Western Digital Gold WD141KRYZ mit 14 TB im Test

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wd gold 14tb teaser 100Nachdem Western Digital die Red-Serie aktualisiert hat und nun luftgefüllte Festplatten bis zu einer Kapazität von 10 TB anbietet, wurde die Gold-Serie ebenfalls aktualisiert. Wir haben das helium-befüllte Topmodell, die WD Gold 14 TB WD141KRYZ im Test. Mit bis zu 550 TB jährlicher Transferleistung und fünf Jahren Garantie ist sie für jeden Nutzungszweck gerüstet.

Im Jahr 2016 hatte Western Digital seine Re-Serie zur WD-Gold umbenannt. Diese Festplatten sind, im Gegensatz zur Seagates Exos-Reihe, nur als SATA-Version und nicht als SAS erhältlich. Nach gerade einmal zwei Jahren und der Übernahme von HGST hatte WD im Jahr 2018 angekündigt, die WD Gold Marke durch WD UltraStar (ehemals HGST UltraStar) abzulösen. Anscheinend hat diese Entscheidung jedoch so wenig Akzeptanz im Festplatten-Markt gefunden, dass WD die Entscheidung wieder revidieren musste. 

Wie bereits im September 2019 angekündigt, wurde die Gold-Festplatten-Serie wiederbelebt. Zusätzlich zu den WD Ultrastar gibt es auch wieder Festplatten der Enterprise- bzw. Nearline-Klasse mit goldenem Etikett. Alle Modelle drehen mit 7.200 rpm und sind nur als SATA-Version verfügbar. Die Modelle der Größen 1 - 10 TB kommen mit konventioneller Luftfüllung, während die 12-TB- und 14-TB-Variante mit Helium, genannt Helio-Seal Technology, gefüllt sind.

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Analog zu der WD Red 14 TB WD140EFFX, welche wir vor kurzem getestet haben, hat das 14-TB-Modell der Gold Serie 512 MB Cache. Bemerkenswert ist jedoch, dass WD im Gegensatz zur Red 14 TB bei der WD Gold keine Angabe zur Lesefehlerrate (1 Fehler je 10^n gelesenen Bits) macht. Einzig die AFR, die zu erwartende jährliche Ausfallrate, welche sich auf den Ausfall des gesamten Laufwerks bezieht, wird angegeben. 

Stand: März 2020, Link zum Datenblatt bei Western Digital.

Hersteller Western Digital
Serie Gold
Typ Gold 14 TB
Kapazität 14 TB
Anzahl Schächte keine Angabe
Nicht korrigierbare Lesefehler pro gelesenem Bit, max.
keine Angabe
Zuverlässigkeit bei Dauerbetrieb (AFR)
0,35 %
Hot-Plug Unterstützung
Ja
Rescue-Dienste Nein
Maximaler jährlicher Workload 550 TB
Cache 512 MB
U/min 7200 U/min
Übertragungsgeschwindigkeit 267 MB/s
Zufällige Lese/Schreibvorgänge - 4K, QD16, Schreibcache deaktiviert
keine Angabe
Übertragungsstandard SATA III 6G
Energieverbrauch Last/Leerlauf/Standby 6,0 W / 5,5 W / 0,4 W
Geräusch (dBA) Leerlauf /Last 20 / 36
MTBF 2.500.000 h
Garantie 5 Jahre
Modell
WD141KRYZ

Auf den ersten Blick zeigt sich die Gold 14 TB in einem für WD üblichen Helium-Festplattengehäuse.

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Die Oberseite sowie das Etikett der WD141KRYZ. Gleich ins Auge fallen der Schriftzug "powered by UltraStar" und die Bezeichnung DC HA750. Diese bestätigen die Vermutungen, auch anhand der Gehäuseform, dass ein Verwandtschaftsverhältnis mit den WD-UltraStar-Modellen besteht.

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Die Unterseite der Gold 14 TB entspricht der gerade getesteten WD Red 14 TB WD140EFFX.

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Wie bereits bei der WD140EFFX müssen wir hier auch auf die mittleren Befestigungsbohrungen verzichten. Bei der ersten Generation Helium-Festplatten des Mitbewerbers Seagate gab es dieselbe Einschränkung, welche bei den nachfolgenden Generationen mittlerweile aber nicht mehr besteht.

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Auch hier gibt es bei Festplattentrays, wie zum Beispiel von Dell, keine Probleme. Geräte, bei welchen die Festplatten an den mittleren Löchern befestigt werden, wie z.B. die Synology DS120j, sind nicht unbedingt die Zielgruppe für die Gold-Serie von WD.


Das Testsystem steht bereit, um in jedem Test dieselben Bedingungen zu bieten. Das System ist in einem Corsair Obsidian 1000D auf dem Sekundärmontageplatz verbaut. Die Festplatten befinden sich in entkoppelten Festplatten-Trays, wie sie in allen aktuellen Gehäusen Verwendung finden.

Die Festplatte wurde im leeren Zustand am SATA-III-Port des AMD-B350-Chipsatzes getestet. Seagate schein auf seinen Datenblättern etwas tiefzustapeln.

Technische Daten
Prozessor
AMD Ryzen 5-2400G
MainboardGigabyte GA-AB350N-Gaming Wifi
ArbeitsspeicherPatriot Viper 16GB DDR4 3000
NetzteilCorsair SF450
USBController
YOTTAMASTER CA31-AC USB 3.1 Gen2 (1x USB-Type-C, 1xUSB-Type-A)

Betriebssystem Windows 10 Home 1809

Energieverbrauchsmessung

Um die Herstellerangaben für den Energieverbrauch nachzuvollziehen, haben wir ein entsprechendes Testsystem aufgebaut. Für eine umfassende Leistungsmessung sollte die Versorgung mit 5 V und 12 V betrachtet werden. Wie die Art der Messung bereits erahnen lässt, benötigen wir Strom und Spannung, um daraus die Leistung zu errechnen. Eine Möglichkeit wäre es, mit einem Multimeter die Spannung zu messen und mit einer Strommesszange den Strom.

Hier könnte man die Messgeräte auf die Erfassung des Durchschnittswerts einstellen und erst die 5-V-Schiene und danach die 12-V-Schiene aufnehmen. Hierdurch lässt sich aber weder der Anlauf darstellen noch eine genaue Aussage treffen, wie sich die Werte über die Zeit verhalten.

Mit einem Vierkanaloszilloskop können wir alle vier Messungen gleichzeitig durchführen und in Abhängigkeit von der Zeit darstellen.

Dazu verwenden wir das digitale RIGOL DS1054Z Vierkanalspeicheroszilloskop inklusive Speichererweiterung sowie zwei Rigol-Tastköpfe und zwei Pico-Strommesszangen mit integriertem Spannungswandler zum direkten Anschluss an das Oszilloskop.

Technische Daten
Oszilloskop
Rigol DS1054Z (4Ch. 50 MHz 1GSa/s 24 Mpts)
TastköpfeRigol PVP 2150 (1x 35 MHz, 10x 150 MHz)
StrommesszangenPicoTech TA 189 AC / DC 30 A 1% Toleranz +-2 mA
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Wir führen insgesamt vier Messungen durch:

Zuerst wird die Leistungsaufnahme beim Einschalten aufgezeichnet. Dies ist eine kritische Phase mit einer vergleichsweise sehr hohen Leistungsaufnahme. Beim Hochdrehen der Spindel auf Betriebsdrehzahl kann es zu einem Vielfachen der im Ruhezustand aufgenommenen Leistung kommen.

Weiterhin führen wir eine Messung im Idle durch. Die Festplatte wird hier nicht bewusst von uns angesprochen, jedoch befindet sie sich in Betriebsbereitschaft.

Danach wird eine Messung in Benutzung durchgeführt. Es werden 50 GB an Daten in Form des aktuellen Windowsimages 1809 in mehrfach kopierter Ausführung am Stück übertragen. Hier wird erst der Cache der Festplatte gefüllt und im Anschluss muss die Festplatte die Daten verarbeiten. Dies lässt sich schön beobachten. Seagate gibt als Wert die maximale Leistungsaufnahme im eingeschalteten Zustand unter zufälligen Lese- und Schreibvorgängen mit 4 KB und einer QD von 16 an. Das ließe sich zwar auch über einen synthetischen Benchmark abbilden, jedoch erscheint uns diese praxisnahe Messung während eines Kopiervorgangs als aussagekräftiger.

Zum Schluss gibt es noch eine Messung während des HD-Tune Pro Random Access Read Benchmarks. Diese Messung sorgt als standardisierter Test für Vergleichbarkeit bei etwas mehr Leistungsaufnahme.

Alle vier Messungen dauern jeweils etwa 1 Minute und werden mehrfach wiederholt. Das Oszilloskop gibt uns einerseits den visualisierten Spannungsverlauf, aber auch eine Auswertung der Hoch- und Tiefpunkte sowie der Durchschnittswerte. Über die MATH-Funktion des Oszilloskops können wir uns auch gleich die Leistung für die 12 V-Schiene hochrechnen lassen durch Multiplikation der entsprechenden Kanäle. Im Anschluss an die Messung können die Daten mit einem USB-Stick abgeholt und aufgearbeitet werden. Eine Steuerung der Messung und Bildausgabe über den integrierten RJ45 LAN-Anschluss ist ebenso möglich. Der Elektrotechniker dreht jedoch lieber an Reglern und drückt Knöpfe :).

Nachfolgend ist beispielhaft die Anlaufstrommessung einer Seagate Exos X14 14TB SATA 3,5 Zoll HDD zu sehen.

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Messungen zum Stromverbrauch

Energieverbrauch

max. Leistungsaufnahme

Watt
Weniger ist besser

Für eine Festplatte dieser Größe und besonders als Enterprise-HDD ist die Leistungsaufnahme im Einschaltmoment gut und deutlich geringer als z. B. bei Seagates Exos-X-Reihe. Dennoch ist dieser Wert nicht ganz so relevant für die Gold- wie für die Red-HDDs, da in Enterprise-Umgebungen die Festplatten beim Start nicht alle gleichzeitig angefahren werden.

Energieverbrauch

Leistungsaufnahme idle

Watt
Weniger ist besser

Bei der Messung im Leerlauf bewegt sich die Gold 14 TB entsprechend ihrer Angabe im Datenblatt im Feld zusammen mit weiteren Festplatten dieser Größe.

Energieverbrauch

durchschnittliche Leistungsaufnahme beim Schreiben

Watt
Weniger ist besser

Beim Zugriff durch Kopieren von Daten auf die Festplatte benötigt die Festplatte etwas weniger Leistungsaufnahme als die anderen Enterprise-Modelle, welche wir bisher getestet haben.

Energieverbrauch

durchschnittliche Leistungsaufnahme zeitgleich zu HDTune Random Access Lesen

Watt
Weniger ist besser

Die vierte und letzte Messung sorgt noch einmal für einen Anstieg der Leistungsaufnahme und zeigt auf, wie sich die Festplatten unter Last verhalten.

Auch hier lässt sich wieder beobachten, dass die WD Gold 14 TB in einem, ihrer Drehzahl und Platteranzahl entsprechend, zu erwartenden Bereich arbeitet. Sie liegt nahezu gleichauf mit der Red Pro 12 TB, welche auch mit 7.200 rpm dreht. Hierdurch lässt sich aber keine Aussage über die verwendete Anzahl an Plattern machen, da Seagates 9-Platter-IronWolf-Pro sogar weniger verbraucht als ihr 8-Platter-Vorgänger aus der zweiten Generation Helium-Festplatten von Seagate. Im direkten Vergleich mit dem Schwester-Modell aus eigenem Hause, der WD UltraStar DC HC530 in der 14-TB-Version, ist die WD Gold etwas sparsamer unter Volllast

Leistungsmessungen

Chrystal Disk Mark 6

sequenziell Lesen und Schreiben

MB/s
Mehr ist besser

HD-Tune

sequenziell Lesen und Schreiben

MB/s
Mehr ist besser

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Die angegebene Transferleistung im Datenblatt haben wir beim Lesen im HD-Tune Benchmark exakt getroffen. Das Ergebnis in Chrystal Disk Mark weicht hingegen nach unten ab. Dennoch bewegt sich die WD Gold 14 TB auf Augenhöhe mit anderen Helium-Festplatten dieser Größe. Mit Bezug auf die WD UltraStar DC HC530 14 TB lässt sich anhand des Transferraten-Ergebnisses spekulieren, dass die niedrigere Leistungsaufnahme der WD Gold im vierten Test mit der niedrigeren Transferrate in Verbindung steht.


Die WD Gold in der Kapazität 14 TB hat in allen Tests erwartungsgemäß abgeschnitten und sich, wie bei Enterprise-HDDs üblich, nahe an den Angaben im Datenblatt bewegt. Aus dem Teilnehmerfeld herausstechen konnte sie klar bei der elektrischen Leistungsaufnahme im Einschaltmoment. Hier verbraucht sie deutlich weniger als die Konkurrenz von Seagate. 

Positiv hervorgehoben werden kann weiterhin, dass die WD Gold ein für Enterprise-Festplatten leises Laufgeräusch hat. Die Zugriffe sind deutlich vernehmbar, aber insgesamt bewegt sich die WD141KRYZ auf dem Niveau der Red Pro 12 TB, bzw. der Seagate Exos X14 und deutlich leiser als die Seagate Exos X16.

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Wie wir es fast schon gewohnt sind, fällt Western Digitals Datenblatt zur Gold-Serie sparsam aus. Es wird leider keine Angabe zu den zu erwartenden Lesefehlern je gelesenem Bit gemacht. Gerade bei Helium-Festplatten mit Speicherkapazitäten von 12 TB und größer erscheinen uns 1 Fehler pro 10^14 gelesenen Bits als nicht mehr zeitgemäß, wie wir es zuletzt bei der WD Red 14 TB WD140EFFX bemängelt haben. Die Angabe einfach wegzulassen, gerade bei einer besonders hochwertigen Festplatte mit einer UVP von 599 Euro, macht die Sache nicht besser.

Dieser Umstand macht die WD Gold 14 TB nicht zu einer schlechten Festplatte, nur muss man dann WD und der Güte ihrer Produkte Vertrauen schenken, statt Fakten im Datenblatt nachzulesen.

Nachdem Hersteller Western Digital einige Zeit etwas zurück lag, was Kapazität und Leistungsaufnahme betraf, hat man mit der Gold 14 TB eine sowohl schnelle, sparsame als auch kühle Enterprise-Festplatte auf den Markt gebracht, die der Seagate Exos als 14-TB-Variante ebenbürtig ist und Appetit auf mehr macht. Wie wir berichteten, sind von WD sogar schon 18-TB-Festplatten mit PMR und 20 TB mit SMR für 2020 angekündigt.

Verfügbar ist die WD141KRYZ bereits zu einem Straßenpreis von ca. 490 Euro und liegt somit knapp 70 Euro über der äquivalenten Seagate Exos X16-14TB.

Positive Aspekte der Western Digital Gold 14 TB WD141KRYZ

Negative Aspekte der Western Digital Gold 14 TB WD141KRYZ

Wenn euch ein Testkriterium fehlt oder wir etwas besser machen können, schreibt es gerne in die Kommentare! :)

Preise und Verfügbarkeit
WD Gold WD141KRYZ
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 473,41 EUR