Die Exceria-Reihe von Kioxia im Test: So wie Raider und Twix?

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kioxia ssd roundup 05 6bf37fb1618a45a2994adbfab273f71cDass Toshiba seine Speichersparte Anfang 2019 ausgegliedert und umbenannt hat, dürfte sicherlich den meisten Lesern bekannt sein. Ebenfalls dass damit einige Verwirrung um die korrekten Produktbezeichnungen entstand. So bekamen wir zu Beginn des Jahres noch die Toshiba OCZ RC500 von Kioxia, die einfach direkt alle drei bekannten Herstellernamen beinhaltete. Damit soll nun Schluss sein, nachdem die Umbenennung zunächst im Business-zu-Business-Geschäft vollzogen wurde, trifft es nun den Endkundenmarkt. Kioxia bietet daher künftig unter der einheitlichen Exceria-Reihe drei Speicherlösungen an, die mit den Endungen "SATA", "Plus" oder eben nur Exceria ihre jeweilige Ambition unterstreichen. Ob dabei allerdings nur das Label geändert wurde und die SSDs alte Bekannte sind, klären wir in unserem Review. 

Tatsächlich drängte sich schon im Vorfeld des Reviews der Verdacht auf, dass Kioxia hier außer dem Label gar nicht viel veränderte. Das wäre auch zunächst nicht schlimm, konnte doch beispielsweise die Toshiba OCZ RC500 in unserem Review zuletzt durchaus überzeugen. Zurecht vergaben wir hier unseren Preis-Leistungs-Award, da die SSD unter anderem durch ihren schnellen BiCS4-NAND überzeugen konnte. Auch die Exceria SATA stand daher zunächst unter Verdacht, als Toshiba TR200 bereits in unserem Testsystem Gast gewesen zu sein. Und die Speerspitze des neuen LineUps, die Exceria Plus zeigte ebenfalls eine auffällige Ähnlichkeit zur Toshiba RD500, die wir allerdings noch nicht getestet hatten. Nach Rücksprache mit Kioxia wurde uns auch direkt bestätigt, dass es sich bei der Exceria Plus tatsächlich um die RD500 handelt, die Exceria selbst auch die RC500 ist. Lediglich bei der SATA-Variante konnte uns der Verdacht weder bestätigt noch verneint werden. Hierauf gehen wir im Detail im Verlauf des Reviews ein.

Eine Änderung abseits von Namen und Design ergibt sich in jedem Fall bei den Kapazitäten: Gab es die RC500 noch mit maximal 250 GB und 500 GB Speicherplatz, wurde nun auch eine Variante mit 1 TB vorgestellt. Die Exceria Plus ist nur mit der jeweils doppelten Kapazität, also 500 GB, 1 TB und 2 TB erhältlich, während die Exceria SATA bei den selben Speichermassen wie schon die TR200 bleibt, also 240 GB, 480 GB und 960 GB. Für unser Review betrachten wir nun die jeweils größten Modelle.

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Wie bereits die einheitliche Namensgebung vermuten lässt, zielt Kioxia mit den drei SSD-Serien auf unterschiedliche Kundenprofile. Dies zeigt sich deutlich in den Herstellerangaben:

Exceria SATA
ExceriaExceria Plus
SchnittstelleSATANVMe (PCIe Gen3 x4)
NVMe (PCIe Gen3 x4)
Kapazität240 GB, 480 GB, 960 GB250 GB, 500 GB, 1.000 GB500 GB, 1.000 GB, 2.000 GB
Cache-DRAM
DRAM (SK Hynix)
NANDBiCS3(?)BiCS4BiCS4
ControllerToshiba TC58NC1010GSBToshiba TC58NC1202GSTToshiba TC58NC1201GST-00-BB
Max. sequenzielle Lese-/Schreibgeschwindigkeit555/540 MB/s1.700/1.600 MB/s3.400/3.200 MB/s
Max. zufällige Lese-/Schreibgeschwindigkeit82.000/88.000 IOPS350.000/400.000 IOPS680.000/620.000 IOPS
Formfaktor2,5 Zoll
M.2 2280
M.2 2280
TBW240 TB (960 GB)
400 TB (1 TB)
800 TB (2 TB)
Garantie3 Jahre
5 Jahre
5 Jahre

Auf einen ersten Blick wirken die Daten stimmig. Die Angaben zur Exceria und Exceria SATA kommen uns, wie bereits erwähnt, durchaus bekannt vor. Die Exceria Plus verspricht als Spitzenmodell fast doppelte Transferraten als das Basis-Modell, was es durchaus zu beweisen gilt. Die verwendeten Controller werden jeweils als Toshiba-Modelle benannt, sind jedoch eigentlich bekannte Phison-Varianten, die etwas angepasst wurden. Leider konnte uns Kioxia an dieser Stelle keine Angabe zum Verhältnis zwischen Kapazität und DRAM geben, da jedoch bereits die RC500 beim Modell mit 500 GB auch 512 MB DRAM bot, gehen wir also bei den NVMe-Vertreterinnen von einem solchen Verhältnis (1 GB DRAM / 1 TB Kapazität) aus.


Als sich vor gut 30 Jahren der bekannte Schokoriegel Raider zu Twix umbenannte, wurde damit mit dem Slogan geworben: "sonst ändert sich nix!" Für die neue SSD-Serie von Kioxia gilt wie bereits geschrieben grundsätzlich Ähnliches. Bei einem genauen Blick auf die Rückseiten der NVMe-Laufwerke wird das auch umso deutlicher, findet sich hier jeweils doch tatsächlich auch noch die Bezeichnung RC500(02T00) bzw. RC500(01T00). Bei letzterer wollen wir das an dieser Stelle auch absolut nicht negativ deuten, denn dafür konnte sie uns in unserem Review zu sehr überzeugen. An dieser Stelle sei daher der Vorgriff erlaubt, dass wir die Werte unseres damaligen Tests mit einer Ausnahme bestätigen konnten und daher auch die Werte von damals fortan für die Kioxia Exceria übernehmen. Lediglich der iometer zeigte damals bei der RC500 auffällig hohe 4K-Werte, die wir auch reproduzieren konnten, jedoch eher auf einen Bug zurückzuführen sind. Bei unserem jetzigen Testsample konnten wir die Tests mit realistischeren Werten wiederholen, sodass wir diese nun auch übernommen haben. Das Gesamtfazit der Toshiba OCZ RC500 ändert sich deshalb nicht.

Für die Exceria SATA hatten wir ursprünglich dasselbe in Bezug auf die Toshiba TR200 gedacht, lag doch hier der Verdacht ebenfalls nahe, dass lediglich eine Umbenennung stattfand. Doch schon die ersten Benchmarks legten den Verdacht nahe, dass dem nicht so sei. Nach der Thematik um SATA-SSDs zuletzt mit dem X570-Chipsatz und unserem Wechsel zu einem anderen Test-System (siehe nächste Seite), wurden wir natürlich skeptisch, inwiefern sich die Leistungsunterschiede durch den Chipsatz ergeben könnten. Doch ein Blick ins Innere der SSD konnte Aufschluss geben, dass zumindest unser Exemplar der Kioxia SATA nicht identisch ist mit der Toshiba TR200, die wir getestet haben:

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Natürlich ist der verbaute Controller in beiden SSDs identisch, doch offenbar besitzt zumindest unser Exemplar der Exceria SATA einen anderen NAND als noch die Toshiba TR200. Auf Rückfrage an Kioxia konnte uns leider weder bestätigt noch verneint werden, dass hier nun andere Speichermodule zum Einsatz kommen oder auch einfach unterschiedliche Bestückungen möglich sind. Da jedoch in beiden Fällen BiCS(3)-NAND verwendet wurde und der Toshiba TC58NC1010GSB derselbe blieb, halten sich die Unterschiede in Grenzen. So agiert die SSD ebenfalls mit einem (Pseudo-)SLC-Cache, der mit etwa 14 GB vergleichsweise winzig ausfällt.

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In jedem Fall neu in unserem Testparcours und daher auch am interessantesten ist natürlich die Exceria Plus. Die HighEnd-Serie soll als Speerspitze die Grenzen der PCIe3-Generation erreichen und am besten direkt den Platzhirschen um Samsung Konkurrenz machen. Wie schon bei Toshiba seit einer Weile üblich wird dazu moderner BiCS4-NAND eingesetzt, der in 96 Layern als TLC-NAND möglichst schnell beschrieben werden soll.

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Dazu kommt wie eigentlich immer ein (Pseudo-)SLC-Cache, um zumindest bei geringem Speicherfüllstand die Schreibvorgänge beschleunigen zu können. Dieser scheint allerdings nicht allzu üppig dimensioniert zu sein, besonders für eine SSD mit 2 TB Gesamtkapazität. Nach "nur" etwa 45 GB bricht die Schreibleistung bereits ein, ehe sie in zwei Stufen auf etwa 1.000 MB/s einbricht. Dies wirkt im Diagramm zunächst ernüchternd, jedoch zeigt sich auf einen zweiten Blick einmal mehr die Stärke des BiCS4-NAND, der sich auch direkt als TLC vergleichsweise schnell beschreiben lässt. Dies war bereits eine Stärke der RC500, die passend zum restlichen Datenblatt hier immer noch gute 600 MB/s erreichte.

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Natürlich ist auch die temperaturbedingte Drosselung bei NVMe-Laufwerken für die Exceria Plus ein wichtiges Thema. Bei sommerlichen Testbedingungen stieg die Temperatur daher relativ schnell an, ehe es ab etwa 70°C zu einem stufenweisen Drosseln kommt. Beachtlich ist dabei, dass auch trotz eines Maximums von 73°C die Transferrate bei starken 2.000 MB/s blieb. Hier sind in der Regel drastischere Einbrüche möglich, besonders bei SSDs, die auf Vorder- und Rückseite bestückt sind.

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Wie aus dem Datenblatt bereits ersichtlich, besitzen die NVMe-SSDs eine fünfjährige, die Exceria SATA eine dreijährige Garantie. Betrachten wir mittlerweile eigentlich fünf Jahre als Standard bei Flash-Speichern, sind die drei Jahre bei günstigeren Einsteiger-Laufwerken ebenfalls nicht unüblich. Außerdem begrenzt sich die Garantie natürlich auch auf die geschriebene Transferleistung, sodass auch hier unterschieden werden muss.

Maximale Schreiblast

Modell

240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - < 4.000 GB>= 4.000 GB
Kioxia Exceria Plus
-200 TB
400 TB800 TB-
Kioxia Exceria
100 TB
200 TB400 TB--
Kioxia Exceria SATA
60 TB
120 TB240 TB--
Gigabyte Aorus RAID SSD 
---4 x 700 TB-
Western Digital WD Blue 3D NAND SATA SSD100 TB
200 TB400 TB500 TB 
600 TB
Corsair Force Series MP600-900 TB
1,8 PB3,6 PB
-
Seagate FireCuda 520 SSD
-
850 TB
1,8 PB
3,6 PB
-
Seagate FireCuda 510 SSD
-
-
1,3 PB
2,6 PB
-
Toshiba RC500
100 TB
200 TB
-
-
-
Intel Optane SSD 905P-8,76PB17,52 PB27,37 PB-
Western Digital WD Black SN750200 TB300 TB
600 TB1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus-300 TB
600 TB
1,2 PB
-
Samsung SSD 860 EVO150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
2,4 PB
Samsung 970 PRO
-600 TB
1,2 PB
--
Corsair MP510400 TB
800 TB
1,7 PB
3,12 PB
-

Auch wenn die Summen an sich jeweils eine ordentliche Datenmenge bedeuten, liegen die Exceria-SSDs in Bezug auf die TBW-Angaben etwas hinter dem Durchschnitt. Die Konkurrenz bietet hier in der jeweiligen Kapazitätsklasse durchaus mehr, auch wenn natürlich wie immer der Hinweis gilt, dass ein Erreichen der TBW-Angabe nicht mit dem Defekt der SSD übereinstimmt. Jedoch ist das Vertrauen in einen Massenspeicher ein durchaus relevantes Kaufkriterium.

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Nach den Unregelmäßigkeiten, die wir beim Test der Western Digital WD Blue 3D NAND in Bezug auf den X570-Chipsatz von AMD ermittelt haben, stand wie bereits angekündigt ein Wechsel des Mainboards an. Grundlage für unsere Tests bildet daher fortan das ASUS ROG Strix B550-E Gaming, das in unserem Test auch in Bezug auf die Storage-Anbindung vollkommen überzeugen konnte.

Befeuert wird das ASUS weiterhin von einem AMD Ryzen 5 3600, der mit sechs Kernen und doppelt so vielen Threads genug Rechenpower bietet.

Die verwendete Software im Einzelnen:

Die genutzte Hardware im Einzelnen:


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Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Insgesamt zeigte der iometer ein gemischtes Bild der drei Testkandidaten. Grundsätzlich scheinen alle Exceria-Modelle mit dem Schreiben besser zurecht zu kommen als mit dem Lesen - jede auf ihrem jeweiligen Level. Wie schon bei der Toshiba TR200 ordnet sich die Exceria SATA also eher im unteren Bereich des Tableaus ein, wohingegen die Exceria Plus meist in Richtung Spitzengruppe schielt. Die Exceria liegt folgerichtig meist in der Mitte, wobei oftmals ein Gleichstand zur Plus erreicht werden kann. Bei identischem NAND, vergleichbarem Controller mit DRAM ist dies aber auch wenig verwunderlich. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass die alten Werte der Toshiba RC500 wohl ein Auslesefehler waren, die Messergebnisse der Kioxia Exceria sind sicherlich repräsentativer.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt. Folgerichtig stehen hier letzte Plätze zu Buche. Erst wieder bei den sequenziellen Tests erreichen wir wiederum Werte, die wir von einer SATA-SSD erwarten.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Im AS SSD Benchmark werden die Unterschiede der drei Exceria-SSDs deutlicher. Die SATA-Variante liegt meist am Ende der Rangliste, wohingegen die Plus durchaus in die Spitzengruppe stoßen kann. Im sequenziellen Schreiben muss sie sich sogar nur den PCIe-4.0-SSDs und natürlich der Aorurs RAID SSD geschlagen geben. Im Lesen kommt nur die Samsung 970 PRO davor. Auch die 4K-Werte können jeweils überzeugen, bei der Exceria hatten wir dies schon in Form der RC500 als sehr gut festgestellt.

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Ergänzend zeigt der CrystalDiskMark wie gewohnt das Maximum an, mit denen auch Kioxia die Exeria SATA bzw Plus bewirbt. Beachtlich sind für letztere jedoch durchgängig die Leseraten, die wirklich über jeden Zweifel erhaben sind und einmal mehr die Leistung des BiCS4-NANDs verdeutlichen. Diese haben wir schließlich bereits bei den bisherigen PCIe4-SSDs, der BG4 und natürlich der RC500 erlebt.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Iso

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel

MB/s
Mehr ist besser

Ein ungewohntes, aber nicht zwingend negatives Bild zeigt der Kopiertest des AS SSD Benchmarks. Haben die meisten SSDs ihre Top-Leistung beim Kopieren einer ISO-Datei, um bei vielen kleineren Dateien einzubrechen, können hier die NVMe-Exceria-SSDs relativ zur Konkurrenz auftrumpfen. Dass sich die Toshiba RC500 nur den beiden Samsung 970-Modellen beim Programm-Test geschlageben geben musste, hatte uns schon damals positiv überrascht, dass die Plus also nur etwas dahinter liegt, bestätigt den Eindruck.

Am Ende liegt abermals die Exceria SATA, wobei die Unterschiede je nach Test zur SATA-Konkurrenz vergleichsweise gering ist.


Synthetische Benchmarks geben jeweils nur extreme Anwendungsfälle wieder. Bei der alltäglichen Nutzung eines Systems fallen sehr viele unterschiedliche Zugriffsmuster an, von sehr kleinen Blöcken bis hin zu großen sequenziellen Transfers. Ein Trace-Benchmark gibt genau diese Zugriffsmuster wieder, die zuvor während der Nutzung eines Systems aufgezeichnet wurden. PCMark 8 verwendet die Zugriffsmuster mehrerer Anwendungen, wobei sich auch die jeweils geschriebene bzw. gelesene Datenmenge unterscheidet, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Testdaten sind vollständig inkompressibel.

Bestandteile des Storage-Benchmarks

Als Änderung im Vergleich zu PCMark 7 hat Futuremark die Komprimierung der Leerlaufzeit (idle time compression) entfernt, sodass sich die abgespielten Traces eher wie eine echte Anwendung verhalten. Im Gegensatz zu früher geben wir als Ergebnis dieses Tests nicht mehr die von PCMark berechnete Punktzahl an, sondern die rechnerische Transferrate. Diese berechnet sich aus der Menge an gelesenen und geschriebenen Daten (vgl. Tabelle) dividiert durch die Zeit, die das Laufwerk mit der Abarbeitung von mindestens einer Anfrage beschäftigt war. Eine höhere Transferrate bedeutet also, dass kürzer auf das Laufwerk gewartet werden musste und sich die Reaktionszeit einer Anwendung so auch insgesamt verkürzt.

Futuremark PCMark 8

Storage - Gesamtwertung

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - World of Warcraft

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Battlefield 3

MB/s
Mehr ist besser

Auch die Anwendungsbenchmarks können das bereits gewonnene Gesamtbild bestätigen. Die Exceria Plus schafft es in der Gesamtwertung klar in die Spitzengruppe und bleibt in Schlagdistanz zu den Top-Modellen von Samsung und Seagate. In den Einzelwertungen der beiden Spiele World of Warcraft und Battlefield können sich nur die Intel Optane und die PCIe4-Konkurrenten vor der Exceria Plus platzieren.

Die Kioxia Exceria ersetzt wie bereits mehrfach erwähnt die Toshiba RC500 und nimmt folgerichtig einen Platz im (gehobenen) Mittelfeld ein. Die eigentlich günstige und im Vergleich zur Plus etwas beschnittene SSD liegt in der Gesamtwertung nur 10 % hinter dieser und ist dabei noch in Greifweite einer Samsung 970 EVO oder gar vor einer Western Digital Black SN750.

Wehrmutstropfen des Reviews bleibt auch hier die Exceria SATA. Meist das Ende der Rangliste ist die logische Konsequenz, mal mit größeren und kleineren Abständen zur Einsteiger-Konkurrenz. Doch selbst die Samsung 860 QVO mit QLC-NAND kann sich insgesamt vor der Kioxia platzieren. 


Weiter geht es mit den Anwendungen von Adobe und Microsoft.

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe After Effects

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Indesign

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Illustrator

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (light)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (heavy)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Excel

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Word

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Powerpoint

MB/s
Mehr ist besser

Die Aussage der vorherigen Seite könnte auch bei den Anwendungen von Adobe und Microsoft übernommen werden: Die Exceria Plus reiht sich zur Spitzengruppe ein, während die NVMe-Schwester im besseren Mittelfeld überzeugt und auch so manches Spitzenmodell anderer Hersteller übertrumpft. Die Exceria SATA grüßt wie schon aus der Gesamtwertung vermutet, zumeist am unteren Ende der Rangliste, auch wenn sie sich jetzt immerhin in einzelnen Anwendungsprofilen vor die Samsung QVO setzt.


Der PCMark 8 „Expanded Storage"-Test besteht aus zwei Teilen, dem „Consistency test" und dem „Adaptivity test". Letzterer prüft, wie gut sich ein Storage-System an eine bestimmte Last anpassen kann. Für uns interessanter ist der erste Test, der den Performanceverlust eines Speichersystems messen soll. Bisher haben wir für diesen Zweck eine Kombination von HDTach und Iometer eingesetzt: Zuerst wurde die sequenzielle Performance im Neuzustand gemessen, dann das Laufwerk mit Iometer extrem stark beansprucht und anschließend wieder die Performance gemessen. Die Performance vieler Laufwerke ist dabei nicht selten um 50 % und mehr eingebrochen. Dieses Vorgehen erlaubt eine Aussage über den Worst Case.

Das Vorgehen von PCMark 8 ist deutlich näher am Alltag: In der ersten Phase wird das Laufwerk zweimal komplett gefüllt, wobei der zweite Durchlauf sicherstellen soll, dass auch der dem Nutzer nicht zugängliche Speicher gefüllt wird. In der zweiten Phase (Degrade) wird das Laufwerk insgesamt achtmal hintereinander mit zufälligen Schreibzugriffen belastet, wobei der erste Durchgang 10 Minuten dauert und jeder weitere Durchlauf fünf Minuten länger. Nach jedem Durchgang wird die Performance gemessen. In der dritten Phase (Steady state) finden fünf weitere Durchläufe mit jeweils 45 Minuten Schreibdauer statt, auch hier wird die Performance gemessen. In der letzten Phase (Recovery) wird nach einer Leerlaufzeit von fünf Minuten die Performance gemessen. Diese Messung wird inklusive der Leerlaufzeit fünfmal wiederholt und soll dem Laufwerk die Möglichkeit geben, sich zu regenerieren.

Die beiden folgenden Diagramme zeigen, wie lange unterschiedliche Laufwerke in den verschiedenen Phasen durchschnittlich brauchen, um einen Lese- oder Schreibzugriff zu beantworten. Hierbei beschränken wir uns auf den größten Teil des Trace-Benchmarks, nämlich das Profil „Photoshop Heavy", bei welchem 468 MB gelesen und 5.640 MB geschrieben werden. Sowohl dieser als auch die vorherigen Tests mit AS SSD und Iometer haben ihre Daseinsberechtigung, für den Alltag relevanter sollten allerdings diese Ergebnisse sein.

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Hatten wir bislang die klare Dreiteilung unserer Kandidaten erlebt, angefangen vom Datenblatt, Iometer und zuletzt auch den Anwendungsbenchmarks, zeigt nun der Belastungstest ein wenig ein anderes Bild, das den Einsatz als Systemlaufwerk repräsentiert. Hier reicht es der Exceria Plus nicht mehr in die Spitzengruppe um die Samsung 970. Insgesamt ist das Ergebnis sicherlich nicht schlecht, doch auf die Transferraten und Leselatenzen bezogen ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zur non-Plus Exceria. Diese konnte und als günstige NVMe-SSD zwar begeistern, doch für die Spitzengruppe reicht das eben nicht ganz. Sowohl die Corsair ForceSeries MP510 als auch die Seagate FireCuda 520 liegen insgesamt vor den beiden NVMe-Excerias.

Der Abstand zur Exceria SATA wird auch dieses Mal jedoch deutlich, der Abstand zur Samsung 860 EVO, die immer noch als Gradmesser für SATA-Laufwerke gilt, ist groß. Grund hierfür sind extreme Latenzen, sowohl schreibend wie auch lesend.


Ob Raider und Twix oder auch der alte Wein aus neuen Schläuchen: Wenn ein Hersteller seine Produkte unter neuem Label weiterführt, kann das positive wie negative Folgen haben. Positiv, wenn beispielsweise gute Produkte weiter am Markt verfügbar sind - schlecht, wenn keine besseren Produkte die alten verdrängen. Bei dem Wandel von Toshiba zu Kioxia erleben wir in Bezug auf die Exceria-Reihe ein wenig beides. Die neue Staffelung in drei Reihen mit Zielgruppen von HDD-Umsteigern bis hin zu Enthusiasten ist übersichtlich und dank der ausführlichen Datenblättern transparent. 

Betrachten wir also die Exceria SATA, die als TR200 vermutlich bereits in identischer Konfiguration erhältlich war, sehen wir eine SSD, die eher am unteren Ende der Benchmarklisten zu finden ist. Ohne DRAM und ohne aktuellen NAND kann diese SSD nur über den Preis punkten. Mit aktuell unter 90 Euro für unser Testmodell mit 960 GB ist die Kioxia Exceria SATA die zum Zeitpunkt des Reviews günstigste SSD (gemessen am Preis pro Gigabyte). Und dafür macht sie ihre Sache als reiner Datenspeicher oder für Office-Systeme sicherlich gut genug.

Für die Kioxia Exceria gilt zunächst Ähnliches. Oder auch: Es galt auch schon vor dem Review selbiges. Dass wir der Toshiba RC500 einen Preis-Leistungs-Award verliehen haben und zurecht die Frage aufwarfen, ob das noch Mittelklasse ist, gilt nach wie vor. Die QLC-Konkurrenz außer Acht gelassen, gehört die Exceria sowohl mit 500 GB wie auch 1.000 GB Kapazität zu den günstigen SSDs am Markt. Unter 60 Euro für erstere, 115 Euro für letztere Variante können überzeugen und dürften potenzielle Interessenten zurecht vor die Frage stellen, ob es denn mehr sein muss. Denn dafür konnte die SSD damals wie heute zu sehr in den Alltagsbenchmarks überzeugen, auch trotz maximal 1.700 MB/s lesend und 1.600 MB/s schreibend.

Bleibt also die Exceria Plus für dann eben genau diese Fälle, wenn es in einzelnen Anwendungen doch mal etwas mehr sein darf. Diese kann zumindest in einzelnen Anfragen das Maximum von PCIe3 erreichen und entsprechend flott Daten lesen und schreiben. Wermutstropfen ist hier sicherlich der vergleichsweise kleine SLC-Cache, der diese Leistung erst ermöglicht. In den Anwendungsbenchmarks und auch dem Belastungstest haben wir hier deutlich gesehen, dass diese Leistung nicht unbedingt im Alltag einen Vorteil bietet. Hier muss allerdings auch entsprechend mehr bezahlt werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird demnächst verbessern, denn wie uns Kioxia mitteilte, wurde für unser Testmuster mit 2 TB die UVP auf 330 Euro gesenkt. Interessierte bekommen also eine Menge fürs Geld.

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Abschließend bleibt festzuhalten, dass Kioxia wenig überraschend ein solides LineUp an SSDs unter dem neuen Namen Exceria geschaffen hat. Wenig überraschend deshalb, weil die Solid State Drives eben bereits unter dem Label Toshiba überzeugen konnten. Im Falle der Exceria SATA merkt man zwar mittlerweile ein wenig das Alter, doch als sehr günstiger Datenspeicher kann auch dies im jeweiligen Anwendungsfall interessant sein. 

Spannender ist da schon die Exceria Plus, die als neues-altes Spitzenmodell auch die HighEnd-Ambitionen von Kioxia unterstreicht. Dies klappt meist sehr gut, gerade in den Anwendungsbenchmarks kann die SSD durchweg überzeugen.

Doch gerade die "goldene Mitte", passend dazu mit orangenem Label in Form der Kioxia Exceria konnte uns wie schon wie RC500 davor überzeugen. Ein gutes Preisleistungsverhältnis lässt Käufer teilweise bis in die Spitzengruppe unserer Benchmarks vordringen, außerdem kann die hohe Alltagsleistung durchaus überzeugen. DRAM-Cache ist in dieser Preisklasse nicht unbedingt üblich, jedoch im Vergleich zu DRAM-less SSDs auf lange Sicht ein Vorteil. Folgerichtig gibt es also (nochmals) unseren Preis-Leistungs-Award. Das Plus-Modell bietet ebenfalls eine ganze Menge fürs Geld, weshalb wir hier ebenfalls einen Award zücken.


Positive Aspekte der Kioxia Exceria SSD:

Negative Aspekte der Kioxia Exceria SSD:

Positive Aspekte der Kioxia Exceria Plus SSD:

Negative Aspekte der Kioxia Exceria Plus SSD:

Positive Aspekte der Kioxia Exceria SATA:

Negative Aspekte der Kioxia Exceria SATA: