Rekordjagd mit der WD_Black SN850 im RAID: An die Grenzen von PCIe4

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wd black sn850 asus hyper-card teaserBei Hardwareluxx haben wir gerne ein Auge für ausgefallene und besonders leistungsstarke Hardware, die an die Grenzen aktueller Standards geht - oder darüber hinaus. Die Western Digital WD_Black SN850 konnte uns daher bereits im Einzeltest überzeugen, immerhin war das Limit von PCIe4 x4 greifbar. Was könnte also schneller sein als eine SN850? Richtig: vier!

Zumindest in der AMD-Welt haben sich mittlerweile PCIe4-Lösungen weit verbreitet. Auf Basis eines X570- oder B550-Unterbaus können so doppelte Bandbreiten für Massenspeicher oder Steckkarten geboten werden als zuvor. Seit Release des X570 vor anderthalb Jahren waren es vor allem SSDs, die dieses neue Interface zumindest teilweise sinnvoll nutzen konnten. Teilweise deshalb, da das theoretische Limit der üblicherweise mit vier Lanes angebundenen Massenspeichern noch weit entfernt blieb. Erst Ende letzten Jahres sollte es zunächst die Samsung SSD 980 PRO sein, die zumindest nahe der 7.000 MB/s kam, ehe die Western Digital WD_Black SN850 in unserem Test diese Marke sogar knapp überschreiten konnte. Mit der schnellsten SSD am Markt wollen wir deshalb noch einen weiteren Extremversuch wagen. 

Wie immer, wenn ein neuer technischer Stand erreicht wurde, stellt sich folgend eigentlich nur eine Frage: Wie schaffen wir mehr? Diese Frage stellten sich vermutlich auch die Ingenieure bei ASUS, wobei die Antwort keineswegs neu ist: Mit einem RAID!

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Tatsächlich hatten wir in der jüngeren Vergangenheit durchaus schon verschiedene RAID-Massenspeicher, die durch das Parallelisieren von einzelnen NVMe-SSDs eine möglichst große Bandbreite bieten wollen. Zuletzt in Form der Western Digital WD_Black AN1500, die mittels vier SN730 mit je zwei PCIe3-Lanes als PCIe3 x8-Karte die theoretische Bandbreite einer einzelnen PCIe4-SSD bot. Die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card geht nun einen Schritt weiter. Hier können insgesamt vier einzelne PCIe4-SSDs installiert werden. Die Anbindung ans Mainboard erfolgt wie der Name bereits vermuten lässt, durch x16 Gen4 - also theoretischen 32 GB/s. Dass dies jedoch nur ein nomineller Wert ist, können wir an dieser Stelle vorausschicken, denn wie auch bei einzelnen NVMe-SSDs müssen wir einerseits einen gewissen Overhead des Protokolls subtrahieren, zum anderen skaliert ein RAID-0 nie exakt zur eingesetzten Menge an Laufwerken. 


Die WD_Black SN850 im Detail

Da die verwendete WD_Black SN850 kein Neuling in unserem Testlabor ist, verweisen wir an dieser Stelle vor allem auf unser Review und gehen hier nur in aller Kürze auf die wichtigsten Merkmale des aktuellen Flaggschiffs von Western Digital ein. Als lange erwarteter Erstwurf mit PCIe4 setzt die SN850 fast ausschließlich auf Eigenentwicklungen. Neben dem Controller, der als SanDisk 20-82-100C4-AO gekennzeichnet ist, gilt das vor allem für die verwendeten NAND-Module, die wir als BiCS4 aus der Kooperation mit Toshiba/Kioxia kennen und mit Ausnahme der Samsung SSD 980 PRO auf allen bisherigen PCIe4-SSDs finden durften. Unterstützt wird der Speichercontroller durch DDR4-DRAM, der im Verhältnis 1 GB DRAM pro 1 TB Speicherkapazität ausreichend dimensioniert ist. 

