Western Digital Red 12 TB und Red Pro 12 TB im Test: Ein ungleiches Paar

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wd red 12tb teaser 2Western Digital hat seine Red- und Red-Pro-Reihe aktualisiert und schickt nun zwei neue Modelle mit 12 TB ins heimische oder geschäftliche NAS. Erstmals haben wir mit der normalen Red 12 TB auch eine Helium-Festplatte mit 5.400 rpm im Test. Wie sich die beiden Red-Modelle gegen die kürzlich von uns getestete Toshiba N300 und die Konkurrenz von Seagate schlagen, klären im Review.

Ziemlich genau zwei Jahre hat es gedauert, bis Western Digital der 10-TB-Version seiner NAS-Festplatten-Serie Red, sowie Red Pro eine Aufwertung auf 12 TB verpasst. Während andere Hersteller bereits NAS-Festplatten im Bereich von 16 TB anbieten und Western Digital selbst die ersten 18 TB und 20 TB fassenden Festplatten mit MAMR-Technologie im Enterprise-Bereich plant (wir berichteten), müssen treue RED-Kunden weiterhin mit 12 TB vorlieb nehmen. Da Western Digital jedoch kürzlich erst die Wiedereinführung der WD Gold mit 12 TB und 14 TB angekündigt hat, dürfte zumindest eine Version mit 14 TB folgen.

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WD teilt seine NAS-Festplatten in Red- und Red-Pro-Serie auf. Ähnlich wie bei Seagates IronWolf-(Pro)-Festplatten, richten sich die Red-HDDs an Privat- und Businesskunden mit NAS bis acht Festplatten Slots. Sie bieten eine jährliche Transferleistung von 180 TB und drehen mit 5.400 rpm. Aus dieser Serie hatten wir bereits die 6 TB-Version WD60EFAX im Test.

Die Red-Pro-Festplatten richten sich an ambitionierte Kunden mit größeren NAS- oder Speichergeräten mit bis zu 24 Festplatteneinschüben und bieten 300 TB an jährlicher Transferleistung. Darüber hinaus drehen sie mit 7.200 rpm und weisen eine um zwei Jahre längere Garantie von fünf Jahren gegenüber den normalen Red-Modellen auf.

HerstellerWestern Digital
Western Digital
SerieRed Red Pro
TypRed 12 TB
Red Pro 12 TB
Kapazität12 TB
12 TB
Anzahl Schächte1 bis 8
1 bis 24
Nicht korrigierbare Lesefehler pro gelesenem Bit, max.
1 Sektor pro 10E14 1 Sektor pro 10E14
Zuverlässigkeit bei Dauerbetrieb (AFR)
keine Angabe
keine Angabe
Hot-Plug Unterstützung
keine Angabe keine Angabe
Rescue-DiensteNein Nein
Maximaler jährlicher Workload180 TB
300 TB
Cache256 MB
256 MB
U/min5.400 U/min 7.200 U/min
Übertragungsgeschwindigkeit196 MB/s 240 MB/s
Load/Unload Cycles
600.000 600.000
ÜbertragungsstandardSATA III 6G SATA III 6G
Energieverbrauch Last/Leerlauf/Standby6,3 W / 2,9 W / 0,6 W 6,0 W / 2,8 W / 0,6 W
Geräusch (sone) Leerlauf /Last20 dBA / 29 dBA 20 dBA / 29 dBA
MTBF1.000.000 h
1.000.000 h
Garantie3 Jahre
5 Jahre
ModellWD120EFAX
WD121KFBX

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Die Oberseite sowie das Etikett der WD Red 12 TB.

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Die Unterseite der WD Red 12 TB. Hier fehlen, wie bei allen aktuellen Helium-Festplatten, zwei von sechs Befestigungslöchern.

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Auf der Seite der Festplatte befinden sich jeweils drei Befestigungspunkte.

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Auch hier gibt es bei Festplattentrays, wie zum Beispiel von Dell, keine Probleme. Die beiden mittleren Montagelöcher auf der Unterseite fehlen aber weiterhin.

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Die Vorderseite der Red Pro 12 TB entspricht bis auf die Beschriftung des Etiketts der Red 12 TB.

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Die Unterseite der Red Pro 12 TB.

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Das Gehäuse der Red Pro 12 TB scheint dem der Red 12 TB zu entsprechen.

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Im Gegensatz zu den Seagate-Modellen lässt sich bei dem achteckigen Gehäuse von WD keine Schweißnaht oder Ähnliches erkennen.


Das Testsystem steht bereit, um in jedem Test dieselben Bedingungen zu bieten. Das System ist in einem Corsair Obsidian 1000D auf dem Sekundärmontageplatz verbaut. Die Festplatten befinden sich in entkoppelten Festplatten-Trays, wie sie in allen aktuellen Gehäusen Verwendung finden.

Die Festplatte wurde im leeren Zustand am SATA-III-Port des AMD-B350-Chipsatzes getestet. Seagate schein auf seinen Datenblättern etwas tiefzustapeln.

Technische Daten
Prozessor
AMD Ryzen 5-2400G
MainboardGigabyte GA-AB350N-Gaming Wifi
ArbeitsspeicherPatriot Viper 16GB DDR4 3000
NetzteilCorsair SF450
USBController
YOTTAMASTER CA31-AC USB 3.1 Gen2 (1x USB-Type-C, 1xUSB-Type-A)

Betriebssystem Windows 10 Home 1809

Energieverbrauchsmessung

Um die Herstellerangaben für den Energieverbrauch nachzuvollziehen, haben wir ein entsprechendes Testsystem aufgebaut. Für eine umfassende Leistungsmessung sollte die Versorgung mit 5 V und 12 V betrachtet werden. Wie die Art der Messung bereits erahnen lässt, benötigen wir Strom und Spannung, um daraus die Leistung zu errechnen. Eine Möglichkeit wäre es, mit einem Multimeter die Spannung zu messen und mit einer Strommesszange den Strom.

Hier könnte man die Messgeräte auf die Erfassung des Durchschnittswerts einstellen und erst die 5-V-Schiene und danach die 12-V-Schiene aufnehmen. Hierdurch lässt sich aber weder der Anlauf darstellen noch eine genaue Aussage treffen, wie sich die Werte über die Zeit verhalten.

Mit einem Vierkanaloszilloskop können wir alle vier Messungen gleichzeitig durchführen und in Abhängigkeit von der Zeit darstellen.

Dazu verwenden wir das digitale RIGOL DS1054Z Vierkanalspeicheroszilloskop inklusive Speichererweiterung sowie zwei Rigol-Tastköpfe und zwei Pico-Strommesszangen mit integriertem Spannungswandler zum direkten Anschluss an das Oszilloskop.

Technische Daten
Oszilloskop
Rigol DS1054Z (4Ch. 50 MHz 1GSa/s 24 Mpts)
TastköpfeRigol PVP 2150 (1x 35 MHz, 10x 150 MHz)
StrommesszangenPicoTech TA 189 AC / DC 30 A 1% Toleranz +-2 mA
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Wir führen insgesamt vier Messungen durch:

Zuerst wird die Leistungsaufnahme beim Einschalten aufgezeichnet. Dies ist eine kritische Phase mit einer vergleichsweise sehr hohen Leistungsaufnahme. Beim Hochdrehen der Spindel auf Betriebsdrehzahl kann es zu einem Vielfachen der im Ruhezustand aufgenommenen Leistung kommen.

Weiterhin führen wir eine Messung im Idle durch. Die Festplatte wird hier nicht bewusst von uns angesprochen, jedoch befindet sie sich in Betriebsbereitschaft.

Danach wird eine Messung in Benutzung durchgeführt. Es werden 50 GB an Daten in Form des aktuellen Windowsimages 1809 in mehrfach kopierter Ausführung am Stück übertragen. Hier wird erst der Cache der Festplatte gefüllt und im Anschluss muss die Festplatte die Daten verarbeiten. Dies lässt sich schön beobachten. Seagate gibt als Wert die maximale Leistungsaufnahme im eingeschalteten Zustand unter zufälligen Lese- und Schreibvorgängen mit 4 KB und einer QD von 16 an. Das ließe sich zwar auch über einen synthetischen Benchmark abbilden, jedoch erscheint uns diese praxisnahe Messung während eines Kopiervorgangs als aussagekräftiger.

Zum Schluss gibt es noch eine Messung während dem HD-Tune Pro Random Access Read Benchmark. Diese Messung sorgt als standardisierter Test für Vergleichbarkeit bei etwas mehr Leistungsaufnahme.

Alle vier Messungen dauern jeweils etwa 1 Minute und werden mehrfach wiederholt. Das Oszilloskop gibt uns einerseits den visualisierten Spannungsverlauf, aber auch eine Auswertung der Hoch- und Tiefpunkte sowie der Durchschnittswerte. Über die MATH-Funktion des Oszilloskops können wir uns auch gleich die Leistung für die 12 V-Schiene hochrechnen lassen durch Multiplikation der entsprechenden Kanäle. Im Anschluss an die Messung können die Daten mit einem USB-Stick abgeholt und aufgearbeitet werden. Eine Steuerung der Messung und Bildausgabe über den integrierten RJ45 LAN-Anschluss ist ebenso möglich. Der Elektrotechniker dreht jedoch lieber an Reglern und drückt Knöpfe :).

Nachfolgend ist beispielhaft die Anlaufstrommessung einer Seagate Exos X14 14TB SATA 3,5 Zoll HDD zu sehen.

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Messungen zum Stromverbrauch

Energieverbrauch

max. Leistungsaufnahme

Watt
Weniger ist besser

Beide Festplatten benötigen verhältnismäßig wenig Leistung für den Anlauf. Die Red 12 TB WD120EFAX liegt sogar fast auf dem Niveau der 6-TB-Festplatten mit 5.400 rpm, obwohl diese deutlich weniger Platter beim Start anschieben müssen. Die Red Pro 12 TB WD121KFBX liegt genauso auf einem guten Niveau für Helium-Festplatten mit 7.200 rpm.

Energieverbrauch

Leistungsaufnahme idle

Watt
Weniger ist besser

Der Idle-Verbrauch beider WD-Laufwerke liegt im höheren Bereich um 5,0 W herum. Das geht aber noch in Ordnung. Von der WD120EFAX hätte man, aufgrund ihrer 5.400 rpm, noch etwas mehr Sparsamkeit erwarten können.

Energieverbrauch

durchschnittliche Leistungsaufnahme beim Schreiben

Watt
Weniger ist besser

Der Verbrauch beim Schreiben von Daten ist wiederum sehr gut, hier liegen die Red 12 TB und die Red Pro 12 TB mit an der Spitze der Heliumfestplatten. Interessant ist hierbei, dass sich die WD120EFAX nicht sehr weit absetzen kann von der WD121KFBX, obwohl sie viel langsamer dreht. Das rührt unter anderem daher, dass beim sequentiellen Kopieren keine großen Umpositionierungen stattfinden müssen.

Energieverbrauch

durchschnittliche Leistungsaufnahme zeitgleich zu HDTune Random Access Lesen

Watt
Weniger ist besser

Genau diese Positionierungen finden bei unserer vierten Messung statt. Hier lässt sich ohne große Mühe erkennen, welche Festplatte schneller dreht und somit mehr Positionierarbeit in derselben Zeit ausführen kann. Auch wenn die WD120EFAX grundsätzlich ein sparsames Verhalten zeigt, liegt sie doch nur auf gleicher Höhe mit der Toshiba N300 12 TB mit 7.200 rpm.

Leistungsmessungen

Chrystal Disk Mark

sequenziell Lesen und Schreiben

MB/s
Mehr ist besser

HD-Tune

sequenziell Lesen und Schreiben

MB/s
Mehr ist besser

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Die WD120EFAX übertrifft zwar ihre Transferratenangabe im Datenblatt, jedoch ist es die langsamste Festplatte mit Heliumfüllung im Testfeld. Als einzige Helium-Festplatte mit nur 5.400 rpm war dies jedoch absehbar.

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Die WD121KFBX bringt eine gute Transferleistung; bemerkenswert ist hierbei, dass ihre elektrische Leistungsaufnahme trotz 7.200 rpm nur geringfügig über dem Red-Geschwistermodell mit 5.400 rpm liegt.


In diesem Artikel haben wir sowohl die langsamste als auch die schnellste 12-TB-Festplatte in unserem Testfeld ermitteln können. Was ihren Preis angeht, liegen beide Festplatten aber wieder nah beieinander. Zurzeit werden die Red 12 TB für ca. 435 Euro gelistet, während die Red Pro 12 TB mit 465 Euro zu Buche schlägt. Letztere lässt sich sehr gut mit der Seagate IronWolf Pro 12 TB (ST12000NE0008) vergleichen. Diese bietet zwar zusätzliche Diagnosemöglichkeiten, ist aber ansonsten von Preis und Leistung her gut vergleichbar. Die Red Pro 12 TB ist eine schnelle Festplatte für leistungsfähige NAS. Sowohl im Leerlauf als auch beim Zugriff ist sie aber deutlich zu vernehmen.

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Bei der Red 12 TB (WD120EFAX) sieht die Sache etwas anders aus. Die exakte Vergleichbarkeit wie bei Red Pro und IronWolf Pro ist hier nicht gegeben, da alle anderen Hersteller Festplatten mit 7.200 rpm im Programm haben. Im Vergleich zu einer schnelleren Seagate IronWolf 12 TB oder Toshiba N300 12 TB ist sie 50 Euro bzw. sogar 70 Euro teurer. In Sachen Energieverbrauch muss sich die Red 12 TB der Toshiba N300 12 TB in zwei von vier Tests trotz deren höherer Umdrehungszahl geschlagen geben. Die Red 12 TB ist zwar leiser als die Red Pro 12 TB, jedoch muss sie sich auch hier hinter der Toshiba N300 12 TB einordnen.

Negativ bei beiden Testkandidaten ist die nicht korrigierbare Lesefehlerrate pro gelesenem Bit zu werten, da Mitbewerber seit Jahren ein geringeres Verhältnis bieten.

Positive Aspekte der Western Digital Red 12 TB

Negative Aspekte der Western Digital Red 12 TB

Preise und Verfügbarkeit
WD Red 12 TB WD120EFAX
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar


Positive Aspekte der Western Digital Red Pro 12 TB

Negative Aspekte der Western Digital Red Pro 12 TB

Preise und Verfügbarkeit
WD Red Pro 12 TB WD121KFBX
372,62 Euro 409,90 Euro Nicht verfügbar