Silicon Power P34A60 im Test: Besser lesend als schreibend

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sp p34a60 01 5dff06cc19684fac8b5b7bac4c31300cNicht erst mit Erscheinen von PCI Express in der aktuell vierten Generation hat sich die theoretische Bandbreite für Massenspeicher in einen Bereich geschoben, der für den normalen Heimanwender selten bis nie zu erreichen ist. Daher kämpfen die Hersteller zunehmend vor allem um den preisbewussten Käufer, der zwar das Leistungsplus einer NVMe-SSD zu schätzen weiß, allerdings vor allem ein gutes Preisleistungsverhältnis sucht. Genau in diesen Bereich möchte auch Silicon Power mit der neuen P34A60 vordringen. Wie gut das gelingt, prüfen wir in unserem Testparcours. 

Kioxia RC500, Western Digital SN500 oder auch die Intel 660p: die Riege der günstigen NVMe-Laufwerke wächst stetig. Kein Wunder, wenn man die Leistungsdaten außerhalb der bekannten Benchmarktabellen analysiert. Zwar ist der Abstand zu den Top-Modellen mitunter riesig, doch der Gewinn für den Alltag ist nur bei wenigen Anwendungen überhaupt zu erreichen - und noch viel weniger überhaupt wahrzunehmen. Da gefallen zwar schnell die beeindruckenden Zahlen in den Produktblättern, doch wenn am Ende nur Browser oder Games über das NVMe-Interface geschickt werden, fallen die Unterschiede kaum auf. 

Die Hersteller gehen diesen Umstand mit verschiedenen Strategien an und versuchen vorrangig, über einen günstigen Preis zu punkten. Dabei wird der NAND-Speicher entweder möglichst hoch gestapelt, mittels QLC dichter beschrieben und/oder es wird auf vergleichsweise teuren DRAM verzichtet. Silicon Power geht bei der P34A60 letzteren Weg und verbaut mit dem Silicon Motion SM2263XT einen Controller ohne DRAM, aber mit Host Memory Buffer (HMB).

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Um ihrer Rolle als "Einsteiger-NVMe" gerecht zu werden, sind die Angaben im Datenblatt eher bescheiden - zumindest wenn man sie mit denen der aktuellen Top-Modellen vergleicht. "Nur" 1.600 MB/s schreibend sind zwar gerade einmal die Hälfte dessen, was beispielsweise eine Samsung EVO Plus verspricht, doch immer noch einen Tick mehr als die genannten Vertreter von Kioxia, Western Digital oder Intel zu bieten haben. Fünf Jahre Garantie und eine TBW-Angabe von 300 TB bei unserem getesteten Modell sind in jedem Fall beruhigend. 


Silicon Power P34A60
Preis (UVP)
ProduktseiteSilicon Power P34A60
FormfaktorM.2 2280
InterfacePCIe NVMe 3.0 x4
ProtokollNVMe 1.3
Kapazität Testmuster
512 GB
Verfügbare Kapazitäten256 GB
512 GB
1 TB
2 TB
Cachekeinen, HMB stattdessen
ControllerSilicon Motion SM2263XT, 4 Kanäle
Chipart3D TLC (Intel/Micron 29F01T2ANCTH2 64-Layer)
Max. Lesen (lt. Hersteller)2.200 MB/s
Max. Schreiben (lt. Hersteller)1.600 MB/s (SLC-Cached)
Herstellergarantie5 Jahre
TBW150 TB (256 GB)
300 TB (512 GB)
600 TB (1 TB)

Der Verzicht auf einen separaten DRAM-Cache ist nicht neu. Einige von uns bereits getestete Modelle haben auch ohne DRAM durchaus überzeugen können, zuletzt allen voran die RC500. Silicon Power setzt bei der P34A60 also ebenfalls auf den Host Memory Buffer. Mit einem aktuellen Windows 10 (ab Version 1607) und NVMe 1.2 können wenige Megabyte (typisch etwa 32 MB) aus dem Arbeitsspeicher für das Hinterlegen der Lookup-Tables reserviert werden.

Der Einsatz von HMB ist dabei aber nur ein Kompromiss. Denn während die Kosten für die SSD aufgrund des Verzichts auf DRAM sinken, ist die Performance über den Systemspeicher trotz DMA-Abkürzung geringer. Allerdings wäre das Ablegen der LUT im NAND-Flash der SSD noch schlechter in Hinblick auf die Leistung.

Wie das Datenblatt bereits verrät, nutzt die P34A60 einen Pseudo-SLC-Cache, um die Schreibleistung zumindest über einen gewissen Bereich auf die versprochenen 1.600 MB/s zu heben. Tatsächlich finden sich zwar keine Angaben über die maximale Größe dieses Caches, doch wie wir im leeren Idealzustand ermitteln konnten, beträgt dieser etwa 65 GB und ist damit für eine SSD mit 512 GB Kapazität relativ großzügig dimensioniert. Dies ist allerdings auch tatsächlich nötig, betrachten wir die Schreibraten im weiteren Verlauf des Diagramms. Hier schwankt die Schreibrate zwischen etwa 100 MB/s und maximal 400 MB/s.

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Da dies allerdings natürlich nur den optimalen, also leeren Zustand der SSD beschreibt, haben wir den Test auch mit einem gefüllten Laufwerk wiederholt. In den letzten 40 GB freier Kapazität etwa kann kein SLC-Cache mehr genutzt werden, nun werden die TLC-Zellen direkt beschrieben. Etwa 160 MB/s im Mittel zeigen dabei deutlich die Diskrepanz von Idealzustand zu dem, was bei einem gefüllten Laufwerk zu erwarten ist.

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Auch der CrystalDiskMark bestätigt den Leistungsabfall, wenngleich hier immer noch hohe sequenzielle Transferraten ermittelt werden konnten. Erfreulich und für die meisten Interessenten sicher am wichtigsten sind die Leseraten, die natürlich auch ohne SLC-Cache sehr hoch sind.

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Ebenfalls erfreulich ist das Temperaturverhalten der Silicon Power P34A60, da die SSD in unserem Testsystem auch nur bei minimalem Airflow nie einen kritischen Bereich erreichte und damit keine Drosslung zu ermitteln war.

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Maximale Schreiblast

Modell

120 - 128 GB240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - 4.000 GB>4.000 GB
Silicon Power P34A60
-150 TB
300 TB
600 TB
--
Toshiba RC500
-100 TB
200 TB-
-
-
Western Digital WD Black SN500-150 TB
300 TB
-
-
-
Intel 660p
--
100 TB
200 TB
400 TB
-

Auch wenn wir mittlerweile durchaus höhere TBW-Angaben gesehen haben, kann die Silicon Power P34A60 im Vergleich zu den anderen günstigeren Mitbewerbern punkten. Besonders der Vergleich zur Intel 660p mit QLC-NAND kann die SSD natürlich deutlich für sich gewinnen. Zusammen mit fünf Jahren Garantie verspricht Silicon Power also eine vertrauenerweckende Zuverlässigkeit, auch wenn natürlich mit dem Erreichen der TBW-Grenzen keineswegs ein Ausfall vorprogrammiert ist.


Wie bereits angekündigt, haben wir um für kommende Reviews mit PCIe 4 unser Testsystem etwas aufgewertet. Neue Grundlage für unsere Benchmarks ist das ASUS TUF Gaming X570-Plus, das in unserem Test durchaus überzeugen konnte und eine repräsentative Leistung für aktuelle Systeme bietet. Befeuert wird das Board von einem AMD Ryzen 5 3600, der mit sechs Kernen und doppelt so vielen Threads zukünftig mehr als genug Daten auf unsere Laufwerke schreiben wird. 

Das restliche System blieb weitestgehend gleich, auch die verwendete Software haben wir aktuell nicht geändert. Einschränkungen bezüglich der Vergleichbarkeit mit älteren Messwerten sind nicht auszuschließen, dürften sich aber in einem engen Rahmen bewegen. 

Die genutzte Hardware im Einzelnen:

Die verwendete Software im Einzelnen:

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Auf unsere umfangreiche SSD-Testdatenbank können wir bei Hardwareluxx zurecht stolz sein. Seit September 2009 mit dem Doppeltest der OCZ Agility und der Corsair P128 haben wir mit stetig aktualisierten Testsystemen und wechselnden Autoren mehr als 100 Solid State Drives durch unseren Parcours gejagt und für unsere Leser auf Herz und Nieren getestet. Dabei ist mit dem Test der Intel SSD 520 im Februar 2012 eine Datenbank entstanden, die wir in acht Jahren mit mehr als 80 SSDs gefüttert haben. Diese Umfangreiche Liste haben wir gerne mit jedem weiteren Testkandidaten erweitert, wohl wissend, dass natürlich viele der gelisteten Modelle keine Relevanz mehr auf dem Markt haben. Um also zukünftig wieder einen größeren Wert auf die Übersichtlichkeit zu legen, haben wir nun unsere Tabellen deutlich verschlankt.

Wie verweisen daher auf den Test der Patriot Viper VPR100, der alle anderen 80 Reviews in den Benchmarktabellen verlinkt hat. Viel Spaß beim Stöbern!


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Im iometer zeigte die Silicon Power P34A60 ein recht eindeutiges Bild. Die Leseraten sind im Grunde über alle Zugriffsarten gesehen gut, die Schreibraten hingegen deutlich schwächer. Bei den sequenziellen Zugriffen relativiert sich ein wenig die Performance, schreibend wird sogar fast das Maximum des Datenblatts erreicht, auch wenn das "nur" knapp 1.600 MB/s bedeutet. Interessant ist zudem der Vergleich zur Western Digital SN500, die in einer ähnlichen Preisklasse, aber mit nur zwei PCIe-Lanes als direkte Konkurrentin gesehen werden kann. Die Western Digital schreibt jeweils deutlich schneller, liest dafür wesentlich langsamer über alle Anfragetiefen.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Im AS SSD Benchmark sehen wir im Grunde ein ähnliches Ergebnis wie bereits im iometer - den sensationellen QD1-Wert schreibend ausgenommen. Auch mehrere Durchläufe konnten die Werte bestätigen, hier zeigt sich ganz offensichtlich der Vorteil des HMB bei Benchmarks, die nur mit einem vergleichsweise kleinen Bereich (hier: 1 GB) die Laufwerke testen. Wiederum zeigen gerade die sequenziellen Tests fast exakt die Herstellerangaben.

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Auch der Standardtest, den wir im CrystalDiskMark durchführen, kann diese Werte bestätigen. Hier wird sogar des Datenblatt schreibend übertroffen, die Lesegeschwindigkeit hingegen nicht vollkommen erreicht.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Iso

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel

MB/s
Mehr ist besser

Im Kopierbenchmark des AS SSD zeigt die Silicon Power P34A60 ihre maximale Leistungsfähigkeit und spielt den Boost des SLC-Caches voll aus. Die Kopierwerte der ISO-Datei liegen sogar ein Stück oberhalb des Datenblatts, aber auch die anderen Werte sind im Grunde exzellent für ein Laufwerk dieser Klasse. Gerade die Intel 660p wird deutlich überholt, aber auch die Western Digital SN500. Da die Transferraten allesamt über dem theoretischen Maximum des SATA-Interfaces liegen, spielt diese Konkurrenz natürlich sowieso keine Rolle. Der Vorteil selbst einer DRAM-less NVMe wird genau bei solchen Anwendungen (zumindest mit vorhandenem SLC-Cache) deutlich.


Synthetische Benchmarks geben jeweils nur extreme Anwendungsfälle wieder. Bei der alltäglichen Nutzung eines Systems fallen sehr viele unterschiedliche Zugriffsmuster an, von sehr kleinen Blöcken bis hin zu großen sequenziellen Transfers. Ein Trace-Benchmark gibt genau diese Zugriffsmuster wieder, die zuvor während der Nutzung eines Systems aufgezeichnet wurden. PCMark 8 verwendet die Zugriffsmuster mehrerer Anwendungen, wobei sich auch die jeweils geschriebene bzw. gelesene Datenmenge unterscheidet, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Testdaten sind vollständig inkompressibel.

Bestandteile des Storage-Benchmarks

Als Änderung im Vergleich zu PCMark 7 hat Futuremark die Komprimierung der Leerlaufzeit (idle time compression) entfernt, sodass sich die abgespielten Traces eher wie eine echte Anwendung verhalten. Im Gegensatz zu früher geben wir als Ergebnis dieses Tests nicht mehr die von PCMark berechnete Punktzahl an, sondern die rechnerische Transferrate. Diese berechnet sich aus der Menge an gelesenen und geschriebenen Daten (vgl. Tabelle) dividiert durch die Zeit, die das Laufwerk mit der Abarbeitung von mindestens einer Anfrage beschäftigt war. Eine höhere Transferrate bedeutet also, dass kürzer auf das Laufwerk gewartet werden musste und sich die Reaktionszeit einer Anwendung so auch insgesamt verkürzt.

Futuremark PCMark 8

Storage - Gesamtwertung

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - World of Warcraft

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Battlefield 3

MB/s
Mehr ist besser

Der Gesamtstorage- und die beiden Spieletests zeigen ein insgesamt positives Bild der Silicon Power P34A60. Die SSD kann sich in allen drei Anwendungen vor die Western Digital SN500 setzen, auch die Intel 660p oder die beiden SATA-Vertreter von Samsung liegen deutlich hinter der Einsteiger-NVMe.


Weiter geht es mit den Anwendungen von Adobe und Microsoft.

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe After Effects

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Indesign

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Illustrator

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (light)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (heavy)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Excel

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Powerpoint

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Word

MB/s
Mehr ist besser

Auch die Anwendungstests von Microsoft und Adobe bestätigen das zuvor gesehene, auch wenn der Abstand zur Western Digital SN500 schmilzt. Beide Einsteiger-SSDs liegen sehr nahe beieinander. Der Abstand zur Intel 660p hingegen bleibt konstant hoch, trotz dediziertem DRAM kann sich das QLC-Laufwerk nicht durchsetzen.


Der PCMark 8 „Expanded Storage"-Test besteht aus zwei Teilen, dem „Consistency test" und dem „Adaptivity test". Letzterer prüft, wie gut sich ein Storage-System an eine bestimmte Last anpassen kann. Für uns interessanter ist der erste Test, der den Performanceverlust eines Speichersystems messen soll. Bisher haben wir für diesen Zweck eine Kombination von HDTach und Iometer eingesetzt: Zuerst wurde die sequenzielle Performance im Neuzustand gemessen, dann das Laufwerk mit Iometer extrem stark beansprucht und anschließend wieder die Performance gemessen. Die Performance vieler Laufwerke ist dabei nicht selten um 50 % und mehr eingebrochen. Dieses Vorgehen erlaubt eine Aussage über den Worst Case.

Das Vorgehen von PCMark 8 ist deutlich näher am Alltag: In der ersten Phase wird das Laufwerk zweimal komplett gefüllt, wobei der zweite Durchlauf sicherstellen soll, dass auch der dem Nutzer nicht zugängliche Speicher gefüllt wird. In der zweiten Phase (Degrade) wird das Laufwerk insgesamt achtmal hintereinander mit zufälligen Schreibzugriffen belastet, wobei der erste Durchgang 10 Minuten dauert und jeder weitere Durchlauf fünf Minuten länger. Nach jedem Durchgang wird die Performance gemessen. In der dritten Phase (Steady state) finden fünf weitere Durchläufe mit jeweils 45 Minuten Schreibdauer statt, auch hier wird die Performance gemessen. In der letzten Phase (Recovery) wird nach einer Leerlaufzeit von fünf Minuten die Performance gemessen. Diese Messung wird inklusive der Leerlaufzeit fünfmal wiederholt und soll dem Laufwerk die Möglichkeit geben, sich zu regenerieren.

Die beiden folgenden Diagramme zeigen, wie lange unterschiedliche Laufwerke in den verschiedenen Phasen durchschnittlich brauchen, um einen Lese- oder Schreibzugriff zu beantworten. Hierbei beschränken wir uns auf den größten Teil des Trace-Benchmarks, nämlich das Profil „Photoshop Heavy", bei welchem 468 MB gelesen und 5.640 MB geschrieben werden. Sowohl dieser als auch die vorherigen Tests mit AS SSD und Iometer haben ihre Daseinsberechtigung, für den Alltag relevanter sollten allerdings diese Ergebnisse sein.

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Im Belastungstest schließlich haben wir die Silicon Power mit dem oben beschriebenen Verfahren auf die Alltagsfähigkeiten überprüft. Nun kann die SSD nicht mehr nur im bestmöglichen Szenario über vergleichsweise kleine Testbereiche performen, sondern muss auch unter starker Belastung und mit Befüllung zeigen, was sie kann. Auffällig sind dabei zunächst die vergleichsweisen hohen Latenzen, die sich gerade beim Schreiben ergeben. Zwar haben wir etwa bei der Toshiba OCZ RC100 (ebenfalls mit HMB statt DRAM) noch schwächere Werte gemessen, aber gerade der Vergleich zur WD SN500 oder auch zur ebenfalls günstigen RC500 ist deutlich. 

Positiv hingegen sind die Latenzen beim Lesen von der SSD, einen Ausreißer wie bei der Intel 660p oder der Toshiba BG4 konnten wir nicht feststellen. Damit unterstreicht die Silicon Power P34A60 ihren Vorteil für lesende Anwendungen.

Auch bei den Transferraten konnten wir abschließend ein relativ gutes Gesamtbild ermitteln. Zwar liegen die Werte allesamt deutlich etwa unter den Spitzenmodellen von Samsung &Co., aber gerade im Vergleich zu anderen günstigeren NVMe-Einsteiger-SSDs muss sich die Silicon Power nicht verstecken. Zwar ist der Abstand etwa zur Toshiba OCZ 500 relativ groß, im Gegenzug kann sie sich wiederum klar vor die Intel 660p setzen. Der heißeste Konkurrent ist einmal mehr die Western Digital SN500, die je nach Phase mal vor, mal hinter der Silicon Power liegt. Abgeschlagen über fast den gesamten Testbereich steht die RC100 stellvertretend für eine Einsteigerklasse, die mittlerweile durch eine neue Riege verdrängt wurde. 


Anders als beispielsweise bei der Wahl der Grafikkarte oder des Prozessors ist die Modellwahl bei Solid State Drives in technischer Vielfalt groß, preislich hingegen aktuell sehr eng gestaffelt. Dementsprechend treffen auch verschiedene Philosophien aufeinander, wenn etwa in unserem Forum Kaufberatungen für den Massenspeicher stattfinden. Die einen argumentieren dabei, dass in Anbetracht der Gesamtsumme der Aufpreis für eine bessere SSD lächerlich gering sei - andere wiederum sehen nicht ein, mehr für ein Leistungsplus zu investieren, das sie im Alltag kaum bemerken.

Beide Ansätze sind nachvollziehbar und werden anhand der Silicon Power P34A60 deutlich. Grundsätzlich sind die Leistungsdaten vor allem lesend alles in allem gut. Selbst technisch bedingte Einschränkungen wie das Fehlen eines dedizierten DRAM oder ein Leistungseinbruch außerhalb des SLC-Caches können in vielen Alltagsszenarien getrost vernachlässigt werden. Gerade User, die ihren Massenspeicher eher selten (neu) befüllen, sondern eben ihre Programme und Daten abrufen, profitieren hier von hohen Leseraten und geringen Latenzen. 

Was steht also einer Kaufempfehlung im Weg? Zwei Dinge. Haben wir zuletzt der Toshiba RC500 noch eine Preisleistungsempfehlung ausgesprochen, müssen wir hier also den ersten Vergleich ansetzen. Bei noch geringerem Preis pro Speichervolumen bietet die RC500 zwar ebenfalls keinen DRAM-Cache, dafür allerdings deutlich moderne BiCS4-NANDs, die auch ohne SLC-Cache wesentlich höhere Schreibraten ermöglichen. Dazu gesellt sich eine breite nur wenig teurere Konkurrenz, die Silicon Power sogar aus eigenem Hause befeuert. Auch bedingt durch noch eine geringe Verbreitung unseres Testmusters ist aktuell die "große Schwester" P34A80 zu einem günstigeren Preis lieferbar. Auch wenn wir dieses Modell noch nicht im Test hatten, sprechen bereits die Eckdaten gegen die P34A60. Hier muss also die Zukunft zeigen, wie der Markt diese Preisdifferenzen regelt.

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Positive Aspekte der Silicon Power P34A60

Negative Aspekte der Silicon Power P34A60

Preise und Verfügbarkeit
Silicon Power P34A60
37,71 Euro Nicht verfügbar Ab 37,71 EUR