuster an, von sehr kleinen Blöcken bis hin zu großen sequenziellen Transfers. Ein Trace-Benchmark gibt genau diese Zugriffsmuster wieder, die zuvor während der Nutzung eines Systems aufgezeichnet wurden. PCMark 8 verwendet die Zugriffsmuster mehrerer Anwendungen, wobei sich auch die jeweils geschriebene bzw. gelesene Datenmenge unterscheidet, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Testdaten sind vollständig inkompressibel.

AnwendungsprofilInsgesamt gelesenInsgesamt geschrieben
Adobe Photoshop light313 MB2.336 MB
Adobe Photoshop heavy468 MB5.640 MB
Adobe Illustrator373 MB89 MB
Adobe InDesign401 MB624 MB
Adobe After Effects311 MB16 MB
Microsoft Word107 MB95 MB
Microsoft Excel73 MB
Microsoft PowerPoint83 MB21 MB
World of Warcraft390 MB5 MB
Battlefield 3887 MB28 MB

Bestandteile des Storage-Benchmarks

Als Änderung im Vergleich zu PCMark 7 hat Futuremark die Komprimierung der Leerlaufzeit (idle time compression) entfernt, sodass sich die abgespielten Traces eher wie eine echte Anwendung verhalten. Im Gegensatz zu früher geben wir als Ergebnis dieses Tests nicht mehr die von PCMark berechnete Punktzahl an, sondern die rechnerische Transferrate. Diese berechnet sich aus der Menge an gelesenen und geschriebenen Daten (vgl. Tabelle) dividiert durch die Zeit, die das Laufwerk mit der Abarbeitung von mindestens einer Anfrage beschäftigt war. Eine höhere Transferrate bedeutet also, dass kürzer auf das Laufwerk gewartet werden musste und sich die Reaktionszeit einer Anwendung so auch insgesamt verkürzt.

Futuremark PCMark 8

Storage - Gesamtwertung

MB/s
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Futuremark PCMark 9

Battlefield 3

MB/s
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Futuremark PCMark 10

Word of Warcraft

MB/s
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In den Anwendungstests kann die PNY XLR8 CS3140 schließlich zeigen, was sie von der Corsair MP600 Pro unterscheidet. Mit einem gemittelten Ergebnis von 645,9 MB/s liegt sie fast gleichauf mit einer Samsung 980 PRO und damit im HighEnd-Segment. Lediglich die Western Digital WD_Black SN850 ist hier weiterhin einsame Spitze und mit Abstand nach oben vertreten. 

Die Corsair MP600 Pro liegt gut 20 % hinter der PNY, was zwar aufgrund des selben Controllers und NAND zunächst verwundert, mit Blick auf die Einzelergebnisse aber erklärbar ist. Ein gutes Beispiel schon auf dieser Seite ist das Spiele-Profil von World of Warcraft, das mit 390 MB zu lesen und lediglich 5 MB zu schreiben (siehe Tabelle oben) ziemlich einseitig ist, aber eben doch für viele User die Realität spiegelt. Die PNY scheint vor allem lesend zu den schnelleren SSDs zu gehören und kann sich hier klar vor die MP600 Pro setzen. 


Weiter geht's mit den Anwendungen von Adobe und Microsoft.

Futuremark PCMark 11

Adobe After Effects

MB/s
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Futuremark PCMark 12

Adobe Indesign

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Futuremark PCMark 13

Adobe Illustrator

MB/s
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Futuremark PCMark 14

Adobe Photoshop (light)

MB/s
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Futuremark PCMark 15

Adobe Photoshop (heavy)

MB/s
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Futuremark PCMark 16

Microsoft Excel

MB/s
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Futuremark PCMark 17

Microsoft Powerpoint

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Futuremark PCMark 18

Microsoft Word

MB/s
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Besonders interessant mit Hinblick auf die Einzelergebnisse der PNY XLR8 CS3140 ist vor allem der Vergleich zur XLR8 CS3030 und damit zur kostengünstigeren PCIe3-Vorgängerin. Diese konnte trotz PCIe3 besonders bei schreibintensiven Anwendungen wie etwa dem Photoshop-Heavy-Profil überzeugen und ein Ergebnis erzielen, das selbst eine WD_Black SN850 nicht erreicht. Intensiv lesend hingegen fällt die CS3030 deutlich ab, was wiederum die CS3140 auf den Plan ruft. 

Vergleicht man gerade die beiden Modelle von PNY in den Einzelergebnissen, zeigen sich für interessierte Käufer starke Unterschiede, die es zu beachten gilt. Für die meisten User dürfte sicherlich vor allem die Leseleistung wichtig sein, da oftmals Programme und Dateien lediglich ein Mal geschrieben, aber eben oft abgerufen werden. 


Der PCMark 8 „Expanded Storage"-Test besteht aus zwei Teilen, dem „Consistency test" und dem „Adaptivity test". Letzterer prüft, wie gut sich ein Storage-System an eine bestimmte Last anpassen kann. Für uns interessanter ist der erste Test, der den Performanceverlust eines Speichersystems messen soll. Davor haben wir für diesen Zweck eine Kombination von HDTach und Iometer eingesetzt: Zuerst wurde die sequenzielle Performance im Neuzustand gemessen, dann das Laufwerk mit Iometer extrem stark beansprucht und anschließend wieder die Performance gemessen. Die Performance vieler Laufwerke ist dabei nicht selten um 50 % und mehr eingebrochen. Dieses Vorgehen erlaubt eine Aussage über den Worst Case.

Das Vorgehen von PCMark 8 ist deutlich näher am Alltag: In der ersten Phase wird das Laufwerk zweimal komplett gefüllt, wobei der zweite Durchlauf sicherstellen soll, dass auch der dem Nutzer nicht zugängliche Speicher gefüllt wird. In der zweiten Phase (Degrade) wird das Laufwerk insgesamt achtmal hintereinander mit zufälligen Schreibzugriffen belastet, wobei der erste Durchgang 10 Minuten dauert und jeder weitere Durchlauf fünf Minuten länger. Nach jedem Durchgang wird die Performance gemessen. In der dritten Phase (Steady state) finden fünf weitere Durchläufe mit jeweils 45 Minuten Schreibdauer statt, auch hier wird die Performance gemessen. In der letzten Phase (Recovery) wird nach einer Leerlaufzeit von fünf Minuten die Performance gemessen. Diese Messung wird inklusive der Leerlaufzeit fünfmal wiederholt und soll dem Laufwerk die Möglichkeit geben, sich zu regenerieren.

Die beiden folgenden Diagramme zeigen, wie lange unterschiedliche Laufwerke in den verschiedenen Phasen durchschnittlich brauchen, um einen Lese- oder Schreibzugriff zu beantworten. Hierbei beschränken wir uns auf den größten Teil des Trace-Benchmarks, nämlich das Profil „Photoshop Heavy", bei welchem 468 MB gelesen und 5.640 MB geschrieben werden. Sowohl dieser als auch die vorherigen Tests mit AS SSD und Iometer haben ihre Daseinsberechtigung, für den Alltag relevanter sollten allerdings diese Ergebnisse sein.

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Den Verdacht, dass die PNY XLR8 CS3140 vor allem lesend ihre Stärken zu haben scheint, bestätigt im Grunde auch der Belastungstest. Die Latenzen im Lesen sind sicherlich auf einem Spitzenniveau, unser Sample leistete sich keinen Ausreißer wie etwa die Corsair MP600 Pro. 

Schreibend jedoch wendet sich das Blatt, einzelne Phasen mit mehr als 2 ms Latenz sind mehr als wir bei den Vergleichsmodellen je messen konnten. Besonders die XLR8 CS3030 gehört hier nach wie vor zu den besten Samples, die wir je über Stunden in diesem Test gequält haben. 

In Bezug auf die Transferraten mittelt sich das Ergebnis in etwa auf das Level der Corsair MP600 Pro, wenn auch alles in allem leicht darunter. Die PNY XLR8 CS3140 performt hier in etwa so stark wie die CS3030, was grundsätzlich für ein hohes, aber eben nicht HighEnd-Niveau spricht. Aktuelle Top-Modelle wie die WD_Black SN850, die Samsung 980 PRO, aber eben auch noch die 970 EVO Plus liegen doch deutlich in allen Phasen des Tests darüber.  


Zusammenfassend lässt sich für die PNY XLR8 CS3140 ein gemischtes, aber nicht uninteressantes Bild zeichnen. Die SSD bietet aktuelle Hardware mit einem effektiven und attraktiven Kühler, sodass der HighEnd-Anspruch durchaus nachzuvollziehen ist. Wie gut dieser jedoch erreicht wird, steht auf einem anderen Blatt. In den synthetischen Benchmarks sind Licht und Schatten abwechselnd zu finden. Mal sieht es wahlfrei schreibend sehr gut aus, mal lesend - und im nächsten Test wieder umgekehrt. Die Realität in wiederholfähigen Benchmarks abzubilden ist nicht einfach, das Gesamtbild jedoch zumindest interpretierbar. Als Stärke der PNY XLR8 CS3140 muss daher in jedem Fall das Kopieren von Daten erwähnt werden. Zwar sind die ISO-Ergebnisse bestenfalls durchwachsen, Programm- und Spiele-Profil hingegen umso beeindruckender. 

In den Anwendungsbenchmarks konnten wir schließlich die SSD etwas deutlicher bewerten. Hier zeigte sich klar, dass die PNY XLR8 CS3140 vor allem lesend zu den besten Massenspeichern gehört, die wir bislang getestet haben. Hier wird unser Testsample dem High-End-Anspruch vollends gerecht. Doch zur Kehrseite der Medaille gehört leider auch die Schwäche beim Schreiben, sodass selbst die PCIe3-Budget-SSD aus selbem Haus, die CS3030, noch teilweise schneller ist. Das soll dabei nicht zwangsweise überinterpretiert werden - es obliegt dem Käufer, sein eigenes (Speicher-)Verhalten zu hinterfragen und zu reflektieren. In den Alltagsszenarien vieler Anwender und vor allem Spieler dürfte die CS3140 sicherlich näher am Optimum zu finden sein. 

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Als in jedem Fall optimal dürfte der Kühler zu nennen sein, der nicht nur optisch, sondern auch thermisch überzeugen kann. Das eloxierte Aluminium mit feinen Kühlrippen kann die Wärme problemlos an die Umgebungsluft abgeben, sodass wir keine Drosselung feststellen konnten - zumindest was die Temperatur betrifft. Eine Drosselung des (Pseudo-)SLC-Caches hingegen haben wir wie bei der Corsair MP600 Pro schon sehr bald feststellen müssen. Der aktuelle Phison PS5018-E18 kommt in beiden Modellen zum Einsatz, das Verhalten gerade bei gefüllter SSD ist daher praktisch gleich. Werden bei relativ stark gefüllter SSD dennoch einige Gigabyte Daten geschrieben, erfolgt dies dank modernem TLC-NAND von Micron mit immerhin gut 1.000 MB/s ziemlich flott - und damit beispielsweise schneller als bei einer Samsung 980 PRO. Dies kann zwar nicht über die wiederum vergleichsweise hohen Schreib-Latenzen hinweg täuschen, doch die Gesamtleistung stimmt. 

Abschließend bleibt zu sagen, dass die PNY XLR8 CS3140 vor allem für PowerUser mit lese-intensiven Anwendungen und Gamer interessant sein dürfte. Hier kann die SSD ihre Stärken ausspielen. Alternativ sind natürlich die aktuellen Top-Modelle von Samsung und Western Digital stets einen Blick wert. Hier ergibt sich kumuliert noch ein Leistungsplus nach oben, aktuell sogar zu einem günstigeren Preis. Sollte sich der Markt allerdings irgendwann beruhigen und die CS3140 den preislichen Weg der CS3030 einschlagen, steht einer Empfehlung nichts im Weg.

Positive Aspekte der PNY XLR8 CS3140:

Negative Aspekte der PNY XLR8 CS3140:

Preise und Verfügbarkeit
PNY XLR8 CS3140
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 377,43 EUR