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Neben einer alles in allem exzellenten Gesamtleistung konnten wir der SN850 vor allem extrem hohe sequenzielle Transferraten attestieren. Lesend konnte sich unser Testexemplar mit mehr als 7.000 MB/s im CrystalDiskMark beweisen, doch auch schreibend wusste die SSD bei mehr als 5.200 MB/s zu begeistern. 

Einzige Wermutstropfen, die wir im Fazit aufführten, waren die Schwächen im Kopierbenchmark und die (leichte) temperaturbedingte Drosselung, die nach etwa drei Minuten Dauerfeuer zu messen war. Hier kann ein extra Kühlkörper natürlich Abhilfe schaffen. 

Die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card

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ASUS dürfte sich der potenziellen Temperaturproblematik moderner PCIe-Massenspeicher deshalb bei seiner aktuellen Iteration einer NVMe-RAID-Karte durchaus bewusst gewesen sein. Kein Wunder also, dass die Karte in Aussehen und Abmessungen durchaus an eine aktuelle Grafikkarte erinnert und eine aktive Kühlung bereitstellt. Diese lässt sich über einen einfachen Kippschalter an der Slotblende an- und ausschalten. Das Gehäuse besteht aus Aluminium, die einzelnen SSDs werden per Kühlpad mit ihm verbunden. In der Praxis funktioniert die Wärmeabfuhr sehr gut, zumindest wird die Karte im lüfterlosen Betrieb sehr heiß. Da sich die einzelnen Sensoren der SSDs im RAID-Betrieb nicht mehr auslesen lassen und die Karte keinen eigenen bietet, wird eine Überwachung allerdings unnötig erschwert. 

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Leider mussten wir durch das Fehlen eines Temperatursensors und einigen Eigenheiten der verwendeten Konfiguration (siehe nächste Seite), auf den gewohnten Test zur temperaturbedingten Drosselung verzichten. Wir konnten lediglich über Aida64 die Lese-Performance über die gesamte Kapazität messen. Diesen Test haben wir sowohl mit aktiver Kühlung (links) wie auch im passiven Betrieb (rechts) durchgeführt. Tatsächlich liegt bereits der Durchschnitt des aktiv gekühlten Durchlaufs über der maximalen Leserate des passiven Versuchs. 

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Da das Ergebnis in seiner Charakteristik durchaus mit dem Einzelergebnis der SN850 zu vergleichen ist, gehen wir also von einer temperaturbedingten Drosselung im passiven Betrieb aus - zumindest in unserem Testsystem. Als Folge daraus empfiehlt sich der Betrieb mit aktivem Lüfter. Da der mangels Temperatursensor selbstverständlich nicht geregelt läuft, sondern immer mit Volllast dreht, dürfte unser RAID-Setup definitiv nicht für Silent-Fans geeignet sein. In unserem ungedämmten Testsystem mit Boxed-Lüfter war die Karte jederzeit gut hörbar. 


Da die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card anders als beispielsweise die Gigabyte Aorus RAID SSD keinen dedizierten RAID-Controller besitzt, ist vor Inbetriebnahme ein genauer Blick in die Systemanforderungen ratsam. Grundsätzlich empfiehlt ASUS den Betrieb auf Plattformen mit AMD TRX40 oder X570, wobei wir mit unserem B550-Testsystem keine plattformspezifischen Einschränkungen hatten. Hintergrund ist der, dass bei Nutzung der Karte die PCIe-Lanes nur durchgereicht werden. Die Ansteuerung erfolgt über das Mainboard selbst, das dementsprechend über den PCIe RAID Mode verfügen muss. Außerdem muss das Board dabei in der Lage sein, 16 Lanes auch an den jeweiligen Slot zu bringen. Dies bedeutete bei unserem ASUS Strix B550-E Gaming, dass wir die Hyper M.2 X16 Gen4 Card in den oberen Slot stecken und den mittleren x16-Slot leer lassen mussten. Außerdem gilt zu beachten, dass auch beispielsweise der UEFI Mode Grundvoraussetzung für einen RAID-Betrieb ist. CSM muss daher deaktiviert werden. 

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Durch das veränderte Test-Setup mussten wir in unserem speziellen Fall für das Review auch die Grafikkarte wechseln. Da wir für die GPU nur noch den untersten PCIe-Slot zur Verfügung hatten, unser Enermax Saberay jedoch bündig mit dem Mainboard unten abschließt, konnten wir die Zotac GeForce GTX 1070 AMP! nicht mehr einbauen, sondern mussten auf eine GPU mit nur einem Slot Dicke ausweichen. Glücklicherweise war eine AMD Radeon Pro WX 3200 aus einer kleinen Workstation zu entleihen. Auch wenn die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card in Verbindung mit einem aktuellen Mainboard grundsätzlich alle benötigten Features bietet, sollte das Thema Kompatibilität in jedem Fall im Vorfeld genau analysiert werden. Die verschiedenen Konfigurationen und Aufteilung der vorhandenen PCIe-Lanes ist je nach Chipsatz und Mainboard sehr unterschiedlich. Betreibt man die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card beispielsweise nur mit vier Lanes, wird auch nur eine SSD ans System angebunden - nicht etwa alle vier mit je x1 oder etwa so, dass die Bandbreite nach Bedarf verwendet wird. Will man also alle Slots mit je vier Lanes verwenden, sind auch sechszehn vom Mainboard bereitzustellen - unabhängig von einem RAID. Somit ist es empfehlenswert, die Karte tatsächlich mit einem X570- oder TRX40-Mainboard zu verwenden, da hier ausreichend Lanes und Slot zur Verfügung stehen. 

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Nachdem wir die Hardware also entsprechend konfiguriert hatten und mit einem leicht veränderten Setup die Tests starten wollten, mussten wir leider weitere Eigenheiten der ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card, bzw. dem AMD RAIDxpert2 feststellen. Obwohl alle vier SSDs korrekt erkannt wurden und auch die Erstellung eines Arrays im UEFI gespeichert wurde, ließ sich die bisherige Installation von Windows 10 nicht zu einem RAID überreden. Lediglich das Software-RAID der Windows-Bordmittel aus der Datenträgerverwaltung ließ sich anstoßen, war jedoch nicht zielführend, da wir lediglich Übertragungsraten von etwa 11 GB/s messen konnten. Die Lösung, die nach Rücksprache mit ASUS bestätigt wurde, besteht darin, bei einer neuen Windows-Installation die Treiber direkt zu integrieren und Windows anschließend auch auf das Array zu installieren. 

Für unsere Tests war dies aus mehren Gründen ärgerlich. Ein Laufwerk mittels Benchmarks zu messen, das zeitgleich das Betriebssystem verwaltet und daher ebenfalls auf den Speicher zugreift, ist nie ideal. Außerdem war es uns technisch nicht möglich, unsere bewährten Tests mit Iometer und SSDStresstest durchzuführen. Selbes gilt zudem für den Belastungstest, da diese Benchmarks das Laufwerk ohne Partitionen ansprechen müssen. 

Wir wollen daher an dieser Stelle an die erschwerte Vergleichbarkeit dieses Reviews mit unseren anderen Tests hinweisen. Viel mehr geht es in diesem Review um eine besondere technische Lösung und deren Sinnhaftigkeit. Eben ganz getreu dem alten Hardwareluxx-Motto: Your guide for luxorious Hardware! 

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Die verwendete Software im Einzelnen:

Die genutzte Hardware im Einzelnen:


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt. Folgerichtig stehen hier letzte Plätze zu Buche. Erst wieder bei den sequenziellen Tests erreichen wir wiederum Werte, die wir von einer SATA-SSD erwarten.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD1)

MB/s
Mehr ist besser

Betrachtet man zunächst die sequenziellen Messwerte, gerät man als PC-Nerd natürlich unweigerlich ins Schwärmen. Transferraten von mehr als 14 GB/s lesend beziehungsweise 9 GB/s schreibend erinnern tatsächlich noch an HighEnd-DDR3-RAM von vor noch gar nicht so langer Zeit. Die sequenzielle Leserate entspricht fast exakt der Summe der aktuell untersten fünfzehn Vergleichswerte. 

Betrachten wir die Werte in einem zweiten Blick etwas nüchterner, müssen wie vieles davon jedoch einschränken. Auch wenn der sequenzielle Schreibwert natürlich beeindruckt, so skaliert die Leistung des RAIDs zu einer einzelnen Western Digital WD_Black SN850 nur zu 91% - obwohl wir ja vier SSDs einsetzen. Noch deutlicher sehen wir das bei dem QD1-Wert schreibend. Hier reicht es zwar trotzdem zu einem ersten Platz, jedoch nur 22% vor einer einzelnen SN850. Schwächer sieht die Sache ohnehin bei den 4K-Benchmarks aus, besonders lesend. Hier zieht die einzelne WD_Black SN850 (und viele andere SSDs) deutlich vorbei. Gravierend ist besonders der Unterschied bei hoher Anfragetiefe, wobei hier sicherlich auch die Windows-Installation auf dem Datenträger ihren Anteil hat. 

Es zeigte sich also neben den Setup-Einschränkungen schon relativ früh auch in den Benchmarks, dass die RAID-Lösung mit SSDs wie schon bei der Aorus RAID SSD oder der WD_Black AN1500 eine sehr spezielle ist. 

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Normalerweise genehmigen wir dem CrystalDiskMark keine eigene Seite, doch in diesem Fall erlauben wir uns eine Ausnahme:

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Überragende 24.523,93 MB/s lesend und 17.460,94 MB/s schreibend konnten wir mit dem CrystalDiskMark erreichen. Haben wir angesichts dieser Transferraten im AS SSD Benchmark noch unweigerlich an DDR3-RAM denken müssen, bewegen wir uns nun im Bereich der DDR4-Spezifikation was die Übertragungsrate angeht. 

Natürlich nur sequenziell und das im absoluten Idealfall - als Peak-Leistung sozusagen. Doch verglichen mit einer einzelnen WD_Black SN850 zeigt sich, dass zumindest für diesen speziellen Test, die Leistung der vier SSDs durchaus gut skaliert: in beiden Fällen etwa um den Faktor 3,4. Bei den restlichen Werten zeigt sich ein ähnliches Bild wie bereits im AS SSD Benchmark. Schreibend bei kleiner Anfragetiefe kann das RAID durchaus überzeugen und zumindest einen vergleichsweise kleinen Vorsprung aufweisen, bei gesteigerter QD und sowieso lesend ist eine einzelne SN850 zum Teil deutlich schneller. 


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - ISO

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel

MB/s
Mehr ist besser

Zugegeben war der Kopierbenchmark bereits bei der WD_Black SN850 nicht die Musterdisziplin, ganz im Gegenteil. Und leider scheint das RAID in diesem Fall nicht nur das theoretische Maximum zu addieren, sondern auch die Schwäche. Im ISO-Profil können sich die vier SSDs noch fast zehn Prozent vor eine einzelne SN850 setzen, in den anderen Tests haben sie sogar das Nachsehen. 


Synthetische Benchmarks geben jeweils nur extreme Anwendungsfälle wieder. Bei der alltäglichen Nutzung eines Systems fallen sehr viele unterschiedliche Zugriffsmuster an, von sehr kleinen Blöcken bis hin zu großen sequenziellen Transfers. Ein Trace-Benchmark gibt genau diese Zugriffsmuster wieder, die zuvor während der Nutzung eines Systems aufgezeichnet wurden. PCMark 8 verwendet die Zugriffsmuster mehrerer Anwendungen, wobei sich auch die jeweils geschriebene bzw. gelesene Datenmenge unterscheidet, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Testdaten sind vollständig inkompressibel.

AnwendungsprofilInsgesamt gelesenInsgesamt geschrieben
Adobe Photoshop light313 MB2.336 MB
Adobe Photoshop heavy468 MB5.640 MB
Adobe Illustrator373 MB89 MB
Adobe InDesign401 MB624 MB
Adobe After Effects311 MB16 MB
Microsoft Word107 MB95 MB
Microsoft Excel73 MB
Microsoft PowerPoint83 MB21 MB
World of Warcraft390 MB5 MB
Battlefield 3887 MB28 MB

Bestandteile des Storage-Benchmarks

Als Änderung im Vergleich zu PCMark 7 hat Futuremark die Komprimierung der Leerlaufzeit (idle time compression) entfernt, sodass sich die abgespielten Traces eher wie eine echte Anwendung verhalten. Im Gegensatz zu früher geben wir als Ergebnis dieses Tests nicht mehr die von PCMark berechnete Punktzahl an, sondern die rechnerische Transferrate. Diese berechnet sich aus der Menge an gelesenen und geschriebenen Daten (vgl. Tabelle) dividiert durch die Zeit, die das Laufwerk mit der Abarbeitung von mindestens einer Anfrage beschäftigt war. Eine höhere Transferrate bedeutet also, dass kürzer auf das Laufwerk gewartet werden musste und sich die Reaktionszeit einer Anwendung so auch insgesamt verkürzt.

Futuremark PCMark 8

Storage - Gesamtwertung

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 9

Battlefield 3

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 10

Word of Warcraft

MB/s
Mehr ist besser

Wenn auch sicherlich durch die gleichzeitige Nutzung als Systemlaufwerk beeinträchtigt, überrascht das Ergebnis unserer Anwendungstests leider nicht. Dass unser RAID-0 trotz vier WD_Black SN850 fast gleichauf mit der Gigabyte Aorus RAID SSD liegt, können wir letztlich nachvollziehen. Auch wenn die sequenziellen Benchmarks und Herstellerangaben stets diejenigen sind, die möglichst beeindruckend wirken, spielen sie im Alltag doch nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wirken sich die Latenzen der Controller, NANDs und eben dem gesamten Setup deutlicher auf Anwendungen aus. Dies bedeutet besonders bei einem RAID-0, dass sich die Wartezeiten aufaddieren, ehe anschließend mit größtmöglichem Durchsatz geschrieben oder gelesen wird. In der Gesamtwertung reicht es daher nur zu einem Platz am unteren Ende der NVMe-Konkurrenz. 


Futuremark PCMark 11

Adobe After Effects

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 12

Adobe Indesign

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 13

Adobe Illustrator

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 14

Adobe Photoshop (light)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 15

Adobe Photoshop (heavy)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 16

Microsoft Excel

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 17

Microsoft Powerpoint

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 18

Microsoft Word

MB/s
Mehr ist besser

In den Einzelergebnissen können wir ein wenig die Tendenz aus dem AS SSD Benchmark oder auch CrystalDiskMark ableiten. Wenn verhältnismäßig viel geschrieben wird, schneidet unser RAID-Setup aus vier WD_Black SN850 und der ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card relativ gut ab, lesend können auch schon mal die besseren SATA-Vertreter wie die Samsung SSD 860 PRO und EVO vorbeiziehen. 


Wie in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen, haben wir bei Hardwareluxx gerne ein offenes Auge für besondere, exotische oder eben sehr spezielle Hardware. Und in die letzte Kategorie müssen wir sicherlich unser RAID-Setup aus vier Western Digital WD_Black SN850 und der ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card zählen. Daher ging es im Grunde auch nie darum, einen alltagstauglichen Massenspeicher zu erstellen, sondern einfach, eine aktuelle technische Machbarkeit zu testen. Dementsprechend sollte jedem Nachahmer ein weiteres Mal der Hinweis gelten, vorher die Kompatibilität exakt zu prüfen. Andernfalls wird die Ein-Slot-Grafikkarte mit x4-Anbindung schnell zur harten Realität. 

Geht man diesen Kompromiss ein oder nutzt gar ein TRX40-System mit entsprechender PCIe-Ausstattung, kann ein RAID-0 in Verbindung mit HighEnd-PCIe4-SSDs zumindest sequenziell die Leistungsgrenze eine weitere Stufe weiter nach oben setzen. Spitzenwerke von mehr als 24 GB/s lesend und 17 GB/s schreibend kennen wir sonst nur aus der Welt der Arbeitsspeicher. Für denjenigen, der Anwendungen betreibt, die diese Speicherrate tatsächlich nutzen können, ergeben sich hier also ungeahnte Möglichkeiten. 

Doch genau hier liegt letztlich das Kernproblem eines solchen RAID-Setups. Denn während nur eine sehr spezielle Art von Zugriffen extrem beschleunigt wird, fallen die Leistungswerte in anderen Bereichen zum Teil drastisch ab. Grund dafür sind die gesteigerten Latenzen, die sich aus einem Zusammenschluss mehrerer Solid State Drives ergeben. Hier bestimmen die längsten Wartezeiten die Gesamtgeschwindigkeit. Als logische Folge mussten wir recht schwache (gerade im Vergleich zu einer einzelnen WD_Black SN850) Anwendungsleistungen messen. Leider konnten wir, wie bereits erörtert, den Belastungstest zur Messung der Latenzen nicht durchführen, doch in Hinblick auf die Gigabyte Aorus RAID SSD, die ein ähnliches Konzept verfolgt (jedoch mit eigenem RAID-Controller), ergibt sich eine gewisse Ahnung. 

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Ein vermutlich realistischeres Einsatzszenario für die ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card in Verbindung mit vier SSDs besteht sicherlich aus der einfachen Nutzung als Speichererweiterung. Tatsächlich können die SSDs auch ohne RAID genutzt werden - sowieso da die Karte grundsätzlich die Lanes nur durchschleift. In diesem Fall ist zwar ebenso die PCIe-Konfiguration des Mainboards und der CPU zu beachten, jedoch wird so im Grunde das Board nur um eben vier M.2-Steckplätze erweitert. Gerade im Fall der Western Digital WD_Black SN850 ist dies im Alltag die deutlich schnellere Wahl. Nachteil dieser Lösung ist jedoch in jedem Fall die aktive Kühlung der ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card. Leider mussten wir trotz des beeindruckenden Aluminiumgehäuses der Karte eine temperaturbedingte Drosselung im Passivbetrieb feststellen. Mit aktiviertem Lüfter war die Karte jedoch stets gut hörbar im System. 

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Mit aktuell etwa 210 Euro für die Western Digital WD_Black SN850 gehört die SSD sicherlich nicht zu den günstigsten Massenspeichern, liegt jedoch in einem für HighEnd-PCIe4-SSDs üblichen Bereich. Bei vier Exemplaren in Verbindung mit der ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card, die ab etwa 60 Euro zu kaufen ist, addiert sich unser getestetes Setup auf gut und gerne 900 Euro. Eine Bewertung bezüglich dem Preisleistungsverhältnisses verbietet sich an dieser Stelle, da die Speicherlösung dafür einfach zu speziell ist. Wer aber das Besondere sucht, findet hier eine wahrlich extreme Lösung. Zumindest bis zum Erscheinen von PCIe5. 

Positive Aspekte der ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card:

Negative Aspekte der ASUS HYPER M.2 x16 Gen4 Card:

Positive Aspekte der Western Digital WD_Black SN850:

Negative Aspekte der Western Digital WD_Black SN850